HK mit Nadelverschluss im Betrieb teilweise abschalten

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    • HK mit Nadelverschluss im Betrieb teilweise abschalten

      Moin die Gemeinde.

      Wir diskutieren hier ständig mit unserem Werkzeugbau ob es möglich ist bei einem Heisskanal mit Nadelverschluss ein Nest während des Betriebes langsam herunterzufahren bis es abgesperrt ist.
      Nach der Theorie der Spritzgussabteilung sollte dies möglich sein da sich die Düsennadel beim langsamen Herunterkühlen/Erstarren der Schmelze einen Hohlraum/Freiraum schafft in dem sie dan problemlos hin und her fahren kann
      ohne dabei Schaden zu nehmen. Das Ganze soll dann ohne Nachdruck und bei nur teilgefüllten Teilen stattfinden um möglichst wenig Spannungen/Orientierungen im Düsenbereich zu haben.

      Das Material wäre ABS. Seitens der Spritzguss wird das als machbar angesehen der Werkzeugbau schließt sich dieser Meinung nicht an findet aber keine Argumente.

      Hat da jemand von Euch praktische Erfahrung bzw. Argumente Für/Wider ?
      Kunst ist wenn man es nicht kann !
      Denn wenn man es kann ist es keine Kunst mehr !
    • Preform schrieb:

      Zwischenfrage: was ist eigentlich die Absicht?
      Ein Formeinsatz ist beschädigt und das Teil unbrauchbar. Ergo ... abstellen und produzieren.

      huddl schrieb:

      Streetforce schrieb:

      Dann erkläre mir was an der Nadelbewegung zwischen pneumatisch bzw. hydraulisch angesteuert unterschiedlich ist?!?

      Beide Nadeln sind geführt und fahren hin und her!
      Denke weil die hydraulischen eine größere Kraft haben und die Nadel evtl. abreisen kann.
      Die Nadeln fahren auf einen mechanischen Anschlag hinten in der Führung egal ob pneumatisch bzw. hydraulisch angesteuert. Da wirken keine/kaum Kräfte an der Nadelpitze.
    • Hallo Streetforce,
      habe 2 Vorschläge.
      Vorschlag 1: Außen am Werkzeug eine regelbare Verteilerleiste anbringen, an dieser kommt die Hauptleitung deiner Kaskaden Versorgung drauf, von der Leiste sollte die Ventile einzeln einstellbar sein. Falls du dann mit einem Nest Probleme bekommst kannst du die Leitung einfach für dieses Ventil zumachen und fertig.

      Vorschlag 2: Du prüfts dein Prozess und optimierst es damit du gar nichts abstellen brauchst. Ihr macht aus Not eure Werkzeug kaputt. Auch wenn deine Nadel in der eingefrorenen Masse hin und her läuft der Verschleiß ist trotzdem da, und zusätzlich werden die dicht Flächen abgenutzt an der Nadel, indem du ständig die Nadel am kalten material reibst.
    • Streetforce schrieb:

      Preform schrieb:

      Zwischenfrage: was ist eigentlich die Absicht?
      Ein Formeinsatz ist beschädigt und das Teil unbrauchbar. Ergo ... abstellen und produzieren.

      huddl schrieb:

      Streetforce schrieb:

      Dann erkläre mir was an der Nadelbewegung zwischen pneumatisch bzw. hydraulisch angesteuert unterschiedlich ist?!?

      Beide Nadeln sind geführt und fahren hin und her!
      Denke weil die hydraulischen eine größere Kraft haben und die Nadel evtl. abreisen kann.
      Die Nadeln fahren auf einen mechanischen Anschlag hinten in der Führung egal ob pneumatisch bzw. hydraulisch angesteuert. Da wirken keine/kaum Kräfte an der Nadelpitze.
      Sofern die Nadel noch fährt.

      Ist dies aber blockiert drückt bzw. zieht der Zylinder ja mit voller Kraft.
    • Moin,
      es gibt verschiedene HK-Systeme bei denen man die Nadeln vom Antrieb entkoppeln kann ohne das Werkzeug von der Maschine nehmen zu müssen.
      Wenn die Nadel dann in offener Position steht und die Temperatur der Düse abgesenkt wird, verschließt der kalte Kunststoff den Anspritzpunkt, und die Nadel bewegt sich überhaupt nicht mehr.

      Bitte aber beachten das die Düsentemperatur nur soweit wie nötig abgesenkt wird, da es ansonsten zu Undichtigkeiten zwischen Düse und Verteiler kommen kann.
      Bitte auch drann denken das der Verteiler weiter auf Betriebstemperatur ist, und im Verteilerarm der zur abgestellten Düse führt kein Materialaustausch mehr statffindet,
      der Kunststoff wird hier relativ schnell schnell verbrennen.
      Solch eine Maßnahme kann also immer nur eine sehr kurzfristige Lösung sein.
      Gruß Reforger
    • Möglich ja, sinnvoll nein.

      Folgendes passiert, wenn eine Kavität geschlossen wird:

      1. Der Massestrom wird auf weniger Kavitäten aufgeteilt. Werden am nächsten Punkt vier Kavitäten normalerweise versorgt, sind es nun drei. Die geänderten Strömungsverhältnisse können dazu führen, dass die optische Qualität der anderen Kavitäten darunter leiden. Der Schmelzestrom ist nicht mehr symmetrisch, mindestens ein Massestrom hat eine andere Temperaturverteilung und es können Bindenähte entstehen und/oder der Verzug wird dadurch geändert. Das muss geprüft werden.

      2. Die Belastung des Werkzeugs ändert sich. Je nachdem, wo die Kavität sitzt, erfährt das Werkzeug ein kleines Kippmoment, weil eine Hälfte weniger Druck ausübt als die andere Hälfte. Über dieses Kippmoment können die Führungen beschädigt werden. Macht keinen Spaß die zu tauschen. Oder andere Teile erfahren Grat, da das Werkzeug durch das Kippmoment atmen kann. Hängt vom Werkzeug, Artikel und Prozess ab.

      3. Laufende Nadeln in kalter Masse reiben weiterhin am Kunststoff. Wie schon @Alexej beschrieben hat, ist der Verschleiß trotzdem da. Reiben sich dann kleine Partikel ab und können die sich an einer Stelle sammeln, die ungünstig ist. Das kann den Durchmesser der Nadel ändern und bleibt bis zur Wiederinbetriebnahme unentdeckt.

      Angesichts der Minderleistung macht es hier Sinn einfach die fehlende Kavität so schnell es geht wieder Instand zu setzen.
    • Moin,

      ich schreibe jetzt mal nix zum Sinn und Unsinn dieser Massnahme.

      Wir haben sowas auch schon öfter gemacht, aus verschiedenen Gründen.

      Bei der Pneumatik haben wir die Heizung der Nadel ausgeschaltet. Bei stehender Maschine wird die Masse in der Düsen dann kalt und die Nadel fährt wegen des geringen Druckes nicht mehr. Achtung, die Parameter der SGM müssen zwingend angepasst und die Teile begutachtet/ vermessen werden!

      Bei einer hydraulischen NVD sieht die Sache etwas anders aus. Hier besteht Durch den meist höheren Hydraulikdruck (F=p*A => mehr p gleich mehr F ;) , bei gleicher Fläche ) die Möglichkeit das die Nadel abreißt. Hier könnte man den Kolben mechanische blockieren wenn man einzeln angetriebene Nadel hat. Mit einer Hubplatte klappt das natürlich nicht.

      mfg Daniel
    • Mal ehrlich? Mir stellen sich bei diesen Arbeitsweisen förmlich die Haare auf :thumbdown: @1u21 hat es ja richtig beschrieben und es stellt sich doch wirklich die Frage: Was soll das? Wenn beim Auto ein Reifen platt ist, fährt man doch auch nicht auf drei Rädern weiter, oder? ....
      Zudem entsteht:
      - Bei einem 4 fach-Werkzeug 25%, bei 8 fach 12,5% usw. Leistungsverlust = Geldverbrennug!
      - Der Heisskanal ist ein sensibles Bauteil, welches für solch "grobmotorisches Denken und Arbeiten" nicht vorgesehen ist, er kann über schlechte Kräfteverteilung sogar zerstört werden!

      @Streetforce, euer Werkzeugbau liegt mit seinen Bedenken völlig richtig, dass er die allerdings sachlich nicht begründen kann, erschließt sich mir nicht ....
      Hinsichtlich Kosten müsste eure GF diese Arbeitsweise in der Spritzerei sogar verbieten ....

      Wenn ihr unbedingt Teile braucht, dann fertigt vorübergehend auch mit dem fehlerhaften Teil weiter und separiert dieses dann aus.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Hallo! Es gibt ein tolles Buch von Herr Unger P. "Heisskanal-Technik". Und gleich Zitat aus dem Kapitel 12.3 "Mit einem Nadelverschlusssystem, das nach dem Prinzip eines Drosselventils arbeitet, ist es möglich, individuell für jede belibige Kavität Drückhöhe...zeitlichen Druckverlauf otimal zu regeln....werden Strömungsquerschnitte verendert...Je nach Drosselöffnung können Druck, Volumenstrom und Fliesgeschwindigkeit stufenlos variiert werden." (sprich auch ausmachen) und gleich "...Das Prinzip der aktiven Angussbalancierung ist technisch sehr anspruchsvoll." Realität ist anders und kenne von SchwesterWz.
    • Melon schrieb:

      Je nach Drosselöffnung können Druck, Volumenstrom und Fliesgeschwindigkeit stufenlos variiert werden."
      Diese Systeme kommen aus der Stossfängerindustrie wo mit Kaskadensteuerungen gearbeitet wird. Letztendlich wird mit der Fließspalt-Öffnungsgeschwindigkeit (mehr wird nicht eingestellt) nur der Volumenstrom hydraulisch gesteuert. Sollten sich zukünftig die Nadelbewegungen mit Stellmotoren durchsetzen, wird auch ein Regeln des Fließspaltes während des Füllens möglich sein.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Streetforce schrieb:


      huddl schrieb:

      Streetforce schrieb:

      Dann erkläre mir was an der Nadelbewegung zwischen pneumatisch bzw. hydraulisch angesteuert unterschiedlich ist?!?

      Beide Nadeln sind geführt und fahren hin und her!
      Denke weil die hydraulischen eine größere Kraft haben und die Nadel evtl. abreisen kann.
      Die Nadeln fahren auf einen mechanischen Anschlag hinten in der Führung egal ob pneumatisch bzw. hydraulisch angesteuert. Da wirken keine/kaum Kräfte an der Nadelpitze.
      Kommt ganz darauf an, wie gut der Kunststoff an der Nadel haftet: der erkaltende Kunststoff durch Wärmekontraktion ernsthaft auf die Nadel aufschrumpft und deine Hydraulik mit "Gewalt" die Nadel bewegt, kannst du die schon stauchen, strecken oder gar verbiegen