Trockeneisreinigung von Spritzguss Werkzeugen schädlich für Werkzeuge

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      rafi170 schrieb:

      Danke für die Antworten.

      Wir haben optische Teile und haben Probleme.
      Das Trockeneis beschädigt (kleine Dellen) den Hochglanz :(

      Man sieht am Bauteil, dass es schlechter wird...

      Machen wir was falsch?
      Ich denke ja.
      Was passiert bei der Reinigung des Werkzeugs mit Trockeneis? Ich habe einmal den Block Trockeneis und die Druckluft. Das Trockeneis wird mechanisch zerkleinert und wird durch die spröden Eigenschaften zu vielen kleinen Splittern zerkleinert. Diese kleinen Splitter werden über die Druckluft eine gewisse Geschwindigkeit gebracht. Entscheidend ist hierbei der anliegende Druck, da aus der Druckdifferenz die Strömungsgeschwindigkeit folgt. Ist die Druckdifferenz hoch, werden auch die kleinen Splitter auf eine hohe Geschwindigkeit gebracht. Mit einem geringeren Druck sinkt auch die Strömungsgeschwindigkeit. Das ist eine Stellschraube.
      Die anderen Stellschraube ist der Winkel, mit dem das Werkstück gereinigt wird. Richte ich den Strahl komplett senkrecht auf das Werkzeug, wird auch der volle Impuls in das Werkzeug gejagt. Der Splitter hat nicht mehr die Zeit zu verdampfen und gibt die Energie ab, was in einer Deformation endet. Richte ich den Strahl nun nicht direkt auf das Werkzeug, sondern in einem Winkel, hat der Splitter nicht mehr die Möglichkeit den vollen Impuls an das Werkzeug abzugeben. Greift der Splitter in die Grenzschicht zwischen Dreck und Stahl, bleibt er hängen und durch die geringe Masse verdampft dieser schlagartig. Somit wird der Dreck gelöst. Ist der Splitter etwas größer, bleibt ein Teil des Splitters hängen und der andere Teil bricht ab und prallt vom Werkzeug ab. Ein Großteil des Impuls kann somit schon nicht mehr an das Werkzeug gegeben werden, sondern prallt ab ohne Schäden zu verursachen.

      Ein simpler Versuch zur Überprüfung kann so aussehen, dass du ein Stück polierten Stahl nimmst. Dann strahlst du einmal direkt senkrecht auf die Fläche und einmal mit 30°.
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      Moin,

      ist die Werkzeugoberfläche vielleicht zu weich?

      Wir haben hartnäckige Beläge auf Hochglanzflächen meist chemisch angelöst und dann mit Trockeneis entfernt. Und das sowohl auf beschichteten Einsätzen (meist TIN) und auf unbeschichteten. Also System haben wir überall den Coldjet (gibt auch andere ;) ) im Einsatz mit Trockeneisblöcken.

      Gruß Daniel
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      1u21 schrieb:

      Ich denke ja.Was passiert bei der Reinigung des Werkzeugs mit Trockeneis? Ich habe einmal den Block Trockeneis und die Druckluft. Das Trockeneis wird mechanisch zerkleinert und wird durch die spröden Eigenschaften zu vielen kleinen Splittern zerkleinert. Diese kleinen Splitter werden über die Druckluft eine gewisse Geschwindigkeit gebracht. Entscheidend ist hierbei der anliegende Druck, da aus der Druckdifferenz die Strömungsgeschwindigkeit folgt. Ist die Druckdifferenz hoch, werden auch die kleinen Splitter auf eine hohe Geschwindigkeit gebracht. Mit einem geringeren Druck sinkt auch die Strömungsgeschwindigkeit. Das ist eine Stellschraube.
      Die anderen Stellschraube ist der Winkel, mit dem das Werkstück gereinigt wird. Richte ich den Strahl komplett senkrecht auf das Werkzeug, wird auch der volle Impuls in das Werkzeug gejagt. Der Splitter hat nicht mehr die Zeit zu verdampfen und gibt die Energie ab, was in einer Deformation endet. Richte ich den Strahl nun nicht direkt auf das Werkzeug, sondern in einem Winkel, hat der Splitter nicht mehr die Möglichkeit den vollen Impuls an das Werkzeug abzugeben. Greift der Splitter in die Grenzschicht zwischen Dreck und Stahl, bleibt er hängen und durch die geringe Masse verdampft dieser schlagartig. Somit wird der Dreck gelöst. Ist der Splitter etwas größer, bleibt ein Teil des Splitters hängen und der andere Teil bricht ab und prallt vom Werkzeug ab. Ein Großteil des Impuls kann somit schon nicht mehr an das Werkzeug gegeben werden, sondern prallt ab ohne Schäden zu verursachen.

      Ein simpler Versuch zur Überprüfung kann so aussehen, dass du ein Stück polierten Stahl nimmst. Dann strahlst du einmal direkt senkrecht auf die Fläche und einmal mit 30°.
      Ist im Prinzip wie beim Hochdruckreiniger: drehst du den voll auf und stellst dich direkt vor ein Auto und zielst senkrecht darauf, siehst nicht nur du aus wie ..., sondern hast auch nen Schaden am Blech, wenn du Pech hast - die gewünschte Reinigungswirkung hast du u.U. dennoch nicht.
      Hälst du ihn schräg gegen die Oberfläche, sieht das ganze schon anders aus ;)
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      Deswegen auch ganz wichtig, dass nicht die Höhe des Druckes entscheidend ist bei der Trockeneisreinigung!

      Gerade an den ColdJet- Geräten kann man einfacher den Durchsatz varieren. Aber leider fehlt mir persönlich ein Druckminderer.
      Die Reinigungswirkung wird ja dadurch erzielt, dass die plötzliche "Verpuffung" auf der Werkzeugoberfläche den Dreck löst, nicht der Druckstrahl an sich.

      Lieber weniger Druck, dafür hohes Temperatur- Delta (Werkzeug temperiert lassen).

      An Hochglanzflächen trauen wir uns auch nicht ran. Untersuchungen haben ergeben, dass mit der Zeit Gefügeveränderungen in der Oberfläche auftreten. Nicht übermäßig, aber so, dass es auf einer hochglanzpolierten Fläche eben zu sehen sein kann. (Quelle kann ich nicht nennen, sorry)
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      Hallo zusammen,

      bin neu im Forum und kann bei dem Thema gleich meinen Senf dazugeben. Wir haben 75 Spritzgussmaschinen im Betrieb und betreiben auch regelmäßig bei mehreren Formaufbauten eine CO² Reinigung. wir führen diese Präventiv bei UL 94 V0 Materialien durch, speziell bei Frianyl oder Grilamid. Es hatte sich auskristallisiert dass sich sonst eine starke Belagbildung im WZ ergibt. Bisher haben wir Werkzeuge mit 500000 Schuss auf dem Buckel (reinigung 1x pro Schicht! ~2000Schuss )und keine Abriebe feststellen können. Warum auch? Verstehe einige Vorredner nicht die meinen es kommt zu Abrieb... Es handelt sich wie @ParameterJongleurschon erwähnt hat nicht um ein Abrasives verfahren sondern es geht um das Temperatur Delta welches den Belag schockt und ihn vom Grundmaterial abspaltet. Sowieso ist eine Trockeneisreinigung nur ein Thema bei Serienwerkzeugen welche etliche Schuss durchlaufen und sowieso aus hochfestem gehärteten Werkzeugstahl bestehen. Da kommt bei 1.2343/44 oder Pulvermetallurgischen Stählen wie Elmax schon der eine oder andere HM_Bohrer an seine grenzen.. Co² Pellets ? NEE!
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      Pat_Mastro schrieb:

      Bisher haben wir Werkzeuge mit 500000 Schuss auf dem Buckel (reinigung 1x pro Schicht! ~2000Schuss )und keine Abriebe feststellen können. Warum auch? Verstehe einige Vorredner nicht die meinen es kommt zu Abrieb... Es handelt sich wie @ParameterJongleurschon erwähnt hat nicht um ein Abrasives verfahren sondern es geht um das Temperatur Delta welches den Belag schockt und ihn vom Grundmaterial abspaltet. Sowieso ist eine Trockeneisreinigung nur ein Thema bei Serienwerkzeugen welche etliche Schuss durchlaufen und sowieso aus hochfestem gehärteten Werkzeugstahl bestehen. Da kommt bei 1.2343/44 oder Pulvermetallurgischen Stählen wie Elmax schon der eine oder andere HM_Bohrer an seine grenzen.. Co² Pellets ? NEE!

      Bei korrekter Handhabung sollte es tatsächlich weder abrasiv, noch oberflächenverändernd ("schmiedend") sein. Jedoch hat "gefrorenes" Trockeneis etwa die Härte von Calciumcarbonat (Kalk), kann damit also bei zu großer Beschleunigung (kinetischer Energie) und wenn es keine Zeit zum Verdampfen hat durchaus als Festkörper auf die Stahloberfläche auftreffen.
      Der schaden ist natürlich nicht groß, aber bei Hochglanz-Politur reichen Deformationen oder Abplatzungen im Mikrometerbereich für eine Beschädigung - das ist weniger als ein Zehntel der Dicke eines Haares.