Trockenlauf Werkzeug Erstbemusterung anfahren

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    • Trockenlauf Werkzeug Erstbemusterung anfahren

      Hallo zusammen!

      Hat jemand Erfahrung von euch wie man ein Trockenlaufwerkzeug mit Messing-Graphite-Buchsen korrekt anfährt?
      Es handelt sich um ein Schieberwerkzeug mit Zieltemperierung 150°C.

      Ich weiß, dass es in gewisser Weise einlaufen muss, dass die Gleiteigenschaften korrekt funktionieren. Allerdings bereitet mir das gerade ein paar Schwierigkeiten.

      - Werkzeug wurde gerüstet und im kalten Zustand die Bewegungen eingestellt + WKZ-Sicherung
      - Trockenlauf
      - WKZ wurde auf 40°C aufgeheizt
      - Trockenlauf
      - WKZ wurde auf 60°C aufgeheizt

      --> Jetzt springt die Sicherungskraft an (Maschine: DEMAG IntElect180 BJ 2019; Überwachung mittels Kurve


      Falls noch Infos fehlen, bitte anmerken, danke!

      Grüße
      >> Verfahrensmechaniker haben die heißesten Schnecken << :P :D
    • Hallo,

      wer verkauft euch den sowas? ...

      Bitte alles erstmal leicht schmieren mit einem passenden Fett/Öl.

      Hier genau nachfragen, das Schmiermittel darf nicht lithiumverseift sein, sonst löst sich das Graphit auf.

      Das was jetzt passiert ist dass euch die ganzen Buchsen und Leisten fressen / Abrieb erzeugen/ und dadurch kaputt gehen bzw. hat dann eben alles Spiel!

      Wenn das Werkzeug dann funktioniert könnt ihr das Werkzeug entsprechend reinigen und versuchen trocken fahren.

      Wobei ich stark bezweifle dass das mit halbwegs vernünftigem Passungsspiel bei dieser Temperatur funktioniert.


      Viele Grüße

      moritz
    • Beim Aufheizen von Werkzeugen kommt es immer mal wieder vor , dass die Duesenseite / feste Haelfte sich schneller erwaermt als die Auswerferseite / bewegliche Haelfte ( Anzahl / Durchfluss der Temperierkanaele ). Dann sind die Nullpunkte der Buchsen und Stifte nicht mehr gleich und es kommt zu erhoehter Reibung durch Schiefstellungen der Fuehrungssaeulen.

      Eventuell erfolgt das Aufheizen auch noch beim offenen Werkzeug , das kalt eingerichtet wurde . Das Werkzeug aendert sich auch in der Gesamtlaenge. Jetzt erreicht die Maschine nicht mehr die eingestellte Position fuer Spritzen Start .

      Auswerferkasten und Aufpannplatten werden oft nicht temperiert und dann zeigt uns die Waermeausdehnung , dass die genaue Herstellung im Werkzeugbau fuer die Katz war.
      Alleine der Kamineffekt im Auswerferkasten hat schon Praezisionswerkzeuge in die Bredouille gebracht ( Position der Auswerfer in der kalten Auswerferhalteplatte stimmt nicht mehr ueberein mit der Position in der heissen Formplatte. 150 mm ergeben ca 0,3mm Unterschied zwischen 20 Grad und 150 Grad ).
      • Auswerferkasten Deckel drauf
      • Zeit lassen
      • Werkzeug ausserhalb der Maschine aufheizen ( spart Maschinenzeit , uebrigens das einzige , was eine Spritzerei verkaufen kann!)
      • Werkzeug aussen isolieren oder nur die Nester isolieren.

      • Auswerfer schwimmend lagern usw.
      Der Werkzeugbauer und der Werkzeugkonstrukteur sollten an einer Erstabmusterung teilnehmen. Man glaubt kaum , was dabei fuer die Zukunft gespart wird ( nicht nachweisbar fuer das Controling , aber fuer die Nerven der Beteiligten )