Welches Aluminium ist für Spritzgießwerkzeuge geeignet?

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    • Welches Aluminium ist für Spritzgießwerkzeuge geeignet?

      Hallo!

      Kann man für Spritzgießwerkzeuge jedes beliebige Aluminium nehmen, oder gibt es, wie bei Stahl, bestimmte Sorten? Bei Stahl nehme ich meist 2312, weil das etwas härter ist und auch nachgehärtet werden kann, aber Härten entfällt natürlich bei Aluformen. Die Form soll für sehr kleine Stückzahlen sein. Ob die Oberfläche poliert werden soll, weiß ich noch nicht. Es sollen ganz einfache Blöcke kein, ohne Bohrungen, ohne Versäulung, ohne Auswerfer. Ich überlege schon, ob ich mir vom Schrotthändler etwas Alu hole, und die Blöcke selber gieße. Wäre wohl das billigste. Aber ist so was gut geeignet?

      Danke.

      Grüße

      Andreas
    • Deine Frage kann man nicht eindeutig beantworten, da du nichts über den Einsatz sagst, bzw. die notwendigen Eigenschaften schreibst.

      Beispiel:

      EN AW 7075

      • Sehr gute Eignung zum Strukturätzen
      • Sehr gute Poliereigenschaften
      • Sehr hohe Festigkeit


      EN AW 5083

      • Gute Anodisierbarkeit
      • Sehr gute Korrosionsbeständigkeit
      • Sehr gute Schweißeignung
      • gute Zerspanbarkeit


      Beides Alusorten für den Formenbau.
      Beide mit unterschiedlichen Eigenschaften.

      Hier musst du wissen, welcher Kompromiss für dich der beste ist.

      Baumhaus schrieb:

      Ich überlege schon, ob ich mir vom Schrotthändler etwas Alu hole, und die Blöcke selber gieße.
      Du willst jetzt nicht wirklich Schrott Alu aufschmelzen und zu Roh-Blöcken gießen oder? 8|
    • Baumhaus schrieb:


      Es sollen ganz einfache Blöcke kein, ohne Bohrungen, ohne Versäulung, ohne Auswerfer. Ich überlege schon, ob ich mir vom Schrotthändler etwas Alu hole, und die Blöcke selber gieße. Wäre wohl das billigste. Aber ist so was gut geeignet?
      Also "konventionelles" Schwerkraftgießen marke Eigenbau kannst du bei den Abmessungen vergessen - das wird voller Poren, Lunker, Einschlüsse (Oxide) sein ohne professionelle Schmelzevorbereitung oder ein Verfahren wie ALu-Druckguss oder Strangpressen/Schmieden.

      Wie du ohne Bohrungen (Kühlung) und Auswerfer die Teile aus der Form bekommen willst, ist mir auch ein Rätsel - von der fehlenden Angabe über Stückzahlen mal ganz abgesehen.
      Je nach notwendiger Schließkraft und Werkzeuginnendruck zur Ausformung spielt gerade bei Aluminium die Festigkeit eine erhebliche Rolle, sonst wird jedes Teil durch "Umschmieden" deines Werkzeugs 'nen Zehntel kleiner. Korrosion bzw. Oxidation dürfte bei den Temperaturen (200+°C) und Kunststoff (Kohlenwasserstoffe) definitiv auch ein Thema sein, z.B. Hydroxidbildung, Abblätterung usw.
    • Baumhaus schrieb:

      Hallo!

      Vielen Dank für die klare Antwort. Das hilft mir weiter. Die Stückzahl ist etwa 30 bis 50 Stück, daher kann auf eine Kühlung verzichtet werden.

      Grüße

      Andreas
      Kommst du da mit spanender Bearbeitung oder Additiven Verfahren nicht günstiger als mit einem Werkzeug, dass trotz aller einsparungen vermutlich vierstellig wird?

      In Sachen Kühlzeit solltest du dennoch den Einfluss auf das Teil bzw. den Kunststoff nicht außer Acht lassen: Gefügeausbildung, Verweilzeit des folgenden Materials in der Plastifiziereinheit, Änderung der Werkzeugtemperatur über die Schüsse etc. - bei sehr kleinen Teilen mit großem Werkzeuggrundkörper sicher machbar, bei hohen Schussgewichte vermutlich eher nicht
    • Hallo!

      Ich habe meinem Kunden schon alles angeboten, 3D Druck, Vakuumguss und andere Verfahren, aber besteht auf Spritzguss, weil die Teile stabil sein müssen. Die Kosten für 3D Scannen und CAD Nachbearbeitung fallen sowieso an, und ich glaube nicht, dass die Kosten fürs Fräsen von zwei Alublöcken vierstellig sind. Deine Bedenken wegen der Kühlung kann ich verstehen. Danke dafür. Vielleicht sollte man doch kühlen, Bohrlöcher und Wassernippel kosten ja nicht viel.

      Grüße

      Andreas
    • Baumhaus schrieb:

      Hallo!

      Ich habe meinem Kunden schon alles angeboten, 3D Druck, Vakuumguss und andere Verfahren, aber besteht auf Spritzguss, weil die Teile stabil sein müssen. Die Kosten für 3D Scannen und CAD Nachbearbeitung fallen sowieso an, und ich glaube nicht, dass die Kosten fürs Fräsen von zwei Alublöcken vierstellig sind. Deine Bedenken wegen der Kühlung kann ich verstehen. Danke dafür. Vielleicht sollte man doch kühlen, Bohrlöcher und Wassernippel kosten ja nicht viel.

      Grüße

      Andreas
      Vorausgesetzt, du hast keine scharfen Außenecken am Formteil - dann kommst du mit Fräsen nämlich nicht Weiter (minimaler Innenradius = Radius vom kleinsten Fräser).

      Und bedenke, dass du für deine 50 Fertigteile noch mal bestimmt gleich viele für ein Abmustern und Parameter einstellen einplanen kannst.
    • Hallo,

      warum willst Du eigentlich dafür Alu nehmen? Nur wegen der geringen Stückzahl und die verbundene Ausbringung? Aktuell liegt der Stahlpreis bei ca. 600€/t, Aluminium bei ca. 1.800€/t. Oder liegt es an der Zerspanung?

      Wenn Deine 50 Teile auch die gleichen Maße haben müssen, dann gibt es bezüglich Kühlung eine klare Antwort.

      Ohne Auswerfer zu arbeiten wird auch riskant. Wenn Du die Teile von Hand oder mit Zange oder wie auch immer aus dem Werkzeug nehmen willst, wirst Du die Teile vermutlich deformieren. Je nachdem wie "fest" sie in der Form sind. Also auch hier für mich an der falschen Stelle gespart. Mit Trennmittel geht das vielleicht noch gut, aber das ist ggf. nicht gewünscht.

      Ich würde Dir zu EN AW 7075 raten, denn hier hast Du auch eine sehr gute Zerspanung zu erwarten.

      Wenn der Kunde unbedingt Spritzgussteile möchte, dann kannst Du nur hoffen dass er das auch zahlt. Hört sich an als hätte der Kunde nicht viel Ahnung was da dahinter steckt.

      MfG
      Klabuster
    • Moin,

      wir haben für solche Kleinserien ein "altes" Stahlwerkzeug genommen was in etwa passt und haben dann nur die Einsätze aus Alu neu gebaut (Ohne Kühlung meistens). Welches Alu da genau genommen wurde, kann ich nicht sagen. Vorteil von einem alten Aufbau ist, du hast Säulen, Zentrierungen, Kühlung (wenigstens im Rahmen), eine harte Angußbuchse und ein Auswerferpaket das man meist auch teilweise verwenden kann. Hast also dann nur die Kosten für zwei Aluklötze und vielleicht ein Paar Auswerfer.

      Vergiss nicht, dass dein Kunde 50 GUTTEILE braucht. Du musst auch noch bisschen einfahren und so...

      Gruß Daniel
    • Hallo,

      Es gibt große Unterschiede bei Aluminium. Manches läßt sich schweißen (falls doch mal was daneben geht) und manches leider gar nicht. Anbei mal zwei Aluminiumsorten und ihre Eigenschaften. Bekommt man natürlich auch bei anderen Normalienherstellern als Meusburger. Rohlinge bekommt man als sogenannte P-Platten. Alternativ kannst du auch 1.1730 verwenden, wenn du es nicht härten willst. Hat höhere Zugfestigkeit und ist um einiges billiger. Bearbeitung etwas aufwändiger. :D

      Gruß
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