Spritzgussunternehmen für nachhaltige Teile

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    • Spritzgussunternehmen für nachhaltige Teile

      Hallo zusammen,

      ich suche Unternehmen, die nachhaltig produzieren bzw. nachhaltige Kunststoffe verwenden. Im Internet kann man natürlich die Unternehmen suchen, dies ist jedoch sehr Zeitaufwendig. Zudem können diese nicht bzg. Nachhaltigkeit verglichen werden. Gibt es eine Zusammenstellung oder Verzeichnis von solchen Unternehmen? Gibt es ein "Rating", also eine Art Lable für nachhaltige Unternehmen/Produkte. Ich habe dazu hier im Forum bzw. im Internet noch nichts gefunden?

      Bin super dankbar für Hinweise oder Tips!
      Gruß!
    • Sorry, da muss ich nun mal Werbung für unsere Firma machen. Wem das nicht passt kann mich ja "wegzappen".
      Wir nehmen bereits verarbeitete Kunststoffe in einem speziellen Werk wieder an und können sie z.B. entlacken oder auch trennen und dann - sozusagen im "closed-loop" (geschlossener Kreislauf) - sogar auch zur Wieder- oder Weiterverarbeitung an die Lieferfirma zurück geben. So bekommen wir z.B. von großen und kleinen OEMs komplette Armaturenbretter oder Türverkleidungen, die in entsprechenden Verfahren zu 99% sortenrein getrennt werden können und als Rückware dann wieder in die Produktion der gleichen Artikel aufgenommen wird.

      siehe:
      albis.com
      wipag.de

      Aber: Ja es ist noch schwierig oder gar unmöglich entsprechende Listen zu finden, da das hochgradige Recyceln immer noch eine Nische ist. Man muss sich tatsächlich meistens an Firmen wenden, bei denen man "vermutet", dass sie Recycling "können" und dort anfragen.
    • Erstmal vielen Dank für eure schnelle Rückmeldung @petersj @1u21!

      Es geht mir darum, gezielt Unternehmen zu finden, die unsere bestehenden Kunststoffprodukte nachhaltiger als bisher produzieren können. Dass der Begriff Nachhaltigkeit sehr vielschichtig definiert wird, konnte ich bei meiner Recherche bereits feststellen.

      Als Laie und nicht Branchenexperte fällt es mir aber schwer, zu beurteilen, welche Kriterien ein "nachhaltiges, kunststoffverarbeitendes Unternehmen" ausmachen.

      Ein Rating oder irgendeine Zertifizierung gibt es diesbezüglich anscheinend (noch) nicht? Oder eine Art Unternehmensdatenbank mit entsprechenden Filterfunktionen?
    • Schon mal vorab meine Entschuldigung, sollte es jetzt zu ketzerisch klingt: Aber als erstes wäre es sicher wichtig zu wissen, ob
      a) eure Geschäftsleitung nur mit dem Label "nachhaltige Produkte" Werbung machen möchte, dann reicht es vermutlich, wenn Ihr auf einen Spritzgießer setzt, der ebenfalls damit Werbung macht bzw. euch das durch ein (un)abhängiges Büro ein Zertifikat ohne Vergleichbarkeitsanspruch mit selbst festgelegten Kriterien attestieren lassen. Ist ja absolut Gang und Gäbe!
      b) geht es euch wirklich um Umweltschutz und Nachhaltigkeit, dann solltet ihr selbst Kriterien definieren. Beispielsweise: Einsatz von Bio-Polymeren, Einsatz von Recycling-Material, Verwendung [Zukauf/eigene Herstellung] von Ökostrom, x% Wärmerückgewinnung oder weniger Wasserverbrauch als Branchenüblich.
    • Ich führe mal zwei Beispiele an, die sich unterscheiden und du kannst sagen, was eher dein Ziel ist.

      Unternehmen A produziert viel mit Kaltkanalwerkzeugen bzw. Teilheißkanalwerkzeugen. Dadurch fällt einiges an Angüssen an, die wieder verarbeitet oder entsorgt werden müssen. Unternehmen A richtet das Marketing daraufhin aus, dass man viel internen Abfall wiederverwertet und somit nachhaltig ist.

      Unternehmen B produziert hauptsächlich nur mit Heißkanalwerkzeugen sowie auf dem aktuellen Stand der Technik und hat nur den üblichen Anfahrausschuss, der auch deutlich unter dem Durchschnitt liegt. Durch die geringen Mengen an Abfall und die fehlenden Möglichkeiten diesen direkt zu verarbeiten, muss man diesen extern verkaufen. Das Marketing kann nicht auf den gleichen Schwerpunkt ausgerichtet werden wie bei Unternehmen A, weil man kaum internen Abfall hat.

      Das sind die oberflächlichen Unterschiede. Schauen wir uns mal den Aspekt Energieverbrauch an. Unternehmen A muss 100% mehr Energie pro Schuss aufwenden, weil der Angussverteiler auch flüssig werden muss und wieder abkühlen muss. Weiterhin braucht die Mühle auch Energie, damit die Angusskanäle zerkleinert werden können.
      Schauen wir uns einfach mal, was es für ein 1kg Celanese Forttron 1130L4(einfach nur als Beispiel) bedeutet. Für das Aufschmelzen von 80°C auf 300°C werden 351kJ benötigt oder knapp 0,1kWh benötigt. Klingt nicht viel, aber rechnen wir es hoch. Unternehmen A und B stellen pro Jahr aus dem Kunststoff die gleichen Teile in der gleichen Menge her. Gehen wir mal von 200g pro Teil bei 300.000 Teilen pro Jahr aus. Macht am Ende einen Unterschied im Stromverbrauch von 6.000kWh.

      Welches Unternehmen ist für dich nachhaltig?
    • Behrens schrieb:

      @1u21, einen ganz wichtigen Pukt hast du noch vergessen: Bei Unternehmen A ist der Energieverbrauch (durch höhere Fließwiderstände) beim kompletten Ausformprozess (Füllen+Nachdruck) extrem höher.
      Nicht vergessen, sondern bewusst rausgelassen ;)

      Es folgt einfach ein Rattenschwanz an andere Dingen. Nicht nur der verringerte Fülldruck braucht weniger Energie, auch kann eine kleinere Schnecke genommen werden, wodurch weniger Energie nach Außen abgestrahlt wird. Dadurch verringern sich auch die Reibungsverluste in der Hydraulik(bei vollelektrisch sind kleinere Aktuatoren möglich). Weiterhin kann das Werkzeug kompakter ausfallen, wodurch weniger Stahl gebraucht wird. Geringere Staubbelastung usw...