Heißkanäle überspritzen häufig

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    • Heißkanäle überspritzen häufig

      Guten Tag, ( bin neu hier, also steinigt mich nicht wenn ich mit diesem Post etwas falsches tue)

      wir haben bei uns in der Firma sehr häufig das Problem, dass Heißkanalsyteme überspritzen.
      Wir sind in unserem Spritzguss Betrieb, für bestimmte Maschine zugeteilt und ich habe "leider" die meisten HK-Werkzeuge.

      Materialtypen: PA 6.6 und PPO.
      HK-System: PSG (max 1500bar + 80bar Düsenanlagekraft)
      weitere Infos über den HK habe wir nicht bekommen.

      Was die Überwachungen angeht bin ich sehr pinnibel, stelle diese meist sogar über vorsichtigt ein. Dennoch überspritzen die Hk-Wkz sofort, oder erst nach 2-3Tagen (ohne auf Störung zu gehen). Der Werkzeugbau gibt natürlich den Einrichtern die schuld.

      Als Überwachung für die Heißkanäle haben wir ein separates Gerät, welches Luft in sehr geringen Mengen ausstößt, wenn eines dieser Kapillare verstopft, fällt die Maschine sofort aus(fällt der genaue Name dieser Überwachung gerade nicht ein)! - meist kommt das Material zwischen Düse und Heizband hervor, oder drückt sich tatsächlich durch die Hülse komplett zurück (dort sollte es normalerweise "eingefroren" sein).


      Vielleicht habt ihr Tipps/Ideen oder Anregungen für mich
    • DerHulk schrieb:

      Wir sind in unserem Spritzguss Betrieb, für bestimmte Maschine zugeteilt und ich habe "leider" die meisten HK-Werkzeuge.
      Sei froh, ist die einzige kunststoffgerechte Anspritztechnik ;)

      DerHulk schrieb:

      welches Luft in sehr geringen Mengen ausstößt, wenn eines dieser Kapillare verstopft, fällt die Maschine sofort aus
      ?( Luft? Kapillare? ?( Name des Gerätes wäre hilfreich ....

      DerHulk schrieb:

      meist kommt das Material zwischen Düse und Heizband hervor, oder drückt sich tatsächlich durch die Hülse komplett zurück (dort sollte es normalerweise "eingefroren" sein).
      Das musst näher erleutern ... Düse? Heizband? Nicht von Maschine, oder? Hülse?

      Ich verstehe nicht so ganz, wo der Heisskanal "nachgibt", aber die Ursache ist grundsätzlich beim Thema "Überladung" zu suchen ... wenn alles passend im Werkzeug eingebaut ist. Gib mal ein paar Größen wie
      - Umschaltdruck
      - max Massedruck
      - Umschaltung in Kavität bei welcher Füllung ...%
      - Nachdruck

      Bilder möglich?
    • Dort sind 4 sehr feine "Kapillare", durch das Werkzeug, nah an den HK gelegt, diese blasen Luft aus. Sobald an einer Stelle im Wkz Material austritt und auch nur 1 der 4 "Kapillare" verstopft, meldet das Gerät sich und stoppt die Maschine. (Name weiß ich gerade nicht auswendig und auch nicht wie ich "Kapillare" anders beschreiben soll :D )
      Gerade im Netz gefunden wie es aussieht - Der Hot Runner:
      [IMG:https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTC1BCxC0NX_ECM6fog8iuDX3Sez-JHkoW5Jx_7_IX5s8fOBrYTbg]



      der Aufbau unserer HK's:
      Eine HK-Düse um diese sitzt eine Hülse (den Zwischenraum überspitzen wir absichtlich zum isolieren), hinten an dieser HK-Düse sitzt eine "Gussteil" des HK mit einem Heizband. UND auf dieses "Gussteil" fahren wir mit der Maschinendüse.



      uff... die Werte, ob ich die auswendig richtig hinbekomme :D

      Ist eine Deckelform mit einer Kavität.

      34ccm Massevolumen
      8ccm letzter Umschaltepunkt
      ~3.6ccm Restmassepolster
      950bar Spritzdruck
      ~700bar Umschaltdruck
      400bar Nachdruck wirkt 3 Sekunden
      RKZ 40 Sekunden
      85bar Düsenanlagedruck


      So in etwa sehen unsere HK aus, bloß das unsere bestimmt 10 Jahre hinterher hinken
      [IMG:https://www.psg-online.de/DE/DE/media/xPIC_PRO_GRP_Heisskanalduesen_MS.jpg.pagespeed.ic.zRSoFWCpeP.jpg]

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von DerHulk ()

    • Mit den Drücken, so sie stimmen, *überspritzt* ein Heisskanal nicht ... um sicherzustellen, dass es keine *Überlastung* für den Heisskanal gibt, sollte immer der *verfügbare Spritzdruck* auf *notwendiger Druck + 15%* begrenzt werden, was in Deinem Fall 1.090 bar wären. Das kann der Heisskanal locker verkraften.

      Ich kann mir auch vorstellen, dass das Material nicht aus dem Heisskanal kommt, sondern aus der Düsenanlage Maschine/Heisskanal ?(
    • Freigegeben sind die HK bei uns bis 1500bar, kann mir auch nicht vorstellen das es daran liegt.

      bei uns wird sogar des öfteren ein TPE Heißkanal überspritzt!! 400bar Spritzdruck und 90bar Nachkdruck!! :/ :/ :/

      Nachdem überspritzen, sind allerdings Düse Maschine und Düsenauflagefläche Werkzeug "blank" also sauber, dort sind keine Anzeichen dafür das das Material von der Maschinendüse herkommt.

      Meine starke Vermutung wäre einfach, dass das Material welches wir zum Isolieren in der Hülse haben. Nicht erkaltet und nach und nach, nach hinten geschoben wird. Weil die Werkzeuge allgemein falsch konstruiert sind (in meinen Augen), und sich stark aufheizen...
    • DerHulk schrieb:

      Meine starke Vermutung wäre einfach, dass das Material welches wir zum Isolieren in der Hülse haben. Nicht erkaltet und nach und nach, nach hinten geschoben wird. Weil die Werkzeuge allgemein falsch konstruiert sind (in meinen Augen), und sich stark aufheizen...
      Das dort das *zu verarbeitend Material* reingespritzt wird, halte ich für völligen Unsinn, woher habt ihr die Info? Meiner Meinung nach gehört dort eine *HochtemperaturKunststoffHülse* rein! Eure Werkzeugleute sollten da mal mit dem Heisskanal-Hersteller (professionell) reden!
    • Ich komme eigentlich aus dem Silikonspritzguss. Dort macht man das auch, bei den Kaltkanälen. Allerdings kann man Silikon nicht erneut aufschmelzen. Habe dies deshalb als richtig empfunden, dass dies auch beim Thermoplastspritzgießen gemacht wird :D :D

      Angeblich kommen diese Infos von PSG, also dem Hersteller der HK's ...
    • Schau da mal rein, besonders Seite 16 ..... ecom.meusburger.com/files/news/Heisskanalduese_0317.pdf

      Fakt ist, dass Kunststoffisoliermaterialien Kappen usw. bei Heisskanälen grundsätzlich aus einem speziellen Hochtemperaturkunststoff bestehen müssen! Diese Teile MUSS der Heisskanalhersteller liefern! Völliger Unsinn ist es, diese Materialien aus dem zu verarbeitenden Kunststoff herzustellen!!
    • DerHulk schrieb:

      Angeblich kommen diese Infos von PSG, also dem Hersteller der HK's ...
      Dann hat der Verkäufer, Anwendungstechniker oder wer immer das gesagt hat, keine Ahnung von dem Thema! Habe soetwas auch schon bei meinen Kunden gehört.


      Ist manchmal schon haarsträubend, welche Leute da beratend unterwegs sind, und den Spritzgießern das Leben noch schwerer machen! :thumbdown:
    • Ich werde Morgen jedenfalls einmal vorschlagen, einen Berater von Günther Heisskanaltechnik zu uns zu rufen. Mal sehen wie kritisch er unsere Systeme beurteilt.
      Geschehen tagtäglich kuriose Fehler mit HK's bei uns, irgendetwas muss sich da mal ändern ;( =O

      Danke jedenfalls für die zahlreichen Antworten :D
    • Kann es vielleicht sein, dass die Isolierkappen mal "rausgepult" wurden und dann festgestellt wurde: "Ach, ist überspritztes Plastik drin. Raus damit und fertig". Nun wurde aber aus Unwissenheit natürlich keine neue Isolierhülse eingesetzt und das hat sich dann auf alle HK-Werkzeuge im laufe der Zeit so weiterverbreitet. Es wurde dann letzten Endes festgelegt, dass die Werkzeuge überspritzen müssen, damit sich dieser "Dichtring" dort aus Spritzmaterial bildet. Oder aus falschem Geiz wurden keine Hülsen mehr gekauft, weil "geht ja auch so". Soweit ich weiß, sollten diese Hülsen auch nach x Schuß ausgetauscht werden - ein echter Verschleißartikel also, der "nur Geld kostet".
    • Wenn ein Heisskanal nach innen in sich selbst überspritzt, ist dies oft ein Problem mit Verschleiss oder schlechter Abstimmung oder Murks in der Werkzeugwartung beim Zusammenbau.
      der HK besteht ja meist auch aus mehreren Einzelteilen, die aufeinander abgestimmt sind oder werden müssen. Wenn da was nicht zusammenpasst ... undicht !

      Wir hatten auch mal den Fall, das durch Verschleiss ein HK nach innen undicht wurde und letztendlich den schönen klebrigen Saabber vom TPE bis in die äusseren Kabelzuführunsrohre gedrückt hat.
      Die Begeisterung in der Werkzeugwartung war riessig .... :D
    • .... und das bei POM, steigert die Begeisterung noch .... :D

      KuFo schrieb:

      Wir hatten auch mal den Fall, das durch Verschleiss ein HK nach innen undicht wurde...
      Bitte, wo entsteht da Verschleiss? Über DEN Heisskanallieferanten würde ich mal nachdenken!!

      @KuFo, eine Ursache hast noch vergessen: *Überlastung* (ich nenne es System-Vergewaltigung) , heißt: Zuviel Spritz-/Nachdruck ;)
    • Hallo
      Also das mit einem anderen Heisskanalhersteller als Berater würde ich nicht machen.
      Der andere wird das System nur schlecht reden und nur die Fehler auflisten und was bei Ihnen überhaupt nicht vorkommt.
      Es gibt ganz wenig sachliche Verkäufer besonders technisch begabte.
      Jeder Heisskanalhersteller hat seine eigene Philosophie.

      Und ich denke das hier beim zusammen bau etwas falsch gemacht wurde.
      Es gibt bei Heisskanal düsen keine Flächen, wo der Kunststoff rein laufen muss. absoluter Unsinn.
      Es gibt bei einigen Das die Vorkammer sprich zwischen Düse und Werkzeugstahl ein kleine Fläche , Material stehen bleibt aber sollte nur vorna auf der Düse sein.
      wenn es nach hitnen läuft ist definitiv etwas fausl.
      kannst du mal ein Bild posten wo man es sehen kann.
      Auch mach viele die Verschraubungen der Platten falsche, eine Düse sollte immer mit zwei Schrauben gesichert werden.
      Sprich um die Düsen an den Platten je zwei Schrauben für eine Düse.
      Dann kann ich nicht mit vier Schrauben die Platte sichern.