Höhe und Rechtwinkligkeit eines Teil beeinflussen

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    • Höhe und Rechtwinkligkeit eines Teil beeinflussen

      Guten Tag zusammen,

      ich wurde letzte Woche an eine etwas ältere Arburg geschickt wo ich für einen Artikel eine Produktionsfreigabe und PPAP erstellen sollte, welches mit PA66 (Bergamid A70H Natur)gespritzt wird. Ich hatte also den Einstellbericht genommen, die Machine nach Muster eingestellt und Teile für FG und PPAP gefahren.

      Heute kam mein Vorgesetzter und mein e die Produzierten Teile sind alle NiO weil die Höhen Maße und die Rechtwinkligkeit nicht passen. Nun muss ich den Hobel morgen nochmal starten.

      Nun frage ich mich also wie kann man diese Maße beeinflussen. Da mir gesagt wurde die Höhe Schwankt, wäre das für mich ein Indikator das, dass Teil nicht voll genung ist.

      Es kann natürlich auch sein das die Teile beim Entformen noch nicht genung Abgekühlt sind und sich dann beim Auswerfen irgendwie verziehen.

      Habt ihr da noch Ideen?

      MfG
      Markus
    • Ohne Bilder des Teils und des Anguss, wird es schwer werden. Mit den Parametern dazu lässt sich das Problem gut eingrenzen.

      Stell doch bitte die groben Dimensionen rein statt der Bilder. Wie ist die Wandstärke allgemein, wo wird angespritzt und wie wird angespritzt?
      Falls das Problem größer ist als gedacht, könnt ihr mich gerne kontaktieren. Eine GHV ist möglich.
    • Das hört sich ganz nach Schwindung und Verzug an. Die Schwindung wirst du kaum beeinflussen können. Wenn rechte Winkel nicht mehr passen, kann dem oft nur mit herrlich langen Kühlzeiten entgegengesteuert werden.
      Ich erinnere mich an einen Werkzeugmacher in meiner Gegend, der auch aus PA66 Möbelecken spritzen sollte. Um den rechten Winkel zu gewährleisten hatte er nachher Zykluszeiten von ca. 6 Minuten
    • petersj schrieb:

      Das hört sich ganz nach Schwindung und Verzug an. Die Schwindung wirst du kaum beeinflussen können. Wenn rechte Winkel nicht mehr passen, kann dem oft nur mit herrlich langen Kühlzeiten entgegengesteuert werden.
      Ich erinnere mich an einen Werkzeugmacher in meiner Gegend, der auch aus PA66 Möbelecken spritzen sollte. Um den rechten Winkel zu gewährleisten hatte er nachher Zykluszeiten von ca. 6 Minuten
      Ich gehe vom üblichen Problem aus. Artikel stumpf in alle Raumrichtungen mit gleichem Faktor skaliert und nicht bedacht, dass die Kühlung nicht gleichmäßig sein kann. Wahrscheinlich kommt hier noch das Problem hinzu, dass ein Kaltkanalanguss vorliegt, der zu schnell abfriert.
    • petersj schrieb:

      Ich erinnere mich an einen Werkzeugmacher in meiner Gegend, der auch aus PA66 Möbelecken spritzen sollte. Um den rechten Winkel zu gewährleisten hatte er nachher Zykluszeiten von ca. 6 Minuten
      Das ist natürlich der "Wahnsinn" hinsichtlich Unwirtschftlichkeit :thumbdown: Zudem werden so die Spannungen *eingefroren* und wenn die Formteile wann/wie auch immer sich erwärmen, verziehen sie sich, um die Spannung "abzuschütteln" ....

      Das Schwindungsverhalten lässt sich heutzutage (wie auch 1u21 schon erwähnte) super vorher berechnen (Voraussetzung: Gutes Programm und guter Mann/Frau vor der Tastatur). Über dieses Ergebnis kann dann im Werkzeug mit entsprechender Geometrie "vorgehalten" werden. Natürlich ist zusätzlich die thermische Beherrschung (mit Temperierung) Vorraussetzung - Stichwort Wärmebild schon bei der Freigabe als Dokumentation (Masterbild für die Serie) erstellen.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Tatsächlich konnte ich das Problem heute selbst finden. Und zwar haben wir Spinnenzieher, damit der Anguss besser entformt. Davon haben wir 2 Stück und einer hat zu weit nach vorne geragt, das hat dazu geführt, dass der Angusskanal blokiert wurde. Material kam gerade so durch, aber dann war auch schluss und ohne nachdruck kannst du natürlich keine Schwindung ausgleichen. Dann haben die Teile sich nun zusammen gezogen.

      Und das hat mich nur 1 stunde länger bleiben gekostet :D

      Aber danke trotzdem für eure hilfe.
    • Wenn dein Chef sagt das du Bilder oder Zeichnungen nicht veröffentlichen darfst dann ist das so. Zumindest wenn du weiter dort arbeiten willst. Schon möglich das dir hier keiner helfen kann aber aber das ist halt dann auch so.

      Ich sehe die Notwendigkeit nach mehr Info aber auch den Grund das es die nicht gibt. Deshalb sage ich alles richtig gemacht.
    • 03 1010 schrieb:

      MrMampf schrieb:

      Tatsächlich konnte ich das Problem heute selbst finden. Und zwar haben wir Spinnenzieher, damit der Anguss besser entformt.
      Mal eine ganz "doofe" Frage: was sind denn "Spinnenzieher"?
      Ich denke hierbei handelt es sich um ein Werkzeug mit 6 oder Kavitäten bzw. das Vielfache davon. Die 6-8 Kavitäten werden über einen Anguss sternförmig angespritzt. Ein Spnnenzieher dürfte dann einfach nur ein Robi sein, dass diesen Kaltkanalanguss entnimmt.
    • "Spinnenzieher" ist ein feststehender Auswerfer, der mit Hinterschnitt versehen den Kaltkanal Anguss beim WKZ öffnen aus der DS rauszieht. Offensichtlich stand der Auswerfer sehr weit im Kaltkanal, so dass er den freien Querschnitt zu sehr verringert hat.

      Optimal wäre, den "Zieher" AUSSERHALB des Kanals mit einen "Auge" zu platzieren. So steht er nicht in der Schmelzeführung.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von LutherStickl ()

    • Danke.
      Ist ja immer nicht so einfach mit den "gewachsenen Begriffen".
      In der Lehre (lang lang ist´s her) wurden von Schiffsmotoren die Ventilsitze der Zylinderköpfe "gehummelt". Was sollte das sein? Diesen Begriff kannte man in der ganzen Firma. Irgendwann war ich dann mal damit dran. Und da erklärte sich die Benennung: Das Gerät war von der Firma Hummel und es war eine Vorrichtung zum Nachschleifen der Ventilsitze. Also eine Ventilsitznachsetz- und -schleifmaschine. "Hummeln" war viel einfacher und beschrieb zusätzlich annähernd die entstehende Geräuschkulisse.
      Aber solche Sachen gibt es sicherlich in jeder Firma. ;)