Entformung Artikel mit Wandstärke 0,5mm

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    • Entformung Artikel mit Wandstärke 0,5mm

      Hallo zusammen,

      aktuell steht bei uns ein neues Projekt an.

      Es sollen Kappen gefertigt werden mit Wandstärke 0,5mm und mittels Abstreifplatte entformt werden.

      Der Kern soll hochglanzpoliert sein und als Material ein PP-R verwendet werden.

      Ich habe hier bedenken, dass das Formteil beim entformen einfach zusammengeschoben wird ...

      Hat hier jemand Erfahrungen mit solchen dünnwandigen Artikeln und worauf schon bei der Konstruktion geachtet werden sollte?
    • Danke für die Antworten.

      Ich kann euch leider keine Zeichnung zur Verfügung stellen.

      Die Kappe selbst dient zum Schutz einer Interdentalbürste - damit habt ihr grob eine Vorstellung der Dimension des Teils, sprich keine großen Kerne.

      Ob da neben der Kühlung noch Platz für Luftauswerfer ist ...

      Die Tage erwarte ich die Rückmeldung vom Formenbauer, auch dieser hatte erstmal bedenken.
      • Ordentlich Entformschräge (2-3°)
      • Top Temperierung/Kühlung von Wkz & Kern (wenn was reinpasst, Kerne lasergesintert. Kanäle unter 2mm sind inzwischen machbar)
      • Kern in Entformrichtung abziehen (es darf KEINE Struktur wie auch immer QUER zur Entformrichtung vorhanden sein)

      Welche Material genau ist vorgesehen?

      PP random (Medical Type) ist eher weich mit geringer Steifigkeit.
    • Danke für deine Antwort.

      Über die lasergesinterten Kerne haben wir (Formenbau und meine Wenigkeit) auch schon geredet. Kostet natürlich ordentlich - ob der Kunde da sein OK gibt, mal sehen.


      Als Material hab ich PP R 10232 von Total im Sinn.

      Hiermit fertigen wir bereits andere Kappen, jedoch mit Wandstärken über 1mm.
    • Danke für die weiteren Infos.

      Um eine konturnahe Temperierung werdet ihr nicht drumherum kommen, wenn ihr einen stabilen Prozess und Zyklus haben wollt bei dem Material und der Geometrie. Lasergenerierte Einsätze mit Kühlkanaldurchmesser von 1mm sind schon länger machbar. Wichtig ist hierbei eine vorherige Simulation der Durchflussmenge, die auch zuverlässig ist! Ebenso muss die Konstruktion der gesamten Kühlung anders aussehen als gewohnt. Die kleinen Kühlkanale können zwar mit der üblichen Konstruktion betrieben werden, sind aber weit weg vom idealen Fall und ihr holt euch unnötig Qualitätsprobleme rein. Ist der Kunststoff zu warm, verliert er massiv an Steifigkeit und er schiebt sich zusammen beim Entformen. Das muss verhindert werden und lässt sich konstruktiv sicher stellen.

      Man kann zwar argumentieren, dass die Wandstärke nicht so hoch ist und auf eine konturnahe Temperierung verzichtet werden kann, aber die Kerne werden sich mit der Zeit deutlich aufheizen und der Weg für die Wärme ist lang. Die Wärme wird dann schlecht abgeführt und ihr müsst mit einem Zyklus fahren, der länger ist als kalkuliert. Euer Kunde kriegt nicht die Liefermenge, die er braucht und ihr blockiert euch eine Maschine länger als geplant.

      Wenn ihr wollt, können wir uns gerne mal zusammensetzen und das Projekt besprechen. Ich habe so einige komplizierte Kühlungen mit Durchmessern von 1-1,5mm konstruiert und im Vorfeld zuverlässig simuliert.
    • Grober Analogieschluss:

      • 1mm Kappen aus dem gleichen Material laufen erfolgreich bei Euch
      • die neue Kappen sind 0,5mm - bezogen auf Zug/Druck also nur halbe Festigkeit/Steifigkeit im Vgl. zu den 1mm Kappen
      • Ergo müsst ihr es denen halb so schwer machen beim Entformen - heißt doppelte Entformschräge


      Noch eine "schlotzige" Beschichtung auf die Kerne und los gehts.
    • Corona hatte das Projekt erstmal bisschen zum erliegen gebracht.

      Nun lässt der Kunde die Werkzeuge selbst bauen, warum weiss man nicht - somit hat sich für mich das Thema erledigt.

      Wir werden die Werkzeuge dann bekommen - ich bin gespannt bzgl. deren Erstbemusterung und dem gewählten Entformungswinkel.
    • Legt bei eurer Erstbemusterung wert auf dieses Problem. Wird das Teil gestaucht oder nicht, gibt es sonstige Schäden usw...
      Sucht nach allen Unstimmigkeiten dem CAD-Modell gegenüber, dokumentiert dies und teilt es eurem Kunden mit. Je offener ihr kommuniziert, umso weniger Chancen hat euer Kunde euch die Schuld und somit die Kosten in die Schuhe zu schieben.