Spritzguss mit Einlegern: Kraft zum Schließen des Werkzeugs

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    • Spritzguss mit Einlegern: Kraft zum Schließen des Werkzeugs

      Hallo Forengemeinde,

      mangels Erfahrungen beim Spritzguss habe ich eine "Bauchgefühl"-Frage.
      Wir umspritzen bei uns Metalleinleger (Drahtkonstrukte) mit Kunststoff-Gehäusen auf einer Arburg 375V.

      Leider hatten wir schon fälle, bei denen die händisch einglegten Einleger verrutsch bzw. aus der Halterung gesprungen und beim Zufahren zwischen die Werkzeughälften gekommen sind.
      Dabei wurden die Einleger zerstört und die Kavitäten leicht beschädigt. eingestellt waren zum Schließen auf der letzten Stufe (nicht die Zuhaltekraft beim Einspritzen!) 15 kN, offenbar zu hoch.
      Ich habe dann aus dem Bauch raus mit dem Bediener soweit reduziert, bis das werkzeug so gerade noch zuverlässig schließt (ca. 5 kN).
      Wir haben noch weitere Programme/Werkzeuge, bei denen die Kräfte ähnlich hoch sind, leider fehlt mir das Fingerspitzengefühl für einen sinnvollen Zielwert.

      Hat von euch jemand einschlägige Erfahrungen, welche Werte realistisch sind, um einerseits das Werkzeug zu schützen, andererseits trotz "leicht drängelndem" Einleger zuverlässig zu schließen?
      Fläche der Werkzeugtrennebene etwa A4-Größe,Werkzeuggewicht unter 200 kg, Spritzgewicht um 50g,

      Dankeschön.
    • Werkzeugschutz-Kraft einstellen sollte wenigstens in jeder Spritzerei beim Rüsten zum Standard gehören, da diese Anforderung uralt ist und hohe Werkzeugschäden vermeidet! Ich kenne es z.B. mit Hilfe/Test eines Wasserschlauches: Der Schlauch darf nicht beschädigt werden (plattgedrückt) ... die anspruchsvollen *alten Hasen* haben früher eine Zigarette (am Klebeband befestigt) in die Trennfläche gehängt, Forderung: Zigarette muss flach aber heil bleiben. Also, @ 031010, das sollte heutzutage wirklich kein Thema mehr sein! Wichtig ist natürlich, dass das Schließen nicht noch diverse *Nebenkräfte* braucht wie lange Führungssäulen, Schieber über Schrägstifte usw. ... diese sollten möglichst minimiert werden/sein, z. B. Führungssäulen im Durchmesser bis auf die letzten 10 mm um 0,1 mm abschleifen o. ä. ...
    • Klabuster schrieb:

      Hallo,

      ich würde eher versuchen die Ursache für das Herausfallen der Einlegeteile zu finden. Ansonsten hast Du immer die Unsicherheit dass das Werkzeug doch beschädigt werden kann.

      Kann man die Einlegeteile ggf. magnetisch fixieren?

      LG

      Klabuster
      Magnetisch fixieren dürfte bei Ti und Cu schwierig werden.
      Auch die Ursachenforschung ist bei einem sporatisch auftretenden Problem so ne Sache, läuft 2-3 Monate gut, dann mal wieder ein Einzelfall. Das kann ein verbogener Einleger oder Unaufmerksamkeit der MA sein... hat natürlich nie einer etwas bemerkt wenn man nachfragt.


      @ Behrens: Zu zu unser Verteidigung muss ich sagen, dass wir keine "reine" Spritzgießerei sind, sondern bei ca. 250 MA nur zwei SGM betreiben für Schlüsselprodukte, die nicht outgesourced werden sollen.
      Auch bin ich seit ganzen neu Monaten als "böser Studierter" an dem Thema dran mich einzuarbeiten und einige "Altlasten" zu beseitigen, die offenbar bisher an der Maschine keinen gestört haben ... - hauptsache das "Ding" geht zu und es fällt am ende ein Spritzling raus :S
    • 03 1010 schrieb:

      Zu zu unser Verteidigung muss ich sagen, dass wir keine "reine" Spritzgießerei sind, sondern bei ca. 250 MA nur zwei SGM betreiben für Schlüsselprodukte, die nicht outgesourced werden sollen.
      Brauchst nicht "verteidigen" ... auch wenn ich manchmal mit dem *die Dinge beim Namen nennen* etwas "deutlich" bin, so ist es doch immer positiv gemeint ;) Ich gehe nämlich immer davon aus, dass jeder tut was er kann bzw.gelernt hat ...

      03 1010 schrieb:

      ... als "böser Studierter" ...
      ... seh's positiv, Studieren ist nicht's "Böses" ;) ;)

      03 1010 schrieb:

      Magnetisch fixieren dürfte bei Ti und Cu schwierig werden.
      Schaut das Einlegeteil "über die Trennfläche hinaus"? Dann könnte man nämlich mit LaserLichtschranke von absichern ...
    • Behrens schrieb:


      03 1010 schrieb:

      ... als "böser Studierter" ...
      ... seh's positiv, Studieren ist nicht's "Böses" ;) ;)

      03 1010 schrieb:

      Magnetisch fixieren dürfte bei Ti und Cu schwierig werden.
      Schaut das Einlegeteil "über die Trennfläche hinaus"? Dann könnte man nämlich mit LaserLichtschranke von absichern .

      Das mit dem "bösen Studierten" war etwas Zynismus in Bezug auf die Hexenjagd, die man heutzutage in so manchem Forum liest...

      Das einlegeteil ist zylindrisch, so wie das umgespritzte Teil auch, schaut über die Trennebene und muss etwa mittig von beiden Werkzeughälften umschlossen werden.
      Ist auch kein Rohteil, sondern eine vormontierte Baugruppe, daher natürlich toleranzbehaftet und manchmal in sich leicht verspannt.
      Bei einem Werkzeug haben wir die Führung bereits optimiert, indem die "Gabel" die es aufnimmt, in die Düsenseite eintaucht, wodurch wir hoffen, das erschlagen zu haben.
      Dennoch ist das Thema "Schmiedewerkzeug" noch nicht überall vom Tisch.
    • Hallo 03 1010,
      grundsätzlich bist du ja auf dem richtigen Weg. Werkzeugsicherung heißt : So wenig wie möglich, aber soviel wie nötig.
      Und nicht "Hauptsache zu egal wie".
      Es gibt aber kein Patentrezept für alle Werkzeuge . Bei jedem Werkzeug muss die WZS gesondert eingestellt und dem Werkzeug angepasst werden.

      Aber wie Klabuster und Behrens schon sagten, so eine Lichtschrankenüberwachung ist eine tolle Sache. Einfach über die Auswerferplattensicherung angeschlossen und fertig ist das.

      LG
    • Es besteht auch die Möglichkeit den Einleger mit Vakuum zu überwachen. Springt der Einleger aus der Halterung ändert sich der Volumenstrom. Diese Änderung kann gemessen und daher überwacht werden.
      Nachteil: Überspritzungen können auch die Bohrung für den Luftstrom verschließen. Danach muss meistens aufwendig manuell gereinigt werden.
    • HK 60 schrieb:

      Ich gehe davon aus, dass die Arburg 375 V eine Vertikalmaschine ist.

      Mich wuerde mal interessieren:
      - wird der Einleger komplett umspritzt, oder musst Du am seitlich am Einleger "abdichten"?
      - welche Staerke hat der Einleger?

      Danke
      HK 60
      korrekt, ist eine Vertikalmaschine.

      die Einleger werden nicht komplett umspritzt, sondern schauen an zwei Seiten aus der Form heraus (an einer Seite Handgriff zum Festhalten, da vorgewärmt)
      Die Stärke varriert, ist ein Drahtkonstrukt Dicke unter 1 mm, aber mit "Flanschen" größerer Stärke im Endbereich (3 mm +)