mittlerer Werkzeuginnendruck Peek

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    • mittlerer Werkzeuginnendruck Peek

      Hallo zusammen.

      Bin gerade am verzweifeln. Muss für ein neues Produkt die Zuhaltekraft berechnen und finde keine Angaben zum mittleren Werkzeuginnendruck für PEEK.
      Kann mir da vielleicht jemand weiterhelfen?

      Werkzeug ist nicht mit Drucksensoren ausgestattet, deshalb wird erstmal grob berechnet.

      Vielen Dank schonmal
    • ja, das weiß ich alles. fuchse mich da so langsam überall rein.
      jedoch hab ich noch etwas Probleme mit unserem Werkzeugbau, der erst seit knapp 2 jahren versucht spritzgiesswerkzeuge zu bauen.
      laut deren aussage gehört keine Temperierung, sondern rein elektrische Heizungen in ein PEEK Werkzeug.
      ich habe während der Produktion die werkzeugoberflächentemperatur mittles wärmebildkamera gemessen und bin bei knapp 320°C. selbst formteilnah wird mit wärmedämmplatten innerhalb des Werkzeuges gearbeitet und bloss keine wärme zu verlieren.
      ich bin zwar kein Werkzeugmacher, aber bin der Meinung, dass man mit der Methode keinen konstanten ablauf hinbekommt.

      aber noch sind die alle beratungsresistent.
    • Alex3387 schrieb:

      ja, das weiß ich alles. fuchse mich da so langsam überall rein.
      jedoch hab ich noch etwas Probleme mit unserem Werkzeugbau, der erst seit knapp 2 jahren versucht spritzgiesswerkzeuge zu bauen.
      laut deren aussage gehört keine Temperierung, sondern rein elektrische Heizungen in ein PEEK Werkzeug.
      ich habe während der Produktion die werkzeugoberflächentemperatur mittles wärmebildkamera gemessen und bin bei knapp 320°C. selbst formteilnah wird mit wärmedämmplatten innerhalb des Werkzeuges gearbeitet und bloss keine wärme zu verlieren.
      ich bin zwar kein Werkzeugmacher, aber bin der Meinung, dass man mit der Methode keinen konstanten ablauf hinbekommt.

      aber noch sind die alle beratungsresistent.
      Wie soll denn bei über 300°C Werkzeugtemperatur das Werkstück noch abkühlen?

      Sicher kann man bei einigen Werkzeugen nur mit Heizung auskommen, wenn das Schussgewicht nicht zu groß ist (Wärmemenge die eingebracht wird), aber bei solchen Werten ist mindestens mal die Leistungsverteilung oder/und Regelung (Temperatursensoren im Werkzeug?) schief gegangen.
      Bei uns werden die Werkzeuge mit bis zu 190°C temperiert mit Öltemperierung (Einlegerspritzguss)

      Wärmedemmplatten sind natürlich aus energetischer Sicht sinnvoll, da das Werkzeug weit über Raumtemperatur ist und so eine Menge Wärme im "Stillstand" an die Luft abgegeben wird. Aber die Wärme des Kunststoffs (bis zu 400°C) muss dennoch irgendwohin weg - entweder über den Stahl an die Umgebung oder ins Temperiermedium.
      Die Temperaturverteilung im Werkzeug variiert bestimmt bei euch auch stark, was zu Oberflächenfehlern, Verzug und Eigenspannungen im Bauteil führt.

      Im Extremfall kannst du nach ein paar Schuss den "Stecker" ziehen von der Heizung und schauen, welche Temperaturen sich dann im Werkzeug einstellen - seid ihr immer noch (lokal) über 200°C, muss es auf jeden fall gegengekühlt werden.
    • Der Wärmehaushalt eines Spritzgießwerkzeugs ist immer noch ein großes Rätsel für viele Werkzeugbauer. Wie @03 1010 es schon richtig beschrieben hat, muss die Wärme aus dem Kunststoff abgeführt werden und bei 320°C kann das PEEK nicht vernünftig kristallisieren und ihr produziert einfach nur Müll.
      In eurem Fall werden die Kristalle immer größer und darunter leiden die mechanischen und chemischen Eigenschaften und wer PEEK nutzt, braucht auch häufig eine der beiden Eigenschaften.

      Frag doch mal eure Jungs im Werkzeugbau, wie sich vorstellen, dass mit einer Heizung das Bauteil auf 140°C abkühlen soll?
    • Alex3387 schrieb:

      wenn es denn die jungs wären...es ist unser Konstrukteur, der stellt sich komplett quer und hält alle anderen für dumm...moch wundert bloss die maßhaltigkeit. Teile sind maßlich top
      Na immerhin habt ihr keine Probleme mit Nachschwindung ;) der Kristallinitätsgrad ist ja schon bei gefühlten 90% [gefühlten!] - welche Taktzeit und Entformungstemperatur erreicht ihr mit eurem Werkzeug denn?
    • Dann frag ihn einfach mal, wie er sich die Abkühlung des Teils vorstellt.

      PEEK ist bezüglich der Maßhaltigkeit Fehlern recht tolerant gegenüber. Wie schon gesagt, leiden die chemischen und mechanischen Eigenschaften darunter. Fragt euren Kunden am besten, welchen mechanischen oder chemischen Belastungen das Bauteil ausgesetzt ist.
      Dann solltest du das Bauteil nach deinen beschriebenen Einstellungen herstellen und einmal mit ausgeschalteter Heizung nach ein paar Zyklen. Ein Unterschied sollte sich ergeben. Sollte es zu einer Reklamation von eurem Kunden kommen, weil die chemischen oder mechanischen Eigenschaften mangelhaft sind, dürft ihr euch ein neues Werkzeug von einem externen Werkzeugbau beschaffen.
    • 03 1010 schrieb:

      Alex3387 schrieb:

      wenn es denn die jungs wären...es ist unser Konstrukteur, der stellt sich komplett quer und hält alle anderen für dumm...moch wundert bloss die maßhaltigkeit. Teile sind maßlich top
      Na immerhin habt ihr keine Probleme mit Nachschwindung ;) der Kristallinitätsgrad ist ja schon bei gefühlten 90% [gefühlten!] - welche Taktzeit und Entformungstemperatur erreicht ihr mit eurem Werkzeug denn?
      Entformungstemperatur liegt etwa bei 210°C. Taktzeit sind 20s, was für mich viel zu viel ist bei 7gr Schussgewicht (8 Fach-Werkzeug). Aber auch die Schneckenauslegung ist komplett in die Hose gegangen. Fahren die Anlage mit einer 15er Schnecke. Bin grade dabei die Verweilzeiten in der Schnecke zu berechnen. brauche aber noch die Info von ENGEL bezüglich schneckenvolumen.
    • Alex3387 schrieb:

      03 1010 schrieb:

      Alex3387 schrieb:

      wenn es denn die jungs wären...es ist unser Konstrukteur, der stellt sich komplett quer und hält alle anderen für dumm...moch wundert bloss die maßhaltigkeit. Teile sind maßlich top
      Na immerhin habt ihr keine Probleme mit Nachschwindung ;) der Kristallinitätsgrad ist ja schon bei gefühlten 90% [gefühlten!] - welche Taktzeit und Entformungstemperatur erreicht ihr mit eurem Werkzeug denn?
      Entformungstemperatur liegt etwa bei 210°C. Taktzeit sind 20s, was für mich viel zu viel ist bei 7gr Schussgewicht (8 Fach-Werkzeug). Aber auch die Schneckenauslegung ist komplett in die Hose gegangen. Fahren die Anlage mit einer 15er Schnecke. Bin grade dabei die Verweilzeiten in der Schnecke zu berechnen. brauche aber noch die Info von ENGEL bezüglich schneckenvolumen.
      also wenn 7g euer Gesamtschussgewicht (alle Kavitäten, ggf. ikl Anguss) ist, ist die Schnecke auf den ersten Blick gar nicht so unpassend:
      bei ca. 5500 mm³ Schussvolumen und ner Querschnittsfläche von 177 mm² kommt ihr auf ca 30,5 mm Hub = 2*d - passt grob (Faustformel: 1 bis 4 mal Durchmesser)

      Falls das Material überbeansprucht erscheint, ggf. die vorderen Heizzonentemperatur etwas senken, da das Material eigentlich genug Zeit zum plastifizieren hat.

      Andererseits fällt mir gerade auf: wenn die Form Angeblich bis auf 300°C hoch geht, dann kann das Bauteil nicht mit 210° aus der Kavität kommen :?:
      Zum Überschlagen, wie viel Zeit euch die Werkzeugtemperatur kostet, ist die Seite hier recht schön:
      biesterfeld.com/en/xx/service/cooling-time-calculation/
    • Solch ein Infrarot-Thermometer will ordentlich bedient werden. Es muss bekannt sein welchen Emissionskoeffizient die zu messende Oberfläche hat und es dürfen bei glatten Oberflächen keine Spiegelungen mitgemessen werden. Das sind typische Fehler. Für einen Vergleich bei gleichen Oberflächen(ohne Spiegelungen) ist es geeignet um die Reproduzierbarkeit zu prüfen.

      Eine bessere Messung kriegt ihr mit einem Kontaktthermometer hin, wie sie z.B. von Hasco, Meusburger und Co. angeboten werden. Mit einem sehr kleinen Fühler bleibt der Fehler auch gering.