Welches Verfahren um Artikel im Sichtbereich (Class A)mit 10-12mm Wandstaerke herzustellen?

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    • Welches Verfahren um Artikel im Sichtbereich (Class A)mit 10-12mm Wandstaerke herzustellen?

      Hallo Zusammen,

      ich bin auf der Suche nach Verfahren um Kunststoffartikel mit einer extremen Wandstaerke herzustellen. Die Verfahren existieren, ich weiss nur nicht die Bezeichnung.
      Vor Jahren habe ich einmal einen Artikel gesehen der letzendlich verchromet wurde und durch eine Zusatzkomponente "aufgeblasen" wurde. An diesem Artikel waren Wandstaerken von 2 -15mm vorhanden. Diese Zusatzkomponente wurde, wenn ich mich recht erinnere, mit dem Kunstsoff zusammen eingespritzt.

      Kann mir jemand verraten wie das Verfahren heisst?
      Was gibt es sonst noch?

      Vorab:
      - MuCell -> wahrscheinlich keine Option, da angeblich nicht Class A tauglich
      - Rippenstruktur -> keine Option


      Aussenhaut soll ein glasfaserverstaerktes Nylon werden (Kundenvorschlag). Die Oberflaeche soll genarbt werden.

      Vielen Dank im voraus.

      Gruss
      HK 60
      Dateien
      • Griff.jpg

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      Versuch macht kluch

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    • Es gibt natürlich sogen. Schaumbatches. Diese werden zudosiert oder vorher eingemischt. Wenn allerdings schon gesagt wird, das mit MuCell keine "Class A" Oberfläche erreicht werden wird, wird´s damit auch nicht einwandfrei laufen.
      Die Frage ist aber: Wieviel GF wird in dem PA sein und wie wird die Narbung sein? Viel GF erfordert sicherlich auch eine grobe Narbung und dann macht die Schäumung kaum noch was an der Oberflächenqualität aus.
      Beim nachträglichen "Aufblasen" (Gasinjection) ist das Teil nachher innen hohl. Spart natürlich Mengen an Material. Ob die Mechanik dann aber ausreicht? Außerdem kann mit der Gasinjection ggf. nicht ausreichend Nachdruck erzielt werden um eine ausreichende Abbildung der Narbung zu erreichen bzw. um das Teil wirklich ohne Einfallstellen (besonders bei dünnen Bereichen) zu erzeugen.
    • Auch evtl. möglich ist das WIT-Verfahren (Water Injection). Ähnlich dem Aufblasen mit Gas (GIT= Gas Injection) mit N² oder CO² wird dabei mit Wasser gearbeitet. Da das Wasser nicht komprimibel ist, können wesentlich höhere Drücke erreicht werden, was natürlich die Abformbarkeit der Narbung verbessert. Allerdings erhält man auch dabei einen Hohlkörper.
    • Danke fuer die Antworten.

      Ich haette noch erwaehnen sollen, dass die mechanischen Eigenschaften ebenfalls wichtig sind. Dadurch fallen Technologien, die Hohlkoerper erzeugen, weg.

      Ich werde mich einmal mit dem Monosandwichverfahren befassen, das klingt interessant.


      @Matthias71
      Ihr habt Erfahrung mit dem Verfahren... Was ist wichtig bei der Artikel- und Werkzeugkonstruktion?
    • Also wenn ich das Bild richtig interpretiere

      Dann soll ein Dickwandteil hergestellt werden mit einer Umspritzung und einem Einlegeteil.
      richtig.
      wie dick ist dick bei dir.??
      15 mm oder dicker.
      Bei richtig dicken Teilen Kannst duie ja 2-3 Stufen spritzen machen.
      Du spritzt immer ein dünnes teil, das wieder rum umspritzt wird, und letzendlich mit dem Sichtbaren guten Kunststoff umspritzt wird.
      So spritzt du immer kleine wandstärken und kannst für die inneren Material günstigere Materailen benutzen.
    • Die Weichkomponente am Teil bedarf ja schon 2K- Spritzen, Sandwich wäre dann sehr aufwändig.

      Physikalisches Schäumen sollte den Oberflächenanforderungen gerecht werden. Genauso wie das chemische Schäumen passiert das im Inneren des Teils, nachdem die Randzone bereits erkaltet ist. Meiner Meinung nach alles Einstellungssache. Allerdings kenne ich schäumen bisher nur von anderen Teilegeometrien, im Schwerpunkt lange Teile. Somit kann ich keine Rückschlüsse auf dein Teil ziehen.

      Wie ist denn der Rest des Prozesses angedacht? Für Stift und Weichkomponente? Einlegeteil und 2K-SPR?
    • Bei der Werkzeugkonstruktion ist es wichtig den Anguß an eine nicht sichtbare Position zu setzen, da ja im Monosandwichverfahren am Anguß die Innenkomponente zu sehen ist.
      Legt das Werkzeug erstmal so aus das ihr noch dem Verzug entgegenwirken könnt !
      Der Schrumpf ist bei Mono sehr unterschiedlich , da die Innenkomp. nicht gleichmäßig verteilt ist.
      Testet es an einem ähnlichen Werkzeug das ihr evtl . habt .
      Mit Monosandwich und einem ganz normalen Werkzeug mit Stangenanguß ist extrem viel möglich im Bezug auf Optik, Schwindung und Eigenschaften ( außen Hart innen weich )
      Gruß Matthias
    • Schäumen wird nicht gehen, da man einen gewissen Druck braucht um das Treibmittel in der Schmelze in Lösung zu behalten. Durch die dicken Wände findet die Füllung nur langsam und mit geringem Druck an der Fließfront statt wodurch die Schmelze während dem Füllen schon aufschäumen wird. Das gibt dann schlierige Oberflächen.

      Solche Wanddicken sind nicht werkstoffgerecht und sind ein Kostentreiber in dreifacher Hinsicht (Material + Prozess + Entwicklung)

      Gruß
    • Neu

      Mir fallen mehrere Möglichkeiten ein:

      1. Mehrschichtiger Spritzguss: in 2-3 Kavitäten jeweils 1/3 bis 1/2 der Wandstärke spritzen, die zwischengeometrien dabei so wählen, dass sich die Schichten neben dem Thermischen Verbund (Stabilität etwas Bindenaht) auch mechanisch "verkallen" können
      Das machen wir z.B. bei Einleger-Umspritzung bis zu 30 mm!
      --> hab das auch in einem Engel-Beitrag über Messergriffe gelesen, bei denen voll automatisiert

      2. chemisches Schäumen mit Treibmitteln - wichtig ist das richtige Treibmittel, damit es nicht zu früh "losgeht"
      3. physikalisches Schäumen: Einblasen von N2 in Kavität, nachdem die "Außenhaut" weitgehend anliegt.

      - Gas- oder Wasserinjektion zum "Aushöhlen" des Teiles fällt ja wie oben beschrieben weg, da sonst der Einleger nicht ordentlich stabilisiert werden kann.