Fachbuch: Abmusterung von Spritzgießwerkzeugen

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    • 03 1010 schrieb:

      dass sich an mindestens 2/3 aller Spritzbauteile kleinere oder größere Fehler finden bzw. stellen, die nicht spritzgussgerecht gestaltet sind, obwohl es möglicherweise im Rahmen der Spezifikation möglich gewesen wäre. Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Teile nicht zu fertigen sind, aber sie machen den anderen Gewerken: Werkzeugbau und Spritzgießer das Leben schwerer.
      Was ist "spritzgussgerecht"? Mir geht die Diskussion zu sehr in die Richtung *Schuldzuweisung an "alle Vorprozesse" in dem Entstehungsprozess des Formteiles*. Verständlich, aber unrealistisch ist die Vorstellung, dass, wenn alle gut ihren Job machen, am Schluss der Spritzgießer nur noch die Kavität mit Kunststoff füllen muss mit dem Ergebnis, dass die Teile immer gut sind?! Dieses ist "Träumerei"!
      Formteilkonstrukteure arbeiten nach meiner Erfahrung schon recht gut nach "Spritzguss-Richtlinien" - sollte es in 2/3 aller Konstruktion nicht so sein, halte ich schon das letzte Drittel "Gut" für ein Zufallsprodukt. ;) Jedoch sind die meisten Spritzgussbetriebe in einem Verband (GKV) organisiert ... stellt sich doch die Frage: Sind die Konstruktions-Vorgaben/-Richtlinien/-Normen für die Formteilentwickler so schlecht, oder "leben" sie nicht? Könnte nicht der Verband für deine Mitglieder (Spritzgussbetriebe) dieses Thema *Anforderung an Formteilentwickler* für die Spritzgussbetriebe auf die Agenda nehmen und wirkungsvoll betreiben?
      Werkzeugkonstrukteure haben die Aufgabe, das Formteil "in Stahl zu bringen" und wenn das Spritzgusswerkzeug konstruiert ist, gibt es normaler Weise eine Konstruktionsfreigabe vom Spritzgießer, oder ist das in 2/3 der Fälle nicht der Fall? Stellt sich doch nun die Frage: Sind die vom Spritzgießer frei gegebenen Werkzeuge in der Produktion dann problemfrei?

      Spritzgießer sind in der Regel weit hinten in der Prozesskette und haben dann die Aufgabe für alle die "Kohle zu erwitschaften" ... "den letzten beißen die Hunde" - Naturgesetz!


      Den Spritzgießern würde es gut anstehen, den Fingerzeig zu zu minimieren und sich als erste große Aufgabe den eigenen Laden vorzunehmen, da gibt es nämlich einen sehr großen Haufen Versäumnisse in der Aus- und Weiterbildung u. v. m. zu beseitigen! Dieses Thema haben wir hier ausreichend im Forum schon diskutiert, inzwischen ein Dauerbrenner/Kreisdreher ....


      03 1010 schrieb:

      Kommen dann noch unvermeidliche Schwankungen im Material hinzu, sind wir schlussendlich bei der Punkttechnologie statt beim Prozessfenster...
      Hier hat der Spritzgießer schon mal eine gute Möglichkeit, das Problem erheblich zu minimieren ... technisch alles seit jahrzehnten möglich!

      Bitte nicht falsch verstehen, aber ich habe immer ein Problem, wenn die Menschen im "Jammertal" sitzen und behaupten, die "Schuld" für diesen Zustand bei anderen gefunden zu haben. Klar, für das eigene Wohlbefinden ist es der leichteste Weg! ;) ;)

      Schönes Wochenende und bleibt gesund!
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Ich schreibe die Tage mal was zum Thema "Spritzgussgerechte Konstruktion" und das Thema "Thermische Werkzeugauslegung" mit dazugehörigen fiktiven Beispielen. Das traurige in beiden Fällen ist auch die mangelhafte Ausbildung. Die physikalischen Eigenschaften der Kunststoffe und allgemein die Physik finden zu wenig Beachtung in der Konstruktion der Kunststoffteile und der Werkzeuge. Oft wird noch mit dem MFI gearbeitet und das pvT-Diagramm ist auch unbekannt. Auch dem Spritzgießer fehlen diese Kenntnisse.
      Somit stochern alle im Nebel bezüglich der Möglichkeiten bzw. verharren auf dem bekannten Standpunkt. Jede Abteilung, angefangen von der Artikelkonstruktion bis hin zur Produktion, lassen sehr viel Potential liegen. In der Produktion ist dies jedoch für viele direkt sichtbar und fassbar. Alle vorherigen Schritte sind ohne reales Werkzeug nur theoretisch überprüfbar und somit für sehr viele Leute unsichtbar.
    • Behrens schrieb:

      Was ist "spritzgussgerecht"? Mir geht die Diskussion zu sehr in die Richtung *Schuldzuweisung an "alle Vorprozesse" in dem Entstehungsprozess des Formteiles*. Verständlich, aber unrealistisch ist die Vorstellung, dass, wenn alle gut ihren Job machen, am Schluss der Spritzgießer nur noch die Kavität mit Kunststoff füllen muss mit dem Ergebnis, dass die Teile immer gut sind?! Dieses ist "Träumerei"!
      Dazu das alle "gut ihren Job" machen, gehört natürlich auch, dass das der Spritzgießer ebenso tut! Von "Pfusch" habe ich nirgendwo etwas geschrieben oder?
      2/3 war vielleicht zu hoch gegriffen bzw. zu Krümelk...

      Behrens schrieb:

      Formteilkonstrukteure arbeiten nach meiner Erfahrung schon recht gut nach "Spritzguss-Richtlinien" - sollte es in 2/3 aller Konstruktion nicht so sein, halte ich schon das letzte Drittel "Gut" für ein Zufallsprodukt. Jedoch sind die meisten Spritzgussbetriebe in einem Verband (GKV) organisiert ... stellt sich doch die Frage: Sind die Konstruktions-Vorgaben/-Richtlinien/-Normen für die Formteilentwickler so schlecht, oder "leben" sie nicht? Könnte nicht der Verband für deine Mitglieder (Spritzgussbetriebe) dieses Thema *Anforderung an Formteilentwickler* für die Spritzgussbetriebe auf die Agenda nehmen und wirkungsvoll betreiben?
      Zum "Artikelkonstrukteur" als *generische Person* zähle ich nicht nur den *armen Tropf* vor'm CAD sondern auch Designer und andere Gewerke, die bei der Entstehung rein reden.
      Im Konsumbereich, wozu man im Alltag am meisten Kontakt hat, sieht man alle Nasen lang: Einfall durch zu stark ausgeführte Rippen auf der Rückseite, von einer Messe hab ich mal nen Eiskratzer mitgenommen mit nem Brenner (Werkzeugbau?)
      Bauteile aus sprödem Material, die wegen Eigenspannungen (z.B. senkrechte Wände mit versteiftem Rand) beim ersten Absturz zerbrechen und sich heftig verziehen.
      Diese Fehler sind möglicherweise im technischen Bereich weniger ausgeprägt oder zumindest weniger offensichtlich, aber ich hab auch schon **Fehlerteile** gesehen, bei denen z.B. ein Bauteil wegen völlig falscher Faserorientierung an den fast faserfreien stellen versagte usw.
      Zur **imperfekten** Konstruktion gehört für mich auch ein absolut grenzwertiges Spritzgussteil, dass als Montageteil aus zwei teilen vielleicht um längen effizienter herszustellen sei, wodurch gesamtwirtschaftlich (volkswirtschaftlich) womöglich der Mehraufwand zur Montage sogar mehr aus ausgeglichen würde
      Auch hier im Forum findest du viele Beiträge, in denen nach diversem "rumdoktern" die Conclusio ist: Werkzeugbau oder Teilefehler, kann man nix machen...

      Behrens schrieb:

      Werkzeugkonstrukteure haben die Aufgabe, das Formteil "in Stahl zu bringen" und wenn das Spritzgusswerkzeug konstruiert ist, gibt es normaler Weise eine Konstruktionsfreigabe vom Spritzgießer, oder ist das in 2/3 der Fälle nicht der Fall? Stellt sich doch nun die Frage: Sind die vom Spritzgießer frei gegebenen Werkzeuge in der Produktion dann problemfrei?

      Spritzgießer sind in der Regel weit hinten in der Prozesskette und haben dann die Aufgabe für alle die "Kohle zu erwitschaften" ... "den letzten beißen die Hunde" - Naturgesetz!
      Den Spritzgießern würde es gut anstehen, den Fingerzeig zu zu minimieren und sich als erste große Aufgabe den eigenen Laden vorzunehmen, da gibt es nämlich einen sehr großen Haufen Versäumnisse in der Aus- und Weiterbildung u. v. m. zu beseitigen! Dieses Thema haben wir hier ausreichend im Forum schon diskutiert, inzwischen ein Dauerbrenner/Kreisdreher ....
      Hier hat der Spritzgießer schon mal eine gute Möglichkeit, das Problem erheblich zu minimieren ... technisch alles seit jahrzehnten möglich!
      Was das angeht, muss ich dir recht geben: Den Schuh für "schludrige Musterung" muss sich tatsächlich der Spritzgießer anziehen - vorausgesetzt: er hat das Neuwerkzeug abgenommen. Wenn ich einen **Schrotthaufen** gebraucht auf den Hof gestellt bekommt, hat das nicht selbst verbrochen sondern einfach "Pech" ;)
      Zumindest wenn es ein wichtiger Kunde hinstellt, bei dem man sich betriebswirtschaftlich nicht leisten kann zu sagen: Nimm den Dreck wieder mit!

      Und das die Spritzgießer mehr als genug "Unfug" machen, von Einkauf/Buchhaltung angefangen bis auch zu dem an der Maschine wollte ich eigentlich mit dem einleitenden Satz auch mit implementiert haben.
    • Schön wäre wenn hier erfahrene Fachleute schreiben ob man Erfolg hat, was lernen kann, wenn man dieses Buch liest und danach versucht zu arbeiten.
      Sind die dort beschriebenen Arbeitsweisen praxisgerecht?
      Kann man nach der Abmusterung eine Aussage treffen wo das Prozessfenster liegt?
      Kann man den Gewerken weiter vorne antworten was gut oder schlecht ist?

      Ist dieses Buch, die letzte Ausgabe, ihr Geld wert oder nicht? Kaufempfehlung?

      Die ebige Leier der bösen Konstrukteure und schlechren Spritzgießer könnt ihr unter anderen Überschriften fortsetzen...
    • HK schrieb:

      Kenn ich, das Buch ist wirklich empfehlenswert. Die dazugehörige Software ebenfalls:

      kunststofftechnik-ingenieurbue…ection-molding-guide.html
      @wichtelchen, wo ist dein Problem? Ich ghe davon aus, dass @'HK' der Einzige ist, der das Buch gelesen hat ...

      wichtelchen schrieb:

      Die ebige Leier der bösen Konstrukteure und schlechren Spritzgießer könnt ihr unter anderen Überschriften fortsetzen...
      Das sollte JEDER für sich entscheiden, welche Beiträge er hier im Forum WIE und WO hinterlässt, oder??!!
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • wichtelchen schrieb:

      Schön wäre wenn hier erfahrene Fachleute schreiben ob man Erfolg hat, was lernen kann, wenn man dieses Buch liest und danach versucht zu arbeiten.
      Sind die dort beschriebenen Arbeitsweisen praxisgerecht?
      Kann man nach der Abmusterung eine Aussage treffen wo das Prozessfenster liegt?
      Kann man den Gewerken weiter vorne antworten was gut oder schlecht ist?

      Ist dieses Buch, die letzte Ausgabe, ihr Geld wert oder nicht? Kaufempfehlung?
      Finde die Vorgehensweise schon sehr gut beschrieben, gut durchdacht und strukturiert.
      Es wird aber immer von einem "guten" Werkzeug und einer "guten" Maschine ausgegangen, was zum Beispiel bei uns sehr selten der Fall ist.
      Aber sonst schon empfehlenswert l.
    • wichtelchen schrieb:

      Schön wäre wenn hier erfahrene Fachleute schreiben ob man Erfolg hat, was lernen kann, wenn man dieses Buch liest und danach versucht zu arbeiten.
      Also wenn Du Fachleute suchst, dann bist du hier richtig.
      Ja, ich habe das Buch komplett gelesen, sogar mehrfach. Daher kann ich auch eine Empfehlung aussprechen.

      Es muss halt Verstand und Grundsolides Fachwissen da sein, um das im Buch beschriebene umzusetzen. Das kann ich für die Allgemeinheit nicht einschätzen, aber ansonsten bleibe ich bei meiner Empfehlung.
    • HK schrieb:

      Es muss halt Verstand und Grundsolides Fachwissen da sein, um das im Buch beschriebene umzusetzen.
      Dem kann man nur zustimmen! Was nutzen die besten Bücher, wenn es an der Umsetzung des Gelesenen fehlt ....
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • wichtelchen schrieb:

      Schön wäre wenn hier erfahrene Fachleute schreiben ob man Erfolg hat, was lernen kann, wenn man dieses Buch liest und danach versucht zu arbeiten.
      Sind die dort beschriebenen Arbeitsweisen praxisgerecht?
      Kann man nach der Abmusterung eine Aussage treffen wo das Prozessfenster liegt?
      Kann man den Gewerken weiter vorne antworten was gut oder schlecht ist?

      Ist dieses Buch, die letzte Ausgabe, ihr Geld wert oder nicht? Kaufempfehlung?

      Die ebige Leier der bösen Konstrukteure und schlechren Spritzgießer könnt ihr unter anderen Überschriften fortsetzen...
      :thumbsup: You made my Day. Ich finde deine Einstellung/Meinung über das Buchs traurig, arrogant und respektlos gegenüber den Autor. Das Buch bietet viel lesenswertes und am Ende kann jeder für sich selber Entscheiden, ob er in seinem Betrieb das Wissen rational umsetzen kann oder nicht. Und gerade für @wichtelchen Lohnenwert!
    • Danke. Hört sich so an als ob ich das Buch lesen sollte. Mein Job ist zwar die Konstruktion von Werkzeugen für Gummispritzguss aber es schadet nie über den Telletrand zu schauen.

      Ich finde Forenbeiträge sollten zur Überschrift passen. Hier, ist das Buch gut oder eben nicht und warum. Nicht warum sind Spritzgießer gut. Aber weil hier jeder schreibt was er will könnt ihr mir auch für diesen Beitrag Dislike geben. Oder mich gern haben...
    • Neu

      So, einmal gelesen. Ich finde es lohnt. Eben weil es Ideen liefert wie man sowas aufbaut und organisiert. Da ich ja im Gummi und nicht im Themoplast unterwegs bin ist es für mich erwartungsgemäß nicht 1:1 verwendbar. Wäre ich im Thermoplastbereich unterwegs würden mir aber typische Fehlerbilder fehlen. Wenn ich also in der Musterung dieses oder jenes sehe ist die typische Ursache eben das und kann durch X ausgeglichen werden oder geht nicht im Prozess ausgleichen = Nacharbeit im Werkzeugbau. Sowas eben.

      Kurz, für mich ein lohnendes Buch.