Zuhaltekraft berechnung

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    • Behrens schrieb:

      Der spezifische Spritzdruck/Massedruck wirkt im Zylinder vor der Schnecke und nicht 1:1 in der Kavität (Kunststoff ist keine Flüssigkeit!!)

      Das wird oft vergessen und sehr oft zieht man die falschen Schlüsse!

      Solange die Kavität nicht zu 100% gefüllt ist, besteht eine Strömung. Diese hat einen Druckabfall, wo nur zwei Punkte von bekannt sind. Das ist einmal das Fließwegende, was bei 0bar liegt und der Struck an der Schneckenspitze. Was für ein Druck in der Kavität real vorliegt, kann nur gemessen werden oder in Näherung mit einer Simulation.
      Ist die Kavität volumetrisch voll, tritt der Nachdruck ein, die Strömung ist nur noch minimal. Dann kann man den Druck an der Schneckenspitze in guter Näherung als vorliegenden Druck in der Kavität annehmen. Das hängt aber stark davon ab, wie das Angusssystem aussieht. Da gibt es keine Faustformel für.
      Einfach den halben Einspritzdruck von der Schneckenspitze zu nehmen, ist auch nicht zielführend. Das Angusssystem benötigt, je nach Ausführung, gerne man 30-80% des Einspritzdruckes. Da läuft man Gefahr die Schließkraft zu klein oder zu groß zu berechnen. Wie die Folgen aussehen, brauche ich nicht zu erwähnen.

      Will ich die Schließkraft halbwegs genau berechnen, komme ich nicht über eine angussnahe Innendruckmessung oder eine Simulation rum. Die klassischen Formeln sind praktikabel für relativ einfache Geometrien, nur werden die Teile immer komplizierter und es treten viele Nebeneffekte auf, die in den Formeln keine Beachtung finden.

      PS: Alles ist eine Flüssigkeit, wenn die Temperatur und der Druck passt ;)