Lagern von Ausschuss zum einmahlen

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    • Lagern von Ausschuss zum einmahlen

      Hallo zusammen,

      bitte den Thread verschieben, sollte er nicht hier rein passen =)

      Ich bräuchte bitte ein paar Tipps, evtl. habt ihr das ja schon iwie gelöst.

      Und zwar ist es folgerndermaßen:

      Unser Kunststoffausschuss und die Angüsse werden bei uns aussortiert und in selbstgemachten Behältern gelagert. Diese haben einen Deckel und sind ca. 1,20m hoch und müssen zum Transport auf einer Palette stehen.
      Dieser Ausschuss muss dann von Hand in die Mühle "geschöpft" werden, wenn wir unsere schwarzen Einweg Behälter an der Blasextrusion produzieren.

      Dieses Rausschöpfen ist sehr umständlich, da der Behälter ziemlich hoch ist und aus Stahl.
      Hättet ihr eine bessere Lösung als Mülltonnen aus Kunststoff? Das wäre zwar nur Suboptimal, aber diese wären leichter zu Transportieren und umzukippen, damit man alles rausbekommt.


      Danke schonmal =)
    • Erste Idee: Warum Behälter aus Stahl und nicht aus Alu oder Kunststoff? Es gibt in Palettengröße Kunststoffboxen z.B. bei auer-packaging.com/de/de/Palettenbehälter.html
      Diese Boxen könnte man dann mit eine entsprechenden Hebe- und Drehvorrichtung auf ein Förderband an der Mühle entleeren. Das Förderband schiebt dann das zu mahlende Gut lastabhängig oder füllstandsabhängig in die Mühle. Das Mahlgut kann dann in eine leere Box gefüllt werden.
      Ich verstehe immer nicht, wieso keiner auf so einfache Ideen kommt, mal ins Netz zu kucken und sich mal Sachen ansieht und anbieten lässt. Das sehe ich als "suboptimal" an. NATO >> No Action - Talking Only.
    • Stehen in der Blasformhalle Kran oder Gabelstapler/Hochubwagen zur Verfügung?
      Wenn ja, kann man so etwas nehmen wie die Dreherein für ihren Späneabfall: einfaches befüllen, händisches Verfahren und Auskippen mittels Stapler direkt in den Schacht.
      [Blockierte Grafik: https://www.picclickimg.com/d/l400/pict/162607212542_/Kippmulde-600-Liter-mit-Staplertaschen-f%C3%BCr-Gabelstapler-Container.jpg]
      Falls ein Deckenkran vorhanden ist, einfach Gewinde + Augenschrauben in den bestehenden Behälter und mit Kettenzeug auskippen.

      Falls keine Möglichkeit Besteht, zu gießen - Behälter Leichter machen
    • @Behrens : wir haben Ausschussteile bis 230mm Durchmesser. Da wir Mühlen an den Maschinen haben, bräuchte man 6 dieser "Sauganlagen", da jede Mühle/jeder Mühlenort anders Beschaffen ist. Das wäre nicht/sehr umständlich und teuer realisierbar.

      @petersj : Da unser Chef geizig ist, wurden Stahlbehälter genommen, die in einer anderen Halle als Ausschuss angefallen sind.

      @Stoopid : Ähnliches Problem wie schon beschrieben: Für eine Palette/Box ist Platz, für viel mehr aber leider nicht.

      @03 1010 : Man kommt nur soweit mit einem Hubwagen in die Nähe, um die Box abzustellen und dass eine Person zwischen Mühlenband und Box laufen kann.
      Das Spritzgussmaterial kann man auch nicht als ganzes auf einmal einmahlen. Man muss es "Stück für Stück" (bitte nicht wörtlich nehmen) zumischen, da unsere Blasware einen wesentlich niedrigeren Schmelzindex hat.

      Eine Separate Mühle mit Behältern um SG Mahlgut seperat dazuzumischen wurde schon mehrfach abgelehnt, da "die Arbeiter an der Maschine das ja immer wieder in die Mühle werden können. Die haben ja genug Zeit"
      Leider hat ein Chef meistens 0 Ahnung wie die Realität ist...
      Ja sie haben Zeit dazu, aber wenn sie mehr Zeit am Ausschussbehälter verbringen als bei ihrer eigentlichen Arbeit, is der Sinn verfehlt und so wies zur Zeit ist, wirft keiner etwas in die Mühle, wenn er nicht mit 2 Handgriffen direkt an den Ausschuss kommt.

      Kunststoffmülltonnen kann man zumindest alleine Transortieren und alleine umkippen, damit man an den Ausschuss kommt.
      Wobei die Bigboxen fast besser sind, da mehr reinpasst und man eine Seite abklappen kann, fehlt nur noch ein Deckel dazu.


      Ihr merkt, es ist nicht so einfach bei uns, deswegen suche ich ja hier Hilfe, da meine Kreativität am Ende ist :D
    • Wenn jegliche Arbeitserleichterung seitens der Geschäftsführung für unnötig gehalten wird, habt ihr wohl böse formuliert "einfach pech".
      Ich denke auch, dass Gebinde, bei der man eine der Seitenwände öffnen kann, um sich ohne über den Rand zu beugen die Teile entnehmen kann bzw. die Box dazu sogar Hürdenfrei begehen kann, am Besten geeignet wären. Wird das Mahlgut vor der Zugabe noch entstaubt? Anderenfalls könnt ihr euch vermutlich den Deckel auf die Kiste sparen, wenn es nicht extrem dreckig ist.

      Wobei mir das "immer mal ein Teil" zugeben auch echt schwammig und grenzwertig vorkommt... mal mit Regranulat mal ohne - und wer stellt sicher, dass nicht bspw. die Nachtschicht plötzlich in der letzten Stunde alles rein kippt, um auf ihre "Quote" zu kommen, wenn sie es zuvor vergessen haben?
      Ich denke, ihr kämt vom Handling und der Prozesssicherheit weitaus besser, wenn ihr im SG-Bereich die Teile direkt einmahlt und dann das Granulat zugebt, dass bspw. aus einer tonne oder ienem Sack mit Schippe oder Sauger entnommen werden kann.
    • Wenn gesagt wird "das ist alles zu teuer" gibt es wohl noch genügend Kapazitäten Ausschuss zu sammeln und zu lagern und die Leute erwecken den Eindruck, das genügend Zeit für alles mögliche Unmögliche zur Verfügung steht.
      Beispiel:
      Von jeder Charge, die wir produzieren, muss ein etwa 1kg großes Rückstellmuster für evtl. Nachprüfungen für 1 bzw. 2 Jahre aufbewahrt werden. Diese Muster werden in einem sogenannten "Rückstellmusterlager" in Regalen nach Datum und Chargennummern sortiert archiviert. Alle ja schön in Papiertütchen zu ca. 1kg abgepackt. Die Tageslagerungen waren immer so etwa 2-3 Umzugskartons voll, die im RSM-Lager von einer studentischen Hilfskraft entsprechend einsortiert wurden. Da die Aufträge kleiner wurden, dafür aber deutlich mehr, wurde der Platz auf den rund 100qm 3m hoch in den Regalen langsam knapp. Immer im Januar, an einem Tag werden 5-8 Leute aus dem Labor abkommandiert und dann werden die Muster des Vor-Vorjahres entsorgt. Das waren immer so um die 12 tons. Durch die kleineren Aufträge haben sich die RSM fast verdoppelt! Nun lagern wir nicht mehr in Regalen sondern in Kunststoff-Faltboxen. Diese lassen sich wunderbar stapeln, nach Datum sortiert. Dadurch wird nun monatlich entsorgt. Aber wir sind mittlerer Weile bei rund 350 Faltboxen á etwa 20.-€. Auch hier kam dann irgendwann neulichs die Frage auf, warum das Lagern der Muster so teuer sei und man könnte doch billigere Regale aufstellen. DA es aber nicht möglich ist einen größeren (warmen und trockenen) Lagerraum zuzuweisen relativierte sich die Frage nach dem Preis schnell. Diese Faltboxen nehmen zusammengefaltet eine Höhe von etwa 4cm ein und können natürlich gestapelt werden. Ausgefaltet ergibt sich eine Höhe von etwa 30cm bei einer Länge von 50x30cm. Und in eine Box passen etwa 20 Mustertüten. Da es sich um Normboxen handelt, lassen sie sich super auf Euro-Paletten stapeln und wir können sie einfach in das RSM-Lager verschieben. So haben wir jetzt fast die doppelte Menge an Mustern als vorher auf gleichem Raum.
      Ich will damit nur sagen, dass eine Investition in Kopfarbeit, ein wenig Infrastruktur und entsprechende Packmittel tatsächlich Platz und Geld sparen kann. Man muss nur wollen, argumentieren und dann auch deutlich jammern, dass es mit den bisherigen Möglichkeiten einfach nicht mehr geht. Und wenn gar nichts mehr hilft, muss mal eine Palette mitten im Weg stehen bleiben, weil "kein Platz mehr ist".
    • Im betrieb haben wir zum Farbmittel- und Additivtransport von den Farbkammern zu den Mischstationen angehängte Wagen gebaut, damit die Gefahr der Querkontaminationen gemindert oder sogar ausgeschlossen wird. Diese Boxen (verschiedene Größen für kleine und große Maschinen) sind aus Alu und auf entsprechenden Rollen montiert. Zusätzlich wurden für den Staplertransport entsprechende Gabeltaschen angeschweißt. Der Deckel ist mit kräftigen Scharnieren gehalten und Gasdruckdämpfern verhindern, dass der Deckel den Maschinenführern auf die Finger fällt. Alle Ecken sollten gerundet sein, damit es praktisch keine Verletzungen gibt. Auch innen sind alle Ecken verrundet, damit die Reinigung leichter möglich ist (Farbpulver). Da es soetwas mit den "Sicherheitsfeatures" nicht fertig zu kaufen gibt, hat unsere Betriebsschlosserei die Dinger selber gebaut. Erstmal einen zur Probe und dann brach die große Nachfrage los. Diese Wagen sind ein Produkt der Erfahrungen - immer gab es kleine Änderungen, die die Sicherheit und Nutzbarkeit verbesserten.
      Dateien


    • 03 1010 schrieb:



      Wobei mir das "immer mal ein Teil" zugeben auch echt schwammig und grenzwertig vorkommt... mal mit Regranulat mal ohne - und wer stellt sicher, dass nicht bspw. die Nachtschicht plötzlich in der letzten Stunde alles rein kippt, um auf ihre "Quote" zu kommen, wenn sie es zuvor vergessen haben?
      Ich denke, ihr kämt vom Handling und der Prozesssicherheit weitaus besser, wenn ihr im SG-Bereich die Teile direkt einmahlt und dann das Granulat zugebt, dass bspw. aus einer tonne oder ienem Sack mit Schippe oder Sauger entnommen werden kann.
      Wir Produzieren Kugeln, die in Beton gegossen werden und mit dem Kunden über den Kilopreis abgerechnet werden. Solange das Gewicht stimmt, ist es egal welches Material usw., da diese Kugeln eh aus buntem "Abfall" Material produziert werden. Ich sag mal zwischen 0 und 20% SG Material Anteil, ist alles noch in der Toleranz, dass die Maschine noch läuft und die Kugeln ihr Soll Gewicht behalten. Und Zeitlich schafft man es nicht, mal schnell alles reinzukippen :P Gott sei Dank.
      Leider wird es von der Produktionsleitung toleriert, dass manche Mitarbeiter auch nichts von dem SG Material einmahlen.

      Die Teile in einer eigens für SG Ausschuss und Angüsse angeschafften Mühle einzumahlen, ist wie gegen eine solche Mühle anzukämpfen. Vergeblich... Ich bekomme Worte wie "Zu teuer" "kann man sich doch Sparen" "So Eine Mühle ist doch viel zu laut" "So eine Mühle macht viel zu viel Dreck" "Das ist Strom den wir uns Sparen können, wenn eh andere Mühlen laufen" "Dafür hat niemand Zeit zum einmahlen" an den Kopf geworfen.

      Ich produziere im SG Einwegteile in schwarz, ich würde schon ewig gerne mal Sortenrein einmahlen und dieses MG für die Einwegteile verwenden anstatt 100% Neugut, aber die "Sparpolitik" im Kopf unseres Chefs muss man wohl nicht verstehen.

      Um euch mal die Dimensionen in der Blasextrusion etwas klarer zu machen:
      MG Silo an der Maschine für die Kugeln 700 Kg
      Durchsatz Maschine: ca. 200 Kg/Std.
      Davon ca. 40% MG von der Mühle
      Und das ist eine der kleinen Maschinen :)
    • Es kann sein, dass den Cheffs diese Einstellung irgend wann mal das Genick bricht. Und dann müssen sie von heute auf morgen dokumentieren was für welches Produkt und in welcher Mischung verwendet wurde. Sonst gehen die Kunden u.U. von heute auf morgen zu einem anderen Lieferanten.
      Und : Sortenreine Verarbeitung ist immer ein Aushängeschild für ein Produkt - auch wenn es noch so billig sein muss. Das ist eben auch ein Grund für Recycling - und auch Beton wird irgend wann wieder rückgebaut und dann hoffe ich, dass diese Kugeln genau von euren Cheffs wieder verarbeitet werden müssen. Da wird der Weg nämlich hingehen! Das nennt sich dann das "Verursacherprinzip".
      Hilft dir wahrscheinlich jetzt nicht weiter, könnte aber beim Thema Produktionsoptimierung ein nicht zu verachtender Punkt sein (oder werden).

      Das Argument: "Das macht zu viel Dreck" ist grundsätzlich faul. Wenn eine Anlage entsprechend geplant wird, wird der Dreck von vornherein berücksichtigt und entsprechend aufgefangen oder sogar vermieden. Das geht!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von petersj ()

    • PlasticFantastic schrieb:


      Die Teile in einer eigens für SG Ausschuss und Angüsse angeschafften Mühle einzumahlen, ist wie gegen eine solche Mühle anzukämpfen. Vergeblich... Ich bekomme Worte wie "Zu teuer" "kann man sich doch Sparen" "So Eine Mühle ist doch viel zu laut" "So eine Mühle macht viel zu viel Dreck" "Das ist Strom den wir uns Sparen können, wenn eh andere Mühlen laufen" "Dafür hat niemand Zeit zum einmahlen" an den Kopf geworfen.

      Ich produziere im SG Einwegteile in schwarz, ich würde schon ewig gerne mal Sortenrein einmahlen und dieses MG für die Einwegteile verwenden anstatt 100% Neugut, aber die "Sparpolitik" im Kopf unseres Chefs muss man wohl nicht verstehen.

      Um euch mal die Dimensionen in der Blasextrusion etwas klarer zu machen:
      MG Silo an der Maschine für die Kugeln 700 Kg
      Durchsatz Maschine: ca. 200 Kg/Std.
      Davon ca. 40% MG von der Mühle
      Und das ist eine der kleinen Maschinen :)

      Das mit Lärm und Dreck klingt mir nach der Aussage von Werkern nahe der 60, die die 30 Jahre alten Schredder im Kopf haben...

      Und das mit den Kosten fürs sortenreine einmahlen kannst du ja vorrechnen, wie viel Neuware ihr durchschnittlich spart, wenn ihr das in die "höherwertigeren" Produkte mischt.
      Ich mutmaße jetzt einfach mal, dass für die SG-Einwegartikel höherwertiges Material verwendet wird als die Neuware für die Füllkörper (kauft ihr dafür gleich Recycling-Material?)
    • Ich weiß ja nicht wie groß die Blasteile sind. Ist es vielleicht vor allem ein "Volumenproblem"? Sollte nicht vielleicht erstmal mit einem langsam laufenden Shredder der Voluminöser Blaskörper in handliche Flocken zerkleinert werden und dann erst in einem zweiten Arbeitsgang nach einer Sammelzeit (extern)wirklich Mahlgut daraus produziert werden?
      Aber ich hör´s schon wieder: Zu teuer, dauert zu lange, der Dreck der überall rumfliegt und viel zu laut.
      Wenn ich an jeder 2. Maschine eine Mühle stehen habe, die ständig vor sich hin heult und poltert, ich den Dreck natürlich super in der ganzen Halle verteilt und es ist nur laut an der Maschine, wo gerade ein Ausschussteil in der Mühle landet. Und 3 Mühlen sind natürlich auch im Energieverbrauch und in der Wartung günstiger als eine größere Anlage.
      Kopf in´n Sand und durch.