Frage zum Füllstoff „Mineral“ (MD bzw. MX)

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    • Frage zum Füllstoff „Mineral“ (MD bzw. MX)

      Hallo zusammen,

      wir haben bei uns im Betrieb relativ häufig Kunststoffe mit „MX“ oder „MD“ als Füllstoff im Einsatz (PP-MX20; PP-GFM25/15; PA6-MD15,…). Was diese Abkürzungen an sich bedeuten, kann ich ja im Tabellenbuch bzw. in der DIN nachlesen. Aber was genau ist denn „Mineral“? Kann mir da irgendwie nix drunter vorstellen. Die anderen Füllstoffe sind ja relativ eindeutig (Glas, Talkum, Kohlenstofffaser,…).

      Und welche Vorteile bringt dieser Füllstoff mit sich? (Lt. Datenblatt etwas steifer und geringere Dehnung) Oder hauptsächlich zur Kosteneinsparung?

      MfG
    • Wenn ich jetzt nicht ganz falsch liege, sollten das anorganische Naturstoffe wie z.B Glimmer, Kaolin, Silikate, Keramikpulver sein.

      Je nach Struktur beinflussen diese die Festigkeit positiv (Schichtsilikatblättchen), verringern die Schwindung, beeinflussen die Dichte (hohlpartikel) oder sind einfach nur billiger Füllstoff.
    • Das hier ist sicher ein Thema für @petersj.
      Ein Blick auf das Datenblatt sollte dir eigentlich verraten um was es geht.
      Ja, eigentlich handelt es sich dabei um die Füllstoffe. (soweit ich weiß)
      Wir haben auch ein PP-H MF 40.
      Datenblätter sind kaum greifbar. Ich wollte auch schon mal Google fragen, hab es aber vergessen.
      Ich denke aber, dass dir hier eine gute Antwort geliefert wird.
      Ich mache mich währenddessen mal auf die Suche nach MF 40. :P

      Edit: meins hat sich erledigt. MF ist in dem Falle Mineral Filled. Das habe ich bereits vermutet, wusste aber nicht welche. In dem Falle Talkum, was ich auch nach dem Griff in die Rohware vermutet habe. Aber Kontrolle ist besser. :P
    • Zumeist handelt es sich bei den mineralverstärkten Werkstoffen um talkumverstärkte Produkte. Wie 03 1010 schon erwähnt, ist Talkum ein Schichtsilikat mit ausgesprochen guter Verstärkungswirkung. Alleine durch Zugabe von 20% einer entsprechenden Talkumqualität, lässt sich der Zug-E-Modul eines unverstärkten PP-Homopolymers von zuvor rund 1500 MPa auf anschließend knapp 3000 MPa anheben. Talkum gibt es in unterschiedlichen Qualitäten und je nach Anwendungsfall kommen diese dann zum Einsatz. Neben Talkum gibt es noch weitere mineralische Verstärkungsstoffe wie zum Beispiel Kreide. Hier ist die Verstärkungswirkung aber bei Weitem nicht so ausgeprägt wie beim Talkum. Die Grenze zwischen Verstärkungsstoff und Füllstoff verläuft hier irgendwo zwischen diesen Produkten. Aber da wissen andere Kommentatoren sicherlich noch Genaueres (auch im Hinblick auf das Aspektverhältnis dieser Verstärkungsstoffe) zu berichten. </p>
    • Ok, war `ne Zeit lang nicht "netzfähig". Konnte zwar lesen, aber nichts schreiben. (Urlaub)

      Was ist "Mineral" im Sinne der Materialbezeichnungen? Das kann - wie schon von 03 1010 gesagt - alles anorganische sein. Farbmittel, Glasfasern, Glaskugeln oder Hohlglaskugeln zählen in der Regel aber nicht dazu. Sie werden mit der entsprechenden Menge eingesetzt und werden auch entsprechend anders benannt. Titandioxid allerdings wird oft als Farbmittel eingesetzt z.B. für die Farbe "Weiß". Wird TiO² aber eingesetzt um auch andere Effekte (z.B. für Lichtdichtheit und Reflektion) zu erreichen, bekommt das Produkt manchmal auch den Vermerk "MN", weil der Anteil dann u.U. sehr hoch ist.
      Der Vermerk "MX" muss aber nicht zwangsläufig auf "Mineral" hindeuten (siehe z.B. TRITAN MX811).
      Außerdem: Die wenigsten Hersteller benennen ihre Produkte streng nach der heißgeliebten "Norm". Höchstens "in Anlehnung an die Norm".