Recycling

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    • Hallo Teviol,

      wir verkaufen oder lassen uns es wieder als Regranulat anliefern und mischen es wieder dazu.
      Selbst die Abspritzkuchen werden gesammelt und an diesen Recycler gegeben.
      Er stellt uns einen Trailer und der wird gewechselt wenn dieser voll mit Gibos oder seine Verpackung ist.
    • Wir vermahlen unseren Ausschuss selbst und geben diesen
      in der Produktion wieder hinzu.
      Mischkunststoffe werden entsorgt.


      Was den Einsatz von zugekauften Material angeht:

      Das Problem beim Recycling sehe ich aber immernoch darin, dass gleichbleibende Qualitäten nicht immer gegeben sind,
      egal ob bei Regranulaten oder Regeneraten.

      Verunreinigungen in der Schmelze bzw dem Gefüge beim gefertigten Bauteil sind keine Seltenheit,
      diese gehen von Metall.- bis hin zu Kautschukpartikeln.

      Schmelzefilter werden häufig nicht regelmäßig gewechselt und von Halogenen kann man bei Materialbemusterungen auch immerwieder entdecken.
      Recycling ist sicher ein wichtiges Thema, aber es liegt hier noch viel Arbeit und Verbesserung an.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von qs ()

    • Naja. "Gleichbleibende Qualitäten" ist eine Sache der Definition. Aber Recycling- und Regranulatstoffe können meistens nicht so enge Toleranzen erfüllen wie Prime-Waren. Daher werden die Grenzen dort auch idR. weiter gesteckt. Man sollte nur nicht erwarten, dass ein enges Prozessfenster - welches bei Prime-Ware schon kritisch war - mit den Recycling- und Regranulatstoffen noch haltbar ist.

      Verunreinigungen in der Schmelze lassen sich auch mit den besten Filtern nicht zu 100% ausscheiden. Auch die Zulieferer der Recycling-Betriebe bekommen es selten auf die Reihe, ihre Chargen sortenrein und ohne Schrauben an die Compoundeure zu liefern. Was wir da manchmal drin finden ist gar nicht zu beschreiben. Schmelzefilter regelmäßig zu wechseln ist kein Problem - das wird bei uns z.B. durch automatische Massedrucksensoren entsprechend gesteuert. Problematisch ist aber häufig die Größe der Partikel. Man kann natürlich sehr feine Siebe einsetzen, die dann nach sehr kurzer Zeit (manchmal nur wenige Minuten) wieder voll sind. Daher gibt es eben Produkte, bei denen eine gewisse Kontamination zugelassen wird. Frage ist aber in der Folge: Wenn schon Recyclingware der untersten Kategorie gekauft wird, muss der Einkäufer sich auch bewusst darüber sein, dass dieses Produkt nicht für jede Anlage und nicht jedes Fertigteil geeignet ist. Warum wird so ein Produkt immer wieder bei Heißkanälen mit Nadelverschlüssen eingesetzt? Billig ist nicht immer gut und möglich. Hochwertig aufgearbeitete Recyclate und Regranulate (near prime) kosten daher fast genau soviel wie Neuwaren. Aber der "CO²-Fußabdruck " ist deutlich kleiner. Und das ist das oder ein Ziel bei der Aufbereitung.

      Und "Halogenfrei" muss angefordert und bestellt werden. Wenn das nicht im Lastenheft steht, wird es auch nicht geliefert. Sollte ein halogenfreies Produkt bestellt worden sein und es ist es nicht, ist es reklamationsfähig, auf jeden Fall.
    • @petersj,

      Ich stimme dir zu, dass man bei Recyklaten keine Grenzen wie bei Industrie.-near Prime oder Neuwaren erwarten kein, keine Frage.

      Aber wenn die Vorlieferanten und Stoffströme gleich sind, kann man schon von gewissen, wenn auch größeren Toleranzfenstern ausgehen.

      " Gelber Sack" ist hier noch schlimmer.....

      Verunreinigungen sind auch nicht ganz zu vermeiden, aber eingrenzbar und was die Halogene angeht, werden diese bei vielen Compoundeuren gar nicht festgestellt...
    • Auf Halogenfreiheit zu testen ist eigentlich recht einfach. Man kann einmal den einfachen "Beilstein-Test" anwenden. Der ist allerdings bei entsprechender Verdünnung der Halogene nicht sehr aussagekräftig. Wir testen per Röntgenfluoreszenz-Analyse. Aber auch dabei gibt es Grenzwerte, die toleriert werden müssen. Aber da liegt man im Allgemeinen schon nahe an der Nachweisgrenze.
      Nachweisgrenze: Ist natürlich einerseits immer eine Frage, wie genau das Gerät ist. Aber ich meine, dass es da tatsächlich irgendwo Vorschriften zum maximal Erlaubten gibt (hab jetzt aber keine Zeit danach zu suchen ?( )