Einspritzgeschwindigkeit

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    • Einspritzgeschwindigkeit

      Hallo zusammen,

      Ich habe eine Frage zu der Einstellung der Einspritzgeschwindigkeit.
      Wir besitzen eine alte BOY 80T2 bei der die Einstellungen in Prozent oder in Sekunden auf einer Bedientafel eingestellt werden müssen.

      Jetzt soll ich Probekörper aus PP-GF für einen Zugversuch mit folgenden Einstellungen herstellen:

      - Formwerkzeugtemperatur: 40 °C
      - Mittlere Einspritzgeschwindigkeit: 200 ± 20 mm/s
      - Formmassentemperatur: 230 °C
      - Nachdruckzeit: 40 s

      Wie finde ich jetzt heraus, wie ich diese Einspritzgeschwindigkeit in Prozent einstelle?
      Bei den technischen Daten der Maschine steht nur, dass Injection speed/Einspritzstrom in g/s angegeben wird. Allerdings wird keine maximale Einspritzgeschwindigkeit angegeben.

      Danke im Voraus :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MarioWilling ()

    • Im Zweifelsfall:
      Du hast einen Weg den die Schnecke beim Einspritzen fährt. Mit einer Stoppuhr, oder falls die Einspritzzeit irgendwo angezeigt wird, diese Zeit verwenden.
      Beides ins Verhältnis setzen und auf mm/sec umrechnen. Habe ich früher an den alten Maschinen mit %-Anzeige auch so gemacht. Ist nicht 100%ig aber anders macht die Maschinensteuerung es letzten Endes auch nicht. Weg messen, Zeit für diesen Weg messen und umrechnen.
      Einfaches Beispiel: 100mm Weg in 2 sec => 50mm in 1 sec = 50mm/sec. Also Weg durch Zeit teilen. Bei 100mm Spritzweg müsste die Einspritzzeit also bei 0,5sec liegen.
      Wenn die Maschine aber schon so alt ist, besteht die Frage, ob sie 200mm/s überhaupt schaffen kann. Das ist für "alte Maschinen" schon ganz schön sportlich. Wenn sie keinen Druckspeicher hat, braucht sie eine gewisse Zeit die Drock zu produzieren und dabei läuft die Schnecke dann langsam an und muss vom steigenden Druck beschleunigt werden. Heißt: ein Teil des weges fährt sie also deutlich langsamer als gefordert. Erst wenn der Weg ausreichend groß ist, wird die Vorgabe erst erreicht.
    • Hallo Mario,

      also habt ihr eine SP305/mit einer 36er Schnecke.
      Kenne die Problematik mit der Einspritzgeschwindigkeit und das damals diese bei der Dip in % angegeben wurde.

      Nach ein klein wenig Suche, hier mal ein grober Richtwert, genaueres folgt noch.

      Aktuelle SP370 bei BOY mit 36er Schnecke hat 165mm/s
      Aktuelle SP215 bei BOY mit 38er Schnecke hat 225mm/s

      Also wird bei deiner SP305 sich irgendwo bei 180-190 mm/s bewegen.
      Genaueres wie gesagt folgt.

      Würde persönlich mit ca 70%-75% Einstellung starten und dann nach oben gehen.
      Schulterstäbe spritzen ;)
    • mm/s ist sowieso Quatsch...sorry.

      Schmelzeströmung wäre hierbei eigentlich besser und nachvollziehbarer.....cm³/s z.B.
      Immer diese mm/s, ich bekomm ne Krise ;)

      Überall noch Relikte aus alter Zeit.......wäre eigentlich Hr. Behrens Aufgabe gewesen ;)
      Ne Quatsch...ist einfach immer noch ne blöde Einheit....sagt null aus.
      Langsam müssten sie in der Norm der Probekörperherstellung umdenken und eine Einspritzzeit oder eben Schmelzevolumenströmung angeben.

      Grüße
    • Danke euch allen für die Hilfe :)

      Ich werde es mal so versuchen wie TheProblemSolver es geschrieben hat.


      Luemmel schrieb:

      mm/s ist sowieso Quatsch...sorry.

      Schmelzeströmung wäre hierbei eigentlich besser und nachvollziehbarer.....cm³/s z.B.
      Immer diese mm/s, ich bekomm ne Krise ;)

      Überall noch Relikte aus alter Zeit.......wäre eigentlich Hr. Behrens Aufgabe gewesen ;)
      Ne Quatsch...ist einfach immer noch ne blöde Einheit....sagt null aus.
      Langsam müssten sie in der Norm der Probekörperherstellung umdenken und eine Einspritzzeit oder eben Schmelzevolumenströmung angeben.

      Grüße
      Mit mm/s konnte ich auch erst mal nichts anfangen ?(
    • Hallo,

      soweit ich mich erinnere, ist in einer Norm, die ich kenne, glaube ich nicht die Schneckenvorlaufgeschwindigkeit spezifiziert sondern die Fließfrontgeschwindigkeit. Wenn man quasi den Einspritzvolumenstrom durch die Querschnittsfläche des Stabes teilt, bekommt man diese Geschwindigkeit.

      Ich denke die vorgegebene Range ist so groß, weil die Materialien ja auch unterschiedliche Ansprüche haben und mit dem Bereich wird so ein sinnvoller Bereich abgedeckt, um extrem langsam Füllen und "zu Tode Scheren" möglichst ausgeklammert werden sollen... wird es sicher gegeben haben, "jede Regel hat ihre Geschichte" ;)

      Ich schaue nachher mal in die Norm und gebe eine Rückmeldung.
    • Unter Punkt 5.2.2 steht: Für viele Thermoplaste . . .
      Das heißt also nicht "pauschal" für alles.
      Es gibt auch Materialien, für die deutlich niedrigere Geschwindigkeiten verwendet werden müssen.
      Trotzdem bleibt die Einstellfähigkeit bei Maschinen mit %-Anzeige oder mit Stufen-Einstellung eine Herausforderung. Noch besser ist es, wenn im Verarbeitungsdatenblatt "Einspritzgeschwindigkeit mittel bis schnell" steht. Da kann man dann gar nichts mit anfangen.
      Ich würde dann empfehlen nach guter alter Handwerkskunst entsprechend der Form der Kavität zu verfahren. Sinnvolle Formgebung anstreben.
    • MarioWilling schrieb:

      Probekörper aus PP-GF für einen Zugversuch
      Bei der ganzen Herstellung von Prüfkörpern (was ja in der Regel in Laboren/Technikum von Materialherstellern stattfindet), aus der ja Richtlinien und Empfehlungen für Entwicklung, Konstruktion und Verarbeitung der Kunststoffe abgeleitet wird, ist für mich nach wie vor unverständlich, dass dieses nicht mit Datenvorgaben für den Ausformprozess in der Kavität geschieht??!! Dieses könnte z. B. heißen:
      - Bei Fließwegwandstärkenverhältnis x eines Prüfkörpers müssen Anzahl x Innendruck- und Temperaturmessungen vorhanden sein.
      - Die mittleren Werte von Innendruck und Temperatur müssen bei 100 aufeinanderfolgende Zyklen den Wert x +- haben.

      Sehe ich da was falsch in der Anforderung, oder wäre das für die Aussagekraft der Prüf-Ergebnisse letztendlich wertvoll?
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