Zukunft der Kunststoffindustrie

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    • Zukunft der Kunststoffindustrie

      Kunststoff ist in den letzten Jahren ziemlich in Verruf geraten.
      Gibt es eigentlich schon Pläne oder Gesetze, die man kennen sollte, wenn man in Werkzeuge oder Maschinen investiert?

      Speziell zum Thema Recycling z.B.?

      Wir stehen zum Beispiel in unserer Firma vor einer Investition in eine Maschine zur Produktion vouminöser, dickwandiger Teile.
      Das ist bei uns ein Ausdruck von Qualität und Solidität. Aber ist es eher vernünftiger, in Technologieen zur Materaileinsparung zu investieren?
    • Die Einsparung von Material sollte grundsätzlich der Grund zur fachgerechten Konstruktion eines Kunststoffbauteils sein. Zumal Kunststoffe in der Regel zur Substitution von Metallteilen verwendet wird. Durch entsprechende Konstruktionen lassen sich immer Einsparpotenziale finden. "Dick" ist nicht immer zielführend und mit Qualität verbunden. Will man ein Kunststoffbauteil als "wertig" erscheinen lassen, sollte es eine schöne Oberfläche zeigen. Muss es dazu auch noch eine bestimmte Masse aufweisen. gibt es auch hierfür entsprechende Möglichkeiten. Stabilität ist ebenfalls nicht alleine durch "Dicke" erreichbar.
      Die momentane "Schlechtrederei" von Kunststoffen wird nicht die Nutzung von Kunststoffen einschränken. Höchstens die Verwendungszwecke.
    • Kunststoffe haben eine Zukunft und zwar keine schlechte.

      Die ganze "Aufklärung" über Kunststoffe in den Medien findet durch Nichtfachleute statt. Das kann nur schief laufen. Wenn man die "aufgeklärten" Menschen dann fragt, ob sie sich ein Leben ohne Kunststoffe vorstellen können, wird dies bejahrt. Listet man dann auch auf, wo Kunststoffe Anwendung finden und dass diese nur schlecht bis gar nicht durch andere Materialien ersetzt werden können, kommen manche ans Denken und andere ignorieren es und tippen weiter fröhlich auf dem Smartphone rum, dass Kunststoffe verboten werden müssen.

      Bezüglich der Gesetze gibt es nur die bekannten Umweltauflagen. Innerhalb dieser Gesetze könnt ihr euch frei bewegen. Somit keine Umstellung.

      Interessanterweise ist eine umweltfreundliche Produktion gleichzeitig auch eine wirtschaftliche Produktion. Je weniger Kunststoff ihr braucht für die Produktion, umso weniger Energie braucht ihr. Weiterhin könnt ihr auch mit anderen Technologien die Zykluszeit senken und so die Kosten weitersenken. Es gibt sehr viele Stellschrauben. Angefangen von der Maschine bis hin zur Maschine und Artikelkonstruktion. Da ich mittlerweile selbstständig bin(Vorstellung kommt noch im passenden Thread), kannst du mich gerne per PN kontaktieren, wenn ihr Unterstützung braucht.
    • Der Kunststoff ist doch nur zum *Feindbild* geworden, weil die Abfall- und Entsorgungswirtschaft den Kunststoffabfall jahrzehnte von Profitgier gesteuert billig in die Umwelt entsorgt hat, und das, damit auch problemlos, in Länder der *Dritten Welt*, wo Umweltschutz bis heute kein Thema ist! Das Schlimmste: Die Regierungen der Industrienationen haben dieses zugelassen! Nun, wo die "Mutter Erde" den Kunststoffabfall sichtbar in großen Mengen auskotzt und Massen an Tieren daran sterben, wird plötzlich das zum Thema ... Und .... der Verbraucher freut sich immer noch über eine schön bedruckte Plastiktüte zum Einkaufen :thumbdown:

      Ich frage mich auch, warum immer noch an Fertigungsverfahren für die Kunststoffverarbeiter entwickelt wird (siehe K-Messen), um irgendeine lapidare Verpackung (z. B. Jokhurt-Becher) der Schönheit wegen im Prozess mit noch aufwendigerem Design oder besserer Habtik herzustellen, mit dem Ergebnis, dass sich solche Produkte immer schwerer und aufwendiger recyclen lassen. Das nur, um ein paar Gramm Joghurt an den Mann/Frau zu bringen ... ?( :thumbdown:

      Ergo: Es geht nur um's Geschäft, und sei es noch so sinnlos .... Der Kunde wünscht es halt: Ein lepischer Drehknopf aus Kunststoff im Auto muss vercromt sein ;) ;) :D
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • RS schrieb:

      Wir stehen zum Beispiel in unserer Firma vor einer Investition in eine Maschine zur Produktion vouminöser, dickwandiger Teile.
      Das ist bei uns ein Ausdruck von Qualität und Solidität.
      Empfehlung:
      1. Hierfür keinen Standardzylinder, die heute alle zuwenig "Regelzonen" für die Zylindertemperatur haben, heisst, dass mit einer Regelzone ein zu großer Zylinderbereich temperiert wird. Ihr werdet hohe Zykluszeiten haben (Verweilzeit des Materials im Zylinder), womit das Entgasen beim Plastifizieren erheblich anspruchsvoller wird, somit eine thermische Feinabstimmung notwendig macht!
      2. Eine klassische Dreizonenschnecke (Entgasungsschnecke) einsetzen.

      RS schrieb:

      Das ist bei uns ein Ausdruck von Qualität und Solidität
      Hört sich nach Kosmetikindustrie an, da werden ja z. B. die Cremtiegel mit dicken Wandungen angewendet ... die wiegen dann ein mehrfaches von der Creme :D
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Behrens schrieb:

      Ich frage mich auch, warum immer noch an Fertigungsverfahren für die Kunststoffverarbeiter entwickelt wird (siehe K-Messen), um irgendeine lapidare Verpackung (z. B. Jokhurt-Becher) der Schönheit wegen im Prozess mit noch aufwendigerem Design oder besserer Habtik herzustellen, mit dem Ergebnis, dass sich solche Produkte immer schwerer und aufwendiger recyclen lassen. Das nur, um ein paar Gramm Joghurt an den Mann/Frau zu bringen ... ?( :thumbdown:
      Das gleiche Problem sehe ich bei 2K bzw. Mehrkomponenten.

      Alles muss heute aus 2K sein was vor ein paar Jahren noch 1K war. Recycling ist da plötzlich kein Thema mehr...
      1K lässt sich heute ja sehr gut trennen und entsprechend wieder verarbeiten.
    • 2K oder mehr K ist heute eigentlich kein Problem mehr beim Recycling - wenn es denn in geeigneter Weise mit dem Blick auf ein gutes Recycling hergestellt wurde. Nur hat da selten jemand die Lust das System konstruktiv umzusetzen. Der Hersteller des Produktes muss sich dann im voraus Gedanken machen, wie die Komponenten wieder sauber getrennt werden können. Und da ist das Motto "hau zusammen, was aneinander klebt" einfach noch zu verlockend. In einer Zusammenarbeit mit Recycling-Betrieben könnte in den meisten Fällen ein entsprechend handelbares Produkt erreicht werden. Kostet am Anfang ein paar Cent/Stück mehr, die Rohstoffe könnten dann aber viel besser genutzt werden.
      Schwierig wird es aber bei sogenannten Multilayerfolien. Da alle Ebenen fest miteinander verschmolzen sind, ist eine Trennung nahezu unmöglich. Selbst tetrapacks sin heutzutage sehr gut in seine 3 Bestandteile zu trennen.
    • Es sieht so aus, als wird sich auf absehbare Zeit nicht viel ändern.
      Auf der der einen Seite werden die Kunststoffe immer hochwertiger, durch Zugabe von Additiven und Füllstoffen immer besser an die Bedürfnisse des Verarbeiters angepasst, auf der anderen Seite macht eben das das Recycling teilweise unmöglich.

      Das Augenmerk der Politik liegt im Moment vor allem auf dem Verpackungssektor. Nicht zuletzt eshalb, weil die berüchtigten bunten Plastiktüten medienwirksam durch die Meere schwimmen.
      Aber in Zukunft wird es sicher irgendwann für alle Kunststoffverarbeiter verbindliche Recyclingquoten geben, denke ich. Aber das liegt wohl noch so weit in der Zukunft, dass es aktuell nicht eingeplant werden muss.
    • RS schrieb:

      Nicht zuletzt eshalb, weil die berüchtigten bunten Plastiktüten medienwirksam durch die Meere schwimmen.
      Dieser Satz zeigt, dass anscheinend das r e a l e Problem *Kunststoffabfälle* auch bei dir noch nicht wirklich angekommen ist ... was meinst du mit *medienwirksam durch die Meere schwimmen*??
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Das heißt, dass die Plastiktüten fast täglich in den Medien präsent sind, weil sie so wunderschön das Problem der Wohlstandsgesellschaft vor Augen führen, die sich jeden Apfel einzeln einwickeln lässt.
      Die Folge ist, dass Verordnungen zu Recycling und Verbote vor allem für die Verpackungsindustrie für Folien und Tüten erlassen werden.

      Dabei ist die Kunststoffindustrie doch viel mehr als Plastiktüten und Joghurtbecher.

      Ich verstehe das Problem durchaus, ich habe täglich damit zu tun. Wir verarbeiten in unserem Betrieb jährlich um die 900 - 1.000 t Kunststoff.
    • RS schrieb:

      Die Folge ist, dass Verordnungen zu Recycling und Verbote vor allem für die Verpackungsindustrie für Folien und Tüten erlassen werden.
      Ohne dem geht's ja auch nicht ... leider!

      RS schrieb:

      Dabei ist die Kunststoffindustrie doch viel mehr als Plastiktüten und Joghurtbecher.
      Ist auch immer wieder Thema: *Kunststoff-Müllhalden in Afrika* z. B. ....
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Ich will´s mal so sagen:
      Die lackierten K-Teile stellen weniger ein Problem dar - wenn man daraus hinterher einen schwarzen Kunststoff macht. Bei den verchromten und aluminierten bleiben idR. reflektierende Bestandteile in der Rohware bestehen. Es ist jedoch nicht so, dass diese von Metallabscheidern erkannt werden, sie sind aber sichtbar.
      Im Ganzen würde ich sagen "mittelmäßig" und auf jeden Fall ausbaufähig. (Auch wir arbeiten daran).
      Bei den mehrkomponentigen Recyclingstoffen ist eine Trennbarkeit von über 99% erreichbar.
      Wir setzen z.B. auch seit vielen Jahren PC aus der CD-Herstellung ein, weil es ganz bestimmte Fließeigenschaften hat und - wenn es noch nicht verspiegelt wurde - eine sehr hohe Reinheit mit sich bringt.
      Man muss immer sehn, für welchen Zweck diese Recyclingwaren eingesetzt werden sollen. Es muss nicht immer durch das recyclen zu einem Produkt zweiter Klasse werden. Es wird aber in unseren Produkten immer entsprechend gekennzeichnet. Meistens werden diese Produkte bei uns mit "ECO" bezeichnet.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von petersj ()