Maschinenhersteller: Feedback für Abschlussarbeit

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    • Maschinenhersteller: Feedback für Abschlussarbeit

      Hallo zusammen,

      ich hoffe, mein Beitrag ist hier richtig aufgehoben.

      Ich bin Student bei einem Hersteller für Spritzgussmaschinen und beschäftige mich in meiner Abschlussarbeit mit der Frage,
      ob und wie neben dem bestehenden Geschäft zusätzliche Mehrwerte für den Kunden geschaffen werden können.

      Ehrlicherweise bin ich da vollkommen auf Feedback von Kunden und Branchenexperten angewiesen und da sich hier allem Anschein nach
      das geballte Spritzgusswissen tummelt, hoffe ich auf Eure Unterstützung. Ich bin wirklich für jeden Hinweis dankbar.

      Meine bisherigen Ideen:
      - Kostenloser Teilekalkulator
      - Plattform für Auftragsmatching
      - Video-Tutorials für Maschinenfunktionen / Videobeiträge zu aktuellen Themen
      - Inzahlungnahme von Altmaschinen bei Neukauf

      Vielen Dank im Voraus! :)
    • Hallo Plastic_for_future,

      wichtig sind auch:
      - schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteile
      - kompetente Servicemonteure, auch Zeitnah Verfügbar
      - Unterstützung bei Neuprojekten in Richtung Spritzgießverfahren

      Das mit den Video-Tutorials finde ich interessant, wäre auch ne Option für interne Schulungen.
    • Wir probieren intern auch gerade ein Verfahren mit Video-Helmkamera und Wifi-Verbindung aus. Es soll damit möglichst der bisher notwendige Reisedienst minimiert werden, wenn mal wieder "was in China nicht funktioniert". (betrifft natürlich auch die anderen Standorte). Der "Suchende" steht dann mit seinem Helm an der Maschine und wir in Hamburg können dann auf unserem Monitoren die Arbeit verfolgen, kommentieren und natürlich die Mitarbeiter ggf. damit auch anleiten und schulen.
      Mal sehen, was dabei heraus kommt. Da das Projekt erst ein paar Wochen läuft, haben wir noch keine fundierten Erfahrungen.
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    • Nicht erst vorschlagen, wenn was ist, sondern schon vorher. Die Anlagen müssen vorhanden sein bevor etwas passiert. Sie sind ja eigentlich auch nichts Neues. Bei vielen Automobilherstellern sind diese Geräte für Trainees und teilweise auch für die laufende Produktion schon lange Standard.

      Aber wir haben gelegentlich folgendes Problem: Wenn es schnell geht 12-16 Stunden nach Shanghai, 2Stunden mit dem Taxi nach Changshu zur Firma. Jo, und wenn´s dann gut passt, und die Arbeit schnell von der Hand ging, kann man theoretisch den nächsten Tag wieder zurück reisen. DAS macht dann RICHTIG Sinn.
    • In der heutigen Zeit erwarte ich von den Maschinenherstellern, dass eine kostenlose App für mobile Geräte zur Verfügung steht, über die man alle wichtigen Parameter der laufenden Maschine abrufen kann. Im Störungsfall informiert einen die App auch per Nachricht. Das wäre ein Traum.
    • Neu

      Das ist doch bei den allermeisten Geräten und Maschinen heute optional schon erhältlich, egal ob MVR, HKV, Zug- Biegemaschine, DSC TSG, Gaschromatograph, IR-Spectrometer etc. Wir haben uns kollektiv dagegen entschieden, weil die Leute dann noch mehr auf ihrem Handy rumdaddeln als ohnehin schon. Der Wunsch war nämlich auch schon da, Prüfergebnisse der Anlagen aufs Handy geschickt zu bekommen, damit sie gar nicht mehr aufstehen brauchen. Nur wer macht die Anlagen und Geräte dann noch sauber? Da hat dann niemand mehr "Bock" drauf.
    • Neu

      Aber mal direkt auf die Frage von plastic-for-future geantwortet:
      Ich hoffe, du willst die o.g. nicht in die Software der Maschinen integrieren?
      Teilekalkulator: Könnte man natürlich als Kaufoption zusätzlich zu einer Maschine anbieten, aber dann geht wieder die Diskussion los: Was soll
      alles berücksichtigt werden? Keinesfalls in die Software der Maschinen integrieren. Andererseits bieten viele Maschinenhersteller
      ihren Kunden solche Kalkulationen begleitend sowieso schon an.

      Auftragsmatching: Jeder Betrieb, der mit einem ERP-System arbeitet betreibt idR. auch ein entsprechendes Auftragsmatching. Wenn dann noch mit einem Leitrechner gearbeitet wird, kann man beide Systeme gut miteinander verbinden. Leider sind aber nicht alle Leitrechner mit allen Maschinen kompatibel oder sie haben überhaupt (noch) keine entsprechenden Schnittstellen, von einer Nachrüstbarkeit ganz zu schweigen. Dazu kommt auch häufig eine hohe Abneigung der Geschäftsführung, in dieser Richtung Ausgaben zu tätigen.

      Video-Tutorials: Ganz ehrlich: Habe ich noch nie vermisst. Ein ausgebildeter Kunststoffformgeber / Spritzguss sollte entweder intuitiv oder
      zumindest mit Hilfe der Manuals einer Maschine mit der Anlage zurecht kommen. Bei umfangreichen Anlagen mit diversen Nebenaggregaten wird sowieso vom Hersteller eine Schulung durchgeführt. Ich frage mich allerdings immer wieder was bei diesen Schulungen sogenannte "Anzugträger" aus dem Einkauf und Verkauf der Kunden zu suchen haben.
      Inzahlungnahme von Altmaschinen: Das ist natürlich so ein Problem: Was soll der Hersteller mit alten Maschinen? Wenn sie nur 1-2 Jahre alt sind, können sie evtl. noch verkauft werden. Ein 20 Jahre alte Maschine muss vor dem Verkauf aber erstmal auf den sicherheitstechnisch neuesten Stand gebracht werden. Verschrotten kann eine Maschine aber jeder Betrieb.

      Schnelle Ersatzteilversorgung: Unsere Maschinen kommen aus dem Schwarzwald. Wenn ein gewünschtes Ersatzteil im Werk vorhanden ist, habe ich dieses bei einer Bestellung bis 16 Uhr auf Wunsch bis spätestens 9:00 Uhr am nächsten Tag. Was will man mehr? Brauche ich z.B. eine neue Platine, die dort nicht in der Schublade liegt, dauert es maximal 1 Tag länger, weil sie erst neu bestückt werden muss. Kann ich auch gut verstehen. Bei Sonderanfertigungen kann m.E. auch keine spontane "Heilung" erwarten. Standardteile innerhalb von 24 Stunden wäre auf jeden Fall Ok. Ansonsten rate ich zu einer "Selbstbevorratung" (Düsen- und Zylinderheizungen, Thermofühler, RS-Sperren, eben Verschleißmaterial).

      Schneller Service, Monteure: Auf jeden Fall wünschenswert. Aber kann ich erwarten, dass innerhalb 12 Stunden ein Monteur vor der Tür steht und mir meine Maschine repariert? Ich würde sagen NEIN. Wie viele Monteure soll der Lieferant denn vorrätig haben, damit diese Vorgabe immer erfüllt werden kann? Was sollen diese Monteure machen, wenn keine Maschinen kaputt gehen? Ein guter und wirklich hilfreicher Telefonservice ist die halbe Miete. Was nützt es aber, wenn in einem Betrieb keine Schrauber und Elektriker als Servicepersonal arbeiten?

      Tja, und was wünschen wir uns noch?
      Am besten nur noch Maschinen mit EINER Taste: Start. Bitte keine Parameter mehr eingeben müssen, das muss alles automatisch gehen. Und dann noch zwei Leute dazu: einen der Material nachfüllt und einen der Fertigteile abtransportiert. Fehlermeldungen müssen sich automatisch quittieren (Wofür braucht man die eigentlich?). Und mit jeder Maschine muss ein Handy oder eine Spielkonsole mitgeliefert werden. Auf keinen Fall möchten wir DENKEN müssen. - Und "Mai Tais" for free. :thumbup: :whistling:
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      Bravo Petersj :D

      Ich kann überall zustimmen. Allerdings bei meinem Österreichischen Hersteller ist die Ersatzteilverfügbarkeit meist ein Witz....

      Was wünsche ich mir?
      • Keine stark überteuerten Ersatzeile und vorallem keine Luxuspreise bei Nachrüstungen. Wenn ich eine Alarmhupe für die Maschine möchte, möchte ich keine 1.000€ bezahlen und hören das am Preis nichts mehr geht...... wenn ich mir sie doch für 50€ beim original Lieferant kaufen kann...... Oder eine Servoachse für 10.000€ anstatt 5.000€
      • Die erstellung entsprechender Angebote dauert meistens Wochen... das geht nicht. absolut nervig.
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      Die Frage kam so unerwartet, dass ich nach einem Tag immernoch keinen Kommentar abgeben kann :D

      Die "Mai Tai- Option" erschließt sich mir sofort, machen ;)

      Andererseits wären Maschinen wünschenswert, bei denen alles sinnvolle keine zusätzliche Option mehr ist, so kommt die Frage gar nicht mehr auf, ob man das denn unbedingt braucht...

      Aber ernsthaft:
      Wie petersj schon geschrieben hat, an Service mangelt es nicht zwingend und eine Erwartungshaltung muss da eben nicht der Realität entsprechen.
      Ich stelle mir an Maschinen auch nicht vor, dass dem Einrichter alles abgenommen wird und damit sogar noch Flexibilitäteingeschränkt wird, auf gar keinen Fall.

      Vielmehr muss das Bewusstsein von Spritzern und Herstellern dahin gehen, wie qualitativ hochwertige Teile hergestellt werden (Achtung, es könnten ca. 20 Zitate des Herrn Behrens folgen... :D , btw zurecht!!!)
      Einbindung von Sensorik, Selektierklappen, etc. --> Gibt es alles schon, aber nicht unbedingt zweckmäßig eingebunden.

      Wenn mir ein Leitrechnersystem des Maschinenherstellers auch wirklich alle Informationen geben würde, die ich da brauche, damit wäre einem geholfen... Sensormessdaten, Ausschuss warum/ wann/ etc...
      Und das alles Einrichterfreundlich. Ein Komplettsystem für eine Firma, mit dem ich Käufer überzeugen kann, das aber nichts für die Basis ist, die an den MAschinen steht ist für den Popes!

      Über mehr mach ich mir jetzt noch Gedanken.

      PS:
      Warum nur ein Leitrechnersystem... Aus der Vergangenheit weiß ich, wie viele Diskussionen es gibt, welche Managementprogramme man braucht etc. Wenn sich so ein Leitrechnersystem zu einem ERP oder einem MDE weiterentwickeln kann, dann kann einem Kunden hier ne Komplettlösung angeboten werden.
    • Neu

      petersj schrieb:

      Unsere Maschinen kommen aus dem Schwarzwald. Wenn ein gewünschtes Ersatzteil im Werk vorhanden ist, habe ich dieses bei einer Bestellung bis 16 Uhr auf Wunsch bis spätestens 9:00 Uhr am nächsten Tag. Was will man mehr? Brauche ich z.B. eine neue Platine, die dort nicht in der Schublade liegt, dauert es maximal 1 Tag länger, weil sie erst neu bestückt werden muss. Kann ich auch gut verstehen. Bei Sonderanfertigungen kann m.E. auch keine spontane "Heilung" erwarten. Standardteile innerhalb von 24 Stunden wäre auf jeden Fall Ok. Ansonsten rate ich zu einer "Selbstbevorratung" (Düsen- und Zylinderheizungen, Thermofühler, RS-Sperren, eben Verschleißmaterial).
      Könnte fast aus der Marketingabteilung des Herstellers sein ;) ;) , hängt aber davon ab, ob man ein "Premiumkunde" ist, heisst, entsprechend viele Maschinen von diesem Hersteller hat, was bei den meisten Spritzgießern nicht der Fall ist! Und wenn in der Spritzerei ein Hersteller der ALLEINLIEFERANT (kaumännisch unklug!) ist, wird man auch noch etwas bevorzugt behandelt.
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      petersj schrieb:

      Tja, und was wünschen wir uns noch?
      Am besten nur noch Maschinen mit EINER Taste: Start. Bitte keine Parameter mehr eingeben müssen, das muss alles automatisch gehen. Und dann noch zwei Leute dazu: einen der Material nachfüllt und einen der Fertigteile abtransportiert. Fehlermeldungen müssen sich automatisch quittieren (Wofür braucht man die eigentlich?). Und mit jeder Maschine muss ein Handy oder eine Spielkonsole mitgeliefert werden. Auf keinen Fall möchten wir DENKEN müssen. - Und "Mai Tais" for free.
      Zwar ein bisschen "übertrieben", aber so in etwa haben sich die Spritzgießer in den vergangenen Jahren immer mehr in die Hände der Lieferanten begeben, was zur totalen Abhängigkeit der ganzen SpritzgussBranche führte!


      Beispiele:
      - Maschinen-/Anlagenhersteller stellen Anlagen den Lehranstalten/-instituten kostenlos zur Verfügung, was werbewirksam in der Kunststoffbranche mit tollen Bildern "gestreut" wird. Wie super diese Anlagen sind, wird dann jeder Spritzgießer bei Schulungen/Lehrgängen in diesen Instituten bei Schulungen erfahren (eine Hand wäscht die andere ;) )!
      - Die Fachzeitungen (für Kunststoffverarbeiter gedacht) werden von den Maschinen-/Anlagenherstellern finanziert.
      - Die Spritzgießer rennen zu Anlagenherstellern und lassen sich auf Prozessschulungen Spritzgusswissen vermitteln, was in der Regel den allgemeinen Lehrbüchern entspricht :thumbdown:
      - Bei Projekten werden von Beginn an die "Prozess-Experten" der Anlagenhersteller eingebunden.
      - usw.

      Ich frage mich, was können die Spritzgießer denn irgendwann überhaupt noch allein, wieviel Knowhow befindet sich noch beim Spritzgießer selbst?


      Ergo: Die Spritzgießer haben sich mit diesem *kompletten Outsourcing* in eine Kompetenz-Sackgasse manövriert, heisst, sie haben sich zum *Geldbeschaffer ihres Speckgürtels* gemacht/versklavt! :thumbdown:

      Und mit jedem Messebesuch werden sie weiter in diese Sackgasse gelockt ;)


      Wer sich nun die Frage stellt: Warum "dümpelt" die (Prozess-)Ausbildung der Spritzgießer nach wie vor auf uralten Prozess-Philosophien/Lehren und nicht auf dem Stand der technischen Möglichkeiten? Meine Antwort: "Ein dummer Kunde ist immer ein guter Kunde". .... Ein Schelm, der da Böses denkt ;)
    • Neu

      Teviol schrieb:

      Was wünsche ich mir?


      Keine stark überteuerten Ersatzeile und vorallem keine Luxuspreise bei Nachrüstungen. Wenn ich eine Alarmhupe für die Maschine möchte, möchte ich keine 1.000€ bezahlen und hören das am Preis nichts mehr geht...... wenn ich mir sie doch für 50€ beim original Lieferant kaufen kann...... Oder eine Servoachse für 10.000€ anstatt 5.000€

      Die erstellung entsprechender Angebote dauert meistens Wochen... das geht nicht. absolut nervig.
      Dann mache dich zum Prämiumkunden deines Lieferanten, dann werden dir die Wünsche erfüllt ;) ;)
    • Neu

      Dieses ganze Gedöns um die eigentliche Maschine finde ich nur lästig. Schön wäre eine Art Expertenmodus wo alle Einstellungen, Bewegungen, Positionen frei programmierbar sind. So das man auch ungewöhnliche Bewegungen fahren kann oder auch Dinge z.B. mit dem Spritzaggregat machen kann die eigentlich Unsinn sind.
      Frei definierbare Grafiken wären auch was.
      Wir machen öfter mal ungewöhnliche Dinge mit den Maschinen. Und nicht alles passt so richtig zum Standard.