Schlechte Oberfläche bei POM

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    • Schlechte Oberfläche bei POM

      Hallo Leute,

      bei einem Artikel aus POM haben wir entweder einen Schallplatteneffekt beim Anspritzpunkt, oder Glanzunterschiede -> je nach Einspritzgesschwindigkeit.

      Im Anhang zwei Bilder, auf denen es verdeutlicht wird.
      Beim "schnell Einspritzen" liegt die Einspritzzeit bei 0,25 Sekunden.
      Beim "langsam Einspritzen" bei ca. 1,5 Sek.

      Das Teil wiegt 3,5g.

      Je nach Einspritzprofil, oder Einspritzzeit verändert sich die Oberfläche, wobei immer entweder Rillen, oder Glanzunterschiede zu sehen sind. Da es sich bei der Oberfläche aber um eine Sichtfläche handelt, ist beides unerwünscht!
      Alle anderen Parameter (Werkzeugtemp. / Massetemp. / ...) wurden auch verändert, wobei sich der Effekt fast nicht auf die Oberfläche auswirkt.

      Der Anspritzpunkt ist, wie auf dem Foto zu sehen, eher klein ausgeführt und hat einen Stauboden.
      (Wie sieht es generell mit Stauboden bei POM aus? Schlecht für die Scherung?)

      Nun zur Frage:
      wie bekommen wir die Oberflächenprobleme weg?
      • andere POM-Typen?
      • ASP vergrößern?
      • Werkzeug in' Kübel und neues her?
      Dateien
    • Moin Masterchief,

      ein Stauboden bei POM kenne ich eigentlich nicht. Komme zwar nicht aus dem Werkzeugbau, aber ist mir nie in all den Jahren über den Weg gelaufen.

      Ein verkleinerter ASP ist auch ungünstig, wegen einbringung von Sicherung, was POM nicht gern verträgt.
      Die anderen Punkte sind ja bereits von 1u21 erfragt worden.
      Die Dosierparameter wären noch gut zu erfahren.

      Grüße
    • WZ-Temp lag zuletzt bei 90°C und die Kühlbohrungen laufen schön um den Artikel.
      In der Mitte sitzt aber ein relativ dünner Kern, welcher sicher mit der Zeit heiß wird (habe ich noch nicht gemessen). Allerdings treten die Schlieren auch gleich beim ersten Schuß auf, wo alles noch die selbe Temp. haben sollte.

      Verwendet wird nur Neumaterial ohne Mahlgut.
      Am Artikel sind einige Auswerfer die Entlüften und auch die Trenneben ist direkt im betroffenen Bereich. Ein Entlüftungsproblem schließe ich aus. Außerdem kommt es trotz der hohen Einspritzzeit zu keiner Gratbildung.

      Dosiert wird human mit 0,15m/s. Staudruck liegt bei 80bar spezifisch.

      Der Anspritzpunkt liegt übringens hier:
      Anspritzpunkt.jpg

      (falls es noch nicht ganz klar war)

      Wie schon geschrieben wurden die Parameter immer wieder verstellt und verändert, wie man das hald so macht bei einer Bemusterng. Daher macht es keinen Sinn, wenn ich alle mögliche Zahlen hier poste.
      Einzig die WZ-Temp wurde nie über 100° gestellt.


      Dass ein Stauboden bei POM zu Problemen führen kann, habe ich mir schon gedacht, wobei wir sehr viele POM artikel haben und dort nahezu immer ein Stauboden vorhanden ist.
      Ich spiele schon mit dem Gedanken den Stauboden einfach mit ner Glasfaserfeile rauszu feilen...

      Mfg
    • Danke für die Infos.
      Für mich sieht es hier arg nach zu hohem Nachdruck aus. Die Verschiebung in Nähe des Anspritzpunktes und die fehlende Temperierung, sorgen für eine hohe Temperatur in diesem Bereich und das Material will wieder raus. Der Fehler mit den Schallplattenrillen ist gut auch am Anguss zu sehen. Was passiert, wenn du den Nachdruck reduzierst?
    • Ich kenne diese "Falten" bei uns aus der Produktionskontrolle. Wir spritzen z.B. Musterplatten. Mit einem für alle anderen Materialien recht gut geeigneten Filmanguss geht dann bei POM alles daneben. Wir haben dann diverse Formen ausprobiert - Dann haben wir uns ein Werkzeug machen lassen, bei dem der Einspritzstrahl auf jeden Fall auf kurzem Weg gegen eine Werkzeugwand führt.
      Es handelte sich um sogenannte Kaltverschiebungen. POM bildet beim Einspritzen sehr schnell eine Gusshaut. Diese wird dann mitgerissen und zusammengefaltet kurz hinter dem Anspritzpunkt wieder angelagert. Durch die Anschnittrichtung bleibt diese Haut schon nach ganz kurzem Weg stecken. Klar, dass der Anschnitt an eine entsprechende Stelle verlegt wird, an der dieses minimierte Fehlerbild dann nicht mehr auffällt.
      Auch wir konnten mit umfangreichen Versuchen dieses Phänomen nicht umgehen. Auf jeden Fall brachten alle Temperatur-, Druck und Geschwindigkeitsvariationen überhaupt keinen Erfolg.

      PS
      Dachte, dass wir das schon mal iwo hier genau besprochen haben. Bin mal wieder zu doof zum suchen und finden.
    • Danke schonmal allen für die Antworten.

      Ein Stauboden ist definitiv vorhanden, allerdings wie auch der gesamte Tunnelanguss eher klein ausgeführt. Habe gerade die 3D-Konstruktion begutachtet.

      Bei langsamen Einspritzen sind die Rillen auch schon ohne Nachdruck zu sehen. Mit Nachdruck werden sie lediglich komprimiert.
      Bei schnellem Einspritzen sind die Glanzunterschiede ebenfalls schon ohne Nachdruck zu "erahnen" (vermutlich aber nur, weil man weiß dass welche da sind). Mit viel oder wenig Nachdruck ändert sich kaum was.

      Die Restfeuchte habe ich nicht getestet, wobei wir POM sowieso nicht trocknen - sofern richtig gelagert.

      Die Schmelze trifft direkt auf einen Kern auf. Allerdings ist dieser Kern auf eine Seite hin abgerundet, weshalb die Fließfront vermutlich in diese Richtung zuerst läuft. Genau dort treten dann entweder die Rillen, oder die Glanzunterschiede auf.

      Aus den oberen Antworten lese ich raus, dass wohl nur eine Verlegung des Anspritzpunktes was bringt. Da kommt Freude auf...

      Vielen Dank für die Informationen Leute!

      Mfg
    • Hallo Masterchief900

      Ich trockne POM grundsaetzlich. Aber die Bilder hier zeigen mir keine typischen Wasserschlieren. Ihr POM ist ein Homopolymer oder Copolymer ? Fuellstoffe ?
      Schmelzetemperatur ( gemessen nach mindestens fuenf Schuss / abgepumpt auf Isolierunterlage )?
      Durchmesser Maschinenduese ?
      Durchmesser Werkzeugduese ? ( Eingang )
      Querschnittverengung beim Anguss ( moeglicherweise nachtraeglich eingebracht wegen nicht entformbarem Tunnelanguss )
      Tunnelanguss wirksamer Querschnitt ?
      Wandstaerke Artikel im Angussbereich ?

      Bilder Fuellstudie ? ( langsam / schnell )
      Bei 3,5g Artikelgewicht scheinen mir die 0,25 sec etwas zu schnell ( Scherung mit Ausgasung von Formaldhyd / grauer Schimmer auf Teil ? eventuell auch in der Kavitaet sichtbar.) Geruchsbelaestigung
      Die 1,5 sec sind deutlich zu langsam und fuehren zu den o.g. Kaltverschiebungen.
      Am Kaltkanalverteiler glaube ich Wasserschlieren zu sehen

      Viel Erfolg

      Ihr Orielefant
    • Kunststoffspritzer schrieb:

      Paddel schrieb:

      Mal eine andere kurze Frage:

      Was hat es mit dieser Querschnittsverengung im Anguss auf sich?

      Fließbremse?
      Kam der Nachdruck zu effektiv in der Kavität an? ;)

      Danke!
      Die Verengung dient nur der Flexibilität beim entformen...
      Im Ernst...?
      Dann ist die Angussauslegung (Deformationsverhalten Kaltkanal) bei dem SGW schlicht und ergreifend schlecht.

      Ein solcher Energievernichter hat aus meiner Sicht keinerlei Berechtigungsdasein und macht es einem nur schwerer vernünftige
      Qualität aus dem SGW zu bekommen.
    • orielefant schrieb:

      Hallo Masterchief900

      Ich trockne POM grundsaetzlich. Aber die Bilder hier zeigen mir keine typischen Wasserschlieren. Ihr POM ist ein Homopolymer oder Copolymer ? Fuellstoffe ? -> POM-C ohne Füllstoff

      Schmelzetemperatur ( gemessen nach mindestens fuenf Schuss / abgepumpt auf Isolierunterlage )? -> nicht gemessen / wurde aber wie gesagt im laufe der Bemusterung rauf und runter gestellt

      Durchmesser Maschinenduese ? -> 3,8mm
      Durchmesser Werkzeugduese ? ( Eingang ) -> 4,2mm

      Querschnittverengung beim Anguss ( moeglicherweise nachtraeglich eingebracht wegen nicht entformbarem Tunnelanguss ) -> ja, ist vorhanden :)

      Tunnelanguss wirksamer Querschnitt ? -> ASPgröße ca. 0,5cm³

      Wandstaerke Artikel im Angussbereich ? -> 2,1mm


      Bilder Fuellstudie ? ( langsam / schnell ) -> keine vorhanden

      Bei 3,5g Artikelgewicht scheinen mir die 0,25 sec etwas zu schnell ( Scherung mit Ausgasung von Formaldhyd / grauer Schimmer auf Teil ? eventuell auch in der Kavitaet sichtbar.) Geruchsbelaestigung
      Die 1,5 sec sind deutlich zu langsam und fuehren zu den o.g. Kaltverschiebungen. -> mir ist das auch zu schnell/zu langsam, aber mir gings dabei um die beiden Extremen. wird z.b mit 0,8sek eingespritzt, ist es eben eine Mischung aus beiden Oberflächenfehlern.

      Am Kaltkanalverteiler glaube ich Wasserschlieren zu sehen -> für das Angußfoto habe ich irgendeinen Anguß aus der Kiste gezogen. Kann sein, das der von der Füllstudie stammt, oder vom langsamen Einspritzen, oder nach 5min Stillstand, oder oder oder..


      Viel Erfolg -> Danke!


      Ihr Orielefant


      Paddel schrieb:

      Kunststoffspritzer schrieb:

      Paddel schrieb:

      Mal eine andere kurze Frage:

      Was hat es mit dieser Querschnittsverengung im Anguss auf sich?

      Fließbremse?
      Kam der Nachdruck zu effektiv in der Kavität an? ;)

      Danke!
      Die Verengung dient nur der Flexibilität beim entformen...
      Im Ernst...?Dann ist die Angussauslegung (Deformationsverhalten Kaltkanal) bei dem SGW schlicht und ergreifend schlecht.

      Ein solcher Energievernichter hat aus meiner Sicht keinerlei Berechtigungsdasein und macht es einem nur schwerer vernünftige
      Qualität aus dem SGW zu bekommen.

      Ja, die Verengung dient tatsächlich nur der besseren Entformung.
      Bin kein Freund davon, allerdings muss man dem zugutehalten, dass die Flumselbildung und damit die Formverschmutzung zurückgeht.




      Wir machen nächste Woche nochmals Test auf einer anderen Maschine mit verschiedenen POM-Typen.
      Werde diese dann Vortroknen (auch wenn es nicht in den Datenblätter steht) und vorab die Fließbremse im Angußkanal entfernen.

      Kann dann hoffentlich freudigere Fotos posten.


      Mfg
    • Masterchief900 schrieb:

      Ja, die Verengung dient tatsächlich nur der besseren Entformung.
      Bin kein Freund davon, allerdings muss man dem zugutehalten, dass die Flumselbildung und damit die Formverschmutzung zurückgeht.

      Wurde die Biegestelle nachträglich eingefügt (war meine Vermutung)?
      Der Angussauswerfer wurde viel zu nah am Tunnel platziert bzw. der Kaltkanalanguss flasch ausgelegt
      und dann war da nicht mehr viel zu holen, außer mit so einer Kerbe (die dir mehr als die Hälfte vom Querschnitt frisst).

      Der Kaltkanalanguss würde mit einer besseren Auslegung genauso Flusenfrei entformen.
    • Hallo Masterchief900

      POM-C ? mit welchem Fliessindex?

      "ASPgröße ca. 0,5cm³" verstehe ich leider nicht. Ist hier der Anspritzpunkt mit 0,5 mm Querschnitt gemeint?
      Wenn ja , ist der meiner Meinung definitiv zu klein fuer die Wandstaerke von 2,1 mm..
      Bei einem kegeligen Tunnelanguss mit Stauboden ergibt sich eine Querschnittsflaeche wie ein altes Scheunentor ( abgeschnittenes Oval ). Dabei ist aber nur der Inkreis wirklich wirksam .
      Ich habe POM-C immer mit einem wirksamen Durchmesser von 2/3 der Wandstaerke des Artikels angespritzt . Dies wuerde in Ihrem Fall ca. 1,4 mm wirksamen Querschnittes entsprechen.

      Celanese und Dupont haben mir immer empfohlen zu trocknen unter 0,1 % .
      Moeglicherweise kann ich mehr helfen , wenn Sie mir Musterteile ( Anguss und Artikel ) zusenden .

      Die Oberflaeche der Werkzeugkontur rauher zu gestalten , kann Verschieberillen auch stark minimieren ( falls erlaubt vom Kunden )

      Wie sind die Abmusterungen gelaufen?

      Schmelzetemperaturen nicht nur ablesen am Monitor , sondern messen , dabei auch riechen und schauen nach der Oberflaeche des Kuchens.

      Viel Erfolg
      OrielefantPresentation1.pdf