Verarbeitungsschwierigkeiten Grilamid Tr 90 UV Black

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    • Verarbeitungsschwierigkeiten Grilamid Tr 90 UV Black

      Hallo Liebe Kollegen,

      Nachdem ich schon eine Weile gelegentlicher stiller Mitleser bin, Hab ich nun endlich den Schritt gemacht und mich angemeldet :)
      Zu meinem Problem:

      wir Verarbeiten Grilamid TR90 UV Black (+Grilamid MB 5032 LS Natur) und haben erhebliche Schwierigkeiten, mit dem Material einen Stabilen Prozess hinzubekommen.

      -Egal wie lange das Material getrocknet wird, wenn man den Kuchen begutachtet und dann die Produktion startet, kommt es nach einiger Zeit vor, dass gelegentliche Schlierenbildung auftritt, die dann zunimmt und auch plötzlich wieder endet . (Manchmal nach wenigen Schuss, manchmal nach 2-3 Stunden)
      (getestete Feuchtegehalte: 0,02-0,08 % - kein Unterschied feststellbar, Aufsatztrockner vorhanden)

      -Ebenso Treten "Luftblasen" im Bauteil auf (bei Linkem u Rechtem Teil fast immer Symetrisch), dies ist sichtbar als Beule im Teil, schneidet man die Blase auf, ploppt es wie Blisterfolie und man sieht den Hohlraum.

      Dieses Phänomen haben wir bei 3 unterschiedlichen Werkzeugen, mit unterschiedlichen Artikeln und unterschiedlichen Angussystemen, von 2 unterschiedlichen Firmen, im Haus und bei den Abmusterungen beim Lieferanten vor Ort.

      Der Anwendungstechniker des Materials sieht als Ursache immer die Feuchtigkeit, und empfiehlt eine Messung der Feuchtigkeit nach der Karl Fischer Methode.

      Hat von euch jemand Erfahrung mit diesem Material? (wir haben auch mit dem MB Tests durchgeführt, ohne, und 2-5%, keine Änderung)

      LG Andi
    • AndreasSalzkammergut schrieb:

      Ebenso Treten "Luftblasen" im Bauteil auf (bei Linkem u Rechtem Teil fast immer Symetrisch), dies ist sichtbar als Beule im Teil, schneidet man die Blase auf, ploppt es wie Blisterfolie und man sieht den Hohlraum.


      Dieses Phänomen haben wir bei 3 unterschiedlichen Werkzeugen, mit unterschiedlichen Artikeln und unterschiedlichen Angussystemen, von 2 unterschiedlichen Firmen, im Haus und bei den Abmusterungen beim Lieferanten vor Ort.
      Hallo Andi,

      sind das tatsächlich Lufteinschlüsse? Das lässt sich einfach rausfinden, in dem die "Luftblase" unter Wasser geöffnet wird. Steigen dann Luftblasen auf, liegt entweder eine mangelhafte Entlüftung in der Plastifiziereinheit vor oder auch schon geschädigtes Material, was in den gasförmigen Zustand ging.
      Teile uns doch bitte mit, wie die Einstellungen an der Maschine sind. Die sind ein erster Hinweis darauf, was die Ursache sein könnte. Sollte es eine Materialschädigung sein, könnt ihr mich gerne kontaktieren und wir finden gemeinsam eine Lösung für das Problem.

      Gruß
      Juri
    • Hallo Juri,

      Vielen dank für deine Hilfe,

      Ich habe gerade eine dieser Blasen unter Wasser geöffnet und es war Tatsächlich eine Luftblase zu sehen.

      die Einstellungen an der Maschine sind:

      Staudruck: Spez. 60bar
      Flansch: 80°C
      Hz4: 257°C
      Hz3: 260°C
      Hz2: 262°C
      Hz1: 265°C
      Düs: 275°C

      Verweilzeit:135s

      Als Anmerkung am Rande noch, das Fließweg/Wandstärkenverhältniss ist sehr Schlecht: 4mm/250mm
    • Neuer Nutzer schrieb:

      Hallo Andy,

      ich kenne das Thema auch bei PA Typen, Gibt es in dem Teiledesign vielleicht Bereiche, wo ihr durch zu schnelles Einspritzen Luft einschließt. Also über Kanten. Oder halt die Luft/ Gas nicht weg kann. Ist das eher am Fleißwegende?
      Hallo,

      die Schlieren und die Blasen treten im Bauteil immer an Verschiedenen Stellen auf, Angussnah/Angussfern.

      Die einzige Auffälligkeit ist dass die Blasen oft symetrisch auftreten, aber eben nicht zu 100%

      Durch das ungünstige Design müssen wir Die Teile (L+R) 220cm³ in etwa 1-1,4 Sec. füllen.
    • Danke für die Angaben.
      Die Temperaturen sind etwas hoch und können so das Material schon im Zylinder vorschädigen. Da hilft es die Temperatur der Heizzone neben dem Einzug abzusenken. In diesem Bereich wird primär gefördert und eine zu frühe Aufschmelzung reduziert die Förderleistung. So kann das Material schon beim Fördern besser entgast werden.

      Sollte das die Lufteinschlüsse nicht lösen, liegt das Problem irgendwo im Angusskonzept und Bauteil. Je nachdem was die Ursache ist, gibt es unterschiedliche Lösungen.
    • AndreasSalzkammergut schrieb:

      Durch das ungünstige Design müssen wir Die Teile (L+R) 220cm³ in etwa 1-1,4 Sec. füllen.
      Erscheint mir zu schnell, woraus mit Sicherheit auch die Blasen entstehen (wie @Neuer Nutzer schon erwähnte). Zumal die angezeigte Einspritzzeit der Maschine nichts über die reale Füllzeit der Kavität aussagt, weil die Maschine die Zeit erfasst, die während der Schneckenvorlaufbewegung von Startpunkt bis Umschalten abläuft. Die reale Füllzeit der Kavität ist in Abhängigkeit vom Anspritzsystem kürzer.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Guten Morgen,

      vielen Dank für eure Einschätzungen.

      für das (theoretische) Verständnis unserer Entwickler bin ich jetzt schon "Eiskalt" , werde bei nächster Gelegenheit mal ein paar Versuche mit nochmals abgesenkter Temperatur machen.

      Einspritzzeit noch soweit runternehmen, bis die Zeit grade noch so ausreicht um das Teil zu füllen.

      Mit Bilder kann ich aktuell (Noch) nicht dienen, (Geheimhaltung und so ;) )

      Vielen Dank nochmals.
    • Engel Victory 300 mit 50mm Standard Schnecke BJ 2018 (Wenig Serienproduktion)


      Nr 1:

      Dosierhub 170cm³
      Einspritzzeit: 0,8Sec.
      Spritzdruck: 1300bar
      ND: 8 Sec. 800bar - 400bar (gleichmäßig fallend)

      Anspritzung an einer Zentralen Rippe (2mm), Dickste Wandstärke 4mm, Fließweg 125mm

      Stangenanguss:300mm Länge ( 8x8mm)

      Nr 2:

      Dosierhub 240cm³
      Einspritzzeit: 1,2Sec.
      Spritzdruck: 1300bar
      ND:10 Sec. 800bar - 400bar (gleichmäßig fallend)

      Anspritzung Zentral an der dicksten Wandstärke 4mm, Fließweg 215mm


      Stangenanguss:300mm Fließweglänge ( 8x8mm)

      Nr. 1+2 ist mit Drehdüse


      Nr 3:
      Engel 300er Serie 45mm Schnecke.
      Siehe Bild

      Dieses WZG hat zusätzlich eine Gasdüse und Heisskanal


      Die Blasen und die Schlieren treten jeweils an verschiedenen Stellen im Werkzeug auf, daher vermute ich, dass es nicht an einer Kante oder Totwasser oder Wandstärkensprüngen liegt.
      Dateien
      • param.png

        (188,51 kB, 21 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Verschiedene Stellen deuten auf kein systematisches Problem hin. Macht die Ursachensuche deutlich schwieriger.
      Ich hab einige Vermutungen, aber dafür sind deutlich mehr Informationen notwendig als du hier reinstellen darfst. Meine Kontaktdaten habe ich dir zugeschickt. Wenn ihr Interesse habt das Problem zu lösen, könnt ihr euch gerne bei mir melden.
    • AndreasSalzkammergut schrieb:

      Die Blasen und die Schlieren treten jeweils an verschiedenen Stellen im Werkzeug auf, daher vermute ich, dass es nicht an einer Kante oder Totwasser oder Wandstärkensprüngen liegt.
      @AndreasSalzkammergut, paar Infos gib noch
      - Max. möglicher Dosierweg der Maschine mm
      - Ist-Dosierweg mm
      - Zykluszeit
      - Verarbeitungstemperatur laut Materiallieferant .... C° - .... C°
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • AndreasSalzkammergut schrieb:

      werde bei nächster Gelegenheit mal ein paar Versuche mit nochmals abgesenkter Temperatur machen.
      Das ist kontraproduktiv, da es den Fließwiderstand erhöht, was wiederum zum schnelleren Einspritzen zwingt ....

      Meine Meinung zu den Ursachen:
      Blasen: Verwirbelung durch zu schnelles Füllen/Einspritzen
      Schlieren: Gase im Material (besser Entgasen beim Plastifizieren)

      Folgende Temperaturen würde ich empfehlen:
      Düs 280°
      Hz1 280°
      Hz2 267°
      Hz3 254°
      Hz4 241 °
      Block unter Trichter 80°

      Massepolster auf 4 mm
      Umschalten bei volumetrisch voll(!!)
      Dekompression n. Dosieren 10% v. Dosierweg/-volumen
      Staudruck 60 bar spezifisch
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Behrens schrieb:

      AndreasSalzkammergut schrieb:

      werde bei nächster Gelegenheit mal ein paar Versuche mit nochmals abgesenkter Temperatur machen.
      Das ist kontraproduktiv, da es den Fließwiderstand erhöht, was wiederum zum schnelleren Einspritzen zwingt ....
      Meine Meinung zu den Ursachen:
      Blasen: Verwirbelung durch zu schnelles Füllen/Einspritzen
      Schlieren: Gase im Material (besser Entgasen beim Plastifizieren)

      Folgende Temperaturen würde ich empfehlen:
      Düs 280°
      Hz1 280°
      Hz2 267°
      Hz3 254°
      Hz4 241 °
      Block unter Trichter 80°

      Massepolster auf 4 mm
      Umschalten bei volumetrisch voll(!!)
      Dekompression n. Dosieren 10% v. Dosierweg/-volumen
      Staudruck 60 bar spezifisch
      Guten Morgen,

      Vielen Dank, bei nächster Gelegenheit werde ich das gleich mal testen.

      @LutherStickl

      Das werde ich gleich mal Nachmessen,

      Das Wechselwerkzeug hat 0,8 x 4mm Angußquerschnitt (240mm³) und 1,6mm am 2ten Bauteil (170cm³)