Glasfaserverteilung/Orientierung

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    • Glasfaserverteilung/Orientierung

      Guten Tag,

      wir ich haben bei einem unserer Artikel ein paar Probleme in der Produktion. Und zwar kommt er sporadisch vor, dass die Formteile nur halbgespritzt werden.
      Ich wurde beauftragt die Fehlerursache zu anasylieren und eine Lösung zu finden. Wir verarbeiten PPA mit 35GF. Ich habe mir verschiedene Daten angeschaut und bin zu dem Schluss gekommen, dass es nur zwei gründe haben kann. Einmal wird der Anspritzpunkt mit unaufgeschmolzenemmaterial verjüngt und verhindert Materialfluss, oder die Glasfasern verstopfen den Anspritzpunkt. Ich habe die Nächsten monate einige verusche angesetzt, nur möchte ich erstmal die Fehlerursache herausfinden, bevor ich größere versuche angehe. Nun habe ich veranlasst, dass die Halb gespritzten Teile + Anguss gesammelt werden, damit man diese analysieren kann.

      Nun meine Frage, kennt sich jemand mit Kunststoffanalysen aus. Wie kann ich die Glasfaserverteilung im Teil oder Anghuss erkennen(CT oder REM evtl.) und welche Firmen bieten solche analysen an.

      MfG
    • Ich verstehe deine Fragestellung nicht so recht. Du kennst die Ursache für die halbgefüllten Teile, willst aber wissen wie die Glasfaserverteilung ist? Letztere wird in der Regel dann gemacht, wenn es um die Bauteilfestigkeit geht. Bei halbgefüllten Teilen macht das keinen Sinn. Für den Anguss macht es etwas Sinn, damit man weiß ob es am kalten Kunststoff oder zu vielen Glasfasern lag. Sinnvoller wäre es erstmal die Maschinenparameter zu optimieren, damit das Risiko reduziert wird. Um was für einen Kaltkanalanguss handelt es sich und was sind die Maschineparameter sowie Wassertemperatur?
    • Also, da war ihr wohl etwas unverständlich. Also die genaue Ursache für den Fehler kennen wir nicht, aber es muss ein Verschluss bzw. Eine verjügung des anspritzpunktes sein, durch glasfaseranhäufung oder Material Partikel. Maschinen Parameter haben wir bisher so gut es geht optimiert, obwohl ich da auch nochmal paar Ideen habe, die aber erstmal unwichtig sind. Was die Temperierung angeht, haben wir einmal Wkz UT 90°C Öl und Wkz FP + OT auch 90°C Wasser. Wir haben ein Punktanguss, der wird bei durch eine Druckplatten gelöst und die anguss reißt ab.
    • Was wären deine Ideen? Ein wichtiger Punkt für eine ordentliche Plastifizierung und auch eine gute Füllung, ist der Staudruck. Nicht nur hat ein geringer Staudruck einen positiven Effekt auf die Entgasung, aber auch die Aufschmelzqualität. Wie hoch ist der Staudruck spezifisch und wie sind die Temperaturen im Zylinder?
    • Die untere Verweilzeit unterschreiten macht in der Regel nichts aus. Eine Reduktion der Dosierzeit führt zu einer geringeren Scherung, wodurch das Material weniger durch Reibung aufgeschmolzen wird. Die restliche Energie muss die Heizung liefern und Kunststoffe sind schlechte Wärmeleiter. Somit bringst du mit dieser Wahl weniger Wärme in den Kunststoff ein und er erkaltet schon im Anguss schneller. Das kann zu den teilgefüllten Teilen führen. Mehr Staudruck führt dazu, dass das Material gegen die Schnecke arbeiten muss und nicht sauber homogenisiert wird. Es gibt dann warme Bereiche im Dosiervolumen, aber auch kalte Bereich. Je geringer der Staudruck, umso besser. Ein größerer Schneckendurchmesser macht nur dann Sinn, wenn ihr mit dem Dosiervolumen noch im Bereich von 1-3D bleibt. Sonst gibt es Probleme mit der RSP.
      Höhere Temperaturen sind immer gut, aber wie gesagt. Hauptanteil liefert die Reibungswärme. Ist das Dosiervolumen bei 2-2,5D und liegt ein geringer Staudruck an, wird die höhere Temperatur auch besser genutzt.
      Der größere Anspritzpunkt ist dann eine Änderung, die nicht mehr so leicht rückgängig gemacht werden kann. Deswegen würde ich erstmal es über die Parameter probieren.
    • Wir liegen beim PPA mit GF bei einer Massetemperatur von 330°C. Die Werkzeugtemperatur fahren wir bei uns mit 150-160°C!
      Offensichtlich ist das aber von Hersteller zu Hersteller und von Type zu Type stark unterschiedlich.
      Trotzdem halte ich 90°C für deutlich zu kalt bei diesem Material - vor allem bei 35% GF.

      Unsere Anschnitte und Angüsse sind zudem noch recht groß im Querschnitt. Liegen so bei 4mm im Durchmesser. Und das bei einer Fertigteildicke von 2mm.
    • @MrMampf ... ein paar Ideen:
      • GF Materialien brauchen eher "größere" Anschnitte - ideal wären 75% der Bauteil-Wandstärke in Anschnitt-Bereich. Abriss beachten
      • 3 Platten KK - Überläufe für die kalten Pfropfen drin?
      • VWZ im untersten Bereich KANN Probleme mit nicht aufgeschmolzenen Material erzeigen. Gerade auch bei kleinen Schnecken-Durchmessern
        • 2-3 Minuten VWZ für optimales Aufschmelzen wären recht
        • Darunter kann es zu Problemen kommen
      • Hohe Staudrücke bei GF Materialien scheren die GF noch kleiner als sie eh schon sind. Also eher im unteren Bereich halten

      Deine Versuche gehen da schon in die richtige Richtung - außer die größere Schnecke. Das würde mich wundern, wenn die die Probleme löst
    • petersj schrieb:

      Wir liegen beim PPA mit GF bei einer Massetemperatur von 330°C. Die Werkzeugtemperatur fahren wir bei uns mit 150-160°C!
      Offensichtlich ist das aber von Hersteller zu Hersteller und von Type zu Type stark unterschiedlich.
      Trotzdem halte ich 90°C für deutlich zu kalt bei diesem Material - vor allem bei 35% GF.

      Unsere Anschnitte und Angüsse sind zudem noch recht groß im Querschnitt. Liegen so bei 4mm im Durchmesser. Und das bei einer Fertigteildicke von 2mm.
      Hmm, also wir haben ein Querschnitt von 0,5mm, und viel kann man da auch nicht machen, weil sie schon gesagt uns die Teile sonst in der Formbuchse stecken bleiben.
    • 1u21 schrieb:

      Mehr Staudruck führt dazu, dass das Material gegen die Schnecke arbeiten muss und nicht sauber homogenisiert wird. Es gibt dann warme Bereiche im Dosiervolumen, aber auch kalte Bereich. Je geringer der Staudruck, umso besser.
      Wie kommt es zu den warmen und kalten Bereichen bei zu hohem Staudruck? Unkontrollierte Wärmezufuhr durch Viskositätsschwankungen?
    • HW_A schrieb:

      1u21 schrieb:

      Mehr Staudruck führt dazu, dass das Material gegen die Schnecke arbeiten muss und nicht sauber homogenisiert wird. Es gibt dann warme Bereiche im Dosiervolumen, aber auch kalte Bereich. Je geringer der Staudruck, umso besser.
      Wie kommt es zu den warmen und kalten Bereichen bei zu hohem Staudruck? Unkontrollierte Wärmezufuhr durch Viskositätsschwankungen?
      Das habe ich hier im Forum schon mal näher erläutert. Hab grad keine Zeit zum Suchen, aber unter dem Thema Staudruck solltest du die Beiträge finden.