Spritzgussteil, Fertigung möglich bzw. realistisch?

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    • Spritzgussteil, Fertigung möglich bzw. realistisch?

      Hallo,

      habe hier mal eine Frage an die ganzen Experten unter euch.

      Wir verbauen bei uns im Betrieb solche Matten aus Hartholz. Eingesetzt werden diese Matten in Belüftungsboden für Filteranlagen.

      Nun ist ein Kunde an uns heran getreten mit der Idee, diese Elemente aus Kunststoff zu entwickeln. Die Eckdaten sind:

      - die Elemente sollen eine Größe von 1x2m haben. Stärke ist egal.
      - die geöffnete Fläche, wo Luft hindurch kann soll min. 35% betragen.
      - die Elemente sollen nur an den 4 Ecken abgestützt werden, der Rest ist freitragend
      - Die Tragkraft muss an allen Stellen min 1.2t pro m² betragen.
      - Der Kunststoff muss Säurebeständig sein.

      Ist sowas überhaupt möglich, in der Größe und der Tragkraft das man so etwas herstellt. Wo würde die Reise preislich hingehen, Berechnung, Werkzeugbau usw. Wenn man bei 0 anfängt.

      So sehen die Elemente aus Holz aus, dies soll nun in Kunststoff gefertigt werden.


      IMG_0133.jpg
    • Hast du schon mal gerechnet, welche Größe die Schließeinheit der Spritzgussmaschine und die Größe der Spritzeinheit kalkuliert?
      Theoretisch ist das möglich, aber die Größe der Maschine wird gewaltig sein. Je nach Material wirst du eine Zuhaltekraft von 30.000 bis 130.000kN brauchen. (100x200cm = 20.000cm² minus 35% = 13.000cm²) siehe hier spritzgussweb.de/2018Info2-1.htm
      Da sollte man versuchen keine ganzen Platten zu spritzen, sondern aneinander legbare Stege spritzen oder gar endlos extrudieren und auf Länge schneiden.
      Das bedeutet dann eine komplette Systemänderung und Neukonstruktion. Als Material kann sicherlich ein glasfaserverstärktes PP zum Einsatz kommen. Und sicherlich werden keine Vollmaterial-Stege zum Einsatz kommen, sondern gerippte Stege. Das verstärkt die Tragkraft und senkt den Materialverbrauch.
    • Hallo,
      das sieht stark nach Kuhstall aus. Solche Rosten werden bereits aus Kunststoff hergestellt. Einfach mal das Netz durchsuchen. Die Firma Zimmermann Stalltechnik bietet z.B. solche Kunststoffrosten an.

      Grundsätzlich ist es technisch möglich solche Rosten aus Kunststoff hertzustellen, aber ich glaube nicht so richtig an die Wirtschaftlichkeit mit den Maßen 1mX2m und und einer Tragfähigkeit von 1,2t. Das werden ganz schön Dicke dinger. Die derzeit angebotenen Rosten gehen nicht über Palettenmaß hinaus. Das ist das was spritztechnsich noch recht problemlos zu realisieren ist.
    • Nein es handelt sich nicht um Kuhstall. Sondern um eine Filteranlage. Es gibt hier schon solche Elemente aber in kleineren Größen z.b. 50x50cm. Das Problem ist das viele stützen gebraucht werden um das ganze stabil zu machen.
      Beim Holz habe ich wesentlich weniger Stützen. Das soll auch bei Kunststoff erreicht werden.
      Es sollen Elemente in 1x2m sein. Die Tragfähigkeit ist min 1,2t pro m2.
      Was für ein Werkzeug müsste man für diese Bauteilgrösse haben bzw. was für eine Maschine kann das spritzen. Alleine was kostet es das Werkzeug zu bauen und zu planen/berechnen. Denke bei den Teilen wenn es denn überhaupt machbar ist, ist die erste Million weg bevor das erste Teil gespritzt ist.
    • Als erstes stünde sicher die Berechnung an, welche Spannungen das Teil nach Worst-Case bei mittiger Belastung an der Spezifikationsgrenze aushalten muss (Biegespannung, ggf. zulässige Dehnungen).
      Daraus ergibt sich dann die Konstruktion aus Dicke (Höhe), der Entscheidung ob bspw. ein 10 cm² massiv gefertigt werden muss (Schäumen?) oder ggf verript oder mit Sicken versteift werden kann. Das ergibt dann grob das Schussgewicht (Welcher Kunststoff und GF ja/nein) kommt noch dazu.

      Auf jeden Fall dürfte die Schließeinheit bei 2 m² gewaltig werden (vergleichbar etwa mit frühren Telefonzellen-Gehäusen Schussgewicht 60 kg) und die Investitionen ebenso gigantisch. Da wird das Werkzeug schon allein bei etwa 100 Tonnen liegen, Schneckendurchmesser vermutlich um 200 mm! Evtl. sogar Spritzprägen wegen Lunkergefahr der massiven Teile ein Thema?
      tib.eu/de/suchen/id/tema%3ATEM…zelle-aus-einem-Gu%C3%9F/
      Da müssten schon viele Millionen Stück über die Jahre "herunterfallen"
    • Schau mal unten. So oder so ähnlich könnte deine Maschine aussehen. Vielleicht nicht ganz so - aber die Richtung könnte schon fast passen.
      Diese Maschine steht glaube ich irgend wo in Österreich und die Bilder sind aus der KU-Zeitung vor einigen Jahren. Bei uns fragten einige nach einer Maschine für etwas größere Platten als 60x40mm. Aber dann haben sie doch gekniffen. Standardmäßig haben wir 500-1000kN Zuhaltekraft.
      Dateien
    • petersj schrieb:

      So oder so ähnlich könnte deine Maschine aussehen. Vielleicht nicht ganz so - aber die Richtung könnte schon fast passen.
      Diese Maschine steht glaube ich irgend wo in Österreich und die Bilder sind aus der KU-Zeitung vor einigen Jahren.
      Die auf dem Bild steht bei der Fa. Otto Graf GmbH in Teningen BaWü (Bei Freiburg), gibt inzwischen aber mehrere von der Serie (z.B. für die vierrädrigend 1100 L Mülltonnen aus dem Ganzen)
    • Hallo Charly,
      für mich stellt sich nicht die Frage nach der technischen Machbarkeit, sondern nach der Finanziellen. Maschinen in der Größenordnung wirst du Gebraucht wahrscheinlich nicht finden.
      Wenn du keine Gebrauchte findest, wovon ich mal ausgehe, musst du eine Neue nehmen. Neue Maschine, neues Werkzeug, Entnahmeroboter, Peripherie, Infrastruktur usw, wird sicher 10-15 Mio. Euro kosten.
      Alles umgerechnet auf den Teilepreis stellt sich die Frage, ob sich das ganze dann noch Rechnet. Das müsst ihr als erstes mal rausfinden.

      Oder ihr geht her und sucht euch einen Unternehmen, das eine solch große Maschine schon hat und lasst die Teile dort Spritzen.

      Ich habe derzeit ein Projekt am Laufen, da geht es um zwei 160 To Maschinen, mit automatisierter Verpackung und Prüfung der Teile. Ok, das ganze ist etwas Aufwendig, aber die Richtpreisangebote
      von drei Herstellern liegen zwischen 2,2 und 2,7 Mio. Euro.

      Wie du siehst, kann der Spaß recht Teuer werden.

      LG

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Ralle01 ()

    • ParameterJongleur schrieb:

      Die Wirtschaftlichkeit hat noch keiner genannt... Braucht ihr denn den Rost in so großen Stückzahlen, dass sich der Spritzguss dafür lohnt?
      Mit anderen Fertigungsverfahren wäre es aus Kunststoff sicher auch herzustellen.
      Denke auch, dass bei der massiven aber einfachen Form (kontinuierliche) Extrusion und
      a) spanendes Freimachen der Schlitze oder
      b) Fügen der einzelnen "Balken" wie beim Holz-Pendant auch
      sicherlich sinnvoller ist.
    • hab mir die Angaben nochmal ganz langsam durchgelesen ....
      1. 1 m x 2 m groß
      2. Auflage nur im Bereich der 4 Ecken
      3. Tragefähigkeit 1,2 to pro m² ... würde heissen: der Rost müsste ja 2 schlecht ausgestattete VW Golf hochkant nebeneinander tragen können ... ?(
      ... bezweifle das Kunststoff dies aushält !!!

      nur so aus Neugier ... braucht ihr die Teile fürs Elefantenhaus :P