Baugleiche Maschinen unterschiedliche Dosierzeit

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    • Baugleiche Maschinen unterschiedliche Dosierzeit

      Guten Tag zusammen

      Ich hätte hier folgendes Problem: Wir fertigen einen Artikel je nach möglichkeit der belegung auf zwei Baugleichen Maschinen. Obwohl alles gleich ist habe ich bei einer Maschine 6,7s Dosierzeit und auf der komplett baugleichen anderen Maschine eine Dosierzeit von 11s. Jetzt die Frage: Warum?

      Zu den Daten: Es hadelt sich um zwei DEMAG 210/580-1450 Systec

      Hier die Parameter von Maschine 1:

      Spritzzeit: 2,5s
      Dosierzeit: 6,7s
      Kühlzeit: 9s
      Dosiervolumen: 268,6 cm³
      Staudruck: 65bar
      Drehzahl 195 U/min (max)
      Material: PP COPO TD 20 Schwarz PP6
      Maschinenalter: 7 Jahre


      Hier die Parameter von Maschine 2:

      Spritzzeit: 2,4s
      Dosierzeit: 11s
      Kühlzeit: 9s
      Dosiervolumen: 268,6 cm³
      Staudruck: 65bar
      Drehzahl 195 U/min (max)
      Material: PP COPO TD 20 Schwarz PP6
      Maschinenalter: 7 Jahre



      Schnecke wurde bei Maschine 2 gezogen sauber gemacht und eine neue RSS eingebaut. Die Schnecke hat keinerlei beschädigungen.

      Leider bleibt die Dosierzeit weiterhin auf 11s. Ich habe schon ein staudruck profil versucht (leider keine veränderung). Einfüllzonentemperatur ist bei 50 Grad. Ab einem Staudruck von 30bar bekomme ich die Dosierzeit auf 9s, was aber erstens immernoch zu langsam ist und zweitens nicht erklärt warum bei Baugleichen Maschinen nicht die gleichen werte zusammenkommen.

      Ich hoffe ich habe keinerlei Daten vergessen, und wäre für jeden Ratschlag dankbar

      gruß
    • Wie sieht es mit den Temperatursensoren aus? Ist der Temperatursensor am Einzug z.B. nicht sauber in Kontakt mit dem Zylinder, wird deutlich mehr Wärme benötigt, bis die Temperatur an dem Sensor ankommt. Das schmilzt das Granulat im Einzug leicht an, gibt eine schmierende Wirkung und erhöht so die Dosierzeit.
      Das kannst du auch leicht überprüfen, indem du mit einem Kontaktthermometer an der kritischen Maschine die Temperatur am Einzug misst. Da muss der Temperatursensor noch nicht raus. Ist die gemessene Temperatur deutlich über der eingestellten Temperatur, sollten auch alle Temperatursensoren ausgebaut, gereinigt und mit neuer Wärmeleitpaste eingebaut werden.
    • Hier müssen ECHTE WIRKENDE Drücke auf die Schnecke und die ECHTEN VORHANDENEN Bewegungen (mms) der Schnecke über den kompletten Zyklus mit der Kurvengrafik visualisiert werden! Vorgensweise: X-Achse (sec) des Diagrams auf Zykluszeit einstellen und Y-Achse entsprechend der Werte der beiden Parameter (Druck (bar) und Bewegung (mm)) einstellen.
      Wenn diese Kurven bei beiden Maschinen im laufenden Prozess dargestellt sind, muss ganz einfach nur der Druck- und Bewegungsverlauf von beiden auf Deckungsgleichheit geprüft werden. Ich bin überzeugt, dass über Parametrisierung der Maschinen hier Angleichungen erforderlich werden.

      *NEUES Prozessdenken* ist überfällig, denn trotz *50 Jahre technischen Fortschritts* sind die ALTEN Fehlerbilder geblieben!

    • Ein ähnliches Thema hatten wir hier auch schon mal:
      Einzugsproblem bei PA

      Und eigentlich weiß jeder, dass nominell "gleiche" Maschinen in irgend welchen Parametern doch voneinander abweichen. Oft hilft da eine neue Kalibrierung aller Sensorik. Aber es gibt auch Kandidaten, die sich grundsätzlich verweigern.
      Das ist doch bei Autos genau so. Und von Spritzgießwerkzeugen kennen wir es auch.
    • Also erst mal danke für die Ratschläge

      Temperatursensoren sind alle TipTop

      Das mit der Kurvengrafik werde ich versuchen bzw. mir anschauen, dauert aber noch ein bisschen bis der Artikel wieder auf Maschine B läuft.

      und zur vorherigen Antwort eine Frage. Wie Messe ich am besten ob der angezeigte Staudruck auch der tatsächliche ist?

      danke euch nochmals
    • Eigentlich kannst du nur den hydraulischen Druck vermessen (Anschluss für Manometer installieren). Oder du nimmst ein Werkzeug mit Innendrucksensor angussnah und füllst das Werkzeug nur per Staudruck. Das Gleiche machst du mit dem gleichen Material und dem gleichen Werkzeug bei der zweiten Maschine. GgF. kannst du dann Unterschiede sehen. Ansonsten hilft m.E. tatsächlich nur eine werkskalibrierung, mit der Anforderung der absoluten Gleichheit der Maschinen.
      Ist jedoch der Zyllinder der "gut" dosierenden Maschine vielleicht ein wenig rauer, könnten die Einzugserscheinungen hier tatsächlich besser sein. Das hat dann nichts mit dem Staudruck zu tun.
      Siehe hier Genutete Einzugsbuchsen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von petersj ()

    • Ist bei der zweiten Maschine der Zylinder und die Schnecke an der Einzugszone maßlich geprüft worden?
      Die RSS hat keinen Einfluss auf die Dosierzeit, denke ich.

      Temperatur an der Einzugszone mal gemessen?

      Versuche mal die Schnecken der beiden Maschinen tauschen.

      Evtl. ist der Zylinder bei der zweiten Maschine mehr "ausgewaschen"...
    • Der Vorschlag von rafi170 die Schnecken der beiden SGM untereinander zu tauschen ist eine Überlegung wert, würde aber eher gleich den kompletten Massezylinder+Schnecke tauschen.
      Ist natürlich ein Aufwand und braucht auch Zeit, bedeutet auch Produktionsausfall. Maßliche Überprüfung ist auch ein guter Vorschlag.
      Wurde bei der Schneckenreinigung auch der Massezylinder gereinigt?

      Wird bei beiden Maschinen für den Artikel der gleiche Datensatz eingespielt?
      Dosierantrieb könnte auch noch geprüft werden.

      Eventuell vom Service eine Maschinenkalibrierung für die Spritzseite machen lassen.
    • petersj schrieb:

      Ist jedoch der Zyllinder der "gut" dosierenden Maschine vielleicht ein wenig rauer, könnten die Einzugserscheinungen hier tatsächlich besser sein. Das hat dann nichts mit dem Staudruck zu tun.

      Siehe hier Genutete Einzugsbuchsen
      Das kann ich bestätigen. Habe Mal probeweise die Einzugsöffnung bei einer Maschine aufgeraut und den Einzugsbereich der Schnecke mit feinem Schmiergelpapier. Auch kannst du gucken ob die Zylinderwand evtl. mit einem zersetzen Material "verseucht" ist? Hatte ich auch. Stanylreste zersetzt hafteten an der Zylinderwand dann geht kein stabiler Dosierprozess. Dann musst du ganz dolle bürsten :D
    • Wir haben bei uns Maschinen verschiedener Hersteller in der Halle stehen.
      Wenn ich Werkzeuge und Programme auf baugleichen Maschinen der Hersteller Arburg und Sumitomo Demag tausche habe ich größere Abweichungen als wenn ich dies bei unseren baugleichen Netstal mache. Ich denke dass auch der Preis und die Qualität der Maschinen eine Rolle spielt was die Reproduzierbarkeit angeht. Die werkseitige Kalibrierung bzw. die, die bei der Maschinenwartung durchgeführt werden sollte spielen dabei eine erhebliche Rolle.

      Es gibt zahlreiche Unternehmen die nicht in regelmäßigen Abständen die Kalibrierung der Maschinen prüfen und somit dem Verschleiß bzw. dessen Auswirkungen Tür und Tor öffnen.

      Wer von Euch hat in den letzten Monaten bei seinen Schnelläufern die Plattenparallelität prüfen lassen ;(