Temperaturbeständigkeit PP ?

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    • 100°C im unbelasteten Zustand sind für ein PP zu viel. Es wird sich schon dadurch verformen, weil noch Restspannungen eingefroren sind und auch durch das Eigengewicht.

      Es gäbe noch die Option den Artikel im nachhinein zu vernetzen. Dann sind die 100°C keinerlei Problem mehr, aber es gibt dann kein Recycling mehr. Vorteil an der Vernetzung ist auch die Beibehaltung der Transparenz, da ein Wachstum der Kristalle unterbunden ist.
    • Behrens schrieb:

      Nur zur Info: Viele Kühlwasserausgleichsbehälter in Kfz-Bereich sind aus PP ...

      Hier mal ein Link: kunststoffe.de/themen/basics/s…polypropylen-1314353.html
      Die Anforderungen beim Wasserbehälter sind andere als der Kunde von @Matthias71 wünscht. Die Wasserbehälter ändern ihren Kristallanteil nicht mehr großartig und sind dadurch formstabil. Will ich ein transparentes PP haben, muss ich das erwähnte syndiotaktische PP nehmen. Bei diesem PP ist das Kristallwachstum gehemmt, aber bei höheren und dauerhaften Einsatztemperaturen bilden sich die Kristalle trotzdem. Da werden dann die eingefrorenen Spannungen abgebaut und es verformt sich und wird opak. Zwei Eigenschaften, die vom Kunden nicht gewünscht sind.
    • Der Kunde ist nun von PP abgekommen :)
      Wenn ich die Anforderungen ( Beständigkeit Öl/Benzin /Säuren ??? und Hitzebeständigkeit / Spülmaschinen geeignet ???) mitgeteilt bekomme brauche ich nochmal eurer Schwarmwissen :D .
      Dann geht es darum welches Material für den Kunden am besten geeignet ist.
      Gruß Matthias
    • Matthias71 schrieb:

      Der Kunde ist nun von PP abgekommen :)
      Wenn ich die Anforderungen ( Beständigkeit Öl/Benzin /Säuren ??? und Hitzebeständigkeit / Spülmaschinen geeignet ???) mitgeteilt bekomme brauche ich nochmal eurer Schwarmwissen :D .
      Dann geht es darum welches Material für den Kunden am besten geeignet ist.
      Gruß Matthias
      Welches Öl, welches Benzin und welche Säuren? Da lässt sich so gar nichts sagen.
    • Ich weiß jetzt nicht, ob das wirklich eine schlaue Idee war, das PP gänzlich auszuklammern. Ich stelle zudem fest, dass alle Kommentatoren (und da schließe ich mich natürlich mit ein) hier ziemlich im Dunkeln tappen. Lässt es sich nicht ein bisschen konkreter beschreiben, was das für eine Schale ist und ob die genannte Temperatur von 100°C vielleicht nur eine Temperaturspitze darstellt? Es wäre auch hilfreich zu wissen, ob vielleicht auch eine gute Transluzenz (im Gegensatz zur Transparenz) ausreicht und welche exakten Medien mit dem Bauteil in Kontakt kommen? Bei der chemischen Beständigkeit spielt es natürlich auch eine erhebliche Rolle, ob die Schale dauerhaft (und besonders bei höheren Temperaturen) mit den Medien in Kontakt kommt oder nur sporadisch. Wie Juri schon richtig anmerkt, verhalten sich unterschiedliche Säuren sehr unterschiedlich. Gleiches gilt auch für Öle. Die Spülkörbe in Spülmaschinen werden beispielsweise zumeist aus waschlaugenbeständigem PP hergestellt. :)
    • Wenn man sich anschaut wieviel PP im Motorbereich (Kühlwasser, Servoölbehälter usw.) eines Autos eingesetzt wird, und der Motorraum kann im Sommer bzw. in der Wüste schon mal locker auf 100°C kommen, und mit Öl, Säuren o. ä. haben auch diese Teile Kontakt.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Ich denke, ich weiß welches Produkt es ist. Bei den Anforderungen bleibt nicht mehr viel über und wir kennen alle das Produkt. Es handelt sich dabei um die Schaugläser, die man z.B. bei Tankstellen findet mit dem Kontrollflügelrad für Durchfluss. Und dieses Schauglas soll für deutlich mehr Produkte eingesetzt werden.
      Sollte das sein, würde ich für die verschiedenen Anwendungszwecke unterschiedliche Materialien nehmen. Benzin, Diesel, Wasser und Spülmaschinen sind mit einem PP abdeckbar, solange die Temperaturen unter 80°C bleiben. Bei den Säuren muss geprüft werden, welche Säuren es sind und wie PP damit reagiert. Die Temperaturbeständigkeit muss wirklich mit den Temperaturspitzen geklärt werden. 100°C Dauertemperatur bei einem transparenten PP sind eine andere Anforderung als die 100°C bei einem opaken PP. Bei Benzin und Diesel sind 100°C Temperatur für den Endanwender ein No-Go, da Diesel dann anfängt zu verdampfen und brennen kann(siehe Teelicht) und Benzin noch schneller verdampft. 100°C Wassertemperatur für den Spülvorgang sind verkraftbar und andere Komponenten leider stärker. Bei einer Wartung kann das Schauglas dann auch getauscht werden.
    • Laborbedarf ist sehr unwahrscheinlich. Das ist ein Bereich, der ganz klare Anforderungen formulieren kann. Alle Labore nennen für ihre Anwendungen schon ganz klar die notwendigen Material(z.B. Becher aus PE oder Becher aus Glas), weil sie wissen, welches Material wofür nutzbar ist und welches nicht.
      Hier klingt es eher so, dass der Einkauf die Aufgabe erhalten hat ein Bauteil bzw. das Werkzeug möglichst günstig zu beschaffen und selber die Anforderungen nicht versteht.
    • Hallo zusammen,
      wie es heutzutage nun mal ist , bekomme ich die Anfrage von dem Einkaufsteam :| vom Kunden
      Auf der Zeichnung steht PP 100 ° und Transparent .
      Nachdem ich nun eine Rückfrage dazu hatte wie erwähnt , sagte mir der Einkauf er wisse nicht was damit gemacht wird .
      Deshalb stellte ich die Fragen mit welchen Medien es in Kontakt komme und wie es belastet wird.
      Ich warte nun auf Antwort vom Kunden, damit ich dann für ihn das passende Material suchen kann .
      Gruß Matthias
    • Ein Lastenheft ist angefragt aber nicht vorhanden.
      Der Kunde hat keine oder wenige Kunststoffprodukte im Einsatz, und dadurch wenig Erfahrung in diesem Bereich.
      Habe aber nun folgende Info bekommen.
      Es muß Lösungsmittel Aceton in geringen Mengen aushalten, und die Temperatur ist unter 100 ° C.
      Ich denke das hier ein PP doch nun eine gute Wahl ist.
      Gruß Matthias
    • @Matthias71 "Es muß Lösungsmittel Aceton in geringen Mengen aushalten, und die Temperatur ist unter 100 ° C."

      Na, das sieht doch nicht schlecht aus. Gegenüber Aceton weisen Polypropylen und auch Polyethylen eine sehr gute Beständigkeit auf. Die Temperatur von unter 100°C kommt den Werkstoffen dann natürlich auch entgegen. Bei 56°C verdampft das Aceton. :thumbup: