Schichtbuch

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Hallo wertes Forum,

      wir sind aktuell ein Unternehmen ohne Vernetzung der Maschinen, die Maschinenprogramme liegen entweder im Maschinenspeicher oder auf einem Rechner (Transfer per USB Stick an die Maschine).

      Wenn nun in einer Schicht bei einem Bauteil Probleme auftauchen ändert ein Mitarbeiter (nicht zwingend ein Einrichter!) Parameter so ab, dass der Artikel wieder problemlos läuft.
      Diese Änderungen werden bislang nicht dokumentiert....

      Wie dokumentiert ihr dies?
    • Da diese Änderungen artikelbezogen dokumentiert werden, sollte es in einem Dokument der "Artikel-Mappe" eingetragen werden. So ist auch die Rückverfolgbarkeit artikelbezogen problemlos möglich. Die Artikelmappe/Einrichtermappe beinhaltet alle für die Produktion relevanten Dokumente/Papiere und wird bei jedem Auftrag mit an die Maschine gegeben.
    • Wer hat denn alles Zugriff auf euere Maschinen ... ??? """"ändert ein Mitarbeiter (nicht zwingend ein Einrichter!) Parameter so ab, dass der Artikel wieder problemlos läuft""". ?(

      Und dann auch noch ohne Dokumentation ... seit Ihr nicht zertifiziert ?
      Welche Kontrollmechanismen existieren überhaupt ?

      Habe euch mal gegoogelt .... nach Aussagen eurer Homepage etc. dürfte so etwas in eurem Betrieb nicht passieren !!! =O

      Hoffentlich ist im Forum kein Kunde von Euch ... ?!?!? ;(
    • Ja, das Internet ;) :D Zwischen Website und Realität von Spritzgussbetrieben ist doch sehr oft ein großer Unterschied ... ;) Die Website soll ja auch einen gewissen Werbeeffekt haben, ich würde das nicht überbewerten. Lächeln muss ich immer, dass unter dem Button *Qualität* in der Regel alle Zertifikate abgebildet sind ... und jeder von uns weiß doch genau, unter welchen Bedingungen Zertifizierungen stattfinden ... ;) :D Gut finde ich auch immer wieder die Aussage: Wir arbeiten mit modernen vollgeregelten CNC-Maschinen und dummerweise gibt's noch ein Bild der Spritzerei mit reichlich "Uraltmaschinen" .... Schließlich nennt sich doch ohnehin jeder von euch *Präzisionsspritzgießer*, oder :?: Es gibt in der Branche noch sooooo viel Luft nach oben .... und das beruhigende: Es ist bei allen so :thumbsup: ALLE sitzen im Fomel1 und können gerade mal Mittelklasse ;)

      Siehe *Industrie 4.0* trifft auf *schlechte Ausbildung beim Spritzguss*
    • Generell gibt es ja bei der Erstabmusterung dokumentierte Maschinen-Parameter. Diese werden dann ja auch bei jeder neuen Produktion herangezogen.
      Aus meiner Sicht, würde ich die Änderungen an den Parametern in einem Fehlerkatalog festhalten. Dort würde ich folgende Punkte aufführen:
      Datum->Fehlerart->Ursache->Maßnahme->Verantwortlicher
      So ist wir Behrens schon sagte eine entsprechende Rückverfolgbarkeit gegeben. Zudem kann dieser Fehlerkatalog bei weiteren Produktionen herangezogen werden: "Wissensmanagement".
      Auf eurer Homepage würde ich an eurer Stelle das Zertifikat mal erneuern. Wenn ich richtig sehe ist euers letztes Jahr im September abgelaufen.


      Behrens schrieb:

      und jeder von uns weiß doch genau, unter welchen Bedingungen Zertifizierungen stattfinden
      Naja Zertifizierungsgesellschaften werden ja entsprechend bezahlt und bezahlen dann freiberufliche Auditoren. Die Zertifizierung hängt immer mit der Qualität der meistens selbstständigen Auditoren zusammen. Das Problem ist das zweischneidige Schwert:
      - Selbstständige brauchen Aufträge und müssen engagiert werden. Also bemühen sie sich den Kunden zu halten über die drei Jahre.
      - Geschäftsführer wollen/ brauchen zum Großteil nur das Zertifikat und stehen einer sinnvoll gründlichen und strengen Auditierung kritisch gegenüber. Deswegen kann es auch passieren, das harte Auditoren abgelehnt werden.

      Ich sehe das Problem vor allem in Unternehmen, die nicht verstehen, dass Qualität mehr ist als nur das Zertifikat. Qualität muss produziert, gelebt und dauerhaft angestrebt werden.
    • Naja wenn man dann, auch noch daran denkt, dass Die Handbücher von einem selbst geschrieben werden , wie es im Unternehem läuft. dann kann man auch alles zertifizieren.
      Diese Papier ist nur als Staubfänger nützlich sonst nichts.
      Diese ISo 9001 sagt nicht über das Qualitätdenken in einem Unternehmen aus.
      Es bestätigt eigentlich nur ob das was im Handbuch steht eingehalten wird. und das kann ich ja schreiben wie ich will.

      Ab er zum Problem zurück wie Behrens schon zitiert hat ein Liste mit in die Produktionsmappe Fehler Uhrzeit, Massnahme Verabtwortlicher.

      Dann hast du die Rückverfolgbarkeit.
      Aber nur wenn die Leute die Liste ausfüllen.
      machen nähmlich auch nicht alle.
    • Moin zusammen,

      wir dokumentieren alle Auffälligkeiten/ Vorkommnisse in einer Fortlaufenden Excelliste. Darin wird das Problem, die Massnahme und ob ein Prozesseingriff erfolgte, natürlich auch Name/ Schicht/ Datum dokumentiert.

      Auf diese Weise kann man da bequem drauf zurückgreifen und schauen, was/ wann/ wo gemacht wurde.

      mfg Daniel
    • THOR schrieb:

      wir dokumentieren alle Auffälligkeiten/ Vorkommnisse in einer Fortlaufenden Excelliste.
      Bedenke aber, dass ihr bestimmt nicht an jeder Maschine einen Rechner mit der Excelliste habt, oder? Somit werden mit Sicherheit zu wenig Prozessänderungen erfassen, da der Mitarbeiter die Informationen extra zum PC in die Excelliste "tragen" muss, und das wird er nicht immer machen ... verstehe ich auch.

      Bedenke: Jede Organisation/Struktur muss so gestaltet werden, dass sie dem Miarbeiter das Leben NICHT SCHWERER SONDERN LEICHTER MACHT! Dieses muss kommuniziert werden auf AUGENHÖHE DES MITARBEITERS, damit er es mit SEINER SICHTWEISE auch versteht. Nur so funktionieren Strukturen nachhaltig und werden vom Mitarbeiter auch mitgetragen. So wie auch im Werkzeugbau/-wartung ein Lebenslauf des Werkzeugs geführt wird, sollte auch an der Maschine ein Lebenslauf des (Master-)Prozesses geführt werden.
    • Plastik Designer schrieb:

      Naja wenn man dann, auch noch daran denkt, dass Die Handbücher von einem selbst geschrieben werden , wie es im Unternehem läuft. dann kann man auch alles zertifizieren.
      Diese Papier ist nur als Staubfänger nützlich sonst nichts.
      Diese ISo 9001 sagt nicht über das Qualitätdenken in einem Unternehmen aus.
      Es bestätigt eigentlich nur ob das was im Handbuch steht eingehalten wird. und das kann ich ja schreiben wie ich will.
      Also nach meinem Wissensstand ist eine Zertifizierung ja das Ergebnis eines externen Audits - Dabei wird in erster Linie überprüft, ob ein Unternehmen die Anforderungen der Norm erfüllt, aber auch ob alles so gemacht wird, wie es aufgeschrieben wurde. Ist dies nicht der Fall, sind die Prozessverantwortlichen, je nachdem wo man einhakt zur Rechenschaft zu ziehen. Beim Spritzgussprozess entsprechend die Einrichter oder die Produktionsleitung. Und diese Verantwortlichen sind dann auch schuld, wenn die Dokumentation nicht in Ordnung ist, Wissen verloren geht oder das Audit nicht läuft!

      Ob ein Handbuch nur als Staubfänger nützlich ist, liegt ja am Unternehmen und an jedem Arbeitnehmer selbst, aber bei so einer Aussage kann man ganz klar erkennen, dass nicht verstanden wurde wobei es im Qualitätswesen geht.
      Wenn ich mit meinem Handbuch nicht arbeiten kann, dann muss ich es ändern, obwohl nach ISO 9001 kein Handbuch mehr gefordert ist.
      In der ISO 9001 steht auch nur, dass ein Bewusstsein für Qualität geschaffen werden muss, nicht wie das Qualitätsdenken in einer Organisation gestaltet werden muss. Ich sehe da jeden Arbeitnehmer selber in der Verantwortung, sich um Qualität und Qualitätsbewusstsein in seinem Arbeitsbereich zu kümmern, genauso wie jeder Arbeitgeber entsprechend die Ressourcen zur Verfügung stellen muss.


      THOR schrieb:

      Darin wird das Problem, die Massnahme und ob ein Prozesseingriff erfolgte, natürlich auch Name/ Schicht/ Datum dokumentiert.
      Kleiner Tip, ich würde neben der Feststellung und der Festlegung an sich noch folgendes in die Liste mit Aufnehmen:

      - Datum der Maßnahme/Änderung
      - Verantwortlichkeit für die Maßnahme/ Änderung
      - Wirksamkeitsüberprüfung der Maßnahme/ Änderung

      So hast du eine lückenlose Nachvollziehbarkeit.