Umrechnung Pressdruck in Spritzdruck

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    • Umrechnung Pressdruck in Spritzdruck

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      Hallo zusammen,

      ich hab mittels Pressverfahren Proben (Plättchen) mit 20x20x3 mm³ hergestellt. Dabei einen Druck der Presse von 100 bar verwendet. Daraus resultiert ein Druck von 4 bar / mm²
      Wie kann ich das jetzt am einfachsten auf meine Spritzgießmaschine übertragen, damit es vergleichbar ist?

      Komme auf keinen Ansatz.

      Vielen Dank und viele Grüße
      Presser5000
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      Wenn ich richtig verstehe (und keinen Käse erzähle) musst du deine 100bar Hydraulikdruck des Schließzylinders in Schließkraft umrechnen. Also kN. Über die gesamte Fläche der Nester bzw. Des Presskolbens verteilt sich diese Kraft. Aus der Kraft und der Fläche kannst du wieder bar also Kraft pro Fläche errechnen. In deinen Gedanken fehlt die Umsetzung der Flächenverhältnissen von Hydraulikkolben zu Nestfläche. Die Einheit bar/mm2 ist blödsinnig weil bar schon Kraft pro Fläche ist.
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      Ok, meine Presse zeigt mir sowohl den Druck in bar als auch in kN an. Das ist also kein Problem.

      Mir geht es eher darum, welche Parameter ich bei einem ähnlichen Bauteil im Spritzguss einstellen möchte. Wenn ich beispielsweise davon ausgehe, dass ich den Pressdruck umrechne und den umgerechneten Wert dann als bspw. Nachdruck im Spritzgießprozess verwende.

      Da 100 bar (69kN) der Presse nicht gleich 100 bar Nachdruck im Spritzgieprozess.

      VG Presser5000
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      Wenn du die Plättchen (Größe 4 cm²) mit 4 bar/mm² ausformst, so wäre das eine wirkende Kraft von 4000 N (400 kg) / cm² ..... Kraftbrechnung bezieht sich immer auf eine Fläche von 1 cm² .... Druck mal Fläche ist Kraft. Du kannst immer als Basis "Druck 1 bar auf 1 cm² = Kraft 1 kg (alt) bzw. 10 N".

      Wenn also deine Presse mit 100 bar eine Kraft von 69.000 N erzeugt (= 6,9 t), dann hat der Kolben eine Fläche von 69 cm² (69 x Druck 100 bar = 69.000 N = 6,9 t)

      Übrigens: Das war früher Volksschul-Niveau ;) ;) :D

      Aber ich habe mit deiner Frage ein Verständnisproblem, was ist dein Ziel?
      spritzguss-schulung.de steht für Qualitätsentstehung durch den optimalen Produktions-Prozess und nicht durch das optimale QM-System!
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      Ich glaube nicht, dass der Druck einer Plattenpresse als Einspritzdruck oder Nachdruck auf einer SGM umgemünzt werden kann. Denn alleine die Temperaturen dürften schon deutlich unterschiedlich sein. Dazu kommt, dass eine plastifizierte Masse unter ganz anderen Druckverhältnissen als in der Presse in eine Kavität eingespritzt wird.
      Spritzgießen hat nichts mit Pressen zu tun.
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      Behrens schrieb:

      Aber ich habe mit deiner Frage ein Verständnisproblem, was ist dein Ziel?
      Ich möchte meine Ergebnisse/Erfahrungen aus dem Pressprozess auf den Spritzgießprozess übertragen.

      Dafür würde ich gerne wissen, wie ich insbesondere den Druck der Presse auf den Spritzguss übertragen kann. Es soll hierbei nur eine grobe Abschätzung erfolgen. Temperaturen sind erstmal nur zweitrangig.
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      presser5000 schrieb:

      Temperaturen sind erstmal nur zweitrangig.
      Und da liegt der Hase im Pfeffer.
      Die "Drücke" sind schon nicht 1:1 umsetzbar und das Pressen ist ein völlig anderes Verfahren. Und dann auf jeden Fall noch andere Temperaturen. Du versuchst Äpfel mit Birnen zu vergleichen! Du kannst die Werte des Pressens nicht für den Spritzguss übernehmen, umrechnen oder sonstwas. Da hilft auch alles Umrechnen nicht.
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      Danke schon mal für die zahlreichen Antworten.

      Nein, es sollen nicht andere Temperaturen sein. Es soll erstmal davon ausgegangen werden, dass man übereinstimmende Temperaturen erzeugen kann/könnte.

      Ich sehe schon, ihr seid nicht so überzeugt davon :D trotzdem muss sich das doch irgendwie sehr grob vergleichen lassen?! Birnen sind auch Äpfel, wenn man sie aus 100m betrachtet :D)


      Ein anderer Ansatz: ist es sinnvoll die Zuhaltekraft im Spritzguss mit der Presskraft zu vergleichen?
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      presser5000 schrieb:

      Ich sehe schon, ihr seid nicht so überzeugt davon trotzdem muss sich das doch irgendwie sehr grob vergleichen lassen?! Birnen sind auch Äpfel, wenn man sie aus 100m betrachtet :D)


      Ein anderer Ansatz: ist es sinnvoll die Zuhaltekraft im Spritzguss mit der Presskraft zu vergleichen?
      @presser5000 , zu deiner Aussage mit den Äpfeln und Birnen: Wenn man eine Sehschwäche hat, stimme ich zu ;) :D :D

      Deine Wahrnehmung ist völlig daneben! Wie @petersj schon erwähnte, sind beide Herstellungsverfahren absolut nicht vergleichbar!!

      Vorschlag: Befasse dich mal tiefer mit *Spritzguss* (z. B. Basis-Seminar) und dann wirst du es auch verstehen ....
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      :D Aber im "Großen und Ganzen" hat er doch Recht.
      Aus 100m Entfernung sehen fast alle Monitore der SGMs nahezu gleich aus: leicht weißlich mit ein wenig blau und manchmal ein wenig grün oder rot.
      Der unserer Presse übrigens ebenso. ;(
      Ich hab da mal eine Datei angehängt in der ein paar der gesuchten Drücke im Zeitablauf abgefahren werden. Alleine diese Zeitabläufe und Geschwindigkeiten lassen sich nicht mit einer Presse realisieren. Und alle Parameter haben entsprechenden Einfluss auf die Farbe und / oder die Mechanik. Und sie können nicht als Richtwerte in Richtung Pressen oder aus Richtung Pressen genutzt werden.

      Das funktioniert einfach nicht.
      Dateien
      • Parameter01.pdf

        (323,36 kB, 17 mal heruntergeladen, zuletzt: )
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      presser5000 schrieb:

      [...]
      Dafür würde ich gerne wissen, wie ich insbesondere den Druck der Presse auf den Spritzguss übertragen kann. [...]
      kurze Antwort: gar nicht.
      Das Pressen ist ein Quasistatisches Verfahren, beim Spritzguss hat man hochdynamische Effekte.

      Bei der Zuhaltekraft mag das noch als *allererster* Anfangspunkt über das Kräftegleichgewicht hinhauen, bei den Arbeitsdrücken keinesfalls.
      Beim Spritzgießen kannst du nicht einfach Zylinderfläche/Bauteilfläche*Einspritzdruck den resultierenden Druck in der Kavität errechnen.
      Durch die Fließ- und Stauwiderstände hat man sehr komplexe Druckverluste.

      Auch das Ergebnis der Bauteile wird ein etwas anderes sein: beim Abkühlen setzt die Presse (wenn sie kraft- bzw. Druckgeregelt ist) nach und gleicht so die Schwindung aus. Beim Spritzguss bleibt das Volumen der Kavität immer exakt gleich und Schwindung muss durch "Nachspeisen" mittels Nachdruck ausgeglichen werden.
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      Allerdings wird auch beim Spritzpressen der Kunststoff vor der Injektion erst einmal plastifiziert. Erst nach dem Einspritzen in das "teilgeöffnete" Werkzeug wird die plastifizierte Masse verpresst.
      Im Fall von presser5000 denke ich aber, dass Granulat in einer beheizbaren Pressform verpresst wird. Hierbei findet keine Plastifizierung statt. Das Granulat wird in die Pressform gefüllt. Dann wird die Presse geschlossen, während die Form beheizt wird. Schmilzt das Granulat langsam auf, wird durch den Pressdruck die Form unter Beibehaltung des Druckes (Nachführung) weiter geschlossen. Trotzdem findet keine Plastifizierung wie im Spritzguss statt. Ebenso kann nicht sichergestellt werden dass die Körner komplett aufgeschmolzen sind.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von petersj ()

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      Wenn ich da mal an meine Ausbildungszeit denke, dann kommt der oben beschriebene Pressvorgang eher das klassische "Pressen" von Duroplasten hin.
      Dabei wirkt aber der Druck zum Schließen und Verriegeln nur am Werkzeug und nicht in der Kavität selbst, da der Kunststoff nur durch Wärmezufuhr schmilzt
      und sich im Hohlraum und Überlauf verteilt.

      @presser5000:
      - Wie soll/muss ich mir eigentlich den Pressvorgang bei dir genau vorstellen ???
      - Aus welchem Kunststoff wurde dein Probenplättchen hergestellt ???
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      Wir vewenden heute noch ein ähnliches Verfahren. Jedoch nicht um Farbmusterplatten herzustellen. Wir verpressen ca. eine Hand voll Granulat. Dabei schmelzen die Körner nur an und verkleben dabei miteinander. Dadurch können wir erkennen, ob die Granulate einheitlich und gleichmäßig eingefärbt worden sind. Allerdings verwenden wir nur einfache Bleche ohne Kavität.