3 Fehler auf 2.500.000 Bauteile -> Spritzgussfehler?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • 3 Fehler auf 2.500.000 Bauteile -> Spritzgussfehler?

      Hallo liebe Forengemeinde,

      ich stehe gerade vor der Herausforderung, dass unser Kunde (Tier 1) eine Reklamation in Gang gebracht hat, die ich nun abwickeln muss, obwohl ich sie für nicht berechtigt halte.

      Es wurden vom Endkunden 3 Bauteile gefunden die deformiert waren. Diese waren aber schon zu einer Baugruppe montiert, von unserem Kunden (Zwischenkunde). Wir fertigen lediglich eines der Bauteile dieser Baugruppe. Die Deformierung war nun aber am Bauteil, das wir fertigen.
      Gefertigt haben wir dieses Jahr schon gute 2.500.000 Stück. Bisher alle ohne Reklamation. Die komplette Produktion wurde jedes mal von uns sorgfältig geprüft und freigegeben. Selbst nach der Reklamation haben wir schon wieder 200.000 Teile gefertigt und einer 100% Kontrolle unterzogen.

      Ich bin der Meinung, dass es sich um zufällige Fehler handeln muss. Es gibt keinen Fehlerverlauf und bei 3 Teilen, zwar aus einem Nest (4er Kavität), aber auf 2.500.000 Stck, kann ich doch eigentlich Fehler in Produktionsprozess oder Werkzeug ausschließen oder?

      Wie kann ich meinen Kunden (Zwischenkunde) davon überzeugen und vor allem nachweisen, dass der Fehler nicht bei uns liegt?
      (o:= MFG Styrol =:o)
    • Es wird auf jeden Fall schwer fallen nachzuweisen, dass der Fehler nicht bei euch aufgetreten ist, da ja nachfolgend eine Montage bei einem weiteren Unternehmen stattgefunden hat. Wenn ihr eure 100% Kontrolle entsprechend dokumentiert habt (Foto von jedem Teil) seid ihr gut raus.
      Das ist eine "Ausschußrate" (wenn man das überhaupt so nennen kann) von 0,0012ppm? Was will der denn noch!
      Letzten Endes sollte nach der Baugruppenmontage eine weitere Kontrolle stattfinden.
    • Transport oder Montage.
      Nur der Nachweis wird schwierig.
      Theoretisch könnte es sich auch um Sabotage handeln...Spedition usw. usw.
      Wenn ihr eine 100% Kontrolle durchführt und dem Kunden das auch mit Kontrollzetteln und
      Stundennachweis belegt, dann muss der Fehler außerhalb passieren.

      Grüße
    • 1u21 schrieb:

      Ist die Deformation an den drei Teilen ähnlich? Wenn sie sich nicht ähneln, betrifft es nicht den Spritzgussprozess selber, sondern die nachgelagerten Schritte(Transport und Montage, wie weiter oben erwähnt).
      Die Deformation ist sogar bei allen drei teilen ziemlich ähnlich und sie sind alle aus dem gleichen Nest (4 Kavitäten Werkzeug). Aber mein Kunde kann mir nicht mal sagen ob die drei Teile aus einer Charge oder aus verschiedenen Chargen stammen.
    • Helle Stellen sind nicht zu finden, demnach könnte es aus dem Prozess kommen. Aber selbst im kalten Zustand lässt sich diese Deformation durch entsprechenden Druck, der nicht mal hoch sein muss an entsprechender Stelle rekonstruieren.

      Leider ist diese Deformation seit Beginn der weiteren Produktion, was jetzt schon die ganze Woche ist, nicht wieder vorgekommen.
    • Dir stehen jetzt 2 Argumente zur Verfügung, die Rekla abzulehnen.

      Erstens wird irgendwo im PPAP oder ähnlichen Dokumenten eine Fehlerquote angegeben sein. Selbst SixSigma lässt 3,4ppm zu, such einfach was raus wo es steht. Und 3 Teile auf 2.5kk ist ja noch wesentlich besser.
      Das nächste ist, dass euer Kunde nicht sagen kann, woher das Teil kommt. Da ja nun "Traceability" überall so ein schönes Unwort geworden ist, ist es auch ein schlagendes Argument. Wie "sollt ihr den Punkt in eurer Prozesskette finden, wenm der Kunde sowas nicht mehr nachweisen kann"...

      Zum Fehler an sich, selbe Kavität mit ähnlichem Fehlerbild ist sicher auf den Spritzprozess zurückzuführen. Aber bei 3 aus 2.5kk, das kann natürlich "was weiss ich" für rin Faktor sein. Und eben ohne Fehlerdatum/-zeit nicht herauszufinden.
    • Sollte es dir jetzt rein um den Fehler und nicht das oben genannte Prozedere gehen, dann so:

      Hast du bitte ein Foto?
      Da nicht reproduzierbar, irgendwas mit der lustigen Stochastik...
      Kann es sein, dass der Anguss drüber gerutscht ist? Kann das Handling bei der Entnahme den Fehler erzeugt haben (Sauger ne Macke oder Ähnliches)?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ParameterJongleur ()

    • Kann da meinen Vorrednern nur recht geben,

      es wird fast nicht möglich sein, dieses auf kurze Sicht zu klären.
      Wenn überhaupt, mit viel Aufwand.

      1. Wenn es wirklich bei der gleichen Kav. auftrat, versuchen diesen Fehler nachzustellen ?
      Waren es vielleicht Teile aus einem Anfahrprozess ?
      Aber wenn Ihr eine 100% Kontrolle macht, hätte es ja hier auffallen müssen, unterzeichnet das einer bei euch, nach der Kontrolle ?

      2. Bei der Montage bei dem Zwischenkunden ?
      Gibt es hier einen kritischen Moment, wo so ein Fehler auftreten könnte ?
      Wenn möglich mal einen Termin mit dem Zwischenkunden in Betracht ziehen und den ganzen Prozess und Materiallaufweg & Qualitätssicherung anschauen ?
      Wenn es wirklich nur die einzigen 3 Teile waren, oder sind es doch mehrere Stück aus der Kavität betroffen ?
      Somit wäre es ein Problem mit der Kavität in der Geometrie des Werkzeuges / Artikels der betroffenen Kavität ?


      Grundsätzlich würde ich sagen, bei einer Menge von 2,5 Mio teilen, wäre das ein Schrottanteil von ca 0,000012% die drei Teile.

      Sorry, also da ist schon das schreiben eines Satzes in dieser Reklamation bei dir Teuer.

      Ich würde da ehrlich gesagt keinen großen Aufwand betreiben, steht doch nicht wirklich in einem Verhältnis.
      In der Medizinbranche kannst du Anhand der ChargenNummer und Kavitäten immer genau nachvollziehen, wann was gelaufen ist.
      Denke mal das dies nicht in dieser Richtung sein wird, der Artikel.

      Grüße

      The Problem Solver
    • Hallo,

      ja die Teile sind alle aus der gleichen Kavität. Bis jetzt konnte der Fehler noch nicht wieder nachgestellt werden. Wir wissen auch immer noch nicht ob die Teile aus einer Charge oder aus mehreren sind.

      Jede Prüfung wird vom Prüfer entsprechend dokumentiert und unterschrieben mit Datum.

      Ja ich setze mich bald mit unserem Kunden an einen Tisch und dann hoffen wir, dass wir das Problem lösen können. Vor allem möchte ich gerne seinen Prozess kennen lernen, denn dieser ist nicht sehr transparent für mich. Ich weiß wofür unsere Bauteile sind, aber nicht wie der Prozessablauf sich gestaltet.

      Normalerweise müsste ich in der Automobilbranche ebenso Anhand der Chargennummer und der Kavität genau wissen, wann das Produkt, mit welchem Material auf welcher Maschine hergestellt wurde. Leider habe ich zu der Charge noch keine Aussage bekommen.

      Grüße
    • wenn ich hier alles richtig verstanden haben, liefert ihr ein Einzelteil, das woanders zu einer Baugruppe montiert werden !!

      Würde sich ein vorher schon beschädigtes Bauteil überhaupt noch ohne Probleme zuführen und montieren lassen ??

      Also unbedingt darauf drängen, sich den Montageprozess persönlich anschauen und analysieren zu lassen ... schätze mal der Fehler liegt evtl. dort ?!
    • KuFo schrieb:

      wenn ich hier alles richtig verstanden haben, liefert ihr ein Einzelteil, das woanders zu einer Baugruppe montiert werden !!

      Würde sich ein vorher schon beschädigtes Bauteil überhaupt noch ohne Probleme zuführen und montieren lassen ??

      Also unbedingt darauf drängen, sich den Montageprozess persönlich anschauen und analysieren zu lassen ... schätze mal der Fehler liegt evtl. dort ?!
      So Kundenaudit lief sehr spannend ab, wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Leider für meinen Kunden ist mein Prozess so sauber und Wasserdicht, dass nichts zu beanstanden war. Jetzt muss er sich eine Antwort für den OEM überlegen, bzw. dort seinen Prozess offenlegen. Ich bin gespannt wie sich das noch entwickelt. Leider bekomme ich keinen vor Ort Einblick in seinen Prozess, schade. Aber so ist das als Lieferant, da ist der Kunde in der Nahrungskette über dir.
    • Hi,
      ich habe da noch einen weiteren Weg den ich sehr oft wähle und auch sehr efolgreich ist, wenn der Fehler nicht doch von Euch verursacht wurde. Vor allem bei Beschädigungen und Deformierungen.
      Ich lasse mir ein Teil vom Kunden zusenden (sollte man immer drauf bestehen).
      Das prüfe ich dann sehr genau. Kann der Fall dem Werkzeug zugeordnet werden? Sieht man bei deformierungen sehr schnell.
      Zumal wenn duch das Werkzeug verursacht sind das selten nur drei Teile und dann ist wieder gut. ^^

      Sobald ich das geprüft habe mache ich eine kleine Folie in der ich darstelle das dieser Fehler nicht vom Fertigungsprozess bei uns herrühren kann.

      Fakten kann man nicht weg reden (es sei denn man ist Trump oder bei der AFD) :D
    • Sollten die drei deformierten Teile tatsächlich aus Eurer Produktion stammen frage ich mich aber schon wie es dann sein kann das Euer Zwischenkunde die deformierten Teile zu einer Baugruppe zusammennagelt und diese dann wiederum als Gutteil ausliefert.

      In meinen Augen versucht da Euer Zwischenhändler eine Reklamation die er vom Endkunden auf dem Tisch hat (drei defekte Baugruppen) auf Euch als Hersteller des defekten Teils abzuwälzen.

      BTW: Wenn ich mir vorstelle was diese drei defekten Teile von 2.500.000 für Kosten bei den QS-lern der drei Unternehmen verursachen..........
    • stadi schrieb:

      ... wie es dann sein kann das Euer Zwischenkunde die deformierten Teile zu einer Baugruppe zusammennagelt und diese dann wiederum als Gutteil ausliefert.

      In meinen Augen versucht da Euer Zwischenhändler eine Reklamation die er vom Endkunden auf dem Tisch hat (drei defekte Baugruppen) auf Euch als Hersteller des defekten Teils abzuwälzen.

      BTW: Wenn ich mir vorstelle was diese drei defekten Teile von 2.500.000 für Kosten bei den QS-lern der drei Unternehmen verursachen..........
      Es ist nicht direkte zu erkennen, vor allem aber sehr sehr schwer zu messen, dass die Teile deformiert sind. Hier wird bereits an einer Lösung (Lehre) gearbeitet.

      Das mit dem Abwälzen ist eine Möglichkeit, aber auch nur eine Vermutung, nicht mehr. Es geht ja hier darum die wirkliche Ursache in erster Linie, natürlich aber auch den Verursacher in zweiter Linie zu finden.

      BTW: Ist es nicht sinnvoller jetzt ein paar tausend Euro auszugeben und am Ende eine Lösung zu haben, als später dann Ausfälle im Feld zu haben? Die Kosten wären nicht absehbar.
    • @Styrol

      Es ist schon sehr schade, das euer ( Zwischen ) Kunde hier nicht die Möglichkeit gibt seinen Prozess in Augenschein zu nehmen.
      Vor allem wenn er eh schon Gefahr läuft, diese eh offen zulegen seinem Endkunden gegenüber.
      Ich wäre doch hier eher einer Lösung meines Lieferanten interessiert, anstatt später Gefahr zu laufen, mich vor meinem Endkunden zu blamieren,
      wenn dieser eine mögliche Fehlerquelle findet.
      2 Augen sehen mehr als 4. Besonders wenn das weitere Paar nicht "Betriebsblind" sein wird.

      Aber kenne dieses vorgehen leider.

      Grüße

      The Problem Solver