Drehmoment Schrauben

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    • Hallo,

      Soweit ich weiß richtet sich der Anzugsmoment für Schrauben nach Ihrer Festigkeitsklasse. Diese ist abhängig von der Zugfestigkeit und der Streckgrenze.
      Mit dem Wissen über die Festigkeitsklasse lässt sich dann der passende Drehmoment errechnen oder anhand von Tabellen bestimmen. Bitte korrigiert mich, falls ich da falsch liege.

      LG
    • Dudi schrieb:

      Hallo,

      Soweit ich weiß richtet sich der Anzugsmoment für Schrauben nach Ihrer Festigkeitsklasse. Diese ist abhängig von der Zugfestigkeit und der Streckgrenze.
      Mit dem Wissen über die Festigkeitsklasse lässt sich dann der passende Drehmoment errechnen oder anhand von Tabellen bestimmen. Bitte korrigiert mich, falls ich da falsch liege.

      LG
      Korrekt. Das richtige Drehmoment für die Schrauben lässt sich anhand des Durchmessers, der Gewindeform und der Festigkeitsklasse berechnen. Am einfachsten ist es einfach den Schraubenhersteller zu kontaktieren und nachzufragen. Die haben diese Tabellen in der Regel vorliegen und geben die gerne raus.
    • Ich habe eine Tabelle mit Drehmomenten für Schrauben der verschiedenen Güten angehängt. Trotzdem ist zu beachten, dass u.U. Sechskantschrauben gegenüber "Inbusschrauben" mit anderen Drehmomenten angezogen werden. Auch kann es sein, dass ein Hersteller von automatischen Spannpratzen ggf. abweichende Drehmomente empfiehlt, da durch Kraftübersetzungen in der Pratze durchaus abweichende Spannkräfte erreicht werden. Hier sollte dann der Hersteller der Spannvorrichtung befragt werden.
      Auch diese Seite kann hilfreich sein:
      Schrauben Lexikon der Lexika für DIN Schrauben und Muttern (schraube-mutter.de)

      Es bringt übrigens nichts, eine Verschraubung fester anzuziehen als das angegebene notwendige Drehmoment. Die Schraube könnte dadurch beschädigt werden (überdehnt). Weniger Drehmoment kann genau so schädlich sein, weil die zum zuverlässigen Sichern der Schraube erforderliche Streckung nicht erreicht wird. Auch die richtige Kombination aus Unterlegscheibe und deren Stahlgüte sowie die DIN der Schraube muss beachtet werden. Lediglich der Hersteller des Werkzeuges könnte ggf. ein abweichendes Drehmoment bei direktem Aufschrauben auf die Spannplatten vorschlagen um z.B. ein Verziehen des Werkzeuges beim Aufspannen zu vermeiden. Das sollte dann aber mit einem Schild dauerhaft am Werkzeug beidseitig deutlich vermerkt sein. Ist auch recht unwahrscheinlich.
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von petersj ()

    • Nochmal was zum Anziehen von Schrauben und Muttern:
      Gewaltig ist des Schlossers Kraft, wenn er mit dem Hebel schafft!

      Benutzt man den für die Schrauben richtigen Schlüssel in der gegebenen Länge ohne ein Rohr drauf zu stecken, erreicht man idR. schon das vorgesehene Drehmoment. Aber ab M24 sollte dann doch schon mal ein (kalibrierter) Drehmomentschlüssel verwendet werden.
      Die meisten Drehmomentschlüssel sollten nach der Nutzung übrigens wieder auf NULL gestellt werden. Denn sonst leiert die Spannfeder mit der Zeit aus und der Schlüssel ist irgendwann eigentlich zu schwach eingestellt. Wird ein Drehmomentschlüssel häufig genutzt, sollte er auch gelegentlich mit einem "Drehmometer" geprüft werden. Dann braucht man den Schlüssel meistens nicht zum Kalibrieren zu verschicken.

      Denn wie auch die Schlosser gerne sagen:
      Nach fest kommt ab.

      :D
    • Bei dem ganzen Thema sollte der Fokus weniger "was halten die Schrauben aus" gelegt werden, sondern auf die Frage "welche Anzahl (An)Spannen halten die Gewinde in den Aufspannplatten der Maschinen aus?" Das Problem kennt doch jede Spritzerei, das irgendwann die Gewinde in den Aufspannplatten die Form von "Sägegewinde" annehmen .... Somit sollte das Ziel "nur mit dem notwendigen Drehmoment anspannen" lauten!

      Ich kann da aus Erfahrung bei Neukauf von Maschinen nur SpannNuten in den Aufspannplatten empfehlen!
      spritzguss-schulung.de steht für NEUES DENKEN beim Kunststoff-Spritzguss
    • Aber auch bei den Nutensteinen in Spannnuten gilt auf jeden Fall: Schrauben mit dem richtigen Drehmoment anziehen. Auch auch dann richtet sich das Anzugsmoment nach dem Gewinde durchmesser.
      Klar ist, dass entsprechend des Gewichtes des Werkzeuges (bzw. einer Werkzeughälfte)ausreichende Spannmittel (welcher Art auch immer) verwendet werden. Wenn dann die Gewinde der Werkzeugplatten ausgerissen sind, ist das genau so schlimm, als wenn die Nuten ausgebrochen sind. Es ist wenig sinnvoll eine 2tons Werkzeughälfte mit nur einer Spannschraube, Nutenstein oder Pratze zu montieren. Vielleicht hilft da auch gesunder Menschenverstand nicht, wenn dieser sagt, dass eine Schraube reicht. Auch muss der Montierende sich die Schraube ansehen und beurteilen können (Lehre gemacht?) ob die Gewinde noch gut sind. Das gilt natürlich auch für das Sechskant einer Schraube, egal ob nun innen oder außen.
      Wer es gelernt hat eine Schraube richtig anzuziehen wird dieses meistens auch ohne Drehmomentschlüssel können. Da hat man "Gefühl" für.
    • petersj schrieb:

      Aber auch bei den Nutensteinen in Spannnuten gilt auf jeden Fall: Schrauben mit dem richtigen Drehmoment anziehen. Auch auch dann richtet sich das Anzugsmoment nach dem Gewinde durchmesser.
      Das steht außer Frage!!

      petersj schrieb:

      Wenn dann die Gewinde der Werkzeugplatten ausgerissen sind, ist das genau so schlimm, als wenn die Nuten ausgebrochen sind.
      Beide Spannsysteme kann man nicht gleichsetzen, da die Kraftübertragung völlig anders erfolgt! Zudem habe ich bisher noch keine ausgebrochene T-Nute gesehen, aber schon viele deformierte Gewinde in den Aufspannplatten! Zusätzlich ist Fakt, dass ein ausgerissenes Gewinde die Spannmöglichkeit an der PlattenPosition erst einmal unmöglich macht.
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    • Das Eine sind zu kurze Schrauben, die nur 2-3 Gewindegänge nutzen können. Es gibt aber auch die Experten, die aus der Sammelkiste zu lange Schrauben verwenden. Bei Sacklöchern werden die dann auf den Grund gedreht und weil sie nichts spannen, wird so lange gewürgt, bis sie zumindest anliegen. Dabei wird das Gewinde der Schrauben unten zerstört und beim Herausdrehen wird das Gewinde auf der ganzen Länge "neu geschnitten". Das gilt auch bei Spannnuten und Nutensteinen. Die Schraube wird durch den Nutenstein hindurch gedreht und drückt dann auf den Grund der Nut. Auch hier wird dann gerne (auch mit Drehmoment) die Schraube und damit das Gewinde platt gedrückt.
      Man kann gar nicht so doof denken, wie einige es handhaben.

      Verworfene T-Nuten: Ja, so etwas habe ich auch schon gesehen. Und: Oft bestehen die Spannplatten ja aus Guss. Guss kann Druck sehr gut verkraften. Aber auf Zug - wie bei T-Nuten - kann es bei zu viel Kraft schon mal zum Versagen kommen.
    • petersj schrieb:

      Das Eine sind zu kurze Schrauben, die nur 2-3 Gewindegänge nutzen können. Es gibt aber auch die Experten, die aus der Sammelkiste zu lange Schrauben verwenden. Bei Sacklöchern werden die dann auf den Grund gedreht und weil sie nichts spannen, wird so lange gewürgt, bis sie zumindest anliegen. Dabei wird das Gewinde der Schrauben unten zerstört und beim Herausdrehen wird das Gewinde auf der ganzen Länge "neu geschnitten". Das gilt auch bei Spannnuten und Nutensteinen. Die Schraube wird durch den Nutenstein hindurch gedreht und drückt dann auf den Grund der Nut. Auch hier wird dann gerne (auch mit Drehmoment) die Schraube und damit das Gewinde platt gedrückt.
      Man kann gar nicht so doof denken, wie einige es handhaben.
      Wo solche Zustände herrschen, ist in der Regel "Hopfen und Malz verloren" :thumbdown:

      petersj schrieb:

      Das gilt auch bei Spannnuten und Nutensteinen. Die Schraube wird durch den Nutenstein hindurch gedreht und drückt dann auf den Grund der Nut.
      Es wäre ein Fehler, bei Nutenspannung mit NUTENSTEINEN zu arbeiten, mich erschließt sich auch in keinster Weise die Notwendigkeit!

      petersj schrieb:

      Und: Oft bestehen die Spannplatten ja aus Guss. Guss kann Druck sehr gut verkraften. Aber auf Zug - wie bei T-Nuten - kann es bei zu viel Kraft schon mal zum Versagen kommen.
      Das sollte qualifiziert und professinell Bestandteil des Lastenheftes für die Maschinenbestellung sein!

      Preform schrieb:

      Leider können sich auch T-Nuten aufwerfen, wenn der Schlosser kein Gefühl hat (oder eine zu lange Verlängerung)
      Klar ist: Wo sinnlos rohe Kräfte walten, kann kein Knopf die Hose halten!
      spritzguss-schulung.de steht für NEUES DENKEN beim Kunststoff-Spritzguss
    • Zitat: Es wäre ein Fehler, bei Nutenspannung mit NUTENSTEINEN zu arbeiten, mich erschließt sich auch in keinster Weise die Notwendigkeit!

      Wie kann ich mir denn das Spannen in T-Nuten ohne Nutensteine vorstellen?

      Zitat: Das sollte qualifiziert und professinell Bestandteil des Lastenheftes für die Maschinenbestellung sein!

      Das kann aber nur sehr selten frei gewählt werden. "Stahlguss" ist aber meistens das Material der Maschinenhersteller. Und damit kann man dann entsprechend arbeiten.
    • Ach so, ja das ist auch eine Möglichkeit. Wenn aber in der Grundplatte der Werkzeughälften Durchgangsbohrungen sind , ist die Verwendung dieser Nutensteinschrauben denkbar unhandlich. Schließlich müssten diese Schrauben vor dem Platzieren der Werkzeughälfte genau an die richtige Stelle geschoben werden. Die Problematik des "durchziehen der Steine" ist aber hier noch die Gleiche.
      Ist doch letzten Endes auch völlig egal: Wer ´n Hut mit ´m Hammer aufsetzt bekommt alles kaputt. Da hilft auch das beste Lastenheft nicht.
      Wenn einmal solche Fehler passiert sind, sind die Vorgesetzten in der Pflicht, die Verursacher entsprechend zu belehren und zu schulen. Wir haben ähnliche (und gleiche) Themen auch immer wieder neu und man kann aber auch gar nicht so doof denken, wie einige Leute ihre Arbeit handhaben. Oft kann man sich da dann nur noch wundern. Und die Arbeiten durch ungelerntes oder angelerntes Personal durchführen zu lassen, kostet oft mehr Arbeit und mehr Geld.

      Ich habe ein Prüfgerät, bei dem der Probekörper zwischen zwei Kupferplatten mit vier M6 Messingschrauben eingespannt werden muss. Schon nach den ersten "Verschraubungen" hatten die Bediener trotz Einweisung a.) zwei Gewinde im Kupfer überdreht und b.) dreimal die Messingschrauben abgerissen. Die Bediener sind Ausgebildete CTAs! Denen sollte ein entsprechendes Feingefühl und ein gewisser Sachverstand eigentlich unterstellt werden können. Also habe ich einen fest einstellbaren Drehmomentschraubendreher mit einer passenden 6-kant-Nuss gekauft um ein Drehmoment von maximal 5Nm nicht zu überschreiten. Soweit alles gut. Bis jemand ankam und meinte, dass die Schrauben sich nicht mehr richtig drehen ließen. Kein Wunder, die Schrauben waren schief in das Gewinde gesetzt worden und dann angezogen worden. Ich habe dann die Vorrichtung ein drittes Mal bauen lassen, weil sie völlig zerstört war. Was soll man da noch sagen, wenn dann gesagt wird "Das hat mir keiner gezeigt".
    • Behrens schrieb:

      petersj schrieb:

      Wie kann ich mir denn das Spannen in T-Nuten ohne Nutensteine vorstellen?
      Nutenschraube.jpg Spannnuten.JPG
      Bei LENZKES Spannelemente de.lenzkes.com gibt es versch. Varianten mit Senkkopf-Schrauben direkt oder mit Nutenstein und sicher auch als Nutensteinen mit Stehbolzen

      Bei uns werden nur diese Spannelemente eingesetzt und wir haben nur gute Erfahrung damit gemacht ... hat auch noch keiner geschafft Schrauben o-ä. abzureißen etc.

      Vorausgesetzt man hat und verwendet auch anständiges Werkzeug ....
    • ... ich frage mich ohnehin schon seit Jahren, warum sich diese variablen (mit Spannnuten) Spannmöglichkeiten bei den Spritzgussmaschinen noch nicht durchgesetzt haben! ?( Zumal das Aufspannen der Werkzeuge damit erheblich schneller und "ordentlicher" erfolgt :thumbsup:
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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Behrens ()

    • Alle unsere Werkzeuge sind mit Löchern für Schrauben nach dem Rasterbild der Spannplatten versehen. Ich habe Nuten zum Verschrauben noch nie vermisst. Bei unseren größeren Maschinen werden die Werkzeuge gepratzt. Die Schraublöcher der Spannplatten haben mich auch dort noch nie vor Probleme gestellt. Selbst bei Fremdwerkzeugen nicht. Ein Kollege wollte die Schrauben mal mit Loctide einsetzen "damit sie sich nicht wieder lösen". Das konnte ich gerade noch verhindern.

      Ich finde, dass die Verwendung - auch noch so schöner Spannpratzen - immer nach einem Provisorium aussieht. Vor allem bei kleinen Werkzeugen. Und es bieten sich dadurch immer irgendwelche Ecken, Kanten und Überstände, an denen sich die Bediener verletzen könnten. Daher legen wir im Lastenheft immer entsprechende Schraublöcher nach der entsprechenden Norm fest und geben das Schraubbild der Maschine bei. Wir hatten auch mal einen Werkzeugbauer, der unbeding auf Pratzen bestand. Das Werkzeug musste er entsprechend umbauen.
    • petersj schrieb:

      Alle unsere Werkzeuge sind mit Löchern für Schrauben nach dem Rasterbild der Spannplatten versehen. Ich habe Nuten zum Verschrauben noch nie vermisst. Bei unseren größeren Maschinen werden die Werkzeuge gepratzt. Die Schraublöcher der Spannplatten haben mich auch dort noch nie vor Probleme gestellt. Selbst bei Fremdwerkzeugen nicht. Ein Kollege wollte die Schrauben mal mit Loctide einsetzen "damit sie sich nicht wieder lösen". Das konnte ich gerade noch verhindern.

      Ich finde, dass die Verwendung - auch noch so schöner Spannpratzen - immer nach einem Provisorium aussieht. Vor allem bei kleinen Werkzeugen. Und es bieten sich dadurch immer irgendwelche Ecken, Kanten und Überstände, an denen sich die Bediener verletzen könnten. Daher legen wir im Lastenheft immer entsprechende Schraublöcher nach der entsprechenden Norm fest und geben das Schraubbild der Maschine bei. Wir hatten auch mal einen Werkzeugbauer, der unbeding auf Pratzen bestand. Das Werkzeug musste er entsprechend umbauen.
      Da ihr kein Produktionsbetrieb seid - habe ich jedenfalls so verstanden - kann man eure Arbeitsweise eher als Ausnahme betrachten. In Spritzereien, wo es auf "effizientes Produzieren" ankommt, herrschen ganz andere Bedingungen und Anforderungen!
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