Kühlung in Zeiten von BimSchV und Phase Down

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    • Kühlung in Zeiten von BimSchV und Phase Down

      Ich möchte ein Thema anreißen, dass mich die letzten Monate sehr beschäftigt.
      Wir haben zwei Kühlkreise. Einen für unsere Werkzeuge mit 16°C kaltem Wasser über eine Kältemaschine, die Kühlmittel verwendet, welches nicht mehr nachgefüllt werden darf. Den zweiten für unsere Hydraulikkühlung. Dort können wir Temperaturen bis ca. 30°C tolerieren und kühlen dies über einen Kühlturm zurück. Allerdings verursacht der Kühlturm durch die 42.BimSchV einiges an Betriebskosten im Jahr.
      Zusätzlich nutzen wir einen Teil der Abwärme aus der Kältemaschine zur Büroheizung.

      Folgende Fragen beschäftigen mich:
      1) Auf welches Kältemittel setzt ihr bei zukünftigen Anlagen? Propan, Propen und Ammoniak sind für mich kritisch. Scheinen aber auf Grund des Phase Downs am zukunftssichersten zu sein. Neben dem Ziel mit möglichst wenig Kältemittel auszukommen.
      2) Wenn man keine Legionellenprüfung mehr benötigen will, kommt man da nur mit Trockenkühlung bzw. Freikühlern hin. Jedoch sind die im Sommer im Wirkungsgrad schlechter als ein Kühlturm oder eine Hybridkühlung und müssen über Notwasserkühlung unterstützt werden. Aber wieviele Betriebsstunden im Jahr ist das der Fall? Laut der Tabelle nach DIN 4710 ca. 60 h im Jahr. Treffen diese Berechnungen angesichts des letzten Sommers überhaupt noch zu?
      3) Wie sinnvoll ist die Abwärmenutzung, wenn man ca. nur 35 bis 40°C Wassertemperatur erzeugen kann? Aktuelle Wärmerückgewinnungen zapfen ja oft die Wärme aus dem Kältemittel an und müssen erste mit einem weiteren Verdichter auf 55°C oder höher gebracht werden. Dadurch muss die Kältemaschine aber gerade im Winter arbeiten, wenn sie eigentlich nicht laufen müsste. Das würde die Winterentlastung ad absurdum führen.

      Zur Information: Wir haben uns im letzten Jahr verschieden Kälteanlagenbauer eingeladen und Konzepte anbieten lassen. Wir haben also einige Angebot vorliegen. Dadurch haben wir auch eine Überblick über Anschaffungs- und Betriebskosten. Jedoch ist darin immer die Unsicherheit des Wetters und die daraus resultierenden Betriebsstunden für Lüfter, Verdichter und ähnliches.

      Mich würde es freuen, wenn ihr ein paar Erfahrungen und Meinungen abgeben würdet. Vielen Dank.
    • Mit 60 h werdet ihr sicher nicht hinkommen,
      es waren bereits bei den leerlaufenden (mit Wasser betriebenen) Freikühlern bereits im Schnitt etwa 200 bis 300h/a, in denen die Kühlwassertemperatur überschritten wurde, welche zusätzlich mit Besprühung ausgestattet sind.
      Diese fallen aber m.W. (da bin ich aber nicht sicher) auch unter die BImSch, so dass aktuell hier mit Wasser-/Glykolgemisch gearbeitet wird, was die Wassertemperatur bei gleich großem Kühler etwas anhebt, es ist also ein größerer Kühler (teurer) nötig.

      Nur auf die sehr alte DIN (ich glaube von 1960 oder so) würde ich mich da nicht mehr verlassen, man müsste diese Kurven vermutlich um 2K anheben,
      abhängig vom Standort.
      Gruß
      Hans

      Nachtrag:
      Annahmen gelten für ca. 30°C Kühlwassertemperatur
    • Hallo. Die Hybriden oder adiabaten Freikühler fallen meines Wissens unter die 42.BImSchV, weil sie Wassernebel bzw. feine Tropfen erzeugen, die eingeatmet werden können (Aerosol).
      Ich beziehe mich auf die reinen trocken laufenden Kühler.
      Weitere Frage: Bezieht sich das Wort freikühler sowohl auf jene, die mit Wasser oder Wasser/Glycol Gemisch arbeiten, als auch auf die, welche mit Kältemittel arbeiten (luftgekühlte Kondensatoren)?
      Ich meine erstere.
      Danke für die Zahl. Empfinde 300 h als eher passend.
    • ich meinte die mit Wasser oder Wsser-/Glykolgemisch betriebenen Apparate.
      Die Stundenanzahl wird aber auch sehr stark vom reginalen Standort abhängen, dürfte also im Raum Stuttgart erheblich höher sein, als an der Ostseeküste.
      Eine exakte Vorhersage ist wahrscheinlich unmöglich, höchstens eine Abschätzung für die letzten Jahre.
      Die DIN umfasst übrigens den Zeitraum von 1951 bis 1970, vielleicht gibt es ja eine neue Ausgabe.
      Gruß
      Hans
    • An der Tabelle steht Stand 2002. Immerhin nicht ganz alt. Standort ist berücksichtigt.
      Mittlerweile sind wir auch davon abgekommen alles hochzurechnen. Wie das Klima wird, kann keiner verlässlich sagen. Wir beachten jetzt bei der Betriebskostenrechnung eher, welche Kosten wir auf jeden Fall gegenüber unserer bisherigen Anlage sparen können. Und wir betrachten den Extremfall im Sommer, wenn es über 30°C hat. Für diesen Fall muss die Produktion weiterhin störungsfrei laufen.