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      Hallo zusammen,
      Wir haben bei uns viele Werkzeuge mit anguss Verteiler. Wenn wir dort Probleme mit einzelnen Kavitäten haben verschließen wir die gegenwärtig mit Lötzinn, also spitz abschneiden und in den Anschnitt prügeln.
      Das Material welches wir überwiegend verarbeiten ist Pe/Pp, sonst hätte sich angeboten den Angussbogen abzuschneiden und einzukleben, ist bei Polyolefinen bekanntermaßen nicht möglich.
      Nun meine Frage: Wie macht ihr das bei euch? Habt ihr vielleicht ganz andere Vorgehensweisen? Durch mehrmaliges verschließen mit Zinn bricht irgendwann der scharfe Grat vom Anspritzpunkt und scherrt sich am Artikel ab.
    • Moin zusammen,
      diese Methode kenne ich natürlich auch noch, aber mir war nicht bewusst, dass heute noch so gearbeitet wird.
      Das Problem hierbei ist, wenn du etwas in den Anschnitt "Prügelst", vergrössert sich dieser ganz leicht. Das heisst, du hast keine gleichmässige Füllung mehr im Werkzeug. Du schaffst dir damit mehr Probleme als du lösen kannst.

      LG
    • Schonender ist es einen Anguss aus einem anderen Material wie PEI oder ähnlich zu nehmen. Die Schmelztemperatur ist weitaus höher und ihr könnt aus dem Kaltkanal diesen Pin abschneiden und einsetzen. Es vergrößert nicht euren Angusspunkt in dem Maße wie mit Zinn, löst euer Problem aber auch nicht dauerhaft.

      Bedenkt dabei, dass der Kaltkanal damit nicht mehr natürlich balanciert ist und ihr euch weitere Qualitätsprobleme schafft. Es klingt zwar komisch, aber der Kunststoff kommuniziert mit dem Werkzeug sobald er eingefüllt wird. Dadurch habt ihr einen anderen Volumenstrom zu dem Zweig mit reduzierter Kavitätenzahl, habt andere Scherraten und somit auch andere Temperaturen in den restlichen folgenden Kavitäten.
      Besser ist es, wie @'HK' es schon erwähnt hat, das Problem zu lösen. Macht am wenigsten Arbeit.
    • Hier kann ich @1u21nur zustimmen.
      Auch ich kenne es noch so, dass ein Anschnitt mit Kupfer versiegelt wird.
      Das Problem angehen ist der Weg. Mal etwas "zuklopfen" ist nur eine Übergangslösung, in der die Ursache für das Problem analysiert wird und an Lösungen gearbeitet wird.
      Je nach zu verarbeitendem Material, statt Kupfer, Zinn o. Ä. Kunststoff verwenden.
      Nach Änderungen an der Form sollte auf jeden Fall eine neue Musterung erfolgen. Musterung erfolgreich: Alles Top!
      Musterung nicht zufrieden stellend? Weiter dran arbeiten und nicht wieder verschließen.
      Es bleibt sonst ein Teufelskreis.
    • Hallo,

      Danke erstmal für die vielen Kommentare.
      Natürlich ist es richtig den Fehler an der Wurzel zu beseitigen, wir haben allerdings eine Vielzahl an Produkten die sehr filigran sind (0,4mm stift) und die eben ab und an abbrechen, es handelt sich dabei mindestens um 16-Fach Formen, eher größer. Der Aufwand die Form auszubauen, zu zerlegen, reparieren und warten ist dann einfach zu groß. Dann lieber die Produktion durchziehen mit einer Kavität weniger und nach Serienende alles Zerlegen und reparieren.

      Eben aus diesem Grund bin ich auf der Suche nach einer einfachen und schnellen Lösung.
    • Moin,

      Kupfer aus Kabeln (NYM-J 5x2,5) funktioniert auch recht gut. Ist schön weich und lässt sich einfach in "Form" bringen.

      Wenn euch Stifte abbrechen dann solltet ihr schon schauen "warum" die Stift brechen (Ermüdung/ zu viel Druck/ Form überladen.....). Das zusetzen kann immer nur eine Krücke sein um Zeit zu überbrücken.

      mfg Daniel
    • Das Warum führe ich auf die Artikelkonstruktion und das Füllverhalten zu tun. Zu viel Druck von der Seite, so dass sich der Stift leicht biegt. Weil man sehr ungerne Verrunden nutzt, gibt es maximal eine kleine Verrundung und somit auch eine ordentliche Kerbwirkung. Dann bricht der Stift stets nach einer spezifischen Zykluszahl in Bodennähe ab und der Einsatz muss repariert werden.

      Da nun auch klar ist, dass der Fehler schon vorher angesprochen wurde, ist es nur noch ein einfacher Bastel-Prozess, den ihr habt. Eine ordentliche Lösung(wenn möglich), spart euch einiges an Frust, Zeit, Reparaturen und letztendlich Geld ein.
    • Der Artikel gibt nicht mehr her, wir können jetzt noch lange darüber reden woran das liegt das die Stifte abbrechen, wir haben dies bezüglich natürlich auch schon unzählige Versuche und Änderungen vorgenommen. Die Formen sind zum Teil zwanzig Jahre alt und mehr, da ist es schlicht nicht rentabel eine neue Form für 250000,- zu bauen, dann tauscht man den Stift aus der 0,50,- kostet. Deswegen bitte wieder zum Ursprung des Themas: Kennt ihr alternativen zum eintreiben von Kupfer/Zinn.
    • Vielleicht kann man bei der naechsten Wartung die Form so umbauen dass die kritischen Stifte auf der Maschine wechselbar werden.
      Falls eine Werkzeugzeichnung vorhanden ist , kann ich skizzenhaft Vorschlaege unterbreiten. Der Umbau kostet natuerlich auch etwas , aber Ruestzeiten werden eingespart und die Nestzahl bleibt konstant und damit auch die Qualitaet.
    • Bei jeder Wartung bitte jeden(!) Stift ersetzen. Das ist auf Dauer günstiger als frühzeitig eine Kavität zu schließen.
      Die Stifte können nur eine gewisse Anzahl an Zyklen aushalten, bevor sie wegen Ermüdung brechen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 1u21 ()

    • Thorsten1805 schrieb:

      dann tauscht man den Stift aus der 0,50,- kostet.
      Kleine Anmerkung: Das ist eine "Milchmädchenrechnung", denn mit jeder verschlossenen Kavität geht Produktionsleistung verloren(!!), z. B. bei einem 16-fach-Werkzeug wären das immerhin 6,25% Verlust, die mit Sicherheit nicht in der Preis-Kalkulation berücksichtigt sind!!
      Es besteht auch die Gefahr, dass solche Arbeitsweisen sich in Spritzereien als NORMAL einschleichen (alles schon gesehen) .... Deshalb halte ich jedes Nachdenken über *Optimierung Verschließen von Kavitäten* für völligen Unfug!!!

      An einer Maschine verschließt der eine Kavitäten und an der Nebenmaschine optimiert ein anderer gerade einen Zyklus - irre Vorstellung, oder? :D :D :D :D
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • ai ai ai....

      Wie alle immer auf den Problemen rumhacken und dauernd das Problem von der Wurzel aus packen möchten.... Leute, ich denke die meisten wissen das man es so nicht machen sollte, dass Problem richtig beseitigen und so weiter.... es reicht ja wenn einer anmerkt das man es so nicht machen sollte, sondern das ganze gleich optimiert - ist ja nicht immer möglich, weiß jeder selbst -

      --> Ich benutze ab und an bei solchen Problemen "Flüssigmetall" aus der Tube, Es hält und geht auch wieder gut aus der Kavität raus. Nicht zu empfehlen ist Holzleim oder UHU Kleber :D


      Sehr viele weitere Varianten gibt es da denke ich nicht.

      Und... wegen einem fehlenden Stift ein 5 Tonnen Werkzeug rüsten.... ne.... da fehlt doch wirklich meistens die Zeit zwecks Lieferengpass.
    • Moin,

      probier wirklich mal Kabelkupfer aus. Ist schön weich und du brauchst dann nicht wie ein wilder auf dem Stopfen rumkloppen. Dachdeckerblei/ Spenglerblei geht auch recht gut. Ist ebenfalls recht weich und schön in Form zu bekommen. Wenn ich so drüber nachdenke, dann könnte man auch Angelblei nehmen, da gibts Kügelchen in verschiedenen Größen (Klemmblei/ Schrotblei), könnte auch klappen.

      Die Spitze immer so lang machen das du sie in der Kavität noch leicht umlegen kannst. Wenn du den Stopfen dann entfernen willst machst eben die Spitze ab und klopfst den Stopfen vorsichtig raus. Ging bei mir immer Problem- und Beschädigungslos.

      Gruß
      Daniel
    • Mir fällt gerade ein, dass, wenn die Möglichkeit besteht, einen Teil vom Spritzling in der Form verbleibt.
      Wir haben eine Form, in der halb ausgepritzte Teile in der Düsenseite bleiben. Direkt vor dem Anschnitt. Da passiert in diesem Falle nichts, die Geometrie gibt es einfach her.
      Möglicherweise besteht bei euch auch diese Möglichkeit.
      Bei mir ist dann nur ein kleiner Kreis, der in der Düsenseite mit Anschnitt verbleibt.