Energieeffizienz im Vergleich

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    • Datensicherung an und mit den SGMs ist so´n Thema für sich. Viele Hersteller bauen dann eine Festplatte ein. Kann man toll draufspeichern - bis die ihren Geist aufgibt und alles darauf im Datennirvana verschwindet. Früher hatten wir die lieben Floppis. Datensicherung dann über einen PC im Firmennetz. Jeden Tag gab es mehrere Datensicherungen, da ging nie was verloren. Irgend wann war mir der Aufwand mit den Floppis zu groß, vor allem der Mist, dass die plötzlich nicht mehr lesbar für die Maschinen waren. Wir haben dann alles in einer Gewaltaktion 2007 auf einen Leitrechner umgestellt. Die IT sichert uns nun 99,8%ige Datensicherheit zu. Die älteste dort angeschlossenen Maschine ist immer noch von 1992! Angefangen haben wir damals mit 10 Maschinen in Hamburg. Mittlerer Weile sind es weltweit nur 37 Maschinen - und das ist nicht viel. Es werden aber fast 48.000 Datensätze (Spritzgießprogramme) damit verwaltet, plus Werkzeugdatensätze, plus Maschinendatensätze, alles inklusive Texteingaben, Bilder etc. Dazu ca. 1.000 Materialdatensätze inkl. Parametervorgaben für Autragsvorbereitung (Trocknung), Farbvorgaben, Lizenzinformationen etc. . Welche SGM-Datenplatte will das bitte ermöglichen? Das ist nur mit einem Leitrechner möglich. Jeder Arbeitsplatz bei uns in der Produktionskontrolle und der Entwicklung hat ständig möglichen Zugriff auf alles was darin gespeichert wird. Spritzguss-Datenerfassung wird ausschließlich über dieses System gemacht. (Ein ähnliches System gibt es auch noch mal weltweit für unsere Extrusion).
      Nun wollte ich vor ein paar Monaten eine 2 Jahre alte BOY an das System anbinden. Ansage von BOY: Nicht möglich, Nachrüstung auch nicht möglich. "Da ist doch ´ne Festplatte drin, wofür einen Leitrechner". Wirklich eine arme Geschichte.
      Die Datensammlung zu jedem Programm wird fast täglich genutzt. Zusätzliche Reports werden auch häufig erstellt, nicht zu vergessen die Nachfragen wann was wie verarbeitet wurde.
      Anfang des Jahres haben wir von den Schwarzwäldern ein Update fahren lassen, was eigentlich nur ein paar Stunden dauerte. Dann hatten die Maschinen wieder Zugang. Bis wir an den PCs aber wieder zuverlässigen Zugang hatten, dauerte fast eine Woche. Das war aber IT-Sache. Dann merkt man erst, wofür man das System gebraucht.
    • @petersj, Deine Beschreibung sollte und kann für 99,99% aller Spritzgießer kein "Vorbild" sein, da nicht notwendig und auch viel zu aufwendig somit zu teuer!
      Was die Spritzgießer erst einmal beginnen sollten/müssen, wäre
      a) das Erstellen eines serienfähigen(!!) u. reproduzierfähigen Masterprozesses,
      b) eine *Prozessdisziplin* einführen und auch einhalten,
      c) für die Produktion eines Formteiles nur EINEN ProzessParametersatz an der Maschine verfügbar machen,
      d) dafür sorgen, dass der Masterprozess (verfügbarer Serienprozess) nicht an der Maschine von der Produktion überschrieben wird,
      c) alle Masterprozesse mit dafür notwendige Dateien/Unterlagen im Archiv (auf Laufwerk) ablegen.

      Ich erlebe immer wieder, dass in den Spritzereien der Umgang Prozesse immer noch chaotisch abläuft. Schlimm ist es (GottSeiDank selten), wenn ein "auftragsbezogener/-angepasster" Prozess beim Artikelwechsel (Auftragsende) mit all seinem "Schrott" (durch Änderungen während des Auftrags) neu abgespeichert wird. Beim nächsten neuen Fertigungsauftrag des Formteiles wird dann genau mit diesem Datensatz die Maschine angefahren. Folge: Jeder Auftrag muss neu eingefahren/hinoptimiert werden (könnte man auch fast schon als neue *Musterung* betrachten), und es herrscht totales Prozessdaten-Chaos in der Spritzerei.

      petersj schrieb:

      Anfang des Jahres haben wir von den Schwarzwäldern ein Update fahren lassen, was eigentlich nur ein paar Stunden dauerte.
      Hoch leben die Schwarzwälder :D die in alle eure Daten reinschauen, bzw. verfügen - es grüße Industrie 4.0! Wie geht ihr da mit Datenschutz um? Nicht falsch verstehen, aber ein Spritzgießer, der im weltweiten Wettbewerb steht, sollte sich auch darüber Gedanken machen! Auch Schwarzwälder haben Anwendungstechniker, die durch die Branche rennen, vielleicht sich sogar hi oder da von einem Spritzgießer abwerben lassen ....

      Oder sehe ich da was falsch?
    • petersj schrieb:

      Nun wollte ich vor ein paar Monaten eine 2 Jahre alte BOY an das System anbinden. Ansage von BOY: Nicht möglich, Nachrüstung auch nicht möglich. "Da ist doch ´ne Festplatte drin, wofür einen Leitrechner". Wirklich eine arme Geschichte.
      Warum wundert Dich das? Ihr werdet ein BDE/MDE von einem Maschinenhersteller haben, und die sorgen dafür, dass das System nicht mit anderen Herstellern kompatibel ist - das haben die mit dem *angebissenen Apfel* auch als Marktstrategie.

      Deshalb ist es immer schlauer, MDE/BDE-System nicht vom Maschinenhersteller zu installieren :thumbsup:
    • Das ist so alles richtig. Wenn es aber auf Grund der z.T. nicht möglichen Sperre von Datenspeichern (z.B. SD-Karten) so gehandhabt wird (Daten neu überspielen) kann ein Leitrechner nur die Lösung sein. Zumal dann durch entsprechende Nutzerdaten ein Löschen bestehender Daten nur durch entsprechende Zulassung möglich ist. Bei uns kann jeder Datensatz bunter identischem Namen beliebig oft gespeichert werden. Jedoch kann nur das zur Produktion freigegebene Programm auf die Maschine geladen werden. Alle anderen Programme aus der Dokumentation sind automatisch gesperrt. Bis zur Freigabe durch entsprechend autorisierte Personen. Es bleibt aber immer nur 1 Datensatz pro Maschine aktiv. Das ist in der Regel auf anderen Speichermedien nicht möglich. Das bedeutet bei uns, dass jedes Material und Werkzeug immer mit dem Originaldatensatz angefahren werden muss. Auch ein MUSS ist, dass jede Änderung zur Dokumentation an den Leitrechner geschickt werden muss. Zusätzlich hat im ERP-System (SAP) ein entsprechender Vermerk zu erfolgen.
      Datenschutz: Zum einen haben die Schwarzwälder nur Zugang, wenn wir es wollen. Sie bekommen also nur einen "Tunnel", durch den sie arbeiten dürfen.Und dann können sie sich gerne alles auf ihren Speicher ziehen, was sie wollen. Sie müssten dann aus den 6-7 stelligen Programmkodes die Material- und Werkzeugzugehörigkeit zusammenbasteln. Dürfen sie auch noch gerne machen, wenn sie Langeweile haben. Was sie ja aber nicht bekommen, sind unser Rezepturen und Extruderkonfigurationen, die auf anderen, dann für sie nicht zugänglichen Servern und Systemen liegen. Und die machen bei uns gemeinsam erst den Kunststoff aus. Im Gegenteil: Fragt ein Kunde nach, kann er von uns für seine Probekörperherstellung gerne die Werkzeugbilder und Maschinenparameter bekommen. Das sehen wir nicht als das große Geheimnis an - in unserer Anwendung.
    • Behrens schrieb:

      Warum wundert Dich das? Ihr werdet ein BDE/MDE von einem Maschinenhersteller haben, und die sorgen dafür, dass das System nicht mit anderen Herstellern kompatibel ist - das haben die mit dem *angebissenen Apfel* auch als Marktstrategie.

      Das ist ja der Gag: Es währe möglich und ist auch bei neuen BOYs inzwischen möglich, weil das System der Schwarzwälder über eine entsprechende "Offenheit" funktioniert. Nur erst seit Mitte letzten Jahres haben die "Jungs" erst die entsprechende Schnittstelle um einen Export bewerkstelligen zu können. So wurde mir das von den Technikern des Herstellers dargestellt.
    • Das hatte ich schon richtig verstanden und das sehe ich genau so.
      Und: Ja die Anschaffung eines solchen Systems kostet Geld. Wenn mir aber durch einen Black out sämtliche Daten verloren gehen, kann das wesentlich teurer, als die Anschaffung eines solchen Systems sein (von welchem Lieferanten auch immer). Aber da haben die Herren erwartungsgemäß erstmal immer "Stacheldraht in der Tasche". Bis der Blackout zuschlägt. Und dann ist das Gejammer groß.