Werkzeug Überladen

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    • Werkzeug Überladen

      Hallo zusammen!

      vorab ich bin neu hier und noch nicht so lang im Geschäft ;) villt gibt es auch zu meinem Problem schon Beiträge aber gefunden hab ich leider nichts!

      Also ich habe hier ein 4Fachwerkzeug für einen Becher 50X65 aus PC! und eine Netstal 1200

      Beim einrichten genauer gesagt beim einstellen des Nachdrucks habe ich das wz anscheinend mächtig Überladen!!! Die Netstal schafft es nicht mehr das wz (an der richtigen Stelle) zu öffnen auch auf 10Grad herunter gekühlt nicht!
      Auch 4gewindestangen und 2 6Tonnen Hydraulikwagenheber haben keinen Erfolg gehabt.

      Frage an euch hat noch jemand eine Idee?
      img_53551.jpg
    • Es gibt zwei Optionen, die beide nicht hübsch sind.

      Im Werkzeugbau stückweise zerlegen und hoffen, dass nichts kaputt geht. Ich sehe auf den Bildern nicht, ob es möglich ist oder nicht. Sind alle wichtigen Schrauben nur von der Trennebene aus zu erreichen, wird es sehr schwierig.

      Alternativ eine Öltemperierung anschließen und das Werkzeug auf ca. 240°C aufheizen. Dabei gehen alle Dichtungen und Schrauben flöten und es gibt eine Sauerei, sowie umständliche Werkzeugreinigung und -wartung. Bei diesen hohen Temperaturen wird das PC wieder flüssig und kann den gespeicherten Druck in das Angusssystem weitergeben(das muss auch passend temperiert werden!). Dann sollte eine normale Öffnung des Werkzeugs möglich sein.
    • MichaelSTC schrieb:

      Vielen Dank für eure Unterstützung! Ich habe all eure Vorschläge ausprobiert doch nichts hat geholfen...

      PS: Die Sauerei mit 240Grad Öl überlasse ich in diesem Fall lieber unserem Werkzeugbauer :P
      Da du den Schaden verursacht hast, wäre es nur fair, wenn du da mit hilfst. Ansonsten ist dein Ruf beim Werkzeugbauer schnell weg und wird für dich zu einem dauerhaften Nachteil.
    • Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das Werkzeug "überladen" wurde und daher nicht wieder auf geht. Ich vermute eher einen heftigen "Fresser" bei den Führbolzen.

      Zitat:
      PS: Die Sauerei mit 240Grad Öl überlasse ich in diesem Fall lieber unserem Werkzeugbauer
      Du sollst das Werkzeug damit nicht "übergießen" :D , sondern das Öl durch die Temperierung pumpen. Um den Eisenklotz aber so warm zu bekommen, brauchst du schon ein recht großers Temperiergerät. Und ich bezweifle, dass die gezeigten Querschnitte ausreichend sind. Vielleich über Nacht in einen Backofen / Wärmeschrank / Umlufttrockner stellen.
    • Ich bin da eigentlich auch der Meinung von @petersj .
      Kann mir nicht vorstellen, dass die Becher so dermaßen überladen sind.
      Meist sind so Becher Werkzeuge einfach gehalten (AUF-ZU) und mit großzügigen Entformungsschrägen.

      Man sieht hier auch an der Wkz-Trennung nichts. Somit sollte die Formmasse in der Kavität geblieben sein ;).
    • Ich hatte so etwas auch bei ein Blende aus PC. Wir hatten damals ( oh man, vor 20 Jahren) 4 Mann 4 Bello`s 4 Ecken, das Werkzeug an der Trennung aus einander getrieben (An den Ausfräsungen an der Ecken). Es war ein Aufschrumpfen auf die Kerne.

      Danach haben wir bei Anfahren immer 3-5 Teile ohne Nachdruck mit 75% iger Füllung gefahren. I.d.R sind ja Entformungsmittel im Granulat.
    • Stoopid schrieb:

      Kann mir nicht vorstellen, dass die Becher so dermaßen überladen sind.
      Das geht ganz gut und bei amorphen Kunststoffen noch schnell. Wird einfach zu viel Nachdruck gegeben, drückt der Kunststoff gegen die Einsätze. In dem Fall handelt es sich um eine schiefe Ebene und die Entformungsschräge entspricht nicht dem Haftreibungskoeffizienten. Somit will der Kunststoff nicht einfach nur entformen, sondern drückt gegen die Form. Der Einsatz, auf den der Kunststoff aufschrumpft, ist nicht das Thema. Wichtiger ist der Einsatz, der die Außengeometrie formt und der wird aktuell auseinandergedrückt. Mit Ende Nachdruck wurde ein Kräftegleichgewicht erreicht, was eine enorme Spannung und somit Haftreibung bewirkt. Diese muss überwunden werden und wie man oben im Bild sieht, ist auch die massive Gewindestange zu schwach dafür. Hier wirken somit Kräfte, die gefährlich werden können. Die Aufheizung des Werkzeugs auf Verarbeitungstemperatur des Kunststoffs baut diese Spannungen risikofrei ab.
    • Stoopid schrieb:

      Man sieht hier auch an der Wkz-Trennung nichts. Somit sollte die Formmasse in der Kavität geblieben sein ;).
      Naja, wenn's Material schon aussen aus dem Werkzeug rausquetscht .... ?(

      petersj schrieb:

      Ich kann mir fast nicht vorstellen, dass das Werkzeug "überladen" wurde und daher nicht wieder auf geht. Ich vermute eher einen heftigen "Fresser" bei den Führbolzen.
      Das ist naheliegend, besonders wenn Werkzeuge zu schwach gebaut sind, "verkrallen" sich Werkzeugelemente schneller!
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • @MichaelSTC, ich vermute mal, dass ihr bei euren Spritzgussmaschinen den "verfügbaren Einspritzdruck" auf "den maximalen Wert" eingestellt habt ?( was Spritzgießer sehr gerne machen, eine Druckbegrenzung, bei der der Einspritzprozess abgebrochen wird, ist ein MUSS ;) ;) Aus Erfahrung weiß ich, dass dadurch schon beim Anfahren so Einiges an Werkzeugschäden entstanden ist.

      Das Anfahren ist ein sensibler/kritischer Arbeitschritt, der oft völlig unterbewertet wird! Schon bei einer Musterung muss der SICHERE Anfahrprozess eines Werkzeugs abgeprüft und anspruchsvoll bewertet werden. Gerne machen die Musterer schon dabei den Fehler, und "basteln", damit wenigstens Teile entstehen ....


      Zur Musterung gehört auch bei "anspruchsvollen" Werkzeugen das Erstellen einer "Anfahranweisung", nach der die Produktion anfahren sollte.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Behrens schrieb:

      Naja, wenn's Material schon aussen aus dem Werkzeug rausquetscht ....
      Auch das durfte ich auch schon miterleben. Problem lag, wie bereits erwähnt, an der nicht vorhandenen Spritzdruckbegrenzung.
      Das war dann leider kein "einfaches" Werkzeug sondern hatte viele kleine Schieber - das zu beheben macht dann natürlich "Spaß".

      Behrens schrieb:

      ich vermute mal, dass ihr bei euren Spritzgussmaschinen den "verfügbaren Einspritzdruck" auf "den maximalen Wert" eingestellt habt
      @MichaelSTC : Ich hoffe auf ein Feedback, welche Ursache es letztendlich war und wie es behoben wurde.
    • Bei einem oder einer Art "Becher" denke ich an sowas wie Trinkgläser.
      Die Entformungsschäge ist da ja mehr als großzügig. Sollte eigentlich kein Problem sein.
      Solche Dinge sind ja "0815".
      Mach voll und gut.
      Nun hauen wir da richtig mal einen rein (einmal vertippt "upsi") reicht schon.
      Das kann zur deformierung der Form führen.
      Zentral in der Form wird alles vollgepumpt. Der Stahl gibt nach. Die Führungsbolzen ziehen sich sich in die Mitte. Da reichen Hundertstel.
      Das sitzt dann bombenfest.
      Und in dem Falle kann man nur Stück für Stück zerlegen. Mit viel Klopfen, viel fluchen...viel bleibt aber nicht übrig.