Gelbverfärbung bei hellen PA6 Teilen

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    • Gelbverfärbung bei hellen PA6 Teilen

      Gelbverfärbung tritt auf bei allen Bauteilen.
      Gelbverfärbung ist sichtbar bei hellen Farben.
      Gelbverfärbung tritt manchmal auf, manchmal nicht. D.h. tritt an dem einen Teil auf, am anderen nicht.
      Grad der Gelbverfärbung ist mal stärker, mal schwächer.
      Gelbverfärbung tritt nach langer oder kurzer Zeit, manchmal auch bald nach dem Spritzgießen.
      Gelbverfärbung tritt lokal auf, also nicht gleichmäßig. An wechselnden Stellen des Teils.
      Gelbverfärbung lässt sich abwaschen mit Wasser, besser noch mit Essigwasser.

      Kennt das Problem jemand?
      Was kann die Ursache sein?
    • FEK schrieb:


      Gelbverfärbung lässt sich abwaschen mit Wasser, besser noch mit Essigwasser.

      Kennt das Problem jemand?
      Was kann die Ursache sein?
      Die oberen Punkte deuten auf ein Thermisches Problem hin, sei es Trocknung, Verarbeitung oder dergleichen. Was mich aber stutzig macht und Fragen aufwirft ist, dass sich die Verfärbung mit Essigwasser abwaschen lässt!!!???
    • Zu den Nachfragen:

      Nur Heisskanal-Werkzeuge im Einsatz.
      Temperaturen, Trocknungsdauer, Prozessparameter i.O.
      Kein Muster erkennbar: Gelbverfärbung tritt auf bei unterschiedlichenWerkzeugen und Maschinen.
      Materialwechsel in Produktion nur zwischen PP und PA. KeinPVC im Einsatz
      Beim Einsatz von PA wird PA-Masterbatch verwendet.
      Die Gelbverfärbung ist immer nur auf der Oberfläche, gehtnie ins Bauteil rein, immer abwaschbar.
      Tritt auf bei verschiedenen PA-Compounds.
      Mit PP treten keinerlei Gelbverfärbungen auf.
    • Klingt für mich so, dass sich die Gase aus der Zersetzung des Materials an der Kavität beim Einspritzen ablagern und vom fertigen Teil wieder aufgenommen werden.

      Wieso kommen die nicht in das Teil und bleiben nur an der Oberfläche? Eine Begründung kann sein, dass ihr das Material zu heiß und mit zu hohem Druck spritzt. Sobald das Material in die Kavität einströmt, fängt es an zu oxidieren, weil die Energie schlagartig freigesetzt wird. Abhilfe schafft hier, wie schon @David es beschrieben hat, die Temperatur abzusenken. Als eine weitere Maßnahme steht noch die Erhöhung der Wassertemperatur im Raum. Das verringert den notwendigen Fülldruck.

      Wieso ungleichmäßig und kein Muster erkennbar? Die einzelnen Heißkanaldüsen haben jeweils ein anderes Regelverhalten. Wahrscheinlich schwankt die Temperatur des Heißkanals deutlich und führt zu den unterschiedlichen Ausprägungen.
    • Hallo,

      ich denke auch dass das ein Temperaturproblem ist. Sobald das Material mit Sauerstoff in Verbindung kommt, also praktisch aus der Einspritzeinheit kommt, "oxidiert" das Material. Es kommt zu einer Nachkristallisierung und das Material vergilbt. Hatten wir recht häufig bei weißen Teilen. Musst noch darauf achten, dass Temperatur nicht nur vom HK oder dem Zylinder in die Schmelze kommt, sondern auch durch Friktion. Also auch mal das HK System, Querschnitte und Geschwindigkeiten prüfen und ggf. verringern oder "Scharfe Kanten" vermeiden. Natürlich auch die Verarbeitungstemperaturen ändern. Aber aufpassen, durch Senkung der Temperaturen steigt ggf. die Friktion.

      LG

      Klabuster
    • Es ist meistens ein Zeichen nicht ausreichender Thermostabilisierung. Das kostet Geld und wird daher oft als Option abgewählt. Das Material komm hoch erhitzt aus der Düse ins Werkzeug. Kaum fest wird das Werkzeug aufgerissen und das Teil kommt mit der Luft (Sauerstoff) in Kontakt. Es kommt dann oberflächlich an besonders exponierten Stellen zur Oxidation. Da das tatsächlich nur oberflächlich geschieht, ist es zumindest teilweise abwaschbar. Wenn diese Oxidation jedoch zu tief geht, ist mit Abwaschen auch nichts mehr.
    • Dann ist das sicherlich kein thermisches und oxidatives Problem. Das hört sich eher nach Migration (Austreten bestimmter Farbanteile auf Grund von Überdosierung oder nicht gut gebundener Farbmittel, auch möglich bei Unverträglichkeiten der Farbmittel mit dem Polymer) an. Oft wandern diese Bestandteile auch in direkt in Kontakt stehende Oberflächen ein.
      Wir prüfen so etwas, indem wir eine entsprechend eingefärbte Musterplatte zwischen zwei nicht gefärbte Platten des Rohpolymers klemmen. Nach einer gewissen Lagerzeit (evtl. auch temperiert z.B. bei 70 oder 100°C) könnte man dann diesen Farbübertrag auf oder in den Referenzplatten sehen oder messen.
      Da müsste man sich mit Sicherheit an die Lieferanten der Compounds und Batche wenden. Da es sich oft - und wie es sich auch anhört - um langzeitliche Phänomene handelt, ist eine Lösung aber wahrscheinlich nicht von heute auf morgen zu erwarten.
    • HK schrieb:

      FEK schrieb:

      Gelbverfärbung lässt sich abwaschen mit Wasser, besser noch mit Essigwasser.

      Kennt das Problem jemand?
      Was kann die Ursache sein?
      Die oberen Punkte deuten auf ein Thermisches Problem hin, sei es Trocknung, Verarbeitung oder dergleichen. Was mich aber stutzig macht und Fragen aufwirft ist, dass sich die Verfärbung mit Essigwasser abwaschen lässt!!!???
      @FEK: tritt die Verfärbung nach dem Waschen über die Zeit wieder auf oder ist die einmalig, d.h. die Teile bleiben danach sauber?
    • 03 1010 schrieb:

      HK schrieb:

      FEK schrieb:

      Gelbverfärbung lässt sich abwaschen mit Wasser, besser noch mit Essigwasser.

      Kennt das Problem jemand?
      Was kann die Ursache sein?
      Die oberen Punkte deuten auf ein Thermisches Problem hin, sei es Trocknung, Verarbeitung oder dergleichen. Was mich aber stutzig macht und Fragen aufwirft ist, dass sich die Verfärbung mit Essigwasser abwaschen lässt!!!???
      @FEK: tritt die Verfärbung nach dem Waschen über die Zeit wieder auf oder ist die einmalig, d.h. die Teile bleiben danach sauber?
      Die Verfärbung kann auch nach dem Abwaschen wieder auftreten, manchmal ja manchmal nein
    • Wenn ich lese, dass dieses Problem bei PP nicht auftritt, kann ich nur noch fragen: Was ist das für ein Batch und zu wie viel % wird es eingesetzt und was empfiehlt der Hersteller des Batches als Konzentration.
      Es gibt hier m.E. nur 3 Möglichkeiten:
      1.) Universalbatch, das nicht für PA geeignet ist
      2.) Zu hohe Zugabe des Batches um eine Farbe zu erreichen
      3.) Nicht für PA geeignete Farbmittel im Batch