Erweiterung Gewerbe

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    • Erweiterung Gewerbe

      Moin moin,

      um mich kurz vorzustellen. Ich heiße Moritz bin 25 Jahre alt und habe neben meinem Hauptberuf als Kfz Mechatroniker ein Kleingewerbe. Dort baue ich Kunstoffteile für Oldtimer nach.

      Nun zu meinem Problem. Die Teile aus dem Drucker sind zwar maßhaltig, aber optisch möchten meine Kunden lieber näher zum Original.
      Deswegen kam ich auf die Idee, eine Spritzgussmaschine zu kaufen.

      Ich habe schon viel gelesen, habe aber 0 Erfahrung.
      Zum Thema instandhaltung: Reparier wirklich alles. Hydraulik, pneumatik usw ist bei Oldtimern normal und dort gibt es meistens keine Anleitungen mehr. Da habe ich keine Bedenken.

      Platztechnisch sehe ich auch keine Probleme. Kaufe gerade mit meinen Eltern einen Resthof den wir aufteilen. Deshalb fällt das Thema mit den Strom/Wasseranschlüssen auch weg.

      Die Formen die ich brauche, kann mir hoffentlich ein Bekannter fertigen. Der baut häufiger Sachen für mich und hat einen netten Maschinenpark mit 5 Achsfräse usw. Rechnung kann er auch stellen.

      Technische Zeichnungen mache ich selber. Habe schon eine Form selber erstellt. Denke da wird es auch Lehrgeld und Fehlversuche geben.


      Nun zu meinen Fragen:
      Kleingewerbe mit 3D Druck kein Problem.
      Spritzguss mit Auflagen verbunden? Ausbildung erforderlich? Wollte Morgen sonst mit der Kammer telefonieren.


      Welche Maschine könnt Ihr empfehlen und welches Zubehör.
      Budget ist 5-10 Tausend. Ggf ginge aber auch deutlich mehr.
      Stückzahlen sind 1-100 pro Auftrag. Meistens 20.
      Bauteile sind meist unter 50x50x50mm. Schön wäre aber 300x300x300. Zu mindest ist das der theoretische Bauraum meines Druckers.
      Den würde ich dann weiterhin für den Druck der ersten Protoypen nutzen.

      Auf Dauer möchte ich den Kram selber in einem Shop vertreiben.


      Hoffe ich gehe einigermaßen realistisch an die Sache ran. Über Links und Tipps würde ich mich freuen.

      Danke und schönen Sonntag,
      Moritz

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von 2500ccm ()

    • Hallo,
      von realistisch bist Du etwas weit weg. Schau mal hier im Forum, da gab es schon öfter solche Nachfragen und auch entsprechende Antworten.

      Deine drei Hauptprobleme mal leihenhaft ausgedrückt:
      - Dein Budget ist min. 10 X zu niedrig
      - Der Beruf des Verfahrensmechniker Kunststoff und Kautschuktechnik ist nicht um sonst ein Ausbildungsberuf von 3 Jahren um einigermaßen eine Spritzgußmaschine und das drumherum zu verstehen
      - Spritzgußformen werden nicht mal so nebenbei durch einen Bekannten gebaut.

      Lass Dir den Zahn ziehen das mal so eben nebenbei zu machen.

      Harte Fakten aber Realität.
    • Wie meine Vorschreiber schon sagten: Vergiss es einfach. Budget viel zu klein und keinerlei Wissen was Maschine,Werkzeug und Prozess angeht. Das wird nix !!!!

      Ich an deiner Stelle würde mir für das Geld einen guten Formlabs kaufen und versuchen, durch Nacharbeit die Oberfläche Kundengerecht zu gestallten.


      Alles andere macht einfach keinen Sinn!!!

      LG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ralle01 ()

    • Meinen Vorrednern gebe ich in allen Punkten recht, will aber mal konstruktiv bleiben :D

      Um das ganze "so nebenbei" zu machen, als jemand der Macher und Praktiker ist, empfehle ich dir beim Prototyping zu bleiben. Deinen Kunden gefällt die Oberfläche des 3D- Drucks nicht? Dann probiere es mit Vakuum- Gießen. Ein älteres Verfahren, aber mit Übung kommen echt gute Teile raus. Sprech da aus Erfahrung, selbst schon Teile für Oldtimer so nachgebaut!

      Die Anschaffung einer gebrauchten Anlage dafür ist auch sicher kostengünstiger.
    • Hallo Moritz,

      leider ist es wirklich so, wie es meine Vorredner schon beschrieben haben.

      Die 5.000 - 10.000 € investierst Du alleine schon in dringend benötigte Peripherie für die Spritzmaschine. (selbst da wird es nicht reichen)
      Denn es ist nicht mit einer Maschine getan. Die Maschine möchte gekühlt werden, das Werkzeug möchte gekühlt werden. Je nach Kunststofftyp wirst Du einen Trockner benötigen, denn die wenigsten Kunststoffe kannst Du ungetrocknet verarbeiten. etc. etc.

      Dann kommt es darauf an wie komplex die Teile sind die Du fertigen willst. Du musst bedenken, dass das 3D - Prototyping ein additives Verfahren ist, mit dem relativ einfach komplexe Formen wie z.B. Hinterschnitte usw. darstellbar sind.
      Um solche Formen in einem Werkzeug/einer Spritzgussform darzustellen sind z.B. komplizierte Schieber usw. nötig bzw. sind manche Formen gar nicht realisierbar im Spritzguss.

      Ich möchte Deinem Bekannten nicht Unrecht tun, jedoch wird er für ein entsprechend komplexes Werkzeug viel Zeit und Arbeit investieren müssen, was den Werkzeugpreis in ungeahnte Höhen treiben kann. Selbst wenn Dein Bekannter keinen Cent an dem Werkzeug verdienen wollen würde, würden da ggf. mehrere tausend bzw. mehrere zehntausend Euronen keine Seltenheit sein.

      Wenn Du dann noch mit den Spritzteilen Geld verdienen willst, müsstest Du ja irgendwie die Werkzeugkosten umlegen usw.
      Das wird bei den minimalen Losgrößen die Du nennst niemals wirtschaftlich.

      Da für Dich sicher keine neue SGM in Frage kommt wirst Du hier auf gut gebrauchte Maschinen zurück greifen müssen. Auch das ist in diesem Budget nicht drin.

      Vielleicht wäre für Dich eine Option, bei diversen Anbietern verschiedenster additiver Herstellverfahren vorstellig zu werden. Wie mein Vorredner schon sagte können hier mittlerweile bei den verschiedenen Verfahren schon tolle Ergebnisse bzgl. Oberfläche usw. erreicht werden.

      LG

      Klabuster
    • Vielleicht funktioniert es so nicht mit einer vollautomatischen Spritzgussmaschine, aber wenn es um simple Teile geht die nur eine optische Funktion haben und keine Belastungen aufnehmen müssen und nicht gigantisch werden müssen, könnte man ja etwas wie eine Handspritzgussmaschine auf Basis einer alten Presse basteln. Habe hier schon Konstruktionen gesehen die solche Teile (in 3D gedruckte Formen) mit ähnlichen Größen gesehen. Waren dann halt keine komplizierten Teile und die Formen haben nicht lange gehalten, aber es waren Spritzgussteile. Bei solchen Stückzahlen würde sich was schnelles ja auch garnicht auszahlen, da könnte man schon händisch arbeiten.

      Wahrscheinlich würde ja schon so eine Technik reichen.
    • Wenn es gelingt eine gute 3D Konstruktion des Artikels zu machen könnte ich mir vorstellen das Protolabs oder Speedparts ein Geschäftspartner sein könnte. Die haben die SGM schon und alles was man sonst braucht und liefern Teile gemäß Angebot. Damit es richtig gute Teile sind könntest du ja ein wenig Nacharbeit machen. Und eine Beratung welches Verfahren für Teil und Menge gut ist gibt es bei Protolabs noch dazu. Neben Spritzen können die auch Fräsen und Drucken.
      Statt in eine SGM zu investieren würde ich dann lieber in das Finish der Teile investieren. Lackieren, Strahlen mit verschiedener Körnung oder eine kleine CNC Fräse für Gravuren und so macht aus den schnellen Teilen dann DAS wunderschöne passende Teil für den Kunden.
    • Da teile ich die Einschätzung von "Junghuber" und "wichtelchen".
      Für den beschriebenen "Business-Case" halte ich den 3D-Druck für die beste Option. Entweder in Kooperation mit einer "Druckerbude" oder einem eigenen Drucker. Favorisieren würde ich die Kooperation, weil auch hier - genauso wie im Spritzguss - ein fundiertes Wissen benötigt wird, um bestmögliche Artikel zu fertigen. Trivial ist nämlich beides nicht.
    • Aufgrund der Diversitivät deiner Teile ist Spritzguss wirklich das falsche Verfahren, selbst wenn du gebraucht günstig Anlage und Peripherie bekommst, musst du allein für das Formerwerkzeug für jedes einzelne Teil mindestens 5000-10000 € (einfache Teile) rechnen.
      Da kommst du unter Stückzahl 1000 keinesfalls irgendwie auf nen grünen Zweig.

      Ich denke, dass du da mit einem hochwertigen 3D-Drucker (z.B. SLS) oder gar einem Fräszentrum besser kommst.
      Je nach Form und Dimension kannst du bei Stückzahl 1-10 das ganze ja auch aus dem Block "schnitzen"
    • Moin,

      danke für die zahlreichen Antworten.
      Konnte leider jetzt erst Antworten, da ich momentan weder auf dem Handy, noch zu Hause Internet habe. Kann deshalb nur ab und zu antworten.

      Super finde ich schon mal eure konstruktive Kritik. Das mit dem Spritzguss im Alleingang habe ich mir aus dem Kopf geschlagen. Das hab ich mir zu leicht vorgestellt. Sollte ich mal in die Region solcher Stückzahlen kommen, werde ich es eher wo anders machen lassen.

      Ich tendiere auch eher dazu meine 3D Druck Teile aufzuarbeiten.
      Das Vakuum Gießen werde ich mir auch noch angucken.

      Bin leider gerade auf dem Sprung, werde Morgen noch mehr schreiben.

      Ich danke euch für die Ratschläge und besonders Ralle für das informative Telefonat.

      Schönen Abend euch