TPE rieselfähigkeit

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    • TPE rieselfähigkeit

      Guten Tag,
      Habe da ein wirklich großes Problem mir der Weiterverarbeitung von TPE.

      Zum Material selbst: ich verarbeite zum 2K Spritzguss ein Santoprene 121 M100.

      Allerdings gibt es immer wieder Einzugsprobleme zwischen Maschinentrichter und Zylindereinzug.

      Aktuell ist bei uns ein herkömmlicher Schlauch in einen recht steilen Winkel verbaut. Doch das ist nicht wirklich zielführend.

      Hat da jemand diesbezüglich einen Tipp für mich?

      Grüße :thumbsup:
    • Das o.a. Material ist kein TPE sondern ein TPV. Ein Thermoplastisches Vulkanisat. Bestehend aus einer PP- oder PE-Phase plus einem EPDM und das dann phenolisch oder peroxydisch vernetzt. Leider fehlt in der Materialangabe die Bezeichnung der Shorehärte (Zahl hinter der 121).
      Bei diesen Materialien kann es passieren, dass, wenn die stehende Materialsäule über dem Einzug zu hoch und damit zu schwer ist, das Material im Einzug derart gepresst wird, dass es nicht mehr nachrieselt. Je weicher, desto problematischer. Da gehe ich hier mal von aus.

      Als Modifier für die Shorehärte werden bestimmte Öle eingesetzt. Liegt das Granulat besonders bei sehr weichen Produkten zu lange auf dem Hof, können diese Öle ggf. bei nicht ausreichender Vernetzung migrieren und der Kram wird dann noch klebriger. Ebenso kann es passieren, dass bei nicht sachgemäßer Lagerung (Stapelung mehrerer Paletten übereinander) die Ware zu Klumpen in den Säcken verpresst wird. Man kann das zwar dann manuell wieder lösen, das ist aber eigentlich nicht Sinn der Sache.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von petersj ()

    • Eine Möglichkeit wäre: Während des Dosierens/Plastifizierens mit einer Lanze von unten nach oben gegen die Rieselrichtung dosiert Druckluft einblasen, um das Granulat aufzulockern.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Hy,
      Sieht aus wie an unserer 2K, haben uns beholfen mit einem provisorischen Gestänge das an der Einspritzeinheit angebracht wurde und jedesmal wenn die Schnecke einspritzt und vorfährt den Schlauch anhebt und beim aufdosieren wieder senkt, das wackeln jeden Schuss am Schlauch reicht aus das das Material nachrieselt.
      Die Zuführung arbeitet seitdem störungsfrei.

      einen kleinen Schlauch 4mm, mit löchern, mit Druckluft leicht beaufschlagt hatten wir auch in dem Förderschlauch eine zeitlang im Betrieb, funktionierte aber bei weitem nicht so gut und hatten doch immer mehrere Störungen pro Schicht.

      LG Flo
    • Das ist eindeutig kein Einzugsproblem, sondern ein Förderproblem.
      Wie @petersj schon weiter beschrieben hat, kann die falsche Lagerung zu Problemen führen und das trifft in dem Fall indirekt darauf zu. Temperaturen beim Einzug sind hierbei nicht mehr relevant, sondern die Fördermenge. Das Granulat wird durch den Luftstrom so stark beschleunigt, dass es am Ende leicht gestaucht wird. Das ist ähnlich zu einer zu großen Lagerhöhe und das Material verklebt.
      Hier hilft nur deutlich weniger und langsamer Material zu ziehen, damit dieser Effekt nicht auftritt.
    • Verklumpt das Material bereits in den Säcken oder dann tatsächlich erst im Trichter?

      Lösung wäre vielleicht ein kleinerer Trichter und dafür dann häufiger, jedoch kürzer zu fördern.

      Sollte das Material bereits im Sack verklumpen dann hilft, falls vorhanden, vielleicht ein Taummelmischer.
    • Das Problem kann mit einer archimedischen Schraube gelöst werden. Der Durchmesser sollte nicht zu hoch sein, damit das Material möglichst stark bewegt wird. Hierbei ist ein fester Behälter(Kiste, Tonne, ect...) notwendig, damit die Schraube auch passend fördern kann. Die Schraube fördert in ein starres Rohr, mit einem steilen Winkel von ca. 70°, nur die notwendige Menge für zwei bis drei Schuss. Natürlich kann ein Puffer eingeplant werden, aber dieser darf nie zu hoch werden, sonst tritt das Verkleben wieder ein.
      Vorteil der Schnecke ist die permanente Bewegung des Materials, wodurch das Verkleben reduziert wird. Schraube und Rohr müssen aufeinander abgestimmt sein, damit kein Granulat in den Spalt kommt.
    • Neu

      Tja, wenn sich die Klumpen schon in den Säcken gebildet haben, sollte tatsächlich an der Lagerung gearbeitet werden. Bei unserem TPV bekommt der Kunde auf jeden Fall den Hinweis, Paletten auf keinen Fall übereinander zu stapeln. Liegt das Material zu lange auf dem Hof (schön mit Sonne drauf und hohen Temperaturen), kann ein Verklumpen aber auch nicht vermieden werden (zumindest bei den Shore A Typen).
      Bei uns wurden die weichen Typen noch im Nachmischer minimal (mit Talkum meine ich) bestäubt. Das brauchen wir inzwischen aber auch nicht mehr zu machen.
      Ja und sonst würde ich raten im Vorbehälter z.B. ein langsam laufendes Rührwerk einzusetzen, mit dem die Klumpen wieder aufgeteilt werden.
      Und wie schon oben gesagt: das Fallrohr zum Einzug der Maschine darf nicht zu lang sein, da das Gewicht auf diesem Strang dann zu hoch wird und den Kram auf Grund seiner Kompressibilität wieder zu einem Klumpen verpresst. Es muss auf jeden Fall zugesehen werden, das die Förderung klumpenfrei bleibt.