Hochglanzoberfläche bei Umspritzung schützen

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    • Hochglanzoberfläche bei Umspritzung schützen

      Hallo Miteinander,

      ich bin auf der Suche nach einem Konzept eine Hochglanzoberfläche während des Spritzgießens zu schützen.

      Es handelt sich um ein Teil aus 3 Komponenten:
      - in einen polierten Formeinsatz (in "Werkzeug 1") wird ein Organoblech eingelegt und umspritzt (hierbei entsteht gleichzeitig die Hochglanzoberfläche auf dem Organoblech)
      - das Teil wird in das nächste "Werkzeug 2" eingelegt und eine Weichkomponente gegenüber der Hochglanzoberfläche gespritzt

      Im Anhang ist der Schichtaufbau mal schematisch dargestellt. schematischer Aufbau.png

      Hat jemand Erfahrungen damit, wie ich Oberflächenbeschädigungen des Organobleches vermeiden kann?
      In Versuchen hat sich gezeigt, dass sich jedes Staubkorn im Formeinsatz "Werkzeug 2" auf der Hochglanzoberfläche abbildet.

      Wir hatten als Überlegung eine 0,1mm starke "Samtdecke" aufzubringen - hat jemand sowas oder in dieser Art schon mal was gesehen, gehört, probiert?

      Ich danke euch für konstruktive Hinweise!

      LG Stahlin
    • Moin,

      jawohl das ist richtig. Soweit plant unsere Anwendungstechnik das auch ein.

      Es geht mir mehr um den Formeinsatz in Werkzeug 2. Dort suche ich Möglichkeiten um die Oberfläche zu schützen. Der Formeinsatz wird natürlich ebenfalls poliert und beschichtet und die Fertigungsqualität wie bei Werkzeug 1 gehalten.

      Grüße Stahlin
    • Wenn das Blech so empfindlich ist, dass sich Staub darauf abbildet, würde ich von einer "Samtdecke" abraten. Auch diese wird auf der Oberfläche Muster hinterlassen. Wenn der Prozess dann auf 2 Maschinen stattfindet, müssen beide Maschinen clean sein, sowie auch die Verbindung zwischen ihnen. Ggf. kann man mit ionisierter Luft zusätzliche Staubanhaftungen verhindern. Die Vorarbeit hat aber der Reinraum zu liefern.
    • Falls anlagentechnisch realisierbar, wäre es hier möglicherweise sinnvoll, das Werkzeug gar nicht zu wechseln, sondern mit einem Drehtellerwerkzeug mit zwei Kavitäten zu arbeiten: Das Werkstück Organoblechseitig in der Auswerferseite "stecken" lassen und in zweiter Düsenseiten-Kavität die Weichkomponente hinterspritzen.
      Bedingt natürlich eine hinreichende große SGM mit Drehtisch und zwei Spritzeinheiten.
    • @petersj, das ist natürlich nicht zu vernachlässigen. Die Spülluft wurde ebenfalls schon in Betracht gezogen.

      @03 1010, auch das wurde schon ins Rennen gebracht, der Temperaturunterschied im Formeinsatz macht aber hier einen Strich durch die Rechnung. Die Weichkomponente hat eine Verarbeitungstemperatur von ca. 30-40°C, für das Umspritzen erreichen wir ca. 200°C...

      Es bleibt am Ende eigentlich nur die Thematik Sauberkeit und Bauteilhandling so hoch anzusetzen wie nötig.
    • Stahlin schrieb:

      @petersj, das ist natürlich nicht zu vernachlässigen. Die Spülluft wurde ebenfalls schon in Betracht gezogen.

      @03 1010, auch das wurde schon ins Rennen gebracht, der Temperaturunterschied im Formeinsatz macht aber hier einen Strich durch die Rechnung. Die Weichkomponente hat eine Verarbeitungstemperatur von ca. 30-40°C, für das Umspritzen erreichen wir ca. 200°C...

      Es bleibt am Ende eigentlich nur die Thematik Sauberkeit und Bauteilhandling so hoch anzusetzen wie nötig.
      eine Verarbeitungs- oder Werkzeugtemperatur?
      Heißt dann sozusagen, ihr müsst den Spritzling abkühlen, bevor die Weichkomponente eingebracht wird?

      Eine solche Anwendung mit "heißem" Spritzguss und Silkonkomponente wurde auf der "K" vorgeführt, dazu waren die kavitäten vollständig thermisch entkoppelt und mit einem Handling-System die Bauteile "umgetopft". Den Namen des Unternehmens müsste ich nachgucken, Vorführteil war eine Handy-Halterung fürs Auto.
    • Das Blech wird in einen Formeinsatz eingelegt (70°C), dann wird der Einsatz auf 180°C aufgeheizt und eingespritzt, dann mit Ende Nachdruck beginnt der Abkühlvorgang auf Entformtemperatur 70°C
      Die Weichkomponente wird bei Formeinsatztemperatur ca. 40°C eingebracht.


      Wenn du wegen dem Firmenname nochmal nachsehen könntest, wäre ich dir sehr verbunden. :thumbup:
    • David schrieb:

      Wie wäre ein Variotherm Temperiergerät?
      Gibt es mehrere Möglichkeiten und Hersteller.
      Soweit ich weiß.
      Wir werden für den prozess ein 1-Kreis Temperiergerät nutzen. Deswegen ist eine gleichzeitig unterschiedliche Temperierung der Formeinsätze leider so nicht möglich..


      Hephaistos schrieb:

      @Stahlin: Es sind zwar noch viele Parameter unbekannt, aber einen extrem kratzempfindlichen Einleger habe ich ähnlich deiner Idee vor Jahren mal mit einer 0,1-0,2mm dicken PU-Beschichtung auf den betroffenen Werkzeugflächen geschützt. Möglicherweise funktioniert das auch in deinem Prozess.

      In diesem Sinne
      Gab es da eine spezielle Firma, die diese Beschichtung ausgeführt hat, oder war das ein "Standard"-Lieferant?
    • Kunststoffstudi schrieb:

      Das ist ein Sonderverfahren, bei KM nennt es sich ColorForm:

      kraussmaffei.com/de/unsere-verfahren/colorform-technologie


      Andere Maschinenhersteller bieten ähnliches an. Eventuell ist das ja eine Lösung.
      Aber das Verfahren hier ist ja was anderes, als eine Oberflächen(schutz)beschichtung im Werkzeug. Das Konzept "Einleger umspritzen, Weichkomponente spritzen" steht in der Form, da kann ich nix mehr dran ändern. Oder hab ich was überlesen?
    • Stahlin schrieb:

      Gab es da eine spezielle Firma, die diese Beschichtung ausgeführt hat, oder war das ein "Standard"-Lieferant?
      Das war eine hoch verschleißfeste 2k PU-Elastomerbeschichtung die normalerweise für Innenauskleidungen von Chemieanlagen gedacht ist, die habe ich mit 60er Petrolether runterverdünnt und aufs warme Werkzeug aufgesprüht. Zum Testen nur das PU, das lässt sich dann wieder abziehen. Als klar war, dass es funktioniert nochmal neu mit einem entsprechenden Primer.

      Da ich deine Firma und auch die angepeilten Stückzahlen bzw. die damit verbundenen Kosten nicht kenne möchte ich darauf hinweisen, dass dir hierfür keiner eine Garantie geben kann. Wenn du das mit Brief und Siegel brauchst, oder die Gefahr besteht dass dir jemand den Kopf abreißt wenn es nicht läuft, muss eine "offizielle" Lösung her, wie sie weiter oben verschiedentlich schon stehen.

      In diesem Sinne
      Quod scripsi, scripsi.
    • Hephaistos schrieb:

      Stahlin schrieb:

      Gab es da eine spezielle Firma, die diese Beschichtung ausgeführt hat, oder war das ein "Standard"-Lieferant?
      Das war eine hoch verschleißfeste 2k PU-Elastomerbeschichtung die normalerweise für Innenauskleidungen von Chemieanlagen gedacht ist, die habe ich mit 60er Petrolether runterverdünnt und aufs warme Werkzeug aufgesprüht. Zum Testen nur das PU, das lässt sich dann wieder abziehen. Als klar war, dass es funktioniert nochmal neu mit einem entsprechenden Primer.
      Da ich deine Firma und auch die angepeilten Stückzahlen bzw. die damit verbundenen Kosten nicht kenne möchte ich darauf hinweisen, dass dir hierfür keiner eine Garantie geben kann. Wenn du das mit Brief und Siegel brauchst, oder die Gefahr besteht dass dir jemand den Kopf abreißt wenn es nicht läuft, muss eine "offizielle" Lösung her, wie sie weiter oben verschiedentlich schon stehen.

      In diesem Sinne
      Völlig korrekt, habe das insoweit auch als "inoffizielle" Lösungen angesehen.
      Ich hatte das bei dir bloß so aufgefasst, dass du eine Firma gefunden hast, die dir damit eine serientaugliche Lösung verschafft hat.

      Ich danke an dieser Stelle trotzdem allen für die Einsatzbereitschaft zur Lösungsfindung und für eure Ideen.