Kostenanteil bei Mehrfachkavität-Werkzeug in Bezug auf Produktionskosten

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    • Kostenanteil bei Mehrfachkavität-Werkzeug in Bezug auf Produktionskosten

      Hallo alle zusammen!
      Ich habe eine Frage zu Kostenstruktur bei der Serienfertigung via Kunststoff-Sprtzguss. Ich hoffe das ist für dieses Forum nicht zu betriebswirtschaftlich! Diese Überlegung ist wichtig für meine Kostenkalkulation, um zu klären ab welcher Stückzahl eine Fertigung Sinn macht.

      Beim Angebot für die Serienfertigung wird mir ein Preis für das Werkzeug gegeben und einen Preis pro Teil.
      Wenn das Werkzeug jetzt mehrfach Kavitäten hat (also bei einem Schuss 2 oder mehr Teile auswirft), ist es dann legitim von mir die Kosten des Werkzeugs durch die Anzahl der produzierten Teile (pro Schuss) zu rechnen?

      Beispiel: Werkzeug kostet 10.000 EUR, Preis pro Teil 1 EUR. Bei der Produktion von 10.000 Stück liegt der Kostenteil pro Stück also bei 2 EUR (1 EUR für das Werkzeug, 1 EUR für den Teilepreis). Da die Werkzeugkosten ja einmalig sind, sinkt der Kostenanteil des Werkzeugs pro Teil mit steigender Stückzahl immer weiter. So weit, so einfach.

      Sagen wir jetzt, dass das Werkzeug 2 Nester hat (wirft also immer 2 Teile pro Schuss aus). Kann ich die Kosten für das Werkzeug dann ebenfalls durch zwei Teilen? Nach obigen Beispiel: 10.000 EUR (Werkzeug) : 2 (weil 2xfach Werkzeug) = 5.000 EUR Werkzeugkosten pro Stück + 1 EUR Teilekosten pro Stück, bei 10.000 Teilen = Kosten von 1,50 EUR / Stück?

      Der Vorteil von Mehrfachkavitäten liegt ja daran, dass in der gleichen Zykluszeit mehr als 1 Teil produziert wird. Als Kunde zahle ich aber nicht für die Zeit, sondern erwarte dass die Zeitersparnis schon im Teilepreis (bzw. Werkzeugpreis) berücksichtigt wird. Ich zahle ja die Werkzeug und Teilekosten unabhängig davon wie "schnell" meine Bestellung produziert wird. Weiterer Vorteil wäre noch, dass die Form 2 mal mehr Schüsse aushällt, weil mit jedem Schuss doppelt soviele Teile produziert werden. Mehr Teile -> geringere Werkzeugkosten pro Teil.

      Ich hoffe das war nicht zu kompliziert für eine Frage am Morgen! Danke fürs Lesen! :D

      Gruß Frank
    • Hallo John, bei deiner zweiten Rechnung hättest du jetzt 5000 Miese gemacht. 1,5 pro Stück x 10.000 = 15.000 und nicht 20.000 wie in der ersten Rechnung.
      Grundsätzlich immer die Werkzeugkosten durch die Anzahl der Sollteile die damit gefertig werden sollen. Dabei ist es völlig egal ob das ein 1 -Fach oder 16-Fach Werkzeug ist. Denn mehr als die geforderte Menge produzierst du ja eh nicht. Du bist mit einem 16-Fach Werkzeug nur schneller fertig. Aber die Kosten bleiben ja die Gleichen.

      Das Ganze ist aber sehr sehr Grob gerechnet. Das hat mir einer genauen P&L so rein garnichts zu tun.

      LG
    • Hallo Ralle,

      es handelte sich bei den Zahlen natürlich nur um ein grobes, abstraktes Beispiel zur veranschaulichung der Frage. Das Problem ist hier wohl die Rollenverteilung. In diesem Szenario bin ich nicht der Hersteller, sondern ein Kunde der bei einem Hersteller einkauft. Aber du hast mit deiner Aussage natürlich Recht (zu dem Schluss bin ich mittlerweile auch gekommen). Man liest bei Mehrfach-Kavität immer von imensen Kosteneinsparungen, aber das betrifft den Hersteller. Für mich als Kunden spielt es im Endeffekt keine Rolle wie die Teile hergestellt werden solange die Teile i.O. sind und der veranschlagte Preis eingehalten wird.
    • Also bei einem Mehrfachwerkzeug wir das Teil im Normalfall günstiger.

      Die Form als solches ist teurer, das ist auch richtig.

      Ebenso wird eine größere Maschine benötigt, welche aber normal nicht das doppelte kostet. Somit produziere ich doppelt soviele Teile, habe aber nicht den doppelten Stundensatz der Maschine und dadurch wird das Teil günstiger.
    • Ein Einfachwerkzeug und damit auch das Spritzteil wird im Verhältnis zum Mehrfachwerkzeug teurer sein. Man muss bedenken, dass die Grundkonstruktion (sozusagen der Träger) immer gebaut werden muss. sind die Kavitäten jedoch kompliziert und ggf. mit Schiebern zu bedienen wird auch bei einem Mehrfachwerkzeug der Preis deutlich steigen.
      Ich würde diese Preisfindung mit mehr als 2-4 Kavitäten nicht unterschreiben. Zu sehr müssen alle Faktoren mit in die Berechnungen einfließen. Gerade die Anzahl der erforderlichen Teile hat einen sehr großen Anteil am Preis des Spritzlings.
    • Hallo,

      es gibt ja auch 2 Szenarien für das Werkzeug. Zum einen kauft es der Kunde und überlässt es dem Lieferanten zur Teilefertigung. Zum anderen wird nur ein Preis für Teile bezahlt. Dabei gibt der Kunde einen Staffelpreis vor z.B. 50.000 Teile pro Jahr oder 2 Millionen.... Danach wird dann kalkuliert inkl. Der Werkzeugfachzahl und Maschinengröße.