Facharbeitermangel? Realität? Fiktion?

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    • Facharbeitermangel? Realität? Fiktion?

      Wie seht ihr die Thematik?
      Haben wir wirklich akuten Facharbeitermangel? Oder sind die guten Facharbeiter einfach gebunden?
      Dieser Beruf wird jetzt nicht zuhauf ausgebildet und ist verhältnismäßig klein.
      Ich persönlich sehe in dieser Branche immer Potenzial.
      Unser Azubi hat super Lust auf den Beruf, mich reißt diese Begeisterung selber wieder mit, nach 10 Jahren.

      Und wenn über Facharbeitermangel geklagt wird, ist es dann vielleicht zumeist von Firmen, die einem Einrichter n Appel und n Ei zahlen?
      Ich bin mit meinen 27 Jahren noch recht jung in der Branche. Ich hatte das Vergnügen noch vor Mindestlohn zu arbeiten und war auch davor alles zu schmeißen, wofür ich mir drei Jahre den A.... aufgerissen habe.
      Der Beruf macht aber immer Spaß. Das war mir immer wichtig.

      Liegt es also an Firmen, welche die besten beschäftigen möchten, aber nicht bezahlen wollen?
      Haben wir zu wenig Nachwuchs in der Branche?
    • Hi.
      Ich sehe einerseits ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften. Zum Anderen sind Denkweisen der GL in den Firmen (ich kenne ein Paar) sehr kommisch.
      Niedriger Lohn, übermäßig lange Zeitverträge bei “Neuen“ obwohl diese sich schon innerhalb einer kurzen Zeit sehr gut sich eingearbeitet haben. Und wenn man einen “Festen“ haben möchte wird man darauf hingewiesen dass es draußen viele gibt die nur darauf warten hier reinzukommen.
      Tja.....würde nicht schreiben wenn ich es selber nicht erlebt hätte.
    • Bei meiner Suche nach einer neuen Stelle in meiner Region, sehe ich auch viele ausgeschriebene Stellen für Verfahrensmechaniker. Auffallend ist, dass einige Firmen lange suchen müssen, während bei anderen Firmen die Bewerber Schlange stehen und diese Stellenanzeigen nach ca. 10 Tagen wieder aus den Portalen rausgenommen werden. Hauptmotivation dürfte bei allen in erster Linie das Gehalt sein und an zweiter Stelle die Zufriedenheit.
      Ich weiß, dass es die falsche Reihenfolge ist.

      Wie du schon richtig erwähnt hast, will man so wenig wie möglich zahlen. Da bleibt einem als gute bis sehr gute Fachkraft nichts anderes über als zu wechseln und ein paar Prozent mehr Gehalt rauszuholen. Das muss man dann leider alle 2-4 Jahre machen.

      Ich sehe die gesamte kunststoffverarbeitende Branche aktuell in einem Umbruch. Es gibt Firmen, die weiterhin Ausbilden und Einstellen, wie vor 30-40 Jahren und andere sehen ein, dass ein Wandel erfolgen muss und damit angefangen haben. Bei letzteren macht die Arbeit deutlich mehr Spaß, da man dort gefördert und gefordert wird. Und da landen am Ende die guten und sehr guten Fachkräfte.

      Einen wirklichen Fachkräftemangel sehe ich nicht. Die Gehälter für Fachkräfte mit passender Ausbildung steigen nicht und bei Gehaltsverhandlungen muss man mehr ansetzen als man haben will, damit Potential nach unten ist und beide Seiten sich in der Mitte treffen. Das merke ich auch immer wieder bei Gesprächen mit Headhuntern, die mir einen tollen Job mit super Gehalt anbieten. Dass ich denen am Ende immer erklären muss, dass mir 10% als aktuell nichts bringen, wenn die Lebenshaltungskosten durch die andere Region 25% höher sind, können die meisten nicht verstehen.
    • Moin zusammen,
      man darf aber eine gaaaanz wichtige Sache dabei nicht vergessen. Schaut auch mal alle Seiten mit Stellenausschreibungen an. Egal ob vom Arbeitsamt oder nicht. Jetzt nehmt mal alle Stellen von Headhuntern und Zeitarbeitsfirmen raus. Dann sind sicher 80% aller Stellen weg. Sehr oft ist es beim Personalleasing so, dass Stellen ausgeschrieben werden, die garnicht Existieren, nur um deren Pool von Facharbeitern zu füllen, auf die sie im Fall der Fälle zurückgreifen können.
      Dieses wurde mir von Personalern mehrfach bestätigt. Man darf also auf keinen Fall von der Anzahl der ausgeschriebenen Stellen ausgehen. Denn viele von den Jobs gibt es garnicht.

      Natürlich suchen auch viele Firmen gutes Personal. Aber ob man deshalb gleich von einem Mangel sprechen kann, kann man so nicht beurteilen.

      LG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ralle01 ()

    • Man muss sich erst einmal fragen: Gibt es FachKRÄFTEmangel oder gibt es FachARBEITERmangel!

      Meine Überzeugung ist, dass es an FachARBEITERN mangelt, also es mangelt an Menschen, die "die Brötchen backen" und 7 Tage pro Woche als Werktage akzeptieren! Und genau diesen Menschen wird erheblich zu wenig bezahlt!!

      Die Leute, die über Facharbeitermangel klagen, sollten sich fragen: Warum funktioniert eigentlich nicht auf diesem (Arbeits-)Markt das ganz normale Gesetz der Märkte: *Mangelware hat einen hohen Preis*


      Ich glaube nicht an das ganze Gejammer und stimme da @Ralle01 zu ...!


      Zur Spritzgussbranche ist es Fakt, dass junge Leute mit Ausbildung nach *Steinzeitphilosophien* nicht "hinter'm Ofen vorzulocken sind! Hierzu

      Werbung für nichtssagende Berufsbezeichnung!?

      Nachwuchsmangel bei Spritzgiessern? Ist die Ausbildung reine Zeitverschwendung? Was ist die Ausbildung wirklich wert?

      *Industrie 4.0* trifft auf *schlechte Ausbildung beim Spritzguss*
    • Hallo zusammen,

      wir hatten in letzter Zeit keinen weiteren Bedarf an Verfahrensmechanikern, daher sind meine Erfahrungen eher im allgemeinen Bedarf zu sehen. Hier machen wir momentan sogar gegenteilige Erfahrungen.

      Wir haben in den letzten Monaten mehrfach Facharbeiterstellen im technischen Bereich ausgeschrieben und waren zum Teil sehr verwundert wie viele Bewerbungen rein kamen.

      Von gerade frisch ausgelernten bis zu altgedienten Fachkräften war da alles dabei. Hier haben wir auch wirklich Glück gehabt und tolle neue Mitarbeiter einstellen können. Durch Gespräche weiß ich auch, dass ihnen die neue Aufgabe gut gefällt und sie haben sich toll ins Team eingebracht.

      Also wir sind hier momentan ganz euphorisch.

      Ich muss jedoch auch zugeben, dass wir intern an unseren Löhnen noch etwas nachbessern mussten. Nicht extrem viel, jedoch schon spürbar. Hier haben wir sicher in der Vergangenheit den einen oder anderen Schritt etwas verschlafen.

      Trotzdem gab es auch die Bewerber die sich Löhne vorstellen, die wir aktuell einfach nicht zahlen können. Interessant war, dass diese Bewerber fast alle von dem größten Arbeitgeber im Umkreis kamen, der vor ca 1,5 Jahren extrem aggressiv nach Mitarbeitern gesucht hat und Löhne angeboten hat, die in unserem Umkreis einfach konkurrenzlos waren.

      Irgendwas stimmt da nicht, dass so viele nun von dem AG weg wollen. Aber das ist ein anderes Thema....

      Ich glaube dass es zum Teil einfach ein "Verschieben der Bedarfe" ist. Die Facharbeiter merken, dass sie aktuell gebraucht werden. Also kommen vielleicht auch die Arbeiter, die sich nie Gedanken gemacht haben Ihr Unternehmen zu verlassen, auf die Idee vielleicht doch mal einen Tapetenwechsel durchzuziehen. Wenn dann auch noch der Lohn steigt, warum nicht.....

      So verliert ein Unternehmen ggf. einen guten Facharbeiter und ein anderes Unternehmen gewinnt ihn dazu.

      LG

      Klabuster