Verzug von Kunststoffträgern

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    • Verzug von Kunststoffträgern

      Hallo zusammen,

      wir spritzen bei uns Träger aus einem PP TV20, welche sich ordentlich verziehen.

      Die Teile sind bis zu 650mm lang und verziehen sich nach dem Spritzvorgang alle möglichen Richtungen.

      Würde ein Nukleirungsmittel in diesem Fall abhilfe schaffen ?

      Grüße
    • Kurz und knapp, nein.

      Ein Nukleierungsmittel fördert das Kristallwachstum von PP und erhöht somit die Schwindung und dadurch den Verzug. Ihr nutzt ein talkumgefülltes PP, wo schon das Talkum als Nukleierungsmittel wirkt.

      Euer Problem hat zwei mögliche Ursachen. Einmal wirkt der Nachdruck nicht lange genug, damit die Schwindung reduziert werden kann. Zum anderen klingt es nach einer unsauberen Temperierung.

      Damit das Problem besser eingegrenzt werden kann, benötigen wir ein paar mehr Infos. Wie dick ist der Träger, wie wird angespritzt und ist es möglich ein paar Bilder zu kriegen?
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    • Sehe die Hauptursache ebenfalls entweder in der Inhomogänität von der Teile oder von der Kühlung.



      Wenn du eine Step der Teile rausgeben kannst, kann ich mal schnell eine Wandstärkeanalyse laufen lassen.
      Dann siehst du woran du beim Artikel bist (Spritzgussgerecht Ja/Nein).
    • Behrens schrieb:

      Schon mal Wärmebilder vom Teil gemacht?
      Nein, jedoch habe ich die Entformtemperatur mit einem Infrarotthermometer gemessen und diese liegt bei ca. 70°C


      1u21 schrieb:

      Kurz und knapp, nein.

      Ein Nukleierungsmittel fördert das Kristallwachstum von PP und erhöht somit die Schwindung und dadurch den Verzug. Ihr nutzt ein talkumgefülltes PP, wo schon das Talkum als Nukleierungsmittel wirkt.

      Euer Problem hat zwei mögliche Ursachen. Einmal wirkt der Nachdruck nicht lange genug, damit die Schwindung reduziert werden kann. Zum anderen klingt es nach einer unsauberen Temperierung.

      Damit das Problem besser eingegrenzt werden kann, benötigen wir ein paar mehr Infos. Wie dick ist der Träger, wie wird angespritzt und ist es möglich ein paar Bilder zu kriegen?

      Also die Wandstärke beträgt je nach Stelle ca. 2,5 - 2,8 mm

      Angebunden ist das ganze über einen Heißkanal auf Verteilertunnel, Pro Nest 4 Anbindungen à 1,5mm

      Werkzeugtemperatur beträgt 50°C
      Dateien
      • IMG_1601.JPG

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    • Ich würde eher sagen, dass A, B und C gleichzeitig wirken. Kann eins von denen nicht abgestellt werden, braucht man nicht an die anderen Stellschrauben ran, da das Grundproblem nicht gelöst wird.

      Sollte der Anguss geschreddert und wieder zurück in die Maschine kommen, brauche ich kein Wärmebild. Ich zerstöre partiell die ursprünglich gleichmäßige teilkristalline Struktur und ändere die Viskosität des Kunststoffs. Somit ändere ich das Schwindungsverhalten und Füllverhalten, was in einen nichtreproduzierbaren Verzug resultiert. Genau das wurde zu Anfang beschrieben.
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    • 1u21 schrieb:

      Ich würde eher sagen, dass A, B und C gleichzeitig wirken. Kann eins von denen nicht abgestellt werden, braucht man nicht an die anderen Stellschrauben ran, da das Grundproblem nicht gelöst wird.
      Das ist natürlich klar, aber wenn sich Teile nach der Entformung (in der Freischwindung) verziehen, liegt die Ursache meistens in der schlechten Wärmeverteilung begründet.

      1u21 schrieb:

      Sollte der Anguss geschreddert und wieder zurück in die Maschine kommen, ...
      Ich gehe mal davon aus, dass das hier nicht der Fall ist ?( ... aber Du hast recht, auch das :thumbdown: könnte sogar noch möglich sein ;)
    • Klar. Wenn der Verzug sauber reproduzierbar ist, liegt es unter anderem an der Temperierung. Das kann ich über das Wärmebild darstellen.

      Nur gehe ich davon aus, dass man die Angüsse wieder zurück in die Maschine bringt, weil es so manche "schlaue" Controller gibt, die der Meinung sind, dass man so noch weiter Geld sparen kann. Welchen negativen Einfluss es auf die Fertigung hat, ist dann nicht interessant, weil man eine "Kosteneinsparung" entdeckt hat.