Ein BDE- System soll Fachkräftemangel lindern oder umgehen..

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    • Ein BDE- System soll Fachkräftemangel lindern oder umgehen..

      Hallo liebe Forenmitglieder,

      Ich habe die Tage ein Artikel gelesen, bzw. eine Werbung für ein BDE - System was damit den oben genannten Werten Werbung betrieb.

      Ich hielte dieses alles erst für einen Scherz, bzw. nicht ernst gemeinte Werbung.
      Aber es war leider total ernst gemeint.

      Ich mag das BDE - System sehen, was den Fachkräftemangel lindern, bzw. Umgehen kann.

      Mir geht diese Anzeige null aus dem Kopf und habe Mal aus reinem Interesse den jeinigen angeschrieben Bund bin auf seine Darlegung gespannt.

      Wenn überhaupt was zurück kommt.

      Euch einen schönen Feiertag noch.

      Es grüßt euch aus dem Norden NRW's

      The Problem Solver
    • Vielen Dank dafür.

      Es werden einfach Annahmen im Text getroffen, die häufig falsch sind.

      1. Die Produktion hat häufig kaum Einfluss auf die Vor- und Nachkalkulation in einem Betrieb. Der technische Einkauf und die Projektleiter holen sich bei Werkzeugbauern die zu erwartende Zykluszeit ein und bauen darauf die gesamte Vorkalkulation auf. Wird die Qualität mit der geschätzten Zykluszeit nicht erreicht, zeigt der Finger häufig auf die Produktion. Dabei haben die Werkzeugbauer sich den Artikel nur mal grob angesehen, den ersten Werkzeugaufbau überlegt und anhand von Erfahrungswerten die Zykluszeit abgeschätzt. Eine Wandstärkenanalyse findet selten statt und wenn ein Werkzeugbauer statt 10 Sekunden dann 12 Sekunden sagt, ist er schon raus. Somit ist es häufig ein Selbstbetrug, der in Vorkalkulation stattfindet. Da kann die Produktion nichts für und das können auch sehr gute Fachkräfte nicht ausbügeln. Die Physik ist da einfach knallhart und lügt nie.

      2. Wenn meine Vorkalkulation schon auf sehr wackeligen Beinen steht, ist auch der Ist-Zustand fragwürdig. Wenn im System Artikel A mit 10 Sekunden eingeplant ist und real 12 Sekunden braucht, ist die Maschine somit 20% länger belegt, es wird aber häufig mit den 10 Sekunden geplant und verkauft. Kommt dann noch hinzu, dass man die Zykluszeit im System nicht auf die 12 Sekunden ändern will, geht das Debakel richtig los. Dann ist die Produktion immer daran schuld, dass man Liefertermine nicht einhalten kann usw...

      3. Es wird auf versteckte Kosten angespielt. Sehr häufig findet in vielen Firmen ein Inseldenken statt. Der Einkauf wird dafür gelobt, dass er ein "günstiges" Werkzeug beschafft hat, aber die Produktion muss dann mit dem Krüppel arbeiten. Als Folge dieses Inseldenkens wird der Einkauf häufig gelobt, dass man das Budget nicht ausgereizt hat und so der Firma Kosten "erspart" hat. Aus dieser Motivation heraus werden immer weitere Krüppel reingeholt, die gerade noch so funktionieren. Die Produktion muss dann mit häufigen Störungen und schlechter Qualität(irgendwo muss am Werkzeug die Ersparnis auch herkommen) arbeiten und kriegt in der Nachkalkulation immer erklärt, dass die so viel Potential liegen lassen und diese Kosten das Überleben der Firma gefährden.

      Ein Betrieb kann erst dann vernünftig laufen, wenn alle Prozesse in der gesamten Kette transparent sind. Die Entwicklung muss z.B. wissen, wie sich eine höhere Wandstärke auf die Produktionskosten auswirkt. Der Einkauf muss verstehen, dass ein günstiges Werkzeug nie ein robustes Arbeitspferd wird, was selten Störungen hat. Letztendlich muss auch die Geschäftsleitung verstehen, dass die eigene Produktion möglichst effektiv laufen muss und ihr die notwendigen Mittel auch zur Verfügung stellen muss. Nur auf der Produktion rumhacken bringt nichts.

      Das ist meine Meinung zu der Werbung.
    • . . . Bei uns haben die BDEs (Extruder, Mischer, SGMs, Waagen, Druckluftversorgung, Kühlanlagen, Klimaanlagen, Lüftungen, Heizungen, Wasserver- und Entsorgungen) sogar Arbeitsplätze geschaffen! So etwas möchte nämlich i.d.R. auch gepflegt und ausgewertet werden. Sonst hilft es auch nichts, wenn die Maschinen ans Netz gebracht werden.