Formteil bleibt auf falscher Werkzeugseite hängen

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    • Formteil bleibt auf falscher Werkzeugseite hängen

      Hallo werte Kollegen,

      seit einigen Wochen haben wir bei uns in der Firma, ein großes Problem mit der Entformung bei einem bestimmten Werkzeug. Das betreffenden Formteil besteht aus einem thermoplastischen Elastomer auf Olefinbasis (siehe Bild). Das Teil hat mehrere Anspritzpunkte (Punktanguss) und wird per Kaskadensteuerung eingespritzt. Das verwendete Werkzeug hat einen Heißkanal und eine Kernzugmechanik, die Auswerferstifte bewegt. Die Entformung findet auf der Fahrseite durch einen Roboter mit Vakuumgreifer statt.
      Normalerweise verwenden wir einen Compounder um unser Material selbst zu mischen, aber aufgrund von Wartungsarbeiten an einem bestimmten Element der Dosierstation, sind wir momentan gezwungen auf fertiges Compound zurückzugreifen, was eine Abweichung in der Rezeptur hat. Und da fängt das Problem an.

      Uns gelingt es einfach nicht mehr das Formteil auf die Entnahmeseite zu bekommen.
      Wir haben schon folgendes versucht:

      -Kühlzeit verlängern/verkürzen
      -Werkzeugoberflächentemperatur erhöhen/verringern
      -Nachdruck/-zeit erhöhen/verringern (auch mal komplett ohne Nachdruck)
      -Die Einspritzgeschwindigkeit variieren
      -Werkzeugöffnungsgeschwindigkeit variieren
      -So einzuspritzen dass das Teil gerade so voll ist, damit es sich leichter von der Düsenseite löst
      -Die Düsen Reihenfolge und -anordnung per Kaskadensteuerung beim einspritzen varriiren

      Das Teil hängt hauptsächlich an den beiden "Hutzen" (Die beiden Vertiefungen an der Oberseite des Teils) fest. Wir sind momentan 3 Einrichter und keinem von uns ist es bisher gelungen das Problem zu lösen :( .
      Unter diesen Umständen müssen wir aktuell die Teile immer händisch entnehmen.

      Ich hoffe dass vielleicht jemand ein paar Ideen hat und bedanke mich schon mal im Voraus.
      Dateien
      • F45 LHD Stw 2.jpg

        (169,66 kB, 53 mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • Wenn ihr das Material normalerweise selber compoundiert, habt ihr vemutlich mit dem Fertigmaterial trotz gleicher Rezeptur ein ziemlich anderes Produkt.
      Entweder ihr ändert am Werkzeug etwas (zusätzliche Entformungshilfen/Hinterschneidungen) die irgendwann wieder rückgängig gemacht werden können oder ihr seht schnellstens zu, dass eure Dosieranlagen wieder funktionieren.
    • Vielen Dank für die Antworten, also zum einen ist die Oberfläche der Kavität poliert, ich werde das mal mit meinen Kollegen abklären ob wir da an der Stelle etwas anrauen können bzw dürfen. Zum anderen werden wir am Werkzeug wohl großartig nichts ändern können, vorallem da in ein paar Wochen unsere Dosieranlage wieder Einsatzbereit sein sollte. Ich finde das Design des Werkzeugs aber generell nicht sonderlich gut. Unsere anderen Werkzeuge sind so gestaltet, dass das Teil meistens sehr gut auf die Kerne aufschrumpfen kann beim kühlen und haben außerdem alle Luftauswerfer.
    • Die beiden Hälften unterschiedlich zu temperieren würden wir auch gerne machen, aber leider haben wir keine Temperiergeräte mehr. Die beiden Seiten hängen beide an einer Zentralkühlung. Indirekt könnt man die Temperatur höchsten einzeln verändern, indem man den Durchfluss an den Ventilen etwas verändert.
    • Hallo zusammen,
      Leider ein gängiges Problem bei elastomeren. Ich würde die idee vom vorredner übernehmen mit dem Aufpolieren der aw Seite. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht, wenn es möglich ist, dann noch zusätzlich die haupt Auflagefläche der ds leicht sandstrahlen damit sich kein vakuum zwischen stahl und gummi bilden kann.
    • Wir haben um solche Probleme zu überbrücken eine kleine Sammlung an verschiedenen Trennmitteln.
      Gibt sogar "aushärtende" die eine recht gute Standzeit haben. Kommt dabei natürlich auf den Prozess an,
      wie lange diese halten. Die wir im Einsatz haben müssen bei ca. 120°C "eingebrannt" werden.

      Hatten schon mehrmals Probleme, dass das TPE auf der DS hängen bleiben will und dies sogar bei einer
      wirklich glatten DS (wirklich keine Einarbeitung in die DS). Eine rauere Oberfläche brachte Abhilfe.

      Wobei mir dann immer recht ist, wenn das Werkzeug ohne funktioniert............

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Endlager ()

    • Es wäre nicht praktikabel das Teil von der DS entnehmen zu wollen, da man dafür ein neues Roboterprogramm bräuchte und den Greifer komplett umbauen müsste. Außerdem gibt es auf der Seite nur für einen beschränkten Bereich Auswerfer, die die Entformung unterstützen könnten.

      Meines Wissens haben wir kein geeignetes Trennmittel in der Firma und es würde wahrscheinlich auch keines angeschafft werden, da der aktuelle Zustand ja nur vorübergehend ist.

      Was die raue Oberfläche angeht, würde diese nach einer bestimmten Anzahl an Zyklen nicht wieder glatt "poliert" sein, durch die Schmelze?