Materialwechsel PP-H zu PP-R

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    • Materialwechsel PP-H zu PP-R

      Hallo zusammen,

      ein Kunde möchte gerne vom Ursprungsmaterial PP-H zu PP-R wechseln. Da ich das Material nicht kenne und auch mit Hilfer der Sufu nichts finden konnte wollte ich an dieser Stelle mal nachfragen.

      Ist es möglich das Material einfach zu wechseln oder muss hier etwas beachtet werden. Schwindung, Verarbeitung, Formtemperatur etc?

      Viele Grüße
    • Durch die Copolymerisation wird beim PP-Random Copolymerisat die Zähigkeit bei tiefen Temperaturen erhöht. Die Härte, Steifigkeit und die Zugfestigkeit nehmen hierbei allerdings ab. Die Transparenz steht der von Polystyrol nur wenig nach. Eine vollfarbige Einfärbung ist auch beim PP-R möglich. Die Oberfläche kann leicht zerkratzt werden. Der Werkstoff ist wie PP-H spülmaschinengeeignet.

      Gefügestruktur: teilkristallin
      Dichte: ~0,92 g/cm³
      Physikalische Eigenschaften: Hart, schwer zerbrechlich, sehr gute dielektrische Eigenschaften, härter und temperaturfester als PE, jedoch i.d.R. weniger kältefest, gut für Scharniere geeignet
      Chemische Eigenschaften: Beständig gegen:
      Säuren, Laugen, Salzlösungen, Alkohol, Benzin, Fruchtsäfte, Öl und Milch
      Nicht beständig gegen:
      chlorierte Kohlenwasserstoffe, geringe Neigung zur Spannungsrissbildung
      Wärmeausdehnungskoeffizient: 160 - 200 * 10-6 1/K
      Bruchspannung: 21 - 37 N/mm²
      Bruchdehnung: 20 - 800 %
      Min. dauerhafte Gebrauchstemperatur: 0 - (-40) °C
      Max. dauerhafte Gebrauchstemperatur: ~100 °C
      Typische Produkte: Tortenhauben, Messbecher, Bauteile die auch in der Kälte auf Stoß belastet werden.

      Grüße
    • @ Techniker

      Aus welchem Grund soll denn die Materialumstellung erfolgen?

      Normalerweise müssten Dir die Produktdatenblätter vorliegen. Aus denen sollte dann klar zu entnehmen sein, was mit PP-H und PP-R gemeint ist. Wenn hier tatsächlich von einem PP-Homopolymer auf ein PP-Random-Copolymer umgestellt werden soll, verändern sich natürlich auch die Bauteileigenschaften. Ist das wirklich gewollt?

      Du solltest dann vielleicht auch noch einen kurzen Blick auf die unterschiedlichen Kristallitschmelzbereiche werfen. Der "Schmelzpunkt" von einem PP-Random-Copo kann über 10°K unter dem des PP-Homopolymers liegen. Das ermöglicht Dir, das PP-Random bei etwas niedrigeren Massetemperaturen zu verarbeiten und spart Dir in Summe ein bisschen Zykluszeit. :thumbup:
    • Techniker schrieb:

      . . .oder muss hier etwas beachtet werden.
      Im Grunde musst du neu abmustern, da du ein völlig neues Material verwendest. Denn nur das garantiert dir einen sauberen Produktionsablauf. Klar, es gibt immer wieder die Aussage: "Nichts wirklich Anderes. das ist so ähnlich wie. . .". Aber was ist schon die Toleranz bei "so ähnlich wie"? Ich hab da schon einiges "Ähnliches" erlebt :thumbdown: .
    • Eine neue Abmusterung ist definitiv von Vorteil.
      Nehmen wir nur mal an, dass du das Material einfach wechselst und die Teile prüfst:
      Maße, Oberfläche, Qualität ist alles stimmig und i. O. und mehr wird nicht gemacht. Nun sind die Teile aber vielleicht 10g schwerer, niemand ermittelt das neue Gewicht, ist ja alles schön. Kalkuliert wird noch mit dem alten Gewicht. Dann fehlen mal ganz schnell mehrere Tonnen im Bestand und niemand weiß wo das Material "verloren" ging. Zu spät neues Material geordert - > Stillstand.
      Ähnlich verhält es sich dann mit dem Verbrauch von Batch.
    • PP-Homopolymer (PP-H) ist ein vielseitig einsetzbarer Kunststoff mit hoher Chemikalienbeständigkeit und ausgezeichneter Wärmebeständigkeit.

      Isotaktisches, hochwärmebeständiges Polypropylen, PP-H
      + hohe Steifigkeit, sehr gute Verschweiß- und Verarbeitungseigenschaften (u.a. sehr gut geeignet für den Behälterbau oder wird meist in der Rohrherstellung verwendet)

      PP-Random-Copolymer (PP-R) hat eine verbesserte Schlagzähigkeit gegenüber PP-H. Gleichzeitig nimmt jedoch die Steifig- und Festigkeit ab. Durch die Zugabe von Ethylen wird die Zähigkeit im Tieftem-peraturbereich erhöht. Verwendung meist auch im Rohrleitungsbau

      Auf grund der doch sehr unterschiedlichen Eigenschaften, emphehle ich ebenfalls auf jeden Fall eine Bemusterung und bei kritischen Bauteilen auch Langzeituntersuchung ...