Heißkanalwerkzeug Schwierigkeiten

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    • Heißkanalwerkzeug Schwierigkeiten

      Hallo liebe Community,

      ich bin seit Jahren ein stiller Leser hier im Forum und mir wurde schon mehrfach sehr geholfen.
      Nun habe ich heute ein Heißkanalwerkzeug (4-Fach) gemustert und habe schwierigkeiten (bin mit Heißkanalwerkzeugen noch relativ unerfahren).
      Ich weiß nicht wie ich die Oberfläche schön hinbekomme bei der Heißkanaldüse (siehe Bilder). ;(
      Zu den Parametern:
      Material: Bayblend T65 XF (PC/ABS)
      Zylindertemp.: 260 260 243 225 90 °C
      Heißkanal: Verteiler 260 Düsen: 265°C
      Schneckendurchmesser: 35 mm
      Werkzeugtemperatur: 70 °C
      Einspritzgeschwindigkeit: Stufenprofil: Anfang: 125 84 42 mm/s
      Dosiervolumen: 63,4 mm Dekompression: 6 mm
      Alles noch ohne Nachdruck

      Für jede Hilfe wäre ich sehr dankbar.IMG_20190923_154511125-min.jpgIMG_20190923_154525002-min.jpg

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von OptiUMARA ()

    • Hallo und Willkommen im Forum.
      Welche Wandstärke haben Die Spritzlinge?
      Sieht sehr dünn aus. Klassisch die Bindenaht nach den Kernen.
      Verstehe allerdings nicht den Unterschied auf der Heißkanalseite, dort sind Pro Teil unterhalb des Kernes nocheinmal 2 Kerne oder sitzen dort Auswerfer? (Sieht wie ausgestanzt aus).
    • Die Bindenaht wirst du nicht wegbekommen, du kannst sie höchstens kaschieren. Das funktioniert über einen variothermen Prozess, wo die Temperatur für die Kavität auf ca. 140°C angehoben wird und nach dem Füllvorgang wieder abgekühlt wird. Das findet Anwendung z.B. bei den Blenden für Waschmaschinen. Bei eurem aktuellen Werkzeug solltet ihr es nicht machen, da es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht dafür ausgelegt ist. Bei zu wenig Spiel können bewegliche Teile blockieren und das Werkzeug wird so beschädigt.

      Was mir auffällt ist das zu kalte Werkzeug. Ausgehend der der Geometrie auf der heißen Seite sind die Kanäle zu weit weg und von den eingestellten 70°C kommen nur noch ca. 50°C an. Das ist eindeutig zu kalt. Stell das Temperiergerät auf ca. 90°C und dann sollte es sich bessern. Solltet ihr ein Temperiergerät mit offenem Kreislauf haben, sind 110°C das Maximum, was sinnvoll ist. Nimm am besten ein Kontaktthermometer und miss die Temperatur der Kavität direkt.
      Weiterhin sollte jede Kavität separat temperiert werden. Da die Bindenaht bei einer Kavität scheinbar nicht so stark ausgeprägt ist, spricht vieles für ein zu kaltes Werkzeug und die Reihenverschaltung der Kavitäten.
      Mit einer höheren Werkzeugtemperatur und einer separaten Temperierung der Kavitäten, könnt ihr die Füllgeschwindigkeit runter nehmen. Die Kavität wird im Bereich der Bindenaht zu schnell gefüllt.
    • Du hast anfangs geschrieben das noch kein Nachdruck wirkt, das erklärt die "Ausgestanzten Teile". Die Masse nimmt den Platz ein und Zieht sich wieder zurück um den Auswerfern die möglichkeit zu geben den schwindenden Raum mit ihrer Starren länge zu kompensieren.
      Hier kann ich dir nur aus Erfahrung helfeln das du Schnell bis zum (Umschaltpunkt Plus 2ccm) Form füllst und dann die Nachdruckstuffen einer Sinus kurve abfallend gestallest.
      Staudruck meiner sicht OK da kein Sonderbatch verwendet wird.
    • Da ich die Position der einzelnen Kavitäten im Werkzeug nicht kenne, gibt es aktuell zwei Möglichkeiten des Fehlers, aber bei beiden muss PSG eingeschaltet werden.

      1. möglicher Fehler:
      PSG hat mit einem sehr gut temperierten Werkzeug gerechnet und euer Werkzeugbau hat das nicht geliefert. Dadurch verliert das Werkzeug sehr viel Wärme nach Außen und an die Maschine und erreicht nicht die notwendige Temperatur. Weiterhin hat euer Werkzeugbauer sich selber verrechnet und die reale Wärmeausdehnung passt nicht. Somit ist der Mittelpunkt der Düse nicht identisch mit dem Mittelpunkt des Anspritzpunktes am Artikel. Dies kann dazu führen, dass die Heißkanaldüsen noch gebogen werden und die Dichtfläche zwischen Verteiler und Düse nicht mehr dicht ist. Dies wäre der Fall. wenn der zweite Artikel von rechts aus dem ersten Bild im Werkzeug mit Blick auf die Düsenseite oben rechts sitzt. Der Fehler sollte sich dann auch mit angehobener Temperatur gebessert haben.

      2. möglicher Fehler:
      Genau andersrum. Der zweite Artikel von rechts im ersten Bild sitzt unten links. Dann hätte PSG verpennt die Längenausdehnung zu berücksichtigen, aber dies ist sehr unwahrscheinlich. Ich führe dies an, weil ich schon manchen Fehler bei Heißkanälen gesehen, die eigentlich nicht vorkommen sollten.
    • So habe jetzt eine Rückmeldung von einem ehmailigen Kollegen. Der meint das die Fläche zwischen Anspritzpunkt und Radius zu groß ist. Die sollte bloß 3/10 betragen.
      Weil ich so quasi grad von dünn auf dick fülle.
      Was haltet ihr von dieser Theorie????
      Irgendwie klingt es logisch.
      Von Seiten PSG warte ich noch auf einen Rückruf.
      Im Anhang ein Bild (Roter Kreis) von der Fläche die er meint.Rote Fläche-min.jpg
    • Das Teil ist 3 mm dick.
      Da wo angespritzt wird 2 mm (da die Düse ins Teil reingeht)
      Laut Konstruktion soll das so sein wie auf dem Bild aber mein Kollege meint das die Fläche zu groß ist quasi, das dies reichen würde wenn die 3/10 bloß ist und dann gleich der Radius kommt.
      Also er meint quasi das der größere rote Kreis näher (aktuell 1.8 mm von inneren roten Kreis entfernt) an den kleinen roten Kreis sein soll (3/10 und dann gleich der Radius).
    • Erstmal. Da wo die Düse anliegt, ist die Temperatur immer höher. Das siehst du an dem deutlich höheren Glanzgrad in der Fläche. Die Regel von Dick nach Dünn basiert auf der gleichmäßigen Abkühlung des Teils, damit vom Anspritzpunkt aus der Nachdruck während der Abkühlung wirken kann. Da die Abkühlung in Nähe der Düse deutlich langsamer ist, ist der Bereich virtuell dicker.

      Weiterhin klingt es nun so, dass die Grundprobleme gelöst sind und das vermeintliche Problem aktuell die Meinung deines Kollegen ist. Die kann dir und euch egal sein, wenn die Qualität des Teils stimmt und euer Kunde nichts zu meckern kann. Er bezahlt euch die Teile und somit auch dein Gehalt und nicht dein ehemaliger Kollege.