Fließlinien auf der Oberfläche

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Fließlinien auf der Oberfläche

      Guten Morgen zusammen.

      Nun habe auch ich mal ein Problem wo ich aktuell nicht mehr weiter komme.

      Ich spritze einen Kunststoffkopf auf Schrauben auf. Aktuell habe ich immer wieder Teile mit stärkeren oder schwächeren Fließlinien. Ich vermute es ist vom Freistrahl. Wie kann ich dem entgegenwirken oder oder Oberflächenqualität verbessern? Es ist manchmal echt zu stark.

      Eckdaten:

      Material: Ultramid C3U getrocknet mit Restfeuchte 0,02%

      Spritzdaten:
      Zylindertemp.
      Düse: 275° ist höher da sie sonst schnell einfriert
      Z1:273°
      Z2:273°
      Z3:270°
      Traverse: 60°

      Einspritzzeit 0,9 sek. -> ist möglich bis 1,2 zu verlangsamen ab dann friert die schmelze zu schnell ein.
      Zuhaltekraft von 250kn
      Einspritzdruck 900 Bar Spez.
      Nachdruck 900,700,600 Dynamisch fallend - 4 Sekunden
      Werkzeugtemperatur 95°
      Staudruck 80 Bar spez.
      Dosiervolumen 14ccm von möglichen 25ccm
      Rückzug 1,5ccm mit langsamer Geschwindigkeit
      Düse abhebend.
      Kühlzeit 27 Sekunden


      [Blockierte Grafik: https://i.ibb.co/mGNcJK2/20210907-080345.jpg]
      [Blockierte Grafik: https://i.ibb.co/L0W1yRh/20210907-080352.jpg]
      [Blockierte Grafik: https://i.ibb.co/njZ2x1h/20210907-080359.jpg]
      [Blockierte Grafik: https://i.ibb.co/Bfhp7Qz/20210907-080405.jpg]
    • @Teviol , ermittel bitte mal, wieviel % vom Volumen in die Kavitäten geht und wieviel in den Anguss. Zu bedenken ist immer, dass der Anguss - hier ca. 75% (?) - die Kavitäten als "Entlüftung" nutzt .... Mir erscheint erst einmal das Entlüften des Angusses nach außen mit Venturidüse als wichtig.
      spritzguss-schulung.de steht für Qualitätsentstehung durch den optimalen Produktions-Prozess und nicht durch das optimale QM-System!
    • 03 1010 schrieb:

      Pattex90 schrieb:

      Sieht eher aus wie ein Entlüftungsproblem oder nicht?
      Ist das der Läufer dazu?
      @Teviol habt ihr das Materal natur oder in Farbe da (nicht schwarz)? Wenn ihr den Artikel so abspritzt, könnt ihr sehen, ob Material verbrennt, sprich ihr ien Problem mit Lufteinschlüssen habt.
      Kaltverschiebung könnte es augenscheinlich aber auch sein soweit auf den Bildern erkennbar
      Leider nein, nur in Schwarz.

      Vielen Dank für die Tipps. Das Vorwärmen der Schrauben so wie herabsenken der Zylindertemperaturen auf 260°-265° hat das Problem gelöst. Seitdem haben wir keinen Ausschuss mehr. Wenn man einmal im Jahr mal kein TPU auf der Maschine hat, ist man für eure Expertise sehr dankbar :D

      Das Entlüften stimmt schon, Ich habe zwar eine ordentliche Kavitäten Entlüftung anbringen lassen bei der Auslegung, allerdings nicht den großen Anguss bedacht. Die Venturi Lösung werde ich hier dennoch realisieren. Das schadet bei dem Flammschutz Zeugs nicht.
    • Neu

      Deko schrieb:

      Zwischenfrage!
      Kann man so eine Venturidüse in jedem Werkzeug anbringen? Wie geht die Umsetzung?
      ?( :thumbup:
      Ob in jedem Werkzeug, weiß ich nicht. Ich erinnere mich nur aus der Vergangenheit habe ich die Venturi Düse in einem Werkzeug gehabt. Allerdings das Material spielte hier nicht mit. Flammschutz gast ziemlich dolle aus deshalb waren die Leitungen innerhalb kürzester Zeit zu.
    • Neu

      Andre schrieb:

      Allerdings das Material spielte hier nicht mit. Flammschutz gast ziemlich dolle aus deshalb waren die Leitungen innerhalb kürzester Zeit zu.
      Daher muss besonders bei solchen Kunststoffen der Fokus auf's Entgasen beim Plastifizieren gerichtet werden:
      1) Dreizonenschnecke,
      2) Verweilzeit im Zylinder max. 3 Schuss/Zyklen und
      3) Temperaturprofil auf optimale Entgasung einstellen = Vollschmelze im Bereich *Einzugszone* der Schnecke vermeiden.
      spritzguss-schulung.de steht für Qualitätsentstehung durch den optimalen Produktions-Prozess und nicht durch das optimale QM-System!
    • Neu

      Behrens schrieb:

      Andre schrieb:

      Allerdings das Material spielte hier nicht mit. Flammschutz gast ziemlich dolle aus deshalb waren die Leitungen innerhalb kürzester Zeit zu.
      Daher muss besonders bei solchen Kunststoffen der Fokus auf's Entgasen beim Plastifizieren gerichtet werden:1) Dreizonenschnecke,
      2) Verweilzeit im Zylinder max. 3 Schuss/Zyklen und
      3) Temperaturprofil auf optimale Entgasung einstellen = Vollschmelze im Bereich *Einzugszone* der Schnecke vermeiden.
      Zu einem Prozentanteil glaube ich das nur, ich weiß nicht ob alle Gase aus der Schmelze Richtung Einzug weggedrückt werden können. Meine Erfahrung auch beim fallenden Temperaturprofil Richtung Einzug nicht zu 100% realisierbar.
    • Neu

      Andre schrieb:

      Zu einem Prozentanteil glaube ich das nur, ich weiß nicht ob alle Gase aus der Schmelze Richtung Einzug weggedrückt werden können.
      Was heißt "alle Gase"? Es geht erst einmal darum, die sauerstoffhaltige Luft, die mit dem Granulat (in den Granulat-Zwischenräumen befindlich) in den Zylinder gelangt, beim Momentum des "Anschmelzen des Granulates" zum Trichter zurück zu treiben. Dieser Vorgang muss und kann nur im Bereich "Beginn Kompressionszone" geschehen, weil ab dort der Kunststoff in die Vollschmelze kommt und die Luft einschließen/aufnehmen würde. Wenn dieses optimal eingestellt funktioniert, ist es faszinierend, wie gut das Entgasen funktioniert ... :thumbsup:
      Ich bin der Meinung, dass genau dieses so wichtige Thema beim Spritzguss völlig unterschätzt wird und zudem auch schändlicherweise in der Ausbildung überhaupt nicht vorkommt(?)!!!
      spritzguss-schulung.de steht für Qualitätsentstehung durch den optimalen Produktions-Prozess und nicht durch das optimale QM-System!
    • Neu

      Behrens schrieb:

      Andre schrieb:

      Zu einem Prozentanteil glaube ich das nur, ich weiß nicht ob alle Gase aus der Schmelze Richtung Einzug weggedrückt werden können.
      Was heißt "alle Gase"? Es geht erst einmal darum, die sauerstoffhaltige Luft, die mit dem Granulat (in den Granulat-Zwischenräumen befindlich) in den Zylinder gelangt, beim Momentum des "Anschmelzen des Granulates" zum Trichter zurück zu treiben. Dieser Vorgang muss und kann nur im Bereich "Beginn Kompressionszone" geschehen, weil ab dort der Kunststoff in die Vollschmelze kommt und die Luft einschließen/aufnehmen würde. Wenn dieses optimal eingestellt funktioniert, ist es faszinierend, wie gut das Entgasen funktioniert ... :thumbsup: Ich bin der Meinung, dass genau dieses so wichtige Thema beim Spritzguss völlig unterschätzt wird und zudem auch schändlicherweise in der Ausbildung überhaupt nicht vorkommt(?)!!!
      Ja das stimmt vollkommen ich kenne niemanden von meinen Kollegen der so etwas weiß oder einstellen kann...
      Zu mal manche einfach eine Temperatur für den ganzen Zylinder einstellen
    • Neu

      Behrens schrieb:

      Andre schrieb:

      Zu einem Prozentanteil glaube ich das nur, ich weiß nicht ob alle Gase aus der Schmelze Richtung Einzug weggedrückt werden können.
      Was heißt "alle Gase"? Es geht erst einmal darum, die sauerstoffhaltige Luft, die mit dem Granulat (in den Granulat-Zwischenräumen befindlich) in den Zylinder gelangt, beim Momentum des "Anschmelzen des Granulates" zum Trichter zurück zu treiben. Dieser Vorgang muss und kann nur im Bereich "Beginn Kompressionszone" geschehen, weil ab dort der Kunststoff in die Vollschmelze kommt und die Luft einschließen/aufnehmen würde. Wenn dieses optimal eingestellt funktioniert, ist es faszinierend, wie gut das Entgasen funktioniert ... :thumbsup: Ich bin der Meinung, dass genau dieses so wichtige Thema beim Spritzguss völlig unterschätzt wird und zudem auch schändlicherweise in der Ausbildung überhaupt nicht vorkommt(?)!!!
      Ja, sie werden nicht nur unterschätzt sondern die Ausbildung kennt dieses überhaupt nicht. Ich habe von dir Herr Behrens erstmal überhaupt das gehört / gelesen. Ich habe auch viel probiert doch fehlen mir die Anhaltspunkte mit denen ich erkenne dass diese Entgasung richtig funktioniert. Schade dass es dieses Wissen nur für's Geld gibt. Ich setze mich schon seit langer Zeit bei meinem Vorgesetzten für deine Prozeßschulung oder die von 1&21. Aber so wie oft ist: Es gibt bei unserem großen Unternehmen die "Experten" die es immer besser wissen. Und so bleibt leider, leider alles beim Alten :(
    • Neu

      Andre schrieb:

      Ja, sie werden nicht nur unterschätzt sondern die Ausbildung kennt dieses überhaupt nicht. Ich habe von dir Herr Behrens erstmal überhaupt das gehört / gelesen. Ich habe auch viel probiert doch fehlen mir die Anhaltspunkte mit denen ich erkenne dass diese Entgasung richtig funktioniert. Schade dass es dieses Wissen nur für's Geld gibt. Ich setze mich schon seit langer Zeit bei meinem Vorgesetzten für deine Prozeßschulung oder die von 1&21. Aber so wie oft ist: Es gibt bei unserem großen Unternehmen die "Experten" die es immer besser wissen. Und so bleibt leider, leider alles beim Alten :(
      Eine Prozessschulung mache ich nicht. Ich erläutere die Theorie dahinter und in Kombination mit der Schulung von @Behrens ergibt sich ein extremer Wissensvorsprung, der viele Probleme dauerhaft löst und einen sehr guten Wettbewerbsvorteil schafft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 1u21 ()

    • Neu

      @;1&21 Stimmt. extremer Wissensvorsprung! Dieser Vorsprung fehlt. Ich sehe es täglich: Da tappt man im Dunkeln, verbringt Stunden an der Maschine, kriegt ein paar gute Teile raus und ist stolz auf die enorme Pfuscher Erfahrung die man sich über Jahrzehnte in solchen Aktionen angeeignet hat. Im Endeffekt bekommt das Werkzeug Serienfreigabe. Und nun kommen viele "feine Nachjustierungen" die die Produktion ihr Leben lang begleiten! Traurig.
    • Neu

      Andre schrieb:

      Da tappt man im Dunkeln, verbringt Stunden an der Maschine, kriegt ein paar gute Teile raus und ist stolz auf die enorme Pfuscher Erfahrung die man sich über Jahrzehnte in solchen Aktionen angeeignet hat. Im Endeffekt bekommt das Werkzeug Serienfreigabe. Und nun kommen viele "feine Nachjustierungen" die die Produktion ihr Leben lang begleiten! Traurig.
      Genau dieses mit einer gehörigen Portion von Beratungsresistenz machen es nicht möglich, dass die Spritzgussbranche ihre Fehlerbilder aus der Spritzguss-Steinzeit nicht abschütteln kann!

      Die *gehörige Portion von Beratungsresistenz* ist jedoch noch verständlich, laufen doch unzählige Prozess-Berater in der Branche herum, die ihre Expertise (Prozesswissen) überwiegend (beim Studium/Ausbildung) aus den herkömmlichen Lehrbüchern erworben haben. Wäre es nicht so, dann soll mir doch mal jemand erklären, warum nach
      1) unzähligen Weiterbildungsmaßnahmen der Spritzgießer bei Instituten, Maschinenherstellern o. ä.,
      2) unzähligen Prozess-Beratereinsätzen in den Spritzereien,
      usw. usw. ... sich die Fehlerbilder in den Spritzereien seit 50 Jahren nicht verändert haben, bzw. inzwischen eliminiert sind ... und das trotz extrem guter verfügbarer Technik????!!!!
      spritzguss-schulung.de steht für Qualitätsentstehung durch den optimalen Produktions-Prozess und nicht durch das optimale QM-System!
    • Neu

      Behrens schrieb:

      Genau dieses mit einer gehörigen Portion von Beratungsresistenz machen es nicht möglich, dass die Spritzgussbranche ihre Fehlerbilder aus der Spritzguss-Steinzeit nicht abschütteln kann!
      Die *gehörige Portion von Beratungsresistenz* ist jedoch noch verständlich, laufen doch unzählige Prozess-Berater in der Branche herum, die ihre Expertise (Prozesswissen) überwiegend (beim Studium/Ausbildung) aus den herkömmlichen Lehrbüchern erworben haben. Wäre es nicht so, dann soll mir doch mal jemand erklären, warum nach
      1) unzähligen Weiterbildungsmaßnahmen der Spritzgießer bei Instituten, Maschinenherstellern o. ä.,
      2) unzähligen Prozess-Beratereinsätzen in den Spritzereien,
      usw. usw. ... sich die Fehlerbilder in den Spritzereien seit 50 Jahren nicht verändert haben, bzw. inzwischen eliminiert sind ... und das trotz extrem guter verfügbarer Technik????!!!!
      Da stimme ich dir voll und ganz zu.
      Es geht aber noch weiter: Es werden tatsächlich Firmen beauftragt, die nichts anderes tun als den ganzen Tag Teile auf die von dir angesprochenen Fehlerbilder auszusortieren. Da gehen schon mal im Jahr mehrere hunderttausend von Euros drauf! Anstatt dieses in die Prozesse und Werkzeuge und Wissen zu investieren schmeißt man's aus dem Fenster raus. Ich kann es auch mittlerweile nicht mehr hören dass wir an unserem Standort viel zu teuer sind. Sind übrigens die selben Herren die, die Gelder für das Aussortieren freischießen.
    • Neu

      Andre schrieb:

      Behrens schrieb:

      Genau dieses mit einer gehörigen Portion von Beratungsresistenz machen es nicht möglich, dass die Spritzgussbranche ihre Fehlerbilder aus der Spritzguss-Steinzeit nicht abschütteln kann!
      Die *gehörige Portion von Beratungsresistenz* ist jedoch noch verständlich, laufen doch unzählige Prozess-Berater in der Branche herum, die ihre Expertise (Prozesswissen) überwiegend (beim Studium/Ausbildung) aus den herkömmlichen Lehrbüchern erworben haben. Wäre es nicht so, dann soll mir doch mal jemand erklären, warum nach
      1) unzähligen Weiterbildungsmaßnahmen der Spritzgießer bei Instituten, Maschinenherstellern o. ä.,
      2) unzähligen Prozess-Beratereinsätzen in den Spritzereien,
      usw. usw. ... sich die Fehlerbilder in den Spritzereien seit 50 Jahren nicht verändert haben, bzw. inzwischen eliminiert sind ... und das trotz extrem guter verfügbarer Technik????!!!!
      Da stimme ich dir voll und ganz zu.Es geht aber noch weiter: Es werden tatsächlich Firmen beauftragt, die nichts anderes tun als den ganzen Tag Teile auf die von dir angesprochenen Fehlerbilder auszusortieren. Da gehen schon mal im Jahr mehrere hunderttausend von Euros drauf! Anstatt dieses in die Prozesse und Werkzeuge und Wissen zu investieren schmeißt man's aus dem Fenster raus. Ich kann es auch mittlerweile nicht mehr hören dass wir an unserem Standort viel zu teuer sind. Sind übrigens die selben Herren die, die Gelder für das Aussortieren freischießen.
      Das kann ich noch toppen. War vor Jahren in einem Spritzgussbetrieb zu Besuch und der Produktionsleiter hat mich da rumgeführt. Erklärte, dass die Werkzeuge modern sind, auch mit Drucksensoren ausgestattet sind und diese genutzt werden. An einem Sortierarbeitsplatz saß eine Arbeiterin, die damit beschäftigt war, die unvollständig gefüllten Teile aus solch einem Werkzeug herauszusuchen...