Berührungslose Temperaturmessung für glatte/polierte Werkzeugoberflächen

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    • Berührungslose Temperaturmessung für glatte/polierte Werkzeugoberflächen

      Hallo,

      wie es der Titel schon sagt, suche ich ein Temperaturmessgerät mit einer kurzen Reaktionszeit, was sich auch für glatte und polierte Metalloberflächen eignet.

      Kennt da jemand etwas, oder auch ein Gerät, was zusammen mit z.B. einem mattierenden Spray funktioniert?

      Danke schon einmal im Vorraus!


      Gruß
      qs
      MfG

      qs
      (Moderator)
    • Ich muss mal blöd fragen: Warum soll mit einem IR Fühler gemessen werden der ohne Vorbehandlung mit irgend nem Staub nur Fahrkarten misst?
      Wir verwenden Magnetanlegefühler. Außen ans Werkzeug hängen, warm werden lassen. Werkzeug auf, auf Meßpunkt setzen, in Senkunden ablesen. Der Wert stimmt egal welche Oberfläche und welches Material. Kein Dreck im Werkzeug.
      Das einzige was ne WBK mehr kann sind ganze Flächen statt Punkte messen. Zum Vergleich ok aber für Absolutwerte Müll. Und Vergleichen kann man auch Falschfarben ohne Dreckspray.
    • Gerade bei polierten / glänzenden Oberflächen ist die Oberflächentemperaturmessung schwierig.

      Berührende Messungen (dazu habe ich mir einen Testo-Koffer zusammengestellt, mit verschiedenen Fühlern) funktionieren,
      treffen aber jeweils nur eine punktuelle Aussage.

      Somit fällt die Aussage über eine größere Fläche schwer, vor allem wenn man variotherm arbeitet (und genau da will man je die Homogenität der Temperierung im ständig wechselnden Einsatz prüfen).

      Temperaturmeßgeräte mit Laser (vor allem die günstigeren Varianten) kann man getrost in die Tonne werfen. Absolutaussagen sind da eh nicht möglich
      aber selbst die Reproduzierbarkeit der Messungen ist verheerend auf metallischen Oberflächen.

      An Wärmebildkameras habe ich mir eine von Flir angeschaut, vor ~2-3Jahren. Hier ist das Thema der fehlenden absorbierenden Oberflächen bei Metall
      das Problematische. Eine Lösung kann ein mattes Spray sein ODER matte Aufkleber sein. Die verwässern ein wenig mehr das Ergebnis, sind aber billig und funktionieren.

      Ein völlig anderes Thema ist die Temperaturüberwachung im Prozeß.
      Hier benutzen in den Formeinsätzen Fühler von Kistler.
    • Es mag ja für den einen oder anderen interessant sein, die Themperaturen am/im Werkzeug zu messen ... für mich stellt sich jedoch die Frage nach dem WOFÜR/WARUM, denn Ziel ist doch das Formteil! Somit macht es doch nur Sinn, das ganze ThermografieThema auf das Formteil zu fokussieren, zumal die Oberflächentemperatur annähernd die Oberflächentemperatur/partielle Kühlleistung des Werkzeugs spiegelt.


      Paddel schrieb:

      Ein völlig anderes Thema ist die Temperaturüberwachung im Prozeß.
      Hier benutzen in den Formeinsätzen Fühler von Kistler.
      Besser ist es, im laufenden Prozess mit Infrarot am Formteil zu messen, entweder partiell mit Sensoren (< 1.000 Euro) oder mit Kamera/Wärmebild ... Alle thermischen Datenerfassungen am Werkzeug sind hinsichtlich Teilequalität viel zu wenig aussagefähig!

      Mittelmäßigkeit hat viel Konkurrenz!
    • Sicher mag es für alles ein Optimum geben, eine lückenlose Überprüfung der Teile ist eines davon. Die Frage ist halt immer nur, fallen da jetzt die Sensoren und die online- Überwachung in die Wirtschaftlichkeit.

      Die Überprüfung der Kavitäten mit einer WBK (und das auf die gesamte Produktion betrachtet, nicht auf ein WKZ, das die Sensorik benötigen würde) erachte ich als durchaus sinnvoll. Vom mangelnden Durchfluss aufgrund von Defekten im Temperiergerät bis hin zu verrutschter Stopfen in den Kreisläufen, das kann ich alles mal schnell überprüfen.

      Natürlich sind wir da noch weit davon weg, die Hotspots am Teil zu sehen und daraus Rückschlüsse auf nicht gewollte Schwindung zu ziehen, aber den eigentlichen Sinn erfüllt es.
    • ParameterJongleur schrieb:

      Vom mangelnden Durchfluss aufgrund von Defekten im Temperiergerät bis hin zu verrutschter Stopfen in den Kreisläufen, das kann ich alles mal schnell überprüfen.
      Dieses *... mal schnell prüfen* macht keinen Sinn! Durchflussvolumen muss im laufenden Prozess für JEDEN Temperierkreis ständig erkennbar sein, dokumentiert und auch überwacht werden! Dieses muss nicht digitalisiert stattfinden, das ist unnötig und nur ein großes Geschäft für den "Speckgürtel"! Es wäre schon ein großer Schritt, wenn die Volumenströme mit den herkömmlichen "Schwebkörper-Durchflussanzeigen" (kennt jeder) gemessen und produktionsbegleitend konrolliert werden! Oft sind diese Durchflussanzeigen in Spritzereien vorhanden,
      - jedoch die Kegel in den Schaugläsern nicht sichtbar weil verdreckt,
      - jedoch zuwenig Messkreise verfügbar,
      - jedoch Stellringe nicht vorhanden bzw. ungenutzt,
      - jedoch an Stellen angebracht, wo ohnhin keiner hinschaut,
      - jedoch keine Grundlage für Dokumentationen usw. usw.

      Dieses zeigt doch, dass das so wichtige Temperierung völlig ignoriert wird oder für unwichtig gehalten wird :thumbdown:
      Und jetzt kommt jeder mit den digitalen Lösungen um die Ecke, die natürlich sehr viel teurer sind - drum kommt wieder das Argument mit der Wirtschaftlichkeit ... ergo: man tut nichts!
      Hat sich schon mal jemand gefragt, was die unnötig aufgeblähten Qualitätsmanagement-Systeme (messen, prüfen, kontrollieren, dokumentieren) kosten?


      Qualität produzieren anstatt kontrollieren!