Erfahrungen mit un- bzw. angelernten Spezialisten im Ausland

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    • Erfahrungen mit un- bzw. angelernten Spezialisten im Ausland

      Hallo Zusammen,

      ich bin neu im Forum und möchte gerne mein erstes Thema eröffnen.
      Arbeite seit mehr als 10 Jahre im Bereich Automotive-Spritzguss in verschiedensten Funktionen, habe die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk genossen und habe mich aber dann durch Weiterbildungen von der Technik entfernt, aber immer im sehr engen Kontakt gestanden.

      In meinem Unternehmen haben wir auf dem ganzen Globus mehrere Produktionsstandorte verteilt, ich arbeite auch in diesem Internationalen Umfeld mit meinen ausländischen Kollegen zusammen.

      Nun zu meinen Fragen, hier in Deutschland haben wir unser duales Ausbildungssystem und einen sehr hohen Standard (wenn man will) was die Ausbildung als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuktechnik angeht. Jeder der die Ausbildung absolviert hat, kennt auf jeden Fall die Grundlagen der Kunststoffverarbeitung und -Kunde. Im europäischen Ausland wird es da schon schwerer geeignete Experten zu finden und in Süd und Nord Amerika fast unmöglich.

      Kennt jemand hier solche Probleme? Ich weiß auch, dass es viele Kollegen gibt die keine Ausbildung absolviert haben und sich durch ihre langjährige Berufserfahrung und ihr Engagement sich umfangreiches Wissen angeeignet haben. Aber wenn man die Zeit nicht hat um langjährig die Kollegen auszubilden, gibt es überhaupt eine Möglichkeit eines "Crashkurs" oder ein Standardprozess im Spritzgießen? Wie würdet ihr vorgehen, wenn plötzlich die komplette Belegschaft der Anwendungstechniker, Facharbeiter und Einrichter in der Spritzerei kündigt und ihr von heute auf morgen neue Mitarbeiter (Wissensstand 0) anlernen müsst?

      Eure Meinung bzw. Vorgehensweise interessiert mich brennend.
    • Ich kenne das so: Je günstiger ein Land ist je mehr ist es üblich das nan die Arbeitsstelle schnell wechseln kann.
      Man hat Ärger mit dem Prozess und muss die MA ausbilden. Nach guter deutscher Sitte tut man, ist erfolgreich und natürlich stellt man einen Zettel über den Erfolg aus. Morgen ist der Mann weg.
      Warum? Na er hat jetzt einen Zettel wo draufsteht er kann die Hälfte von dem was man eigentlich brauchen würde. Damit konnte er direkt beim Chef des Nachbarladens mehr Geld bekommen.

      Oder die Oma sitzt morgens am Band. Warum? Der Enkel den man eigentlich dafür bezahlt hat Zahnweh, ist zum Doc.

      Bisher gab es im Fall des Falles immer nur die Möglichkeit Neubeginn. Der ständige Ausbildungsaufwand sind halt Kosten. Leider welche die die meisten beim Vergleich nicht sehen.
      Nicht ausbilden heißt kann nichts und kann nichts verdient nichts. Geht nicht.

      Ich glaube der einzige Weg ist die örtliche Mentalität verstehen, sich darauf einstellen und sehr gut für die MA sorgen. So das auch die Familie sagt das Papa weiter dort arbeiten muss weil man sonst auf irgendwas verzichten muss. Wer auf dem Sofa schlafen muss versteht seine Ehefrau hinterher viel besser.
    • Ja da wünsch ich dir viel Spass bei der Herausforderung.

      Es gibt so gut wie kein anderes land, das so gut aufgestellt ist, wie hier in Deutschland. Was die Ausbildung der Verfahrensmechaniker angeht, evtl. CH und AU noch.
      In einen anderen land kannst du nur anlernen so gut es geht oder abwerben von anderen Firmen.
      WIe mein Vorsprechen schon betont hat ist dann die Bezahlung der Mitarbeiter ein weitere Punkt.
      Ich kann ein beispiel von Ferromatik mitteilen da haben Sie 30 Mitarbeiter aus Tschechien geholt jedem einen Dolmetscher an die Seite gestellt und 3 Monate im Werk Malterdingen geschult.
      Nach dem die wieder zuück gegangen sind waren nach 4 Wochen nur noch 1 übrig.

      Es gibt so gut wie kein Rezept darauf ihr müsst da für euch schon einen eigenen Weg finden.

      In Indien ist ist nicht unüblich das nach zwei Jahren der Mann eine Beförderung will.
      Wenn man ihn nicht vertraglich festgebunden hat, ist er nach zwei Jahren weg ohne Beförderung.