Verarbeitung von PA 6.6 mit Silikon

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Verarbeitung von PA 6.6 mit Silikon

      Hallo liebe Forengemeinde,

      ich habe da mal ein Paar Fragen zur Verarbeitung von PA 6.6 mit 2% Silikonanteil ( und 30% GF und 15% PTFE). In unserem Betrieb gibt es Silikonfreie Abteilungen, in die auch kein Silikon transprotiert werden darf. Nun stellt sich mir die Frage, ob das Silikon aus dem Material "herauskommt", durch z.B. langes stehen im Zylinder o.ä.?

      Es soll wohl "Silikon Warngeräte" geben die Silikon in der Luft detektieren können, hat da jemand Erfahrungen und ne Bezugsquelle für mich?

      Gibt es bei einer WZ-Wartung etwas zu beachten? Gerade wenn man mal Beläge entfernen muss (Ultraschallbad (Verschleppung?), Trockeneis(aufwirbeln von Staub) oder nur klassisch mit chemischem Reiniger und Lappen?)

      Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.

      Gruß Daniel
    • THOR schrieb:

      Hallo liebe Forengemeinde,

      ich habe da mal ein Paar Fragen zur Verarbeitung von PA 6.6 mit 2% Silikonanteil ( und 30% GF und 15% PTFE). In unserem Betrieb gibt es Silikonfreie Abteilungen, in die auch kein Silikon transprotiert werden darf. Nun stellt sich mir die Frage, ob das Silikon aus dem Material "herauskommt", durch z.B. langes stehen im Zylinder o.ä.?

      Es soll wohl "Silikon Warngeräte" geben die Silikon in der Luft detektieren können, hat da jemand Erfahrungen und ne Bezugsquelle für mich?

      Gibt es bei einer WZ-Wartung etwas zu beachten? Gerade wenn man mal Beläge entfernen muss (Ultraschallbad (Verschleppung?), Trockeneis(aufwirbeln von Staub) oder nur klassisch mit chemischem Reiniger und Lappen?)

      Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.

      Gruß Daniel
      Da Silikon sich nicht gut mit dem PA6.6 oder PTFE chemisch verbinden wird, lautet die Antwort: Im Zweifel, ja, es wird herauskommen und Spuren auf allen Oberflächen hinterlassen.
      Niemand wird euch garantieren, dass das Silikon nicht irgendwo Spuren hinterlässt. Somit wäre es auch ratsam dies so strikt wie möglich zu trennen, wenn ihr Silikonfreiheit garantieren müsst. Sprich eigene Ultraschallbäder und eigene Trockeneisstrahlkammern.
    • Das Silikon wird Bestandteil der Schmierung beim Fertigteil sein (außer dem PTFE). Es ist sogar die Aufgabe, dass es sich auf der Oberfläche minimal anlagert. Ihr werdet es auf keinen Fall vermeiden können, dass es sich mit der Zeit auf dem Werkzeug ablagert. Auch wie 1u21 schon sagt: Es verbindet sich nicht mit dem Polymer, sondern ist recht frei in der Matrix eingelagert.
      In wie weit das Silikon nun in der Luft "herumfliegt" kann ich nicht sagen. Das ist sicherlich auch mit von der Verarbeitung (Masse- u. Werkzeugtemperatur) sowie vom Handling abhängig. Es sollte und wird sich aber nicht als Schwaden durch die Räume bewegen. Wenn ihr Bereiche habt in denen Silikon ein absolutes "No Go" ist, müsst ihr wohl entsprechende Schleusen einbauen. Detektoren für Silikon sind mir aber nicht bekannt. Vielleicht mal bei z.B. "Dräger" anfragen, ob die Entsprechendes anbieten oder wissen ob und wo man sowas bekommt.
    • Ich werd´s versuchen.
      1.) Das Öl wird über ein spezielles Verfahren während der Compoundierung dem Prozess zugegeben (kein Kommentar), aber als flüssiges ÖL.
      2.) Da es neben dem PTFE zur Schmierung dienen muss, muss es zwangsläufig aus der Polymermatrix während der Nutzung frei werden.
      3.) Je wärmer ihr das Produkt verarbeitet, desto größer ist natürlich auch der Verlust während eurer Produktion.
      4.) Ja, es wird sich mit der Zeit auf den Werkzeugoberflächen, Schnecke und Zylinder, sowie den Förderschläuchen, ggf. auch im Trockner
      nachweisen lassen. Eine entsprechende Reinigung wird also nötig sein. (Wir spülen die Maschine einfach mit HD-PE. Allerdings wird das
      Produkt bei uns nur kurz verarbeitet - Produktionskontrolle eben. Entsprechend sind auch die Werkzeuge schnell wieder sauber).
      5.) Temperaturen bei uns: Masse 290°C, Werkzeug 90°C. Einspritzgeschwindigkeiten und Nachdrücke musst du natürlich eurem Werkzeug
      anpassen.
    • Jo, würde mich mal interessieren wie sich das Material "in der Produktion" verhält. Wir hier in der Produktionskontrolle bekommen sonst darüber nur selten mal eine Information. Wir versuchen sowas zwar auch nachzuvollziehen, indem wir mal eine Maschine damit für eine Stunde laufen lassen. Das ist aber nie mit einer richtigen Produktion vergleichbar. Vor allem nicht die zeitliche Komponente.
    • Hier noch mal ein Artikel zur Sinnhaftigkeit von Silikon, PTFE, MoS², Grafit, Kohlefasern und Aramidfasern in Polymeren zur Optimierung der Gleitreibungseigenschaften. Falls es jemanden interessiert, siehe Anhang.
      Dateien

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von petersj ()