Druckrampe gehört zu Füllstudie?

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    • Wenn du das Teil mit dem Einspritzen bereits volumetrisch (bis auf feine Konturen, also >99%) dann würde ich es schon zum Nachdruck zählen, dennoch bei der Füllstudie die Zeit nicht 0 setzen (den NAchdruck jedoch schon), der Anlage und dem Material zuliebe.

      Wenn du natürlich in der NAchdruck- bzw. Rampenphase noch dein Teil ausformst (wie nach aalten Lehrbüchern), dann wirst du nicht drumrum kommen, das in der Füllstudie zu berücksichtigen, sonst hast du ja nur "halbvolle" Teile.
    • In erster Linie nutze ich die Rampe um einen weichen Übergang vom Einspritzdruck auf die erste Nachdruckstufe zu realisieren. Federrung der Schnecke ist weder für die Maschine noch den Kunststoff gut.
      Bei Arburgsteuerungen ist es über die Zeit gut gelöst meiner Meinung nach. Fanuc hat “Rampenprogramme“ was ich nur von dem Druckkurvenverlauf herrauslesen kann.
    • Meines Wissens ist die Rampenzeit ein Einstellparameter, den es nur bei der ARBURG-Steuerung gibt, somit für mich ein unsinnig, da viele Spritzgießer die Bedeutung und Wirkung der Druckrampen-ZEIT nicht kennen. Daher ist diese *Rampenzeit* nur ein unsinniger "Spielparameter", der eine VARIABLE Druckenergie in die Verdichtung des Formteils wirken lässt ... Bei den neuen Maschinen lässt sie sich ausschalten, was ich nur empfehlen kann!

      Rampenzeit.jpg
    • Klar, wer die Funktion und den Sinn der "Rampenzeit" nicht kennt und daher auch noch nie benutzt hat, weiß nicht welchen Nutzen sie bringen kann. Wie in der Grafik zu erkennen ist, läuft hier eine Rampenzeit von 0,25sec. Das bedeutet in diesem Fall aber auch, dass hier keine ausreichende Prozessführung stattfinden kann. Denn diese Zeit bewirkt einen verspäteten Aufbau des Nachdruckes. Mann kann aber (selbstverständlich bei kürzerer Rampenzeit) sehr gut bei sehr dünnflüssigen Materialien und sehr hohen nötigen Fließfrontgeschwindigkeiten ein Überspritzen vermeiden. Das lässt sich oft genug nicht durch eine Reduzierung der Einspritzgeschwindigkeit erreichen. Eine Rampenzeit über 0,2sec sollte aber vermieden werden. I.d.R. reicht eine RZ von 0,02sec.
    • Ich würde die Druckrampe auf jeden Fall aktiv lassen. Nachdrücke auf Null (oder so tief wie möglich setzten) jedoch die ND-Zeiten auch aktiv lassen, denn die gehören mit zur Bildung der Verweilzeit und die beeinflusst die Viskosität des Materials. Eine Füllstudie kann mit einem einzelnen Schuss nicht aussagekräftig sein!
    • @petersj, allen Ernstes, 0,02 sec ;) nur mal über Größe und Sinn der Zeit nachdenken .... ;)

      Die Rampenzeit ist ein ARBURG-Relikt aus der "Steinzeit des Spritzgusses", als die Maschinen noch keine Geschwindigkeitsvollregelung (Einspritzen ohne Energieabbau über Geschwindigkeitsrampen) hatten. Da konnte dieser DRUCKÜBERGANG von Umschaltdruck auf Nachdruck über eine einstellbare Zeit(die bewusste Rampenzeit) zur Vermeidung von Überspritzungen genutzt werden. Bei den vollgeregelten Maschinen nicht mehr notwendig, führt nur als "Bastelparameter" zu unnötigen Instabilitäten in den Prozessen.

      ARBURG-/Selogica-Verliebte würden natürlich diesen Patrameter sehr vermissen ... da jedoch Arburg sich bei allen neuen Generationen ihrer Steuerungen marketingstrategisch(!!) auf die (hochgelobte) Selogica beruft, wird dieser unnötige Einstellparameter auch bei den neuen Steuerungen für die "Fans" vorhanden sein - jedoch, da unnötig, abschaltbar ;)
    • Behrens schrieb:

      petersj schrieb:

      Ich würde die Druckrampe auf jeden Fall aktiv lassen.
      Warum haben dann andere Maschinenhersteller diesen EINSTELLBAREN Parameter nicht in ihrer Steuerung?
      ich sehe das genauso wie Petersj,
      gerade die neuen Anlagen regeln teilweise so hoch dynamisch, dass bei einem entsprechen großen Sprung von Einspritzenddruck auf nominellen Nachdruck ein sehr steiler Abfall entsteht, das Material also schlagartig entlastet wird. Wir fahren die Rampe tatsächlich auch mit 0,2-0,3 s, was jedoch in Anbetracht einer Gesamtnachdruckzeit von 40 Sekunden (Hochtemperaturkunststoff, große Anspritzquerschnitte, Metalleinleger, hohe Wandstärke) wiederum recht wenig ist.
    • 03 1010 schrieb:

      dass bei einem entsprechen großen Sprung von Einspritzenddruck auf nominellen Nachdruck ein sehr steiler Abfall entsteht, das Material also schlagartig entlastet wird.
      Klar, wer nicht in der Lage ist, einen Einspritzprozess entsprechend "harmonisch" zu gestalten, braucht solche "Hifskrücken" ;)

      Übrigens: Alle Spritzgussmaschinen haben solche Regelrampen über den Algorithmus im Hintergrund der Steuerung - Vorteil ist dabei, dass dieser *Übergang von Füllen (Einspritzen) auf Verdichten (Nachdruck)* nicht als "Bastelparameter" dem Bediener zur Verfügung steht.


      Vergleichen könnte man dieses mit dem Schaltgetriebe bei den Autos: Früher musste mit "Zwischenkuppeln/-gas" runter geschaltet werden - ich glaube nicht, dass es noch einen Autobauer gibt, der für "Liebhaber" diese Variante anbietet ;) :D
    • Behrens schrieb:


      Übrigens: Alle Spritzgussmaschinen haben solche Regelrampen über den Algorithmus im Hintergrund der Steuerung - Vorteil ist dabei, dass dieser *Übergang von Füllen (Einspritzen) auf Verdichten (Nachdruck)* nicht als "Bastelparameter" dem Bediener zur Verfügung steht.


      Vergleichen könnte man dieses mit dem Schaltgetriebe bei den Autos: Früher musste mit "Zwischenkuppeln/-gas" runter geschaltet werden - ich glaube nicht, dass es noch einen Autobauer gibt, der für "Liebhaber" diese Variante anbietet ;) :D

      Das Thema mit "Bastelparametern" ist natürlich immer ein zweischneidiges Schwert: wenn ich keine Ahnung habe, kann ich ne Menge versauen - wenn der Mensch weiß, was er tut, schlägt er oft genug die Elektronik, denn die ist auch nur so gut wie das Modell, nachdem sie programmiert wurde.

      Beispiel Fotografie: jede Handykamera macht im Automatikmodus heute bei Sonnenschein top Bilder, da muss ich mir bei manueller Bildeinstellung schon echt Mühe geben, das zu erreichen. Wenn ich aber bei widrigen Bedingungen weiß, was ich einstellen muss, werden die Bilder immer noch um längen Besser als im "Nachtmodus" ;)

      Spoiler anzeigen
      Apropos Handschalter: Synchronisierte Getriebe lassen sich heute mittels Zwischengas sogar ganz ohne zu Kuppeln schalten ;) Anfahren natürlich ausgenommen.
    • Behrens schrieb:

      03 1010 schrieb:

      dass bei einem entsprechen großen Sprung von Einspritzenddruck auf nominellen Nachdruck ein sehr steiler Abfall entsteht, das Material also schlagartig entlastet wird.
      Klar, wer nicht in der Lage ist, einen Einspritzprozess entsprechend "harmonisch" zu gestalten, braucht solche "Hifskrücken" ;)
      Übrigens: Alle Spritzgussmaschinen haben solche Regelrampen über den Algorithmus im Hintergrund der Steuerung - Vorteil ist dabei, dass dieser *Übergang von Füllen (Einspritzen) auf Verdichten (Nachdruck)* nicht als "Bastelparameter" dem Bediener zur Verfügung steht.


      Bedeutet "harmonisch" für dich Herr Behrens dass das Nachdruckprofil insbesondere in der 1. Stufe soweit dem Umschaltdruck anzupassen dass keine Federung der Schnecke stattfinden kann? Wie sieht der Prozess deiner Meinung nach bei dünnwandigen Teilen aus? Viel Spielraum z.B. bei der Einspritzgeschwindigkeit habe ich da nicht. Manchmal muß ich schon das "Auto" mit einer gewissen Geschwindigkeit ungebremst vor die Wand fahren. ;) Da finde ich schon die "Rampe" sinnvoll.
    • "Harmonisch" heisst für mich nicht aus Sicht der Maschine sondern aus Sicht der Ausformung in der Kavität. Bei dünnwandigen Teilen sollte bei Erreichen der Füllung die Energieentladung aus der hohen Kompression des Materials möglichst in Richtung Maschine(!!) stattfinden (Rückfedern der Schnecke) und nicht in Richtung Kavität. Daher sollte sich auch möglichst nur das notwendige Materialvolumen im Schneckenvorraum befinden, heißt: Schneckendurchmesser möglichst klein und Massepolster max. 5-8% vom Schneckendurchmesser.
      Auch mit Maschinen ohne besagte "Rampe" lassen sich Dünnwandteile spritzen ;)
    • petersj schrieb:

      Ich würde die Druckrampe auf jeden Fall aktiv lassen. Nachdrücke auf Null (oder so tief wie möglich setzten) jedoch die ND-Zeiten auch aktiv lassen, denn die gehören mit zur Bildung der Verweilzeit und die beeinflusst die Viskosität des Materials.
      Diese Aussage finde ich sehr interessant. Habe schon einige Anläufe von Kollegen erlebt wo die ND-Zeit ebenfalls auf “0“ gestellt wurde. Im Bezug auf die Verweilzeit macht es natürlich Sinn diese im Zyklus mit einzubinden.
    • Ich bin da aus Erfahrung sehr vorsichtig, da nicht alle Maschinen in der Lagen sind (zu langsame Abregelung des Umschaltdruckes), schlagartig den Druck von Umschaltdruck auf "Null" abzuregeln, was eine möglichst genaue Volumenbestimmung am Umschaltpunkt dann nicht möglich macht.
      Hinweis: Speziell bei ARBURG-Maschinen solltet ihr genau prüfen, wo der Drucksensor für den Einspritz-/Nachdruckprozess sitzt, soweit ich mich erinnere, haben die (früher?) alles nur über den Pumpendruck abgebildet :thumbdown: ... vielleicht irre ich auch ?(
      Dieses alles lässt sich bei der Füllstudie sehr gut mit Hilfe der Kurvengrafik erkennen.
      Wenn die Zeit für die Verweilzeit gebraucht wird - und es sollte ohnehin gemacht werden - dann muss die Kühlzeit um die geküzte Nachdruckzeit die Kühlzeit erhöht werden!
    • Behrens schrieb:

      Hinweis: Speziell bei ARBURG-Maschinen solltet ihr genau prüfen, wo der Drucksensor für den Einspritz-/Nachdruckprozess sitzt, soweit ich mich erinnere, haben die (früher?) alles nur über den Pumpendruck abgebildet :thumbdown: ... vielleicht irre ich auch ?(
      Danke Herr Behrens für diesen guten Hinweis. Sobald ich einen ARBURG Monteur bei uns im Hause sehe werde ich ihn bezüglich des Themas mal “ausquetschen“ ;)
    • Das kannst du selbst prüfen: Mit der Kurvengrafik ...
      - nur die Massedruckkurve darstellen,
      - die Aufnahme-/Darstellungszeit auf komplette Zykluswert einstellen (z. B. 45 sec bei 45 sec-Zyklus)
      Nun dürfte die Massedruckkurve (nur der Druck, der auf Spritzzylinder wirkt) nur den Einspritzdruck-, Nachdruck- und Staudruckverlauf darstellen und nach Plastifizieren muss sie auf NULL abfallen. Zeigt die Kurve weitere Druckverläufe danach aus anderen folgenden Prozesschritten (z. B. Spritzaggregatbewegung, Werkzeubbewegung usw.) auf, dann wird nicht der Massedruck am Spritzzylinder gemessen, sondern es wird der SYSTEMDRUCK angezeigt (= :thumbdown: )
    • Behrens schrieb:

      Das kannst du selbst prüfen: Mit der Kurvengrafik ...
      - nur die Massedruckkurve darstellen,
      - die Aufnahme-/Darstellungszeit auf komplette Zykluswert einstellen (z. B. 45 sec bei 45 sec-Zyklus)
      Nun dürfte die Massedruckkurve (nur der Druck, der auf Spritzzylinder wirkt) nur den Einspritzdruck-, Nachdruck- und Staudruckverlauf darstellen und nach Plastifizieren muss sie auf NULL abfallen. Zeigt die Kurve weitere Druckverläufe danach aus anderen folgenden Prozesschritten (z. B. Spritzaggregatbewegung, Werkzeubbewegung usw.) auf, dann wird nicht der Massedruck am Spritzzylinder gemessen, sondern es wird der SYSTEMDRUCK angezeigt (= :thumbdown: )
      Stimmt! Das ist doch logisch!
      Vielen, vielen Dank Herr Behrens. :thumbsup:
      Nach meinem Urlaub werde genau dieses prüfen. Danach melde ich mich diesbezüglich hier.
    • Stoopid schrieb:

      Guten Morgen,

      Arburg zeigt den Massedruck an, zumindest die aktuellen.
      Man kann die Rampenzeit 0 setzen, dann läuft direkt ND Stufe 1.
      Hallo Stoopid,

      hast du mit Grafik die Drücke anzeigen können? Was ist mit dem Systemdruck? Tut sich da was wenn z.B. die Spritzeinheit zurückfährt?
      Ich kann erst nächste Woche testen :/