Spritzdruck verringern

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    • Dennstar schrieb:

      Kleineren Zylinder ?
      Wenn der kleinere Zylinder auf dieselbe Maschine kommt, würde sich der spezifische Spritzgruck (Druck im Schneckenvorraum) erhöhen, der Ansatz ist richtig. Die Maschine bringt einen maximalen hydraulischen Spritzdruck, in der Regel um die 160 - 180 bar. Entscheidend für den wirkenden Spritzdruck (= Druck vor der Schnecke) ist das Flächenverhältnis zwischen Kolben im (hydraulischen) Spritzzylinder und dem Schneckendurchmesser = Druckumsetzer-Prinzip.

      Wie @David schon ganz richtig vorschlägt, sollten jedoch vorher alle Fließwiderstände zwischen Schneckenvorraum und Kavität betrachtet und bewertet werden. Natürlich gehören auch alle eingestellten Temperaturen dazu, die die Viskosität elementar bestimmen.
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • D.h wenn ich auf meine selbe Maschine ein kleineres Aggregat baue...bspw von 50mm auf 35mm...kann ich einen höheren spez. Spritzdruckerreichen durch das neue Verhältnis von gleichbleibenden hydr. Kolbendurchmesser zu neuem kleineren schneckendurchmesser ?

      Wir hatten die werkzeugtemp. Bereits auf 120°C eingestellt...was schön 30 Grad über dem Datenblatt wäre...gemessen wurden knapp 110. Zylindertemp. Auf 300. Kann eine größere Düsenbohrung bei einem Heißkanalsystem einen geringeren spritzdruck bewirken ?

      Was könnte man noch tun ?
      Am Werkzeug wurden bereits die Anspritze ( Tunnelanguss ) vergrößert..
    • Dennstar schrieb:

      D.h wenn ich auf meine selbe Maschine ein kleineres Aggregat baue...bspw von 50mm auf 35mm...kann ich einen höheren spez. Spritzdruckerreichen durch das neue Verhältnis von gleichbleibenden hydr. Kolbendurchmesser zu neuem kleineren schneckendurchmesser ?
      Ja so ist es.

      Dennstar schrieb:

      Kann eine größere Düsenbohrung bei einem Heißkanalsystem einen geringeren spritzdruck bewirken ?
      Alle Geometrien, wo die plastische Masse hindurch muss, sollten auf das mögliche Maximum gebracht werden - ist immer gut für den Prozess und spart erheblich Energie!
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Dennstar schrieb:

      D.h wenn ich auf meine selbe Maschine ein kleineres Aggregat baue...bspw von 50mm auf 35mm..
      Wenn der 50ger Zylinder das "Standardspritzaggregat" der Maschine ist, wäre davon auszugehen, dass das Flächenverhältnis 1:10 ist, somit wäre bei Durchmesser 35 das Flächenverhältnis ca. 1:20

      Bei 150 bar Hydraulikdruck
      1:10 = 1500 bar Spritzdruck
      1:20 = 3000 bar Spritzdruck

      Hoffe, hab keinen Rechenfehler drin ;) ;)
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!
    • Moin Dennstar.
      Die Massetemperatur von 300°C ist für PC-ABS auch schon grenzwertig!
      Die Werkzeugtemperatur von 120°C (gemessen 110°C) ist auch wahrscheinlich am ENDE.
      Bei beiden Temperaturen würden eine weitere Erhöhung eine deutlich zunehmende Zersetzung bzw. zunehmende Probleme bei der Entformung und Formbeständigkeit bedeuten. Bitte auch bedenken und mal nachsehen: Hat das PC/ABS-Blend vielleicht auch noch Flammschutz? Der dürfte bei 300°C Massetemperatur bereits abreagiert haben und damit nicht mehr wirksam sein!
      Wenn du einen kleineren Zylinder zur Erhöhung des möglichen Einspritzdruckes nutzen willst, musst du überlegen, ob das dann geringere mögliche Dosiervolumen noch ausreichend ist. Sollte das tatsächlich ausreichend sein, kann man davon ausgehen, dass die bisher verwendete Garnitur sowieso viel zu groß sein dürfte.
      Eine größere Düsenbohrung macht nur Sinn, wenn der HK diese auch bedienen kann. Denn was nutzt dir eine 5mm Düsenbohrung, wenn der Eingang im HK (und auch der weitere Durchmesser) nur bei 4mm liegt?

      Ich sehe da mal wieder eine klassische Fehlkonstruktion des Werkzeuges: Viel zu kleine Kanäle um Material zu sparen. Oder wurde das Werkzeug ursprünglich für ein ganz anderes Material konstruiert?
    • TheProblemSolver schrieb:

      Hallo Dennstar,

      Willkommen...
      Ein paar mehr Daten wie,

      Übers Teil, Auslegung WZG,
      Einstellparameter,
      Temperaturen,
      Zykluszeiten,
      Schussgewicht etc.
      Material, verstärkt, unverstärkt

      Wären für uns grundsätzlich wegweisend Indie besser helfen zu können.

      Grüße
      Ich denke in Zukunft brauchen wir einen Fragebogen über den Prozess (alle relevanten Parameter inkl. Werkzeug, Material), damit der TE gleich uns allen mehr Input gibt. Und wir nicht alles aus TE herausquetschen müssen :D .

      Die Themen und Fragen sind immer dieselben...
    • Maestro schrieb:

      TheProblemSolver schrieb:

      Hallo Dennstar,

      Willkommen...
      Ein paar mehr Daten wie,

      Übers Teil, Auslegung WZG,
      Einstellparameter,
      Temperaturen,
      Zykluszeiten,
      Schussgewicht etc.
      Material, verstärkt, unverstärkt

      Wären für uns grundsätzlich wegweisend Indie besser helfen zu können.

      Grüße
      Ich denke in Zukunft brauchen wir einen Fragebogen über den Prozess (alle relevanten Parameter inkl. Werkzeug, Material), damit der TE gleich uns allen mehr Input gibt. Und wir nicht alles aus TE herausquetschen müssen :D .
      Die Themen und Fragen sind immer dieselben...
      Eine Art kleines Einstelldatenblatt wäre doch was. ;)
    • Dennstar schrieb:

      Das verstehe ich nicht ganz...wie kommst du auf dieses flächenverhältnis?
      Querschnittsfläche des Schneckenkolbenzylinders ist ein Kreis, als Fläche pi(~22/7)*d²/4, dadurch stimmt das etwa mit dem halben Querschnitt der 35er.
      Und da p=F/A ist und im hydraulischen System (inkl. Schneckeninneren) Kraftgleichgewicht herrscht, wirkt bei halber Fläche der doppelte Druck. (Fh=F1=F2=p1*A1=p2*A2) Fh=Hydraulischer Druck, den die Maschine (maximal) vorgibt

      Aber Vorsicht: bei gleicher Einspritzgeschwindigkeit (Schneckenweg in mm!) hast du natürlich nur noch das halbe Volumen pro Zeiteinheit, daher füllt deine Form langsamer, oder du musst die Geschwindigkeit erhöhen - und an der Stelle wird sich die Katze in den eigenen Schwanz beißen fürchte ich.
    • Ein höherer Spritzdruck wird nicht helfen, wenn das Aggregat nicht darauf ausgelegt ist. Die meisten Zylinder und Schnecken sind nur bis 2.000 bar bei einer maximalen Temperatur ausgelegt. Die Steigerung von 2.000bar auf 3.000bar stellt eine 50% höhere Belastung an den Zylinder und die Dichtungen dar. Der Stahl wird irgendwann einen Riss bekommen und der Zylinder ist hin. Es ist somit nur eine temporäre Lösung und da du eine dauerhafte Lösung suchst, kann diese verworfen werden.

      Die Summe aller Fließwiderstände ist im Werkzeug schlicht und ergreifend zu hoch. Mit der Maschine werdet ihr da nichts retten können. Es muss einfach geprüft werden, welcher Fülldruck für den Artikel selber notwendig ist und dann hat man die Reserve für das Angusssystem. Braucht euer Artikel schon alleine 1.400bar, werdet ihr um eine Neukonstruktion nicht herum kommen. Habt ihr eine Simulationssoftware im Haus, die das Berechnen kann oder bei eurem Werkzeugbauer?
    • Also wir haben allein jetzt einen spez. Spritzdruck von pmax 1960 bar....ist ein Neuwerkzeug...erklär mal den heiligen Menschen das Ihr WKZ falsch konstruiert wurde. Simulationsprogramme sind vorhanden...und wurden selbstverständlich auch vorher gemacht. Aber was dort bei rum kam entzieht sich meiner Kenntnis.

      Danke
    • Material : Xantar 22R
      Schussgewicht : 27g ...
      HK mit kaltverteiler tunnelanguss
      Kavität : 4 Fach
      Wandstärke : 1.5mm
      Fließweg: ca 13 cm durch den extrem langen anguss
      Zykl. : 28 sec...würde auch deutlich schneller gehen aber nicht durch den extrem dicken anguss

      Meiner Meinung nach totale Fehlkonstruktion

      Anschnitt und Tunnel wurden bereits bis auf ein Maximum vergrößert. Keine Besserung.
    • @Dennstar, gib bitte noch folgende Daten:
      - Max möglicher Dosierweg
      - Ist-Dosierweg
      - Massepolster
      - Einspritzzeit
      - Einspritzgeschwindigkeiten/ Profil? 1., 2., 3. ....
      - Heißkanaldüsen? Offen/Torpedo oder Nadelverschluss?
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Behrens ()

    • petersj schrieb:

      Ich sehe da mal wieder eine klassische Fehlkonstruktion des Werkzeuges: Viel zu kleine Kanäle um Material zu sparen.

      Dennstar schrieb:

      ..ist ein Neuwerkzeug...erklär mal den heiligen Menschen das Ihr WKZ falsch konstruiert wurde.
      Meine Erfahrung ist, dass zu oft das Wissen um die optimalen Notwendigkeiten weder bei Werkzeugbauern noch bei Spritzgießern den Anforderungen entsprechend ausreichend vorhanden ist! Daher sollten, auch wenn traditionell in der DNA vorhanden, beide Seiten mit den Anschuldigungen zurückhaltend sein, weil nicht zielführend. Ich kenne auch reichlich Fälle, wo die Werkzeuge optimal konstruiert und gebaut waren (z. B. konturnahe Kühlung, optimales Anspritzsystem usw.) und das Problem war der Mensch an der SGM, der keine Ahnung von Temperierung hatte und sein Prozess war auch mit gem. altem 08/15-Prozesswissen gestaltet ... Grundsätzlich versucht doch jeder nach seinen Möglichkeiten am Arbeitsplatz das Beste zu geben, oder?

      Fakt ist, dass die Werkzeugbauer schon vor langen Jahren sich dem digitalen Fortschritt gestellt haben und sie haben die Digitalisierung auch mit viel Invest in die Mitarbeiter und Anlagen umgesetzt. Hierzu haben sich die Spritzgießer mit ihrer "Verweigerungshaltung gegenüber dem digitalen Fortschritt" in den letzten 20 Jahren nichts Gutes getan, mit dem Ergebnis, dass sie heute überwiegend nach "uralten Philosophien" die Prozesse gestalten und nur zum Bruchteil die technischen Möglichkeiten der heutigen Spritzgussmaschinen nutzen können! Ursache: Schlechte Ausbildung!!!
      Dieses alles bitte immer bedenken .... der "Griff an die eigene Nase" versachlicht meist die Suche nach Problemlösungen ;) ;)
      Kunststoff-Spritzguss: 50 Jahre technischer Fortschritt, jedoch: Die Fehlerbilder sind geblieben!